Komplettreinigung Duomatic 80

Fragen, Probleme oder Tipps zur Handhabung deiner Strickmaschine
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Doris
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Komplettreinigung Duomatic 80

Beitrag von Doris » Fr Feb 09, 2007 12:46

Ich lese immer von ganz auseinanderbauen und merke dabei, ich behandle meine Strimas wohl nicht sooooo supergut????? Ich reinige sie äußerlich mit Babyfeuchttüchern, die kriegen teilweise weg was kein anderes Mittel wegbekommt, ohne zu zerkratzen - ich reinige zwischen den Nadeln und den Schlitten dann noch gründlich mit Pinsel und/oder Bürste und mal öle ich mit Bellador ( hieß so oder) und manchmal nehme ich auch nur Gleitspray - nun möchte ich glaube ich doch mal alle Nadeln grundreinigen, da die Maschinen ja inzwischen auch recht betagt sind :wink: dafür gibt es ja auch ein Mittelchen???? Aber wie war das??? Wo rein soll man die Nadeln legen??? War das Reinbenzin oder sowas ähnliches? Was kann ich nehmen
Doris, die sich von Pfaff Passap Duomatic 80 - KH 940/KR 850 und mit KG 88II
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Strickschnecke

Re.:

Beitrag von Strickschnecke » Fr Feb 09, 2007 13:40

Hallo Doris,

das Auspusten der Nadelkanäle mache ich mit Druckluft-Spray.

Reinigen der Nadeln mit Petroleum. Ich habe allerdings die Nadeln noch nie komplett aus der Maschine gemacht. Der Vorbesitzer hat, nach dem Zustand der Maschine (Nadelbett sehr klebrig) als ich sie übernommen habe, auch nie Grundgereinigt. Was ich gemacht habe ist mit Petroleum reinigen. Dazu solltest Du die Maschine aber ins freihe stellen, am Besten auf dicke Pappe oder alte Tücher. Dazu nehm ich einen dicken Pinsel eine Schale mit Petroleum, tauche den Pinsel in das Petroleum und geh damit über das Nadelbett. Das mache ich so lange, bis das herauslaufende Petroleum wieder ganz durchsichtig ist. Wenn die Maschine verharzt ist, dann ist die Flüssigkeit gelblich.

Sei vor allem vorsichtig, wenn Du die Ndeln herausnimmst, weil unter der Schiene eine Feder sitzt und wenn Du nicht aufpasst, dann ziehst Du sie mit heraus.

Reinigen der Nadeln:
Ich habe mir Petroleum aus der Apotheke geholt, weil das nicht so stinkt wie das aus dem Baumarkt. Die Nadeln in ein Glas mit Schraubverschluß, 2 Teile Petroleum, 1 Teil Maschinenöl harzfrei, Schraubdeckel drauf und stehen lassen.

[img][img]http://s6.bilder-hosting.de/img/PUFB1.jpg[/img][/img]

Nach dem Einsetzen der Nadel auf jeden Fall gut ölen. Bei der Pfaff kann es nie zu viel öl sein.

Schau mal im Anleitungsbuch ganz hinten, da müsste auch noch was über die Reinigung der Maschine stehen.

Gruß Dagmar

PS.: Das schmutzige Petroleum aber nicht in den Hausmüll, das ist Sondermüll. Ich bringe es zur Feuerwehr. Die verbrennen es in ihren Übungseinsätzen oder entsorgen es

Doris
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Beitrag von Doris » Fr Feb 09, 2007 15:31

Dankeschön, ich werde das dann nächste Woche mal in Angriff nehmen alle Nadeln zu reinigen, habe auch noch die kompletten Nadeln aus einer Duomatic ausgebaut, die nicht mehr zum Stricken zu gebrauchen war - aber die Nadeln gehen schwer auf und zu, sehen sonst noch gut aus und sie passen ja in meine Maschinen, deshalb habe ich sie aufbewahrt, habe schon öfters die Nadelsperrschiene rausgenommen, um Nadeln auszuwechseln - habe da allerdings nie irgendwo eine Feder bemerkt
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Strickschnecke

Re.:

Beitrag von Strickschnecke » Fr Feb 09, 2007 19:22

Hallo Doris,

das ist ja die Falle!!!

