Nadelwechsel Holz/Metall

Für Fragen zu Wolle, Garnen, Stricknadeln, Wicklern, Strickumgebung ...
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Bergziege
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Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Hallo, ich habe gesucht, aber leider kein passendes Thema gefunden.
Ich stricke derzeit einen Pullover, Raglan von oben. Bis zum Rumpfende habe ich austauschbare Holznadeln von Knit Pro verwendet.
Nun will ich den Ärmel stricken und da ich die Magic Loop Methode nervig finde, habe ich mir eine kurze Nadel von Chiaogoo gekauft, aus Metall.
Nun ist das Maschenbild völlig anders. Kann das sein? Die Profis hier werden vermutlich denken "hei ei ei ei, klar man, erklärt sich doch von selbst" - ich verstehe es aber nicht. Stärke ist identisch.

Nun überlege ich wieder aufzuribbeln, weil der Ärmel aussieht wie abgehackt. Glaube auch nicht das man das beim spannen hinbekommt es identisch aussehen zu lassen. Habe mir inzwischen ein kurzes Holznadelset von Knit Pro bestellt. Macht Holz/Metall wirklich so einen Unterschied? Oder ist es weil die Nadeln von Chiaogoo so merkwürdig gebogen sind?
Hummelbrummel
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Hummelbrummel »

Bergziege hat geschrieben: Mo Sep 28, 2026 06:34
Nun ist das Maschenbild völlig anders. Kann das sein?
Ja.

Und das einzige, was hilft, ist: ausprobieren!



_________________
Mir liegen die unterschiedlichen Materialien (Holz, Metall, Acryl) so unterschiedlich in der Hand, dass sich das schon auf das Maschenbild auswirken kann, das hängt aber auch von der verwendeten Wolle und meiner Verfassung ab.

Raglanärmel (rund) stricke ich mit Nadelspielen, mit denen bei mir generell das Maschenbild gleichmäßiger wird, als auf Rundstricknadeln (die ich für Rumpf und Körper nehme), manchmal wird's auch fester, da habe ich dann auch schon mal ein dickeres Spiel genommen, aber auch das hängt von der Wolle und der Situation ab.

Ich könnte mir vorstellen, dass Du die kurze Rundstricknadel vielleicht etwas verkrampft hältst, weil sie so kurz ist, dadurch könnten die Maschen auch fester werden, oder lockerer, oder anders, weil sich die Maschen vielleicht blöd auf der Nadel verteilen, am oberen breiten Ende viele fest zusammengeschoben, am unteren Ende wenige Maschen weit auseinandergezogen ...
(Persönlich stricke ich nicht gern mit kurzen Rundstricknadeln, weil ich diese sehr unbequem zu halten finde.)

An einen Raglanärmel, den ich komplett wieder aufgetrennt habe, erinnere ich mich: Es war der zweite an einer Jacke, und ich strickte ihn in einer unangenehmen Sitzung (manchmal brauche ich Strickzeug, um bestimmte Situationen zu "überleben" und Emotionen und Energien umzulenken.)
Das Setting war das gleiche wie beim ersten Ärmel: gleiche Nadeln, gleiche Wolle. Erstaunlicherweise schaffte ich fast den ganzen Ärmel an jenem einen Abend, und stellte Zuhause fest, dass er fest wie ein Brett und mehrere Zentimeter enger war: Das machte meine Verfassung an jenem Abend deutlich sichtbar ....
Also zumindest bei mir wirkt sich auch die jeweilige Stimmung aufs Strickzeug aus.


Viele Unregelmäßigkeiten innerhalb des Gestricks verschwinden bei der ersten Wäsche, aber wenn zwei Teile (Körper und Ärmel) komplett unterschiedlich sind, dann eher nicht. Daher würde ich an Deiner Stelle den Ärmel auftrennen und neu stricken, sonst würde es mich immer stören, wenn ich ihn trage oder sehe.

Und wie gesagt: Ob es mit den anderen Nadeln vom Material her besser ist, ob Du vielleicht für die Ärmel dickere Nadeln brauchst, oder ob die kurze Rundstricknadel an sich das Problem ist: Da hilft nur ausprobieren.
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Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Guten Morgen und vielen Dank für Deine ausführliche Antwort die ich wirklich sehr interessant finde.

Ich kann mir sehr gut vorstellen das sich die Stimmung aufs Stricken auswirkt. Und ja, ich glaube auch ich halte dieses kurze Nadelgedöns viel zu verkrampft, weil eben nicht ausreichend Material da ist für die ganze Hand.

Ich trenne definitiv wieder auf.

