Ein Schälchen

Vor sechs Jahren blieb von einem Auftragsgestrick für die Wollerey ein Rest (30 Gramm, ein angebrochener Strang) der Qualität „Sedapur“ übrig. So edle Materialien werfe ich nicht weg. Irgendwann findet sich die passende Idee auch für eine kleine Menge Material.

Im Frühsommer dieses Jahres war es soweit: Ich blätterte ziellos durch alte Musterbücher und -hefte, darunter auch das Heftchen „Die kleine Diana: Die schönsten Ajour-Muster“. Es ist das Sonderheft K2412, dürfte vor etwa 25-30 Jahren erschienen sein und kostete seinerzeit 3,50 DM. Auf Seite 43 fand ich ein interessantes Lochmuster namens „Blattreihen“, das sowohl rechte als auch linke Maschen enthält und mir deshalb für einen Schal besonders geeignet schien, weil solche Muster sich weniger rollen.

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Abschiedsfoto, quasi

Kürzlich erstand ich preiswert zwei Knäuel Noro Silk Garden in der Farbe 387, einem (für mich jedenfalls) schönen Braun-Grün-Mix. Zufällig hat sich eine sehr liebe Dame aus meiner nächsten Umgebung im Schlussverkauf eine zartgrüne Jacke gekauft. Deshalb bot es sich an, besagte zwei Knäuel zu einem Schal passend zur Jacke zu verarbeiten. Für etwas Größeres wäre diese Menge ohnehin nicht ausreichend. „Abschiedsfoto, quasi“ weiterlesen

Es ist Wurst, was draus wird

Vor gut zwei Wochen begann in einem der zahlreichen Ravelry-Foren der Knitalong für einen sommerlichen Schal, genannt Up and Down Summer Scarf. Da ich gerade mit einem Projekt fertig war und Lust auf etwas Neues hatte, machte ich mit. In meinem Fundus fand sich ein mehr als fünf Jahre alter Strang Wollmeise “100 % Merino” (die Qualität heißt seit geraumer Zeit “Pure” ) in der Farbe Igor WD, ein dunkles Violett mit grauen Schattierungen, das mich stark an die Kolorierung eines Hämatoms erinnert.

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Cassetta Cowl

Vor kurzem brachte Dagmar von der Wollerey das e-book “3 and a mystery” heraus. Es enthält drei Anleitungen für Cowls, davon eine mit passenden Stulpen, und ein viertes Modell folgt als Überraschung zu Weihnachten. Ich mag solche kleineren überschaubaren Projekte, zum einen weil sie ein ideales Mitnahmegestrick sind, aber auch weil sich die Endprodukte bestens eignen, wenn man auf die Schnelle ein kleines Geschenk benötigt.
Aus diesem e-book stammt die Anleitung für den hübschen Cowl “Cassetta”, dessen Farbenpracht auch einen düsteren Wintermorgen aufhellt.

Cassetta Cowl

Bei diesem Modell gefällt mir besonders, dass das Muster von beiden Seiten gleich aussieht. Wahrscheinlich landet dieser Schal nicht in der Geschenkekiste; ich finde, er passt sehr gut zu mir. 🙂

Cassetta Cowl, Musterdetail

Mein Material: 100 g Wollerey “Schura”, 80 % Schurwolle, 20 % Ramie, LL 300 m/100 g in Farbe sc3023 (ein dunkles, ins Grau gehendes Grün) und 50 g Noro Kureyon in Farbe 319 (einmal quer durch den Regenbogen). Ich strickte nach der Anleitung, bis das Noro-Garn aufgebraucht war bzw. nicht mehr für eine vollständige Runde reichte, danach beendete ich den Schal anleitungsgemäß mit Schura. Der Umfang beträgt 140 cm, die Breite 20 cm.

