Liebe Häkelfreund:innen,
ich brauche eure Hilfe. Ich möchte einen Männerpullover nach der RVO-Methode häkeln. Ich bin Anfängerin, es ist mein erster Pullover und es soll ein Geburtstagsgeschenk werden.
Ich halte mich an dieses YouTube-Video: https://youtu.be/PdZ58lliAEE?si=hw8JVAJppcg4cytZ
Ich bin gerade noch bei den Zunahmen und habe nun die richtige Schulterbreite erreicht, man sieht das gut auf dem Foto. Ich habe hier den "Vorlagen"-Pulli daruntergelegt.
Mein Problem: Die Körperbreite ist noch zu eng. Wenn ich aber weitere Zunahmen mache, werden die Ärmel wiederum breiter und breiter und breiter.
Kann mir jemand weiterhelfen?
Ich habe Angst, dass ich von vorne beginnen muss. Es war schon so viel Arbeit.
Vielen herzlichen Dank!
RVO-Pullover - Ich stecke fest
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Zwerghummel
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Mallory
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Re: RVO-Pullover - Ich stecke fest
Hallo Zwerghummel,
zunächst mal, ich habe noch nie einen RVO gehäkelt, aber mehrere gestrickt.
Zu dem Foto: Bei dem gehäkelten (hellblauen) Teil erscheinen die Raglanschrägen unterschiedlich steil. Auf der (im Bild) rechten Seite würdest du, soweit ich erkennen kann, den Schnitt des darunterliegenden dunkelblauen Pullovers ziemlich exakt treffen, wenn du einfach so weiterhäkelst. Auf der linken Seite dagegen nicht, da käme erheblich mehr Ärmelweite dazu.
Daher meine Frage: hast du das gehäkelte Teil exakt aufgelegt, d.h. korrekt zur Hälfte gefaltet?
Wenn ja, müsste da tatsächlich irgendwo ein Fehler stecken.
Wenn nein, falte nochmal exakt und lege neu auf, streiche richtig aus, dann kannst du besser sehen, worauf du hinarbeitest.
Generell gilt aber: der Pullover, der unten drunter liegt, ist kein Raglan, sondern hat angesetzte Ärmel. Das fällt anders aus als ein Raglan. RVO-Pullover haben immer bequeme Weite unter der Achsel (jedenfalls alle, die ich bisher gesehen habe). Man kann auch einen RVO einigermaßen figurnah stricken, bzw. mit schmäleren Ärmeln im Verhältnis zur Rumpfweite, aber dazu muss man schon oben am Hals die Maschen anders aufteilen.
lG Anna
zunächst mal, ich habe noch nie einen RVO gehäkelt, aber mehrere gestrickt.
Zu dem Foto: Bei dem gehäkelten (hellblauen) Teil erscheinen die Raglanschrägen unterschiedlich steil. Auf der (im Bild) rechten Seite würdest du, soweit ich erkennen kann, den Schnitt des darunterliegenden dunkelblauen Pullovers ziemlich exakt treffen, wenn du einfach so weiterhäkelst. Auf der linken Seite dagegen nicht, da käme erheblich mehr Ärmelweite dazu.
Daher meine Frage: hast du das gehäkelte Teil exakt aufgelegt, d.h. korrekt zur Hälfte gefaltet?
Wenn ja, müsste da tatsächlich irgendwo ein Fehler stecken.
Wenn nein, falte nochmal exakt und lege neu auf, streiche richtig aus, dann kannst du besser sehen, worauf du hinarbeitest.
Generell gilt aber: der Pullover, der unten drunter liegt, ist kein Raglan, sondern hat angesetzte Ärmel. Das fällt anders aus als ein Raglan. RVO-Pullover haben immer bequeme Weite unter der Achsel (jedenfalls alle, die ich bisher gesehen habe). Man kann auch einen RVO einigermaßen figurnah stricken, bzw. mit schmäleren Ärmeln im Verhältnis zur Rumpfweite, aber dazu muss man schon oben am Hals die Maschen anders aufteilen.
lG Anna
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Hummelbrummel
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Re: RVO-Pullover - Ich stecke fest
Hallo Zwerghummel,
ich habe mich jetzt mit der verlinken Anleitung nicht beschäftigt aber ich habe den Verdacht, dass die Mascheneinteilung am Anfang schon nicht gestimmt hat.