Diese Feder sitzt unter der Aluschiene an der auch die Zählerkulisse (dieses schwarze 3-Eck, bei der Duo kann es auch grün sein) eingeschoben wird. Was Du meinst ist diese 4-Kant-Metall-Stange die du heraus ziehst um die Nadeln zu lösen. Wenn Du die Nadeln herausziehst und die Zungen nicht über den Köpfen liegen, kann es passieren dass diese Feder versehentlich mit heraus gezogen wird. Wenn Du diese anderem Maschine noch hast, dann schraub sie doch auseinandern und hebe Dir diese Federn als Ersatz auf, sowie alle anderen Teile.

Gruß Dagmar

Doris
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Beitrag von Doris » Mo Feb 12, 2007 12:14

ohh schade, die hab ich meinem bruder zum verschrotten gegeben, ist schon ne weile her, die gibt es also nicht mehr, habe nur die nadeln und die randfedern behalten, die maschine hatte ich nämlich mal ersteigert und hatte extra nachgefragt ob alles dabei ist, sie sollte funktionieren, damit ging aber echt gar nix mehr und sämtliches zubehör war überhaupt nicht da, aber die gute frau hat sich dann nie mehr gemeldet trotz vieler mails meinerseits, naja bevor ich mich drüber ewig ärgere hab ich nadeln ausgebaut und teil entsorgt und hab mir geschworen eine duomatic nie wieder, nur noch brother und duomatic 80 zu kaufen, bin irgendwie strimasüchtig und wollesüchtig, habe inzwischen 9 strimas wovon allerdings zwei nicht komplett sind und auch nur einige in benutzung, rest steht abgebaut einfach nur zum habenwolleneffekt rum :-)
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Donald

Beitrag von Donald » Mo Feb 12, 2007 14:05

oha, sowas verschrottet man doch nicht. Also wenn nochmal jemand auf
die Idee kommen sollte ne Maschine zu verschrotten, dann kann er/sie
die Maschine auch zur mir senden. Ich nehme die liebend gerne an.

Gruß Donald

stregabella

Komplettreinigung Duomatic 80

Beitrag von stregabella » Mo Feb 12, 2007 22:28

Hallo Doris!

Ich habe im Frühjahr bei Passap Schweiz in einem Kurs zum ersten Mal meine Duomatic 80 komplett demontiert, gereinigt und wieder zusammengesetzt. Und heute war meine E6000 dran. Du musst mit einem Zeitaufwand von etwa 5 Stunden rechnen. Also, das geht so:

1. 1 Liter Reinigungsflüssigkeit bereitstellen, bestehend aus 5 dl Petroleum geruchlos und 5 dl Bellodor (oder Nähmaschinenöl) - gut schütteln zum Mischen. Du benötigst ausserdem 1 dl Reinigungsalkohol (70%, aus der Apotheke), einen Steckschlüssel Nr. 5,5, eine (alte) Zahnbürste oder sonst eine Bürste mit kurzen, harten Borsten, 1 bis 2 Dosen Druckluft (oder einen Kompressor) und etwa fünf Baumwoll-Lappen (ca 30x30 cm). Lege einen grossen Plastik oder mehrere Schichten Zeitungspapier unter die Maschine. Unter Umständen ist es sinnvoll, vor jedem einzelnen Arbeitsschritt ein Digitalfoto zu machen, damit du beim späteren Zusammensetzen noch weisst, wie es ausgesehen hat - aber eigentlich ist es nicht nötig, wenn du dieser Anleitung folgst.

