Handstricken mit Konen-Wolle

Für Fragen zu Wolle, Garnen, Stricknadeln, Wicklern, Strickumgebung ...
Uschi58
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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Uschi58 » Mi Jan 27, 2016 17:38

Hallo,

@sem

Ganz ehrlich: Tu Dir das nicht an. Selbst an der Maschine verwende ich keine dünneren Garne als 30/2. Je höher die erste Zahl, desto dünner das Garn. :wink:

Garn der Stärke 30/2 entspricht einer Lauflänge von 1500 m/100 g
Garn der Stärke 56/2 entspricht einer Lauflänge von 2800 m/100 gr, also beinahe nochmal um die Hälfte dünner und du wirst per Hand 70 Fäden brauchen für 40m a 100 gr.
Der eine oder andere fragt sich vielleicht, was die 2 hinter dem Schrägstrich bedeutet. Es bedeutet, dass der einzelne Faden ansich eben mit einem weiteren Faden verzwirnt ist. Ein einzelner Faden des Garnes ist nicht unverzwirnt, auch wenn man das Umgangssprachlich oft so sagt, aber damit einfach ungefacht meint (lose Fäden nebeneinander wenn man davon mehrere Fäden gleichzeitig verstrickt).

Es ist äußerst wichtig beim Glattrechtsstricken, dass man beim Konenkauf darauf achtet, dass eine Zahl hinter dem Schrägstrich steht, d.h. das das Garn verzwirnt ist. Es kann dahinter auch eine 3 oder 4 stehen...
Steht hinter dem Strich eine 1 ist das für das Glattrechtsstricken schlecht, da der einzelne Faden unverzwirnt ist und einen Drall hat, was sich nur beim Glattrechtsstricken auswirkt, indem das Gestrick schief wird. Bei starken Rechts-Links-Struckturmustern mit viel Wechsel zwischen rechten und linken Maschen wird dieser Drall etwas ausgeglichen und das Gestrick kann gerade werden. Muss aber nicht (je nach Muster!)

...(Rechnung war nonsens, mit Fehler von mir, daher gelöscht, richtige Rechnung nächste Beiträge :wink: )

Ansonsten ist zwischen Konenwolle und Knäuelwolle kein Unterschied, nur eben, dass sie dünner ist, da sie an Maschinen verwendet wird, die einen ganz schnellen Abzug benötigen, ein Knäuel hüpft und springt und hängt bei dem Tempo.
Die Farben sind nicht kräftiger, weil es von Konen kommt. :wink: Das ist nur die Farbe des Garns.
Ein weiterer Vorteil ist, dass man nicht mehrere Vernähfäden hat.
Jeder Einsatz mit Maschine, ob Strickmaschine für den Hausgebrauch oder Textilindustriemaschinen, verarbeiten das Garn in solch hohem Tempo, dass man dort natürlich nicht alle 50 Gramm wieder Garn/Knäuel nachlegt 8-) es ist dort sinnreicher, es von Spulen/Konen kommen zu lassen, ähnlich wie bei der Arbeit an der Nähmaschine.
Zuletzt geändert von Uschi58 am Mi Jan 27, 2016 18:52, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Uschi

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von mero-lugaa » Mi Jan 27, 2016 18:03

sem100 hat geschrieben:hallo,

ich habe ein Problem und hoffe auf Hilfe, auch wenn das Thema schon vor Jahren bearbeitet wurde.

Ich habe Konenwolle mit der Nm 56 / 2 , das sind 100 g- 2.800 m. Für meine Arbeit, ich möchte einen Mantel stricken brauche ich Wolle mit einer Ll von 40 m auf 100 g.

Mit den hier angegeben Umrechnern kam ich auf immens viele Fäden.
Kann mir jemand helfen.

lg
sem100
Dafür braucht man keine Umrechner, da mußt du einfach nur 2800 durch 40 teilen und kommst auf die Anzahl Fäden, die du zusammenwickeln mußt und das sind sage und schreibe 70! Konengarn, das an sich zur Verwendung an der Strickmaschine gedacht ist, ist in diesem Fall wohl nicht das richtige Garn für dein Projekt. Und dein Konengarn ist auch besonders dünn, das würde ich noch nicht einmal zum Stricken an der Maschine verwenden, weil ich zu viele Fäden zusammenwickeln müsste. Ich verwende zum Maschinenstricken in der Regel die Stärke 30/2 und wickle es drei- bis vierfädig und komme damit in etwa auf Sockenwollstärke. Bist du dir sicher, dass deine Anleitung Wolle mit der Lauflänge von 40 m auf 100 g vorsieht? Das ist noch deutlich dicker als die Filzwolle, die man zum Strickfilzen von Hausschuhen und Taschen verwendet und ein Mantel daraus wird selbst in sehr kleinen Größen schon mehrere Kilo wiegen. Aus so dickem Garn kann man höchstens einen Teppich stricken, aber bestimmt keinen Mantel, wenn man beim Tragen nicht gleichzeitig Gewichtstraining absolvieren will.
Liebe Grüße,
Petra