Könnte es sein, dass die vier Abschnitte am Anfang jeweils die (nahezu) gleiche Maschenanzahl hatten?
In diesem Fall wird die Ärmelweite am Oberarm genauso weit, wie die Breite von Vorderteil oder Rückenteil.
Also, wenn du den dunkelblauen Pullover als Vorlage hast, wird in diesem Fall der Arm (oben am Ansatz) so weit, wie der Bauch, wenn du den Pullover einmal zur Hälfte zusammen faltest. (Ich hoffe, das ist verständlich.)
Um einen Pullover in der gewünschten Größe zu erhalten, müsstest du so vorgehen:
1. Du misst die gewünschte Breite unterhalb des Armansatzes
2. Du misst die gewünschte Armweite am Armansatz
3. Du misst die Höhe, auf der die Raglanabnahmen unterzubringen sind, also von Armansatz bis Halsbündchen.
Jetzt Maschenprobe anwenden:
Messe in deinem angefangenen Häkelstück aus, wie viele Reihen du gehäkelt hast, um 10 cm Höhe zu erreichen, und wie viele Maschen du gehäkelt hast, um 10 cm in die Breite zu erreichen. Dann rechnest du aus, wie viele Maschen/Reihen du auf 1 cm in beide Richtungen brauchst.
4. Berechne, wie viele Maschen du für die Vorderbreite (am Bauch) brauchst.
5. Berechne, wie viele Maschen du für die Armweite am Armansatz brauchst.
6. Lege fest, wie weit dein Halsausschnitt sein soll, und berechne, wie viele Maschen du dafür insgesamt brauchst.
7. Die Aufteilung der Maschen am Halsausschnitt muss so sein, dass Du am Ende der Raglanschräge bei den berechneten Werten ankommst.
Also wenn du beispielsweise für die Körperbreite 80 Maschen brauchst und für die Ärmelweite 70 Maschen, (Zahlen aus der Luft gegriffen), dann müssen auch am Halsausschnitt für die Ärmelabschnitte jeweils 10 Maschen weniger sein als für die Brust- und Rückenabschnitte.
Je nach gewünschten Endergebnis (recht schmale Ärmel, großer Bauchumfang) kann es auch sein, dass für die Ärmel am Anfang kaum oder keine Maschen benötigt werden. (also im Beispiel mit den 10 M Unterschied vielleicht 20 - 10 - 20 - 10, oder 23 - 13 - 23 - 13)
In dieser Weise legst du die Aufteilung für die vier Abschnitte am Halsausschnitt fest.
8. Nun ziehst du die Anzahl der Maschen für den Halsausschnitt von der gesamten benötigten Maschenanzahl am Ende der Raglanschräge (zweimal Oberarmweite plus zweimal Brustweite) ab.
Jetzt weißt du, wie viele Maschen du insgesamt zunehmen musst, um an der richtigen Stelle anzukommen. Diese Zahl teilst du durch 8 (vier Zunahmestellen mit je 2 Maschen Zunahme). Mit dem ermittelten Wert aus 6. Berechnest du, in jeder wievielten Reihe du zunehmen musst.
---------
Der asymmetrische Verlauf der Raglanschrägen in deinem Foto, den Anna auch schon angemerkt hat, scheint mir eher an der Häkelweise in Runden zu liegen. Dabei entsteht so etwas wie Schrägeln, oder ein leichter Verzug. Beim Arbeiten in Reihen wäre das wahrscheinlich ausgeglichener.
(Man könnte unauffällig in einer Raglanschräge und später in einer Seitenlinie wechseln.)
Ich selbst habe auch noch keinen Raglanpulli gehäkelt, aber schon viele gestrickt. (Ich bevorzuge da auch eher den lockeren Sitz, aber ich habe im Internet schon viele "ärmelenge" Raglanpullis gesehen. Das kann man schon machen, wenn man es entsprechend berechnet.)
Allerdings würde ich dir sehr dazu raten, den Halsausschnitt mit verkürzten Reihen zu gestalten. Also nicht einfach im Kreis anfangen und immer im Kreis arbeiten, sondern am Anfang Reihen, und dann auf der Vorderseite so lange zunehmen, bis alle Maschen erreicht sind. Das führt dazu, dass der Pullover vorne etwas tiefer sitzt, und nicht oben am Hals anstößt, kratzt und einengt. (Das ist jetzt nur ganz kurz beschrieben, dafür gibt's im Netz auch Tutorials.)