2. Entferne die Strickschlösser und die Versatzkurbel. Am HNB und VNB die 4-Kant-Metallstange herausziehen und alle Nadeln herausnehmen (wie das genau gemacht wird, findest du in der Bedienungsanleitung der Maschine). Dazu müssen die Nadelköpfe GESCHLOSSEN sein, sonst ziehst du die zuvor mehrfach erwähnte Feder heraus. Die Nadeln mit dem Nadelfuss nach unten in ein Glas stellen, mit Reinigungslüssigkeit bedecken (am besten nimmst du ein Konservenglas mit Schraubdeckel). Deckel schliessen, Glas gelegentlich sanft schütteln.

3. Am HNB und VNB alle Stösser entfernen (siehe Bedienungsanleitung). In ein Glas geben, verschliessen, mit Reinigungsflüssigkeit bedecken und ebenfalls von Zeit zu Zeit schütteln.

4. Entferne Zählerkulisse, Randfedern, Farbwechsler und Nadelbettverlängerung(en), löse die Befestigungsschrauben. Dreh die Maschine um (sozusagen auf den "Rücken"). Zwischen den Nadelbetten befinden sich zwei regelmässig gelochte Metallplatten. Die Löcher korrespondieren mit den darunter liegenden Muttern, welche die ominöse Metallschiene (auf denen die Strickschlösser laufen) festhalten, unter welcher sich die in anderen Beiträgen bereits mehrfach genannte Feder befindet.

5. Löse sowohl am HNB als auch am VNB diese Muttern und Federringe und lege sie in eine Schale, damit du sie nicht verlierst.

6. Drehe die Maschine wieder um. Ziehe die Aluschiene nach rechts (VNB) resp. nach links (HBN) heraus und lege sie beiseite. Entferne die Federn und lege sie vorerst ebenfalls beiseite.

7. Löse die Kunststoff-"Kämme" oben an den Nadelbetten, indem du sie sanft nach hinten (VNB) oder nach vorne (HNB) drückst und sorgfältig herausziehst. Lege sie in ein Becken mit heissem Wasser, dem du etwas Abwaschmittel beigefügt hast. Spätestens jetzt wirst du dich wundern, wie schmutzig deine Maschine ist ;-)

8. Nun liegt die Maschine sozusagen "nackt" vor dir. Fülle ein Glas mit Reinigungsflüssigkeit und reinige die Nadelkanäle am VNB und HNB, indem du die (Zahn-)Bürste in die Reinigungsflüssigkeit tauchst und die Nadelkanäle gründlich ausbürstest - du darfst ruhig Druck ausüben, und es macht nichts, wenn die Nadelbetten nass werden!

9. Entferne überschüssige Reinigungsflüssigkeit mit einem Tuch. Blase nun die Nadelkanäle mit Druckluft (Dose oder Kompressor) aus, und reibe wiederum mit einem Tuch nach.

10. Reinige die Kunststoff-Kämme mit einer Abwaschbürste und trockne sie gut ab. Setze sie wieder ein, sorgfältig und ohne sie zu verkanten!

11. Puste die beiden Federn mit Druckluft aus und entferne so alle darin hängen gebliebenen Wollfasern. Sind die Federn verzogen oder sonstwie beschädigt, musst du dir neue Federn bei der Passap-Vertretung besorgen. Der einwandfreie Zustand der Federn ist unerlässlich für die korrekte Nadelrückhaltefunktion!

12. Lege die Federn in die dafür vorgesehene Rille zwischen Kunststoff-Kamm und Nadelbett. Du findest links (HNB) resp. rechts (VNB) eine Vertiefung, in welche du das ringförmige Ende der Feder legst. Nun reibst du die Aluschienen mit einem Tuch ab und schiebst sie von links (HNB) resp. von rechts (VNB) über die Federn, so dass sie die kleinen Erhebungen (oder Nocken) auf den Nadelbetten fassen (bei der E6000 gibt es statt Erhebungen schwarze Metallschrauben). Unten an diesen kleinen Erhebungen befinden sich die Schrauben, an denen die Schienen durch die Muttern wieder befestigt werden.