Bin letzte Nacht kurz wach geworden und das erste woran ich dachte war der anders aussehende Ärmel. Ich mein, wieviel Zeichen braucht es noch? :D

Jedenfalls wirklich großen Dank für die Antwort. Dieser Pulli ist mein erster Raglan. Ich habe schon zweimal geribbelt, das Prinzip hab ich verstanden. Habe vorher eine Strickejacke/Raglan gemacht, die hat mir aber wegen der nicht so guten Wolle nicht gut gefallen und da ich perfektionistisch veranlagt bin UND die Wolle teuer war, gebe ich mich mit solchen Fehler nicht zufrieden. :biggrin:
Dorrit
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Dorrit »

Ich habe kürzlich in einen Strick-Grundlagenbuch den Rat gelesen: Man bereut nie, Fehler geribbelt zu haben. Darüber habe ich nachgedacht. Ja, ich habe mich nie geärgert, geribbelt zu haben. Aber über Fehler, die drin geblieben sind, weil ich sie zu spät entdeckt habe und dann nichr mehr ribbeln wollte.

Ansonsten stimme ich Hummelbrummel zu.
Viele Grüße
Dorrit

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Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Liebe Dorrit, danke, das ist ein toller Satz den ich gerne in mein Repertoire aufnehmen werde :biggrin:

Der Ärmel wurde soeben aufgeribbelt :lol:
Dorrit
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Dorrit »

Gerne.

Man lernt immer wieder dazu.

Ich wollte Ärmel mit Magic Loop sticken , und stellte nach einen Stück fest, das er viel enger war als errechnet. Mit der anderen Technik hatte ich mit der gleichen Nadel viel enger gestrickt als am Rumpf. Seitdem stricke ich das hin und zurück.
Viele Grüße
Dorrit

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Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Ich habe nun mit der Magic Loop Methode angefangen an dem Ärmel und das sieht gut aus. Die Farbe verzeiht auch nix von dem Pulli glaube ich.
IMG_8879.jpeg
IMG_8879.jpeg (25.07 KiB) 175 mal betrachtet
auf dem Foto sieht man ganz gut wie es mit der kurzen Metallnadel aussah.

Ich habe dennoch mal das kurze Nadelset bestellt. Magic Loop geht, aber glücklich macht es mich nicht. Nadelspiel würde gehen, aber ich habe Alpträume vom Socken stricken :biggrin: Hab ich seit Ewigkeiten keine Lust mehr drauf.

Ja, man lernt nie aus, da hast Du Recht. Und ich freue mich täglich dazu zu lernen. Mit Raglan von oben fühle ich mich als wäre ich in eine andere Liga aufgestiegen. :lol: Und italienisch anschlagen/abketten erst - da wollte ich mir selbst ein Denkmal stellen. :mrgreen:
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Dorrit
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Dorrit »

Tolle Farbe. Ich mag so ein Orange auch gern steht mir gut.

Vor 2 Jahren habe ich mich ans Nadelspiel gewagt für Ärmelstulpen. Flach gestrickt sah die Naht nicht so schön aus.

Erst hab ich auch gekämpft, verdreht oder dicke Lücke, mehrfach wieder aufgezogen, verschiedene Anleitungen zu Rate gezogen. Dann ging es, und mit jeden Paar besser. Mittlerweile habe ich mind 20 Paar gestrickt, ettliche verschenkt bzw. gespendet.

Nur so einen lockeren Strickjackenärmel mit mindestens 45 cm Breite möchte ich nicht mit den Nadelspiel stricken, da habe ich Angst , dass ständig Maschen runterfallen.

Viel Erfolg mit deinem Pullover.
Viele Grüße
Dorrit

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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Siebenstein »

Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Ärmel - so sie denn unbedingt rund gestrickt werden müssen - auf zwei normal langen Rundnadeln gleicher Stärke zu stricken. Auf jeder Nadel liegt ungefähr eine Hälfte der Maschen, jede Nadel wird mit sich selbst abgestrickt. So unterscheidet sich das Maschenbild nicht von den übrigen rundgestrickten Teilen.
Diese Methode lässt sich auch gut bei Socken anwenden, wenn man nicht mit einem Nadelspiel stricken mag.
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Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Siebenstein hat geschrieben: Mi Sep 30, 2026 13:13 Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, Ärmel - so sie denn unbedingt rund gestrickt werden müssen - auf zwei normal langen Rundnadeln gleicher Stärke zu stricken.
Wow. Das muss ich mir mal anschauen, kann ich mir gerade gar nicht vorstellen.
Dorrit hat geschrieben: Mi Sep 30, 2026 12:52 Nur so einen lockeren Strickjackenärmel mit mindestens 45 cm Breite möchte ich nicht mit den Nadelspiel stricken, da habe ich Angst , dass ständig Maschen runterfallen.

Viel Erfolg mit deinem Pullover.
Danke. :-) Mit dem Nadelspiel habe ich es an der Strickjacke versucht. Was mich nervte war, daß man immer das ganze Strickstück mitdrehen muss. Beim Ärmelbündchen werde ich es hier vermutlich nochmal versuchen.

Die Magic Loop Methode finde ich nun nach 3 Tagen gar nicht mehr soooo schlimm. Man muss sich halt oft erstmal ranwagen... :biggrin:

Etwas Sorge habe ich noch vor dem Blocken und vorher ein paar Fäden vernähen. Aber muss man halt durch.
Hummelbrummel
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Hummelbrummel »

Spannen (neudeutsch: "Blocken"), – das mache ich bei Pullis nie.