Grundsätzlich rate ich dir, deinen angefangenen Pullover mal über den Kopf zu ziehen und auszuprobieren, wie sich das anfühlt.
(Wenn die Ärmel zu sind, kann man ihn übrigens vorne nicht mehr nach Belieben nach unten ziehen.)
Beim Häkeln entsteht natürlich der Effekt, dass das Maschenbild anders aussieht, wenn man in Runden oder in Reihen arbeitet.
Viel Erfolg!
ich habe mich jetzt mit der verlinken Anleitung nicht beschäftigt aber ich habe den Verdacht, dass die Mascheneinteilung am Anfang schon nicht gestimmt hat.
Könnte es sein, dass die vier Abschnitte am Anfang jeweils die (nahezu) gleiche Maschenanzahl hatten?
In diesem Fall wird die Ärmelweite am Oberarm genauso weit, wie die Breite von Vorderteil oder Rückenteil.
Also, wenn du den dunkelblauen Pullover als Vorlage hast, wird in diesem Fall der Arm (oben am Ansatz) so weit, wie der Bauch, wenn du den Pullover einmal zur Hälfte zusammen faltest. (Ich hoffe, das ist verständlich.)
Um einen Pullover in der gewünschten Größe zu erhalten, müsstest du so vorgehen:
1. Du misst die gewünschte Breite unterhalb des Armansatzes
2. Du misst die gewünschte Armweite am Armansatz
3. Du misst die Höhe, auf der die Raglanabnahmen unterzubringen sind, also von Armansatz bis Halsbündchen.
Jetzt Maschenprobe anwenden:
Messe in deinem angefangenen Häkelstück aus, wie viele Reihen du gehäkelt hast, um 10 cm Höhe zu erreichen, und wie viele Maschen du gehäkelt hast, um 10 cm in die Breite zu erreichen. Dann rechnest du aus, wie viele Maschen/Reihen du auf 1 cm in beide Richtungen brauchst.
4. Berechne, wie viele Maschen du für die Vorderbreite (am Bauch) brauchst.
5. Berechne, wie viele Maschen du für die Armweite am Armansatz brauchst.
6. Lege fest, wie weit dein Halsausschnitt sein soll, und berechne, wie viele Maschen du dafür insgesamt brauchst.
7. Die Aufteilung der Maschen am Halsausschnitt muss so sein, dass Du am Ende der Raglanschräge bei den berechneten Werten ankommst.
Also wenn du beispielsweise für die Körperbreite 80 Maschen brauchst und für die Ärmelweite 70 Maschen, (Zahlen aus der Luft gegriffen), dann müssen auch am Halsausschnitt für die Ärmelabschnitte jeweils 10 Maschen weniger sein als für die Brust- und Rückenabschnitte.
Je nach gewünschten Endergebnis (recht schmale Ärmel, großer Bauchumfang) kann es auch sein, dass für die Ärmel am Anfang kaum oder keine Maschen benötigt werden. (also im Beispiel mit den 10 M Unterschied vielleicht 20 - 10 - 20 - 10, oder 23 - 13 - 23 - 13)
In dieser Weise legst du die Aufteilung für die vier Abschnitte am Halsausschnitt fest.
8. Nun ziehst du die Anzahl der Maschen für den Halsausschnitt von der gesamten benötigten Maschenanzahl am Ende der Raglanschräge (zweimal Oberarmweite plus zweimal Brustweite) ab.
Jetzt weißt du, wie viele Maschen du insgesamt zunehmen musst, um an der richtigen Stelle anzukommen. Diese Zahl teilst du durch 8 (vier Zunahmestellen mit je 2 Maschen Zunahme). Mit dem ermittelten Wert aus 6. Berechnest du, in jeder wievielten Reihe du zunehmen musst.
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Der asymmetrische Verlauf der Raglanschrägen in deinem Foto, den Anna auch schon angemerkt hat, scheint mir eher an der Häkelweise in Runden zu liegen. Dabei entsteht so etwas wie Schrägeln, oder ein leichter Verzug. Beim Arbeiten in Reihen wäre das wahrscheinlich ausgeglichener.
