Alles zurück und anders

Nachdem ich mehr als 30 Reihen an Birgit Freyers Jacke „Zoraya“ gestrickt hatte, gefiel mir das Gestrick nicht mehr. Ich fand es zu labberig; das komplizierte Lochmuster ging mir nicht recht von der Hand; und außerdem hätte es sowieso nicht gut zu mir gepasst. Ich bin eher der Typ für schlichtere Muster. Deshalb zog ich alles wieder auf.

Trotzdem wollte ich die Jacke gern nachstricken. Die einzelne Kone Baumwolle in Türkis hatte ich bereits in drei kleinere Partien aufgeteilt, eine vierte war nicht machbar. Aber man hat ja genügend andere dünne Garne in allerlei Farben im Vorrat. Ich ergänzte die drei Fäden Baumwolle mit einem Viskosefaden in Royalblau. Aus der Nähe ist der Kontrast schon recht heftig, aber mit etwas Abstand ergibt sich insgesamt ein dunklerer Türkis-Ton. Das passt so, fand ich. Die Maschenprobe spielt bei diesem Design ohnehin keine Rolle, so konnte ich frohen Mutes von vorn beginnen. Um ein Gestrick mit mehr Substanz zu erzielen, nahm ich statt einer 4-mm-Nadel eine mit 3,5 mm. Das brachte zusätzliche Festigkeit. Und weil Birgit zusätzlich zum komplexen Lochmuster noch eine einfachere Mustervariante für Leibteile und Ärmel mitliefert, wählte ich die. Ich kann sie weitgehend auswendig stricken, das beschleunigt den Fortgang erheblich. Inzwischen habe ich schon über 40 Reihen geschafft, und das Ganze sieht so aus:

Modell "Zoraya", 2. Versuch

Damit kann ich gut leben. Wenn es später an den Spitzensaum geht, wird das Ganze noch verspielt genug, dazwischen darf es mustermäßig gern etwas ruhiger zugehen.

Das Ganze entspricht sicherlich nicht mehr dem, was Birgit sich beim Entwerfen gedacht hat. Aber letztlich muss ein Modell demjenigen gefallen, der es strickt und/oder trägt. Somit habe ich kein schlechtes Gewissen, die Jacke gemäß meinen eigenen Präferenzen abzuwandeln.

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