Mein Sicherheitsgurt

Dieser Beitrag hat ausnahmsweise nichts mit Autofahren zu tun. Hier geht es um Sicherungssysteme beim Stricken.

Den meisten Handstrickerinnen dürfte der Begriff „Lifeline“ vertraut sein. Ja, das Wort bedeutet unter anderem auch „Lebenslinie“, was für diejenigen von Bedeutung ist, die sich mit der Kunst der Chiromantie befassen. Wer strickt, übersetzt es aber passender als „Rettungsleine“, denn so ein Faden, der beispielsweise in der letzten Reihe eines Lochmuster-Rapports durch sämtliche Maschen gezogen wird, verhindert, dass im Falle eines Maschenfalls besagte Maschen über die Rettungsleine hinaus abstürzen und sich auflösen.

Beim Stricken mit Maschine ist nicht nur das Einziehen einer Rettungsleine mühsam, sondern auch das Wiederaufhängen der Maschen. Deshalb ist diese Form der Sicherung nicht sehr gebräuchlich. Aber es gibt andere Gefahren und Mittelchen, sie zu vermeiden. Eines davon ist dieser „Sicherheitsgurt“.

Er ist übrigens nicht meine Erfindung. Meine unvergessene Stricklehrerin Dodo Bürkel hatte so etwas schon vor 30 Jahren in Gebrauch.

Mit einem soliden Gummiband, wie es beispielsweise zum Zusammenbinden von Spargelstangen verwendet wird, dichte ich das relativ offene Fadennüsschen des Doppelbett-Verbindungsbügels ab. Dann kann ich den Schlitten so schnell übers Nadelbett schieben, wie ich will; der Faden bleibt brav dort, wohin er gehört, und es können keine Maschen fallen – jedenfalls nicht wegen eines herausrutschenden Strickfadens. Da ich derzeit einiges an Doppelbettgestrick mit unzähligen Reihen zu bewerkstelligen habe, ist das eine große Hilfe für mich.

Natürlich gibt es auch Situationen, in denen so eine Sicherung nicht empfehlenswert ist, beispielsweise wenn beim Einsatz des Doppelbett-Farbwechslers. Da müsste man jedes Mal das Gummiband entfernen und nach dem Wechsel wieder anbringen, das wäre mir denn doch zu viel Aufwand. In solchen Fällen bleibt es für mich dabei, dass ich sehr vorsichtig stricke und immer ein Auge auf den Faden habe.

2 Gedanken zu „Mein Sicherheitsgurt“

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