(Man könnte unauffällig in einer Raglanschräge und später in einer Seitenlinie wechseln.)
Ich selbst habe auch noch keinen Raglanpulli gehäkelt, aber schon viele gestrickt. (Ich bevorzuge da auch eher den lockeren Sitz, aber ich habe im Internet schon viele "ärmelenge" Raglanpullis gesehen. Das kann man schon machen, wenn man es entsprechend berechnet.)
Allerdings würde ich dir sehr dazu raten, den Halsausschnitt mit verkürzten Reihen zu gestalten. Also nicht einfach im Kreis anfangen und immer im Kreis arbeiten, sondern am Anfang Reihen, und dann auf der Vorderseite so lange zunehmen, bis alle Maschen erreicht sind. Das führt dazu, dass der Pullover vorne etwas tiefer sitzt, und nicht oben am Hals anstößt, kratzt und einengt. (Das ist jetzt nur ganz kurz beschrieben, dafür gibt's im Netz auch Tutorials.)
Grundsätzlich rate ich dir, deinen angefangenen Pullover mal über den Kopf zu ziehen und auszuprobieren, wie sich das anfühlt.
(Wenn die Ärmel zu sind, kann man ihn übrigens vorne nicht mehr nach Belieben nach unten ziehen.)
Beim Häkeln entsteht natürlich der Effekt, dass das Maschenbild anders aussieht, wenn man in Runden oder in Reihen arbeitet.
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Zwerghummel
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Re: RVO-Pullover - Ich stecke fest
Wow! Ich danke euch beiden für die vielen Tipps, mit denen ich mich in Ruhe auseinandersetzen werde. Mir war nicht klar, dass das so eine Wissenschaft ist! 
Mein Ziel war ohnehin ein oversized Pulli, vielleicht lässt er sich also noch retten. Ich hatte mir ihn letztens mit geschlossenen Ärmeln übergezogen und er war überraschenderweise an der Ärmeln doch immer noch enger als befürchtet. D.h. ich kann noch ein paar Runden weiterhäkeln.
Das Schrägeln ergibt auch total Sinn. Ich denke nicht, dass ich Maschen ausgelassen habe, sondern eher unregelmäßig mal lockere, mal engere Maschen gemacht habe. Bin ja blutige Anfängerin. Heißt also nicht, dass nicht doch irgendwo ein Fehler drinnen ist.
Vielen herzlichen Dank euch beiden! <3
Mein Ziel war ohnehin ein oversized Pulli, vielleicht lässt er sich also noch retten. Ich hatte mir ihn letztens mit geschlossenen Ärmeln übergezogen und er war überraschenderweise an der Ärmeln doch immer noch enger als befürchtet. D.h. ich kann noch ein paar Runden weiterhäkeln.
Das Schrägeln ergibt auch total Sinn. Ich denke nicht, dass ich Maschen ausgelassen habe, sondern eher unregelmäßig mal lockere, mal engere Maschen gemacht habe. Bin ja blutige Anfängerin. Heißt also nicht, dass nicht doch irgendwo ein Fehler drinnen ist.
Vielen herzlichen Dank euch beiden! <3
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Mallory
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Re: RVO-Pullover - Ich stecke fest
Noch eine Anmerkung dazu: je nachdem, mit welchem Material du häkelst, kann sich die Arbeit nochmal anders darstellen, wenn sie mal nass gemacht und platt liegend getrocknet wurde. Ich weiß nicht, ob du eine Maschenprobe gemacht hast - die sollte jedenfalls, ehe man Maschen- und Reihenanzahl berechnet, auch erstmal gewaschen bzw. gründlich angefeuchtet und liegend ohne Spannung getrocknet werden.
Vielleicht gibt sich das "Schrägeln" dann.
Gutes Gelingen!
lG Anna
Vielleicht gibt sich das "Schrägeln" dann.
Gutes Gelingen!
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PippiLangstrumpf
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auf dem Wunschzettel:
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Re: RVO-Pullover - Ich stecke fest
…ich werfe noch ein, dass mein (!) gehäkeltes immer viel weniger dehnbar ist als gestricktes. Da würde ich deshalb deutlich mehr Platz für die Arme lassen 
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Zwerghummel
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