Ein Schal fürs Leben

Heute fragte eine Repräsentantin des Verlags Gruner & Jahr bzw. der Zeitschrift “Brigitte” bei mir an, ob ich Interesse hätte, auf die Aktion “Ein Schal fürs Leben” aufmerksam zu machen. Ja, habe ich. 🙂

Details zu dieser Aktion findet Ihr unter http://www.savethechildren.de/schal-fuers-leben
Um Spenden für syrische Kinder zu sammeln wurde der “Schal fürs Leben” aus Lana-Grossa-Wolle entworfen. Wahlweise konnte bzw. kann man fertige Schals (mittlerweile ausverkauft) oder Wollpakete zum Selberstricken erwerben. Die Wollpakete sind nach wie vor erhältlich. Wer sich also diesen Schal selbst stricken möchte, kann ein Materialpaket inklusive Nadeln und Anleitung für 45 Euro in einem Lana-Grossa-Fachgeschäft kaufen. Jeweils 10 Euro von diesem Betrag gehen als Spende an die Aktion “Save the Children”.

Ich finde diese Aktion gut und möchte sie unterstützen. Leider gefällt mir aber der Schal überhaupt nicht. Die Farben finde ich schrecklich, und ich möchte sie auch niemandem aus meinem Umfeld zumuten. Zudem wäre mir das Endprodukt viel zu dick und sperrig. Deshalb werde ich mich darauf beschränken, einen angemessenen Betrag direkt zu spenden.

Wer einen anderen Geschmack hat als ich, soll sich bitte von meiner Ansicht nicht abhalten lassen, sondern das Garnpaket kaufen, den Schal stricken und ihn dann selbst tragen oder an einen lieben Menschen verschenken.

Muttertagsgeschenk

Wie erhofft konnte ich die “Lazy Lulu” am Donnerstag vergangener Woche fertigstellen, dann spannen und pünktlich zum Muttertag verschenken.
Hier ist ein Bild, das einen Eindruck des fertigen Schals gibt:

Lazy Lulu, fertig

Das Wichtigste ist, dass meine Mutter sich sehr darüber gefreut hat. Zumindest sagte sie mir das am Telefon. 😉

Die Lazy Lulu ist ganz sicher nicht das letzte Modell von Birgit Freyer, das ich gestrickt habe. In meiner Wundertüte vom Dezember liegt noch die Anleitung für das Tuch “Dolce Vita”. Das muss aber noch ein Weilchen warten, mindestens bis die nächste “Ulina” fertiggestellt ist. Der werdende Vater hat mir vor drei Tagen per SMS mitgeteilt, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird, so dass ich nun weiß, auf welcher Seite die Knopfleiste liegen muss. Verraten darf ich das natürlich nicht, denn es ist ja sein Geheimnis, nicht meines.

Lazy Lulu aus der Wundertüte

Ich mag Überraschungen. Meine Mutter kann bestätigen, dass ich schon als Kind Wundertüten liebte, bei denen man nie genau wusste, was heraus kommt. Das Ergebnis war nicht so wichtig, die Freude beim Überraschtwerden zählte.

Wundertüten und angenehme Überraschungen gibt es glücklicherweise auch heutzutage noch, für den kleinen Strickhunger zwischendurch beispielsweise bei der Wolllust. Aus einer solchen Tüte zog ich (unter anderem) die Anleitung für den Schal “Lazy Lulu” und das passende Garn dazu, einen Strang “CashSeta” in der Farbe Floral, einem zartem Pfirsichrosa. Seit zehn Tagen ist das nun mein Mitnahmeprojekt, denn 50 g wiegen nicht viel, aber an 300 Metern hat man viel Strickspaß. Unter anderem konnte ich mir kürzlich damit knapp zwei Stunden im Wartezimmer meiner Augenärztin vertreiben und wurde von drei Personen darauf angesprochen. Zunächst meinte ein älterer Herr beim Anblick der Strickschrift, das sehe ja sehr kompliziert aus, was ich da stricke. Und zwei Damen, neben denen ich nach diversen Zwischenuntersuchungen Platz nahm, fanden, dass es eine gute Idee sei, für so lange Wartezeiten Strickzeug dabei zu haben. Vielleicht nehmen sie sich ja beim nächsten Mal auch Wolle und Nadeln mit, dann ist es nicht so langweilig, und man verbringt die Wartezeiten wenigstens produktiv.

Tatsächlich strickt sich die Lazy Lulu recht einfach, denn man muss sich eigentlich nur bei der ersten Hälfte der Hinreihen auf die Strickschrift konzentrieren. Der Rest ist weitgehend Wiederholung, und die Rückreihen werden nur links gestrickt. Hier ein Muster-Detail:

Lazy Lulu, MusterdetailAnleitung auch ohne jegliche Überraschung bei Birgit Freyer erstehen.

