Beruhigend

Es gibt Situationen, in denen sich nur wenig Gelegenheit bietet, selbst in eine Entwicklung einzugreifen. Bestenfalls ist reines Abwarten angesagt, schlimmstenfalls muss man akzeptieren, dass andere die Handlung bestimmen. Ein freundliches, nicht zu anspruchsvolles Strickprojekt kann in solchen Fällen die Seele erfreuen.

Tuch "Broken Tile", Anfang
Tuch „Broken Tile“, Anfang

Dies ist ein Mystery-KAL, das heißt, man strickt gemeinschaftlich mit anderen an einem Projekt, von dem man nicht genau weiß, wie es am Ende aussehen wird. Sicher ist bei diesem, das übrigens „Broken Tiles“, also „zerbrochene Kacheln“ heißt, nur, dass es ein Tuch mit ungewöhnlicher Form wird, dass man dafür drei verschiedene Farben benötigt und dass die Anleitung in vier Raten erscheint. Entworfen hat es Himawari alias Claudia Eisenkolb. Ich stricke mit drei Strängen „Schura Silk“ (60 % Wolle, 20 % Seide, 20 % Ramie, 425 m/100 g) von der Wollerey in warmen Beige-Tönen.

Bisher kenne ich nur den ersten Teil. Der ist recht simpel und erfordert nur ein Minimum an Konzentration, damit man nicht vergisst, in jeder zweiten Reihe eine Masche abzunehmen. Somit ist dieses Projekt genau das Richtige, um sich in Gelassenheit zu üben, in diesem Zustand eine Masche nach der anderen zu bilden, auch mal ohne schlechtes Gewissen das Grübeln zu reduzieren und trotz allem das Gefühl zu haben, dass etwas Sinnvolles entsteht.

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