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Uschi58 » Mi Jan 27, 2016 18:12

gelöscht wegen Rechenfehler :wink:
Zuletzt geändert von Uschi58 am Mi Jan 27, 2016 18:50, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß
Uschi

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von mero-lugaa » Mi Jan 27, 2016 18:28

Hallo Uschi,

56/2 bedeutet 5600 m je 100 g. Da das Garn zweifach verzwirnt ist, muß man durch 2 teilen, das macht bei mir 2800 m je 100 g. Das heißt:
1 Faden = 2800 m
2 Fäden = 1400 m
4 Fäden = 700 m
8 Fäden = 350 m
16 Fäden = 175 m
32 Fäden = 87,5 m
64 Fäden = 43,75 m
und 70 Fäden = 40 m

Du hast anscheinend zweimal durch 2 geteilt.
Liebe Grüße,
Petra

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Siebenstein » Mi Jan 27, 2016 18:29

Hallo Uschi,
ich fürchte, du hast in deiner Rechnung einen Denkfehler: die Lauflänge halbiert sich, wenn man die Anzahl der Fäden verdoppelt - nicht, wenn man wie du nur 2 Fäden hinzunimmt.
Daher hat Petra mit ihren 70 Fäden Recht.

Abgesehen davon halte ich es auch für sinnlos, einen so dicken Mantel zu stricken, weil man entweder unter ihm zusammenbricht oder er sich in kürzester Zeit in einen Sack verwandelt.
Gibt es einen Link zu der Anleitung, bei der solches Garn verwendet wird? Ich würde zu gern ein Bild des fertigen Mantels sehen!

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Uschi58 » Mi Jan 27, 2016 18:36

Hallo Ihr beiden,

vielleicht bin ich ja der Depp der Woche :D (und es war eine harte Woche :wink: ) aber ich bin überzeugt


Und ich hatte definitiv einen Knoten im Hirn :mrgreen:

70 Fäden a 56/2 wären Garnstärke 56/140
Entsprächen das nicht 2800/140 wären 20 m/50 g

Stimmt, Ihr habt absolut recht. Der Groschen ist endlich gefallen :mrgreen:
Zuletzt geändert von Uschi58 am Mi Jan 27, 2016 18:49, insgesamt 2-mal geändert.
Gruß
Uschi

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Kerstin » Mi Jan 27, 2016 18:47

Hallo,

Es gibt dicke, verzwirnte Garne fertig zu kaufen, man muss sich nicht die Mühe machen, ein dünnes Konengarn siebzigfach zu wickeln. Man bastelt ja auch keinen Parkett-Fußboden für das Wohnzimmer aus Streichhölzchen.

Eine ganz andere Frage ist, ob es sinnvoll ist, aus so dickem Garn einen Mantel zu stricken. Das Ding wird irre schwer. Du brauchst mindestens zwei Kilo Material dafür, eher mehr (je nach Größe). Und ein Paar Ersatz-Handgelenke, denn das Stricken mit Nadeln in Besenstiel-Stärke ist mühsame Schwerstarbeit. Damit holt man sich eine hübsche Sehnenscheidenentzündung.

An kalten Tagen bläst durch so ein Gestrick übrigens trotzdem der Wind, und wenn es etwas wärmer ist, schwitzt man allein durch das Gewicht beim Tragen.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von Siebenstein » Mi Jan 27, 2016 21:02

Uschi, mit Knoten im Hirn ist es genau so wie mit Knoten in der Wolle: wir alle haben sie ab und zu, und Hauptsache ist, wir können sie wieder entwirren! :-)

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Re: Handstricken mit Konen-Wolle

Beitrag von sem100 » Fr Jan 29, 2016 00:41

hallo,

vielen vielen Dank für die zahlreiche Hilfe.

Das Garn ist tatsächlich zu dünn, ich habe es vorhin bei ebay eingestellt und ich werde mir eine andere Qualität kaufen. 70 Fäden sind mir zuviel, da verliere ich den Ueberblick.

Der Mantel braucht wirklich ein Garn mit Ll von 40 m auf 100 g. Ich habe ihn vor 2 Jahren für meine Tochter gestrickt und hielt mich genau an die Anleitung. Ich brauchte etwas mehr als 1000 g und sie war begeistert vom Ergebnis.
falls Interesse besteht, das ist der link: http://www.brigitte.de/wohnen/selbermac ... g-1209573/

nochmals lieben Dank
sem100

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