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Donnerstag, 27. Dezember 2007

Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, wird ein Konsortium der führenden europäischen Strickgarnhersteller auf den nächsten Handarbeitsmessen eine revolutionäre Entwicklung vorstellen. Ausgangspunkt war die Überlegung, die zur Zeit aus den USA herüberschwappende Spüllappen-Selbststrick-Bewegung zu neuen Ufern zu geleiten und dabei innovative Produkte zu vermarkten.

“Es ist uns gelungen, ein neuartiges Zellstoffgarn zu entwickeln, das besonders hautfreundliche und reinigende Eigenschaften hat und sich deshalb vorzüglich zum Selbststricken von Klopapier eignet”, so ein Sprecher des Konsortiums. Das neue Material ist säure- und harzfrei sowie grundwasserneutral und in vielen Farben erhältlich. Um auch anspruchsvollen Strickerinnen ein Dekor passend zur Badezimmereinrichtung zu bieten, entwickelt man zur Zeit selbstmusternde Dessins in Zusammenarbeit mit Villeroy & Boch sowie Ikea.

Einige ausgewählte Strickerinnen durften das Garn bereits testhalber verarbeiten und berichten begeistert von ihren Erfahrungen.
“Ich bin leidenschaftliche Strickerin, aber nach zwei Jahren Spüllappenstricken sind die Schränke der Verwandtschaft leider prall gefüllt. Umso mehr freue ich mich, jetzt meine ganze Familie mit selbstgestricktem Klopapier verwöhnen zu können. Das kann man immer gebrauchen, darüber freut sich jeder,” weiß Birgit E. aus F. “Selbstgestricktes Klopapier ist außerdem viel persönlicher, da spürt man die Liebe in jeder Masche.”

“Als unsere ganze Familie neulich nach der Gulaschsuppe Diarrhöe bekam, habe ich das Garn zum Verstricken einfach doppelt genommen, so war es besonders saugfähig,” freut sich Sabine K. aus D. Und die Rentnerin Emilie W. aus H. lobt den kreativen Freiraum, den man damit hat: “Ich habe mein selbstgestricktes Klopapier mit dicken eingestrickten Noppen im 'Deutschen Fetisch-Kleinanzeiger' angeboten und komme nun mit dem Stricken der Aufträge kaum nach.”

Die Branche geht davon aus, dass sich der Absatz dank des neuen Produkts im kommenden Jahr mehr als verdoppeln wird. Um neue Absatzmärkte zu erschließen, stehe man zur Zeit in Verhandlungen mit dem Internationalen Proktologenverband. So wie für Sockenwolle bereits erfolgreich Beimischungen von Aloe Vera verwendet wurden, möchte man die Klopapierfasern mit einem Spezialmittel gegen Hämorrhoiden ausrüsten. Auf Rezept soll zu einem späteren Zeitpunkt auch Klopapiergarn mit Antibandwurmbeschichtung angeboten werden.

Die Veröffentlichung dieses Artikels erfolgt unter Ausschluss jeglicher Gewährleistung.
Sorry, no English version today.

Kommentare

Hihihi, ich lach mich kaputt
LG
Sema

Geschrieben von hobbys am Donnerstag, 27. Dezember 2007 15:09

Oh mein gott, ich brech ab! Du sprichst mir aus der seele.
Grüße
Ina

Geschrieben von Ina am Donnerstag, 27. Dezember 2007 15:19

*räusper* Nun wird es bestimmt eine Hetzjagd auf Spüllappenstrickverweigerer geben...
Ich hab mich bisher noch nicht getraut, mich öffentlich dazu zu bekennen, dass ich KEINE Spüllappen stricke. Nicht mal auf der Maschine.

Hab mich köstlich amüsiert. Danke!

Knittaxa

Geschrieben von Knittaxa am Donnerstag, 27. Dezember 2007 16:29

Ich lach mich schlapp. Das wär´s doch und dann noch gleich kompostierbar. Der absolute Knüller. Ich krieg mich nicht mehr ein.....*grins*

Anja

Geschrieben von Anja am Donnerstag, 27. Dezember 2007 16:35

*hihihi*
ich halt mir hier den Bauch vor Lachen !!
Wie wär es denn mal mit Damenhygieneartikel aus Baumwoll-Zelluose ??
grinsende Grüße vom Lande
gudrun

Geschrieben von gudrun am Donnerstag, 27. Dezember 2007 17:30

*gröööhhhl* ))))
Ich schmeiss mich wech...