Eventuell ist es sinnvoll, wenn man Teile zusammennähen muss (was bei einem Raglan-an-einem-Stück nicht der Fall ist), aber auch da richte ich mich nach den Randmaschen, nicht nach der Form.

Höchstens bei Tüchern mit Spitzenmuster (Lace) spanne ich.
Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Hummelbrummel hat geschrieben: Do Okt 01, 2026 07:40 Spannen (neudeutsch: "Blocken"), – das mache ich bei Pullis nie.

Eventuell ist es sinnvoll, wenn man Teile zusammennähen muss (was bei einem Raglan-an-einem-Stück nicht der Fall ist), aber auch da richte ich mich nach den Randmaschen, nicht nach der Form.

Höchstens bei Tüchern mit Spitzenmuster (Lace) spanne ich.
Ah okay - ich habe halt nur gesehen, das viele das auch mit einem Raglan machen weil das Maschenbild dann glatter wird und das wäre bei der Farbe bei meinem Pulli schon ganz gut glaube ich. Ich hab mir alles bei YouTube angeschaut was die diversen Techniken angeht und dabei wurde mir das auch immer wieder vorgeschlagen.

Der Begriff blocken irritiert mich aber in der Tat auch. Vermutlich eingedeutscht vom "blocking".
Hummelbrummel
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Hummelbrummel »

Beim Spannen kommen auf jeden Fall Loch- und Spitzenmuster besser raus.

Bei mir wird das Maschenbild beim Waschen gleichmäßiger, aber auch hier hängt es sicher von verschiedenen Faktoren ab (Material, Stärke, ...)
Mallory
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Mallory »

In Anleitungen (jedenfalls in älteren) heißt es oft "Teile auf den Schnitt spannen".
Ich mache das sehr oft, weil ich finde, dass das Zusammennähen dann leichter fällt. Ein richtiges "Spannen" im Sinne von Strecken ist das aber nicht. Ich stecke die Teile auf eine Styroporplatte in den Maßen auf, die es die Schnittzeichnung vorgibt, feuchte das Gestrickte mit einer Sprühflasche an und lasse es trocknen.
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Hummelbrummel »

Mallory hat geschrieben: Do Okt 01, 2026 10:39 In Anleitungen (jedenfalls in älteren) heißt es oft "Teile auf den Schnitt spannen".
Ich mache das sehr oft, weil ich finde, dass das Zusammennähen dann leichter fällt. Ein richtiges "Spannen" im Sinne von Strecken ist das aber nicht. Ich stecke die Teile auf eine Styroporplatte in den Maßen auf, die es die Schnittzeichnung vorgibt, feuchte das Gestrickte mit einer Sprühflasche an und lasse es trocknen.
Ja, wenn man nach Schnitt strickt, ist das vor den Zusammennähen vielleicht auch nützlich.
Aber ich stricke nie nach Schnitt, einen Raglan am Stück schon gleich gar nicht 😀, den stricke ich nach Berechnung.
Dorrit
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Dorrit »

Ich lasse Pullover usw flach liegend trocken und zupfe sie nur leicht in Form.

Nur neulich habe ich mir einen Schal aus 50% Viskose, 25 % Baumwolle und 25% Schurwolle in einen Lochmuster mit Rechts- und Linksmaschen gestrickt. Der muss unbedingt gespannt werden. Das schiebe ich schon ein
Paar Wochen, aber bald ist er dran.
Viele Grüße
Dorrit

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Bergziege
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Bergziege »

Danke Euch für den Input. :-)

Meins ist 50% Wolle und 50% Alpaka. Ich werde den Pullover auch einfach nur kurz einweichen und dann auf einer Unterlage trocknen lassen denke ich.

Aber das dauert noch ein wenig. :mrgreen:
Mallory
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von Mallory »

Hummelbrummel hat geschrieben: Do Okt 01, 2026 14:16

Ja, wenn man nach Schnitt strickt, ist das vor den Zusammennähen vielleicht auch nützlich.
Aber ich stricke nie nach Schnitt, einen Raglan am Stück schon gleich gar nicht 😀, den stricke ich nach Berechnung.
Öhm - ich stricke auch nach Berechnung. Aber wenn ich nach Anleitung stricke, lege ich Wert darauf, dass eine Schnittzeichnung dabei ist.
Die schneide ich dann auch nicht aus, sondern stecke das Strickstück nach den dort angegebenen Maßen auf.
Anleitungen ohne Schnittzeichnung sind mit ein Ärgernis. Ich stricke manchmal einen Raglano (von Nicolor), der bekanntlich mit einem einzigen Maß auskommt. Aber da weiß ich, was mich erwartet, da ich ihn schon mehrmals gestrickt habe.
hht
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Re: Nadelwechsel Holz/Metall

Beitrag von hht »

Ich habe schon einmal einen Pullover ohne Schnittzeichnung gestrickt. Nie mehr, ich will ausrechnen, wieviele Maschen ich brauche, dann stimmt die Passform auch.
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