Skip to main content.

Archiv

Dies ist das Archiv für 12 June 2012

Dienstag, 12. Juni 2012

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Was macht ihr, wenn ihr Fehler in eurem Gestrick findet? Ribbeln, zurueckstricken, Maschen fallen lassen, mogeln oder ignorieren? Und was macht ihr, wenn euch kurz vor dem Fertigstellen auffaellt, das sich in dem Strickstueck ein Fehler befindet? Tendiert ihr zum Perfektionismus und behebt ihr den dann noch? Wenn ja, wie? Oder sagt ihr euch, kleine Fehler machen den Charme des Handgestrickten aus?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!


Wie so oft antworte ich mit einem klaren “es kommt drauf an”.
Wenn ich, wie kürzlich bei der Babyjacke, zehn Maschen zuwenig angeschlagen habe, dann führt am Ribbeln kein Weg vorbei, auch wenn das Strickstück schon fast fertig wäre. Aber häufig kann man Fehler mit sehr wenig Aufwand beheben.
Neulich hatte ich beim 11 Maschen breiten Mittelmotiv eines Dreiecktuchs mit mehr als 300 Maschen vergessen, mustergemäß zu stricken. Erst zwei Reihen später fiel mir der Fehler auf. Das ließ sich aber sehr einfach reparieren, indem ich an den jeweiligen Stellen die betroffenen Maschen um zwei Reihen auflöste, sie vorsichtig mustergemäß zusammenstrickte und aus dem zusätzlichen Faden den fehlenden Umschlag bastelte. Alles keine Hexerei und kein Grund, zwei komplette Reihen über mehr als 300 Maschen zurückzustricken oder gar das ganze Tuch aufzuribbeln.
Ich habe auch schon an einem fertigen Vorderteil (mit Taschen!) Zöpfe korrigiert, die falsch herum lagen. Unter der falschen Zopfdrehung verbirgt sich normalerweise die richtige; man muss nur die falsche aufschneiden, die richtige hervorholen und die “falschen” Maschen auf der Rückseite möglichst unsichtbar im Maschenstich zusammenfügen. Das wäre also auch kein Grund, ein Teil aufzuziehen und neu zu stricken. Zumal man ja beim zweiten Versuch wieder neue Fehler hineinbringen könnte...