Prustende Grüße

Tina *ebenfalls Spüllappen-Verweigerer*

Geschrieben von Tina (Tichiro) am Donnerstag, 27. Dezember 2007 18:27

Ich hatte es erst für einen gelungenen Beitrag zum ersten April gehalten, aber ich befürchte, das könnte wirklich ernst gemeint sein. Kann man aus den Fasern auch Designergarn wickeln?
Ciao
Michaela, Spüllumpen- und Designergarn-Verweigerin

Geschrieben von Michaela am Donnerstag, 27. Dezember 2007 18:53

Soviel zur Toleranz unterschiedlicher Strickleidenschaften untereinander - schade, dass der durchaus in gewisser Form humorige Beitrag für mich persönlich als bekennenden Spüllappenfan einen sehr bitteren Unterton hat. Den des sich lustig machens. Wirklich schade.
Nein - ich bin keine Spassbremse - im Gegenteil. Ich könnte jetzt z.B. einen ähnlich gearteten Beitrag schreiben über z.B. kraus gestrickte Fusseltücher *grusel* oder langweilige immer währende glatt rechts Socken, mach ich aber nicht - die einen lieben halt dieses, die anderen jenes. Warum sollte ich mich in SO einer Art darüber auslassen?
Übrigens - Geschirrtücher, mit denen man gemeinhin dazu neigt, auch mal schnell über den Tisch zu wischen, sind meist auch aus 100% Baumwolle - nur eben grösser und dünner im “Garn” - benutzen Spüllappenverweigerer (ich bin fast geneigt Spüllappenhasser zu schreiben - nach dem Beitrag) die auch nicht? Soviel was anderes als eine gewisse Form eines “kleinen Geschirrtuchs” ist ein Spüllappen nämlich irgendwie nicht.
Das die Tatsache, Spüllappen zu stricken, aus Amerika herübergeschwappt ist, halte ich für ein Gerücht - in Foren z.B. habe ich schon häufiger gelesen, dass schon Omis in Good old Germany früher Spüllappen gestrickt haben. Hier mag es nur vielleicht nicht so bekannt sein.

Man darf jetzt über mich herfallen.

Viele Grüsse;
Anja

Geschrieben von Sockenanja am Donnerstag, 27. Dezember 2007 19:06

Anja, ich bin Spüllappenstrickerinnen gegenüber sehr tolerant, ebenso, wie Brazilia-Schal-Strickerinnen gegenüber oder solchen, die mit Beharrlichkeit für Bazare Socken mit miserabler Passform stricken. Hauptsache, jede(r) hat Spaß an dem, was er oder sie strickt. Und ich halte es da mit Voltaire: ich bin nicht mit jedem/jeder einer Meinung, aber ich werde stets dafür eintreten, dass sie geäußert werden darf.
Und natürlich dürfen wir uns hier lustig machen, es muss sich niemand gezwungen fühlen, es zu lesen. Einzig und allein die Admina kann unseren Äußerungen einen Riegel vorschieben. Den bitteren Unterton habe ich bei Adminas Beitrag vergeblich gesucht, habe ich da irgendwelche feinstofflichen Nuancen überlesen?
Versnobt wie ich bin, benutze ich auch keine Baumwolltücher zum Tischabwischen, dazu gibt es Geeigneteres. Nein, Anja, eine Spaßbremse willst du sicher nicht sein, aber es liest sich schon sehr gezwungen, wie du gute Miene zum bösen Spiel machst.
Wer austeilt, muss auch einstecken können und so darf sich jede(r) über das lustig machen, was ich stricke, oder es total scheußlich finden. Und es darf auch jede(r) tolerieren, dass ich meine Zeit nicht damit verplempern möchte, Wischlappen zu stricken. Dafür muss ich kein Spüllappenhasser sein. Solche Läppchen wurden vor 40 Jahren in unserem Handarbeitsunterricht gefertigt und mittlerweile haben sich meine Strickkenntnisse einen Soupcon weiterentwickelt. Es gibt soviele spannende Projekte. Aber vielleicht kommt ja wieder eine Zeit des Spüllappenstrickens für mich. Ich halte es nicht für abwegig, dass ich im Rahmen beschäftigungstherapeutischer Maßnahmen im Altenpflegeheim froh sein darf, wenn man mir Garn und Stricknadeln zum Läppchenstricken in die Hand drückt. Möglicherweise bin ich dann sogar glücklich, wenn ich krausrechts gestrickte Fusseltücher anfertigen darf.

Geschrieben von Michaela am Freitag, 28. Dezember 2007 00:05

*lach* Lach mich weg!!! Klasse!!!

LG
Cleo

Geschrieben von Cleo am Freitag, 28. Dezember 2007 01:17

ach ja, was soll ich sagen....
weil hier im thread die frage nach gestrickten frauenhygiene-artikelna aufkam....
da kann ich ein paar links bieten.
wir fangen mal harmlos an:
http://www.stupidedia.org/s...
oder hier:
http://www.feliekevanderlee...
oder endgültig:

http://www.craftster.org/fo...

ich empfehle auch dringend, die wirklich herzige diskussion über diese handgefertigten produkte zu lesen.
klasse!