13. Drehe jetzt die Maschine um (auf den "Rücken") - keine Angst, die Schiene ist ziemlich gut fixiert durch die kleinen Erhebungen. Setz Ringfedern und Muttern auf die Schrauben und ziehe sie mit dem Steckschlüssel wieder an, aber NICHT ZU FEST!!!

14. Nun musst du die Maschine wieder umdrehen. Reinige alle Kunststoffteile an den Nadelbetten, dem Farbwechsler und den Verlängerungen mit einem Tuch, das du mit wenig (!) Alkohol befeuchtet hast.

15. Setze zuerst die Stösser an HNB und VNB wieder ein, indem du sie einzeln aus der Reinigungsflüssigkeit nimmst und vor dem Einsetzen mit einem Baumwolltuch gründlich abreibst (siehe Bedienungsanleitung der Maschine).

16. Mach dasselbe mit den Nadeln, wobei du darauf achten musst, dass keine der Nadeln verbogen ist, dass die Nadelzunge korrekt schliesst und sich gut bewegen lässt (siehe auch Bedienungsanleitung). DIE NADELKÖPFE MÜSSEN OFFEN SEIN, sonst wird die Nadelzunge beschädigt. Defekte Nadeln ersetzen.

17. Nun schiebe die 4-Kant-Metallstange wieder ein. Wenn sie vorzeitig gestoppt wird, drück die betreffende Nadel aufs Nadelbett und schieb die Stange behutsam weiter.

18. Setze Randfedern und Zählerkulisse wieder ein, nachdem du sie mit einem Tuch abgerieben hast.

19. Puste die Strickschlösser mit Druckluft aus, öle sie gemäss Bedienungsanleitung, schiebe sie wieder auf die Maschine und setz die Versatzkurbel ein.

20. Schiebe alle Nadeln an HNB und VNB in Arbeitsstellung, Versatzkurbel nach unten, und bewege die Strickschlösser einige Male hin und her. Fädle ein Garn (vorzugsweise Baumwolle) ein und stricke etwa 20 Reihen. Überschüssiges Öl wird dadurch aufgesaugt, und die Maschine ist nun wieder strickbereit.

Deine Maschine ist nun wieder "wie neu" und sollte laufen wie eine Orgel :D ! Da es in der Reinigungsflüssigkeit viel Bellodor (oder Nähmaschinenöl) hat, MUSS DIE MASCHINE NICHT WEITER GEÖLT WERDEN!!! Sonst verharzt sie nur.

Ich hoffe, diese Anleitung hilft dir weiter. Es ist ein ziemliches Stück Arbeit, die Duomatic 80 resp. E6000 auf diese Weise komplett zu reinigen. Aber die Maschine wird es dir mit einwandfreien Strickergebnissen danken!

Freundliche Grüsse an alle,

Katarina

Doris
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Beitrag von Doris » Mo Feb 12, 2007 22:35

Uih, Katarina :lol:
Das muss ich mir ausdrucken und dann mal in Ruhe machen - und Donald es war wirklich nichts mehr zu gebrauchen, außer okay, die vergessene Feder???? habe auch noch die einzelnen Platten und die Randfedern behalten und die Nadeln und die Stößer - die Schlitten funktionierten überhaupt nicht mehr, das Bett war verzogen - ich kann mir eigentlich wirklich nicht vorstellen, dass mit dem kläglich verzogenem Rest noch jemand was hätte anfangen können????
Sämtliche Maschinenteile, wo ich denke die könnte noch mal jemand brauchen bewahre ich auf - und wo ich das hier grad so schreibe glaube ich könnte es sogar sein, dass ich diese dumme Feder doch dabei hatte?? da muss ich doch morgen echt mal nachgucken in dem Karton wo ich die Überreste reingetan hab
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Wombarella
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Re: Komplettreinigung Duomatic 80

Beitrag von Wombarella » So Nov 04, 2018 22:31

Ich habe die Reinigungsanleitung heute gefunden -Liebe Katarina: Danke, danke,danke! Das hat mich gerettet.
Jetzt weiß ich endlich, wie ich an diese fürchterliche Bremsfeder komme.

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