Mittlerweile bin ich bei Reihe 272, die Reihen werden allmählich kürzer, und ich überlege, ob der Schal vielleicht sogar für den Muttertag fertig wird. Wenn nicht ist es auch nicht schlimm, da ich noch eine (nicht gestrickte) Alternative in petto habe.

Mehr von Domek dem Schal

Eine meiner Kolleginnen, die den Schal sah, meinte spontan: “Das ist ja ein geniales Teil!” Recht hat sie.
Obwohl das Garn (Posh Vivienne Chunky) 15 % Mohair enthält, was nicht gerade zu mein Lieblingsmaterialien gehört, ist der Schal erstaunlich weich; er kratzt überhaupt nicht, wärmt aber unglaublich.

Bei einer Lauflänge von 80 Metern auf 100 g rechnet man ja eher mit einem sperrigen Ergebnis. Das simple Lochmuster (abwechselnd 1 Umschlag, 2 M zusammenstricken, und das in jeder Reihe) macht den Schal aber sowohl luftig-locker als auch schmiegsam.

So sieht es aus, wenn er getragen wird:

Domek Schal getragen

Für knackig-kalte Wintertage dürfte er genau das Richtige sein.

Domek, der Schal

Meine neue dicke Strickjacke sieht wunderschön aus und passt auch perfekt, hat aber, wie ich bereits erwähnte, einen sehr weiten Ausschnitt. Da ich es an dieser Stelle gern warm habe und weil ohnehin noch drei Stränge Posh “Vivienne Chunky” à 80 m übrig waren, lag es nahe, einen schönen breiten Schal zu stricken, mit dem sich quasi die Lücken in der Deckung füllen lassen.

Meine Wahl fiel auf das Modell “Domek” , das kostenlos via Ravelry erhältlich ist. Die Gründe:

  • Es ist ein Loop, aber einer mit wärmenden Zipfeln, die beim Tragen dort bleiben, wohin man sie drapiert.
  • Man kann ihn beliebig breit und beliebig lang stricken, soweit das Garn eben reicht.
  • Das Muster ist simpel zu stricken und sieht von beiden Seiten gleich (und gleich gut) aus. Es eignet sich übrigens auch gut für Stricktreffen. 😉
  • Trotz des dicken Garns ist das Gestrick nicht sperrig, sondern locker und angenehm zu tragen.

Domek Schal

Ich stricke den Schal übrigens breiter als vorgegeben; meine Version wird 36 cm breit und ca. 120 cm lang. Das Foto zeigt den Stand nach dem Verarbeiten von zwei Strängen; der dritte ist in Arbeit.

Langsame Wanderung

Seit mehr als fünf Wochen stricke ich am “Strandwanderer”. Es zieht sich hin, obwohl ich schon mit allerlei Tricks arbeite. Beispielsweise wende ich bei den Querstreifen nicht nach jeweils drei Maschen, sondern ich stricke linke Maschen rückwärts. Das war zuerst etwas mühsam, aber nach kurzer Zeit hatte ich eine Methode gefunden, mit der es mir gut von der Hand geht. Um wirklich Zeit zu sparen, wechsle ich dabei nicht die Hand, die den Faden hält. Ich versuchte noch eine andere Variante, bei der ich den Faden mit einer Hand um die Nadel wickele, aber das erzeugte einen solchen Zug auf den Faden, dass ich mir fast den linken Zeigefinger abschnürte.

Um am Ende eines Querstreifens nicht eine endlose Zahl von Randmaschen aufnehmen zu müssen, fasse ich alle paar Kurzreihen schon mit der rechten Nadel Maschen auf. Dann sind es am Ende weniger Maschen, und es geht zumindest gefühlt schneller.

Strandwanderer-Tuch

Allerdings habe ich immer noch nicht kapiert, was genau denn das Knötchen ist, das man auffassen soll. Aber das macht wohl nichts, denn hinterher kann man ohnehin nicht mehr genau erkennen, wo etwas aufgenommen wurde.