Hallo zusammen,
ich verknote mir hier ein bissl das Hirn über dem Thema Maschenprobe.
Ich strick recht fest und hab daher bisher meist einfach auf die nächst größere Nadelstärke gewechselt. Bin damit auch im großen und ganzen für meine nicht am Perfektionismus ausgerichteten Ansprüche gut klargekommen.
Jetzt hab ich letztes Jahr einen Pullover für meinen Vater gestrickt, der mit der größeren Nadel dann aber so locker würde, dass er seine Form verlor und mir deutlich zu locker war. Im Zuge meiner Recherchen zur Problemlösung hab ich das erste Mal entdeckt, dass man ja anhand der Maschenprobe Strickstücke umrechnen kann. Coole Sache! Hab lisbeths Maschenprobe-Kurs entdeckt und war begeistert.
ABER:
Zum einen hab ich ne Grundsatzfrage: Wir messen die Maschenprobe ja nach Waschen und Trocknen. Die Angaben, die in der Anleitung zu Längen oder Breiten gemacht werden, betreffen ja aber das ungewaschene Garn. Also Beispiel mein aktueller Pullover. In den Angaben zum fertigen Strickstück steht eine Ärmellange von 51cm. Und in der Anleitung heißt es dann, dass man bis zu einer Länge von 51cm stricken soll. Wenn ich das ungewaschene Garn auf 51cm stricke, hat der Ärmel ja aber am Ende, wenn der Pulli fertig gewaschen und getrocknet ist, aber sehr wahrscheinlich nicht mehr diese Länge! Wie gehe ich damit um?
Zweite Frage betrifft jetzt speziell meinen Fall, dass ich den Pullover ja schon fertig gestrickt, gewaschen, gespannt und getrocknet hatte. Nun hab ich ihn wieder aufgeribbelt und meine Maschenprobe jetzt mit dem bereits gewaschenen Garn gestrickt. Da kam jetzt eine sehr komische Maschenprobe raus. Angegeben in der Anleitung waren 17M, 22 R. Gestrickt habe ich mit der angegebenen 5er Nadel 15M, 26R. Was fange ich denn damit an??
Ich hoffe sehr, dass sich ein paar MitleserInnen hier finden, die mir ein bisschen auf die Sprünge helfen können.
Vielen Dank bereits im Voraus!
Rabea
Fragen rund um Maschenprobe
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Hummelbrummel
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Re: Fragen rund um Maschenprobe
Hallo Rabea,
zunächst eine Antwort zu Deiner zweiten Frage:
Du solltest diese Maschenprobe auf jeden Fall auch waschen, denn durch das gespannte Trocknen ist das Garn wahrscheinlich nicht in seiner "entspannten Urform", in die es zurückfinden wird, wenn es nass wird.
(Jedenfalls dann, wenn es Schafwolle ist oder einen hohen Schafwollanteil hat – wobei es auch hier große Unterschiede gibt. Merino neigt zum Beispiel eher zum Ausleiern, andere Wollarten können beim Waschen "kürzer" und fluffiger werden, wobei nicht die Fasern selbst kürzer werden, sondern das Garn, das beim Spinnen und Zwirnen langgezogen wird durch die Feuchtigkeit wieder "zusammenrutscht", ganz kurz zusammengefasst.)
Und zu einer ersten Frage: Hier solltest du dann anders vorgehen: du müsstest an dir selbst oder einem passenden Vorlagenpullover ausmessen, wie lang der Ärmel werden soll, und anhand dieses Maßes und der Maschenprobe dann berechnen, wie viele Reihen Du stricken musst.
Ggf. die Länge für das gewünschte Bündchen mit berücksichtigen.
LG Hummelbrummel
zunächst eine Antwort zu Deiner zweiten Frage:
Du solltest diese Maschenprobe auf jeden Fall auch waschen, denn durch das gespannte Trocknen ist das Garn wahrscheinlich nicht in seiner "entspannten Urform", in die es zurückfinden wird, wenn es nass wird.
(Jedenfalls dann, wenn es Schafwolle ist oder einen hohen Schafwollanteil hat – wobei es auch hier große Unterschiede gibt. Merino neigt zum Beispiel eher zum Ausleiern, andere Wollarten können beim Waschen "kürzer" und fluffiger werden, wobei nicht die Fasern selbst kürzer werden, sondern das Garn, das beim Spinnen und Zwirnen langgezogen wird durch die Feuchtigkeit wieder "zusammenrutscht", ganz kurz zusammengefasst.)
Und zu einer ersten Frage: Hier solltest du dann anders vorgehen: du müsstest an dir selbst oder einem passenden Vorlagenpullover ausmessen, wie lang der Ärmel werden soll, und anhand dieses Maßes und der Maschenprobe dann berechnen, wie viele Reihen Du stricken musst.
Ggf. die Länge für das gewünschte Bündchen mit berücksichtigen.
LG Hummelbrummel
Mein Kreativblog: https://hummelbrummel.blogspot.com
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Dorrit
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Re: Fragen rund um Maschenprobe
Hallo,
Ich nehme die Daten der gewaschenen Maschenprobe und rechne die mit den Maßen, die es fertig haben soll.
Ich stricke derzeit eine Merinostrickjacke, da ist die Maschenprobe bei den Reihen um 10 % eingelaufen, von 18 auf 20 Reihen pro Dezimeter. Da stricke ich gerade entsprechend länger, und hoffe, dass die Jacke dann auch so einläuft.
Ich nehme die Daten der gewaschenen Maschenprobe und rechne die mit den Maßen, die es fertig haben soll.
Ich stricke derzeit eine Merinostrickjacke, da ist die Maschenprobe bei den Reihen um 10 % eingelaufen, von 18 auf 20 Reihen pro Dezimeter. Da stricke ich gerade entsprechend länger, und hoffe, dass die Jacke dann auch so einläuft.
Viele Grüße
Dorrit
Wer stricken kann, ist klar im Vorteil
Dorrit
Wer stricken kann, ist klar im Vorteil
Re: Fragen rund um Maschenprobe
Hallo Rabea,
ja, das Zauberwort heißt tatsächlich "Maschenprobe". Mit dem Zusatz "sorgfältig"...
Ich habe schon Maschenproben hergestellt, dreimal gemessen - dreimal unterschiedliche Maße. Weggelegt, nach einigen Tagen nochmal gemessen - wieder andere Maße.
Danach ist das Garn wieder völlig anders.
Jetzt kommt ein Tipp, der dir nicht gefallen wird, weil er zeitfressend ist:
Je nach dem Rohstoff dieses Garns empfiehlt es sich, das aufgeribbelte