Geschrieben von angela am Freitag, 28. Dezember 2007 06:15

Danke für den Lacher am Morgen! Ich war doch sehr überrascht zu sehen, in welchen Massen Muster für Spüllappen auftauchen. Da ich meine Spüllappen regelmäßig wegwerfe, bleibe ich lieber bei gekauften und stricke etwas, dass mich länger erfreut.

Geschrieben von Susann am Freitag, 28. Dezember 2007 09:43

*prust*

(mehr sag ich nicht; nachher werde ich auch noch zum opfer - humor und stricken passten in der vergangenheit ja nicht (immer) so recht zusammen ;o)

Geschrieben von Cecie am Freitag, 28. Dezember 2007 10:09

Ich wollte gerade noch selbstgestrickte Verhüterli vorschlagen.
Vielleicht nicht unbedingt im Lochmuster, aber Norweger kommt sicher gut. Wer der Dichtigkeit nicht traut, kann ja evtl. nachfilzen.
An der Gefühlsechtheit dürfte es allerdings etwas hapern. Ich arbeite dran.

Geschrieben von schmollfisch am Freitag, 28. Dezember 2007 17:33

Auf diese Idee muss man erstmal kommen! Bin begeistert

Auch keine Spüllappen strickend und nach Gulaschsuppe argwöhnisch Ausschau haltend,

Maria.

Geschrieben von Maria am Freitag, 28. Dezember 2007 19:15

Danke, Angela, für diese inspirierenden und aufklärenden Links!
Ich darf ergänzen, dass nicht erst in neuerer Zeit gestrickte Hygieneartikel in Umlauf kommen; in Analogie zu Anjas Bemerkung, dass die Spüllappenwelle auch nicht gerade eben zu uns schwappte.
In einem Norweger Museum kann man gestrickte Monatsbinden von ca. 1890 bewundern http://www.mum.org/NorwPads...
Wobei diese in der damaligen Zeit sicher eine Errungenschaft darstellten.

Geschrieben von Michaela am Freitag, 28. Dezember 2007 21:07

Ich denke Stricken sollte Spaß machen und jeder hat ja andere Vorlieben. Seit ravelry habe ich sogar angefangen “spülis” zu stricken. aber das es intolerante stricker in der Szene gibt, war mir neu.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins Neue und schöne Projekte fürs 2008.
gruß margit

Geschrieben von margit am Montag, 31. Dezember 2007 13:29

könnte man nicht einfach auch darüber lachen und trotzdem Spüllappen stricken?

Geschrieben von Doro am Montag, 07. Januar 2008 15:55

Ich bin auch mal ganz intolerat und gebe zu, dass ich mich heftig amüsiert habe. Ist mir immer noch lieber als politisch korrekt und ganz tolerat zu sein unter Aufgabe meiner sämtlichen Lachfalten. Ich lache gelegentlich sogar über mich selbst, aber natürlich nur heimlich und im Keller. Aber Spültuchstricken scheint mir ja den Statements zu Folge eine ziemlich ernste Angelegenheit zu sein, über die man sich nicht lustig machen sollte

Mal abgesehen davon ist es wirtschaftlich gesehen sicherlich genau so ein Unfug, wochenlang an einem Hanne Falkenberg-Modell für 100 Euronen zu stricken, wo man die schönsten Strickjacken im Boutiquen-Ausverkauf für 30 Euro hinterhergeworfen bekommt.

Und ja, es stimmt sicherlich auch, dass die deutsche Hausfrau in den 40er Jahren in Ermangelung einer funktionierenden Spültuschversorgung selbst mit der Herstellung beschäftigt war. Ich hoffe allerdings, dass diese Zeiten niemals wiederkommen. Darüber würde mir dann tatsächlich auch das Lachen vergehen...

Geschrieben von Katja am Montag, 07. Januar 2008 17:43

Doro, was für ein subversiver Vorschlag! Darüber lachen und trotzdem Spüllappen stricken! Du wirst doch nicht etwa mit Humor gesegnet sein?
Katja, du bringst mich da auf eine Idee: Vielleicht sollte man namhafte Designer/-innen dazu bringen, Spüllappenmuster zu kreieren. Vor meinem inneren Auge tauchen da gerade die tollsten Muster auf: Persian Poppies oder ein Fair Isle von A. Starmore. Ogees à la Norah Gaughan oder hübsche Randgestaltung nach Nicky Epstein, ja, das ist ausbau- und dann auch bald salonfähig.

Geschrieben von Michaela am Montag, 07. Januar 2008 18:50

ich freue mich über die vielen kreativen Ideen der Strickerinnen. Spüllappen stricken ist eigentlich eine gute Sache um Muster auszuprobieren und ungeliebtes Garn noch einer vernüftigen Verwendung zu zu führen.

Geschrieben von Claudia am Montag, 07. Januar 2008 18:54

geht doch lieber stricken....gruß margit

Geschrieben von margit am Donnerstag, 14. Februar 2008 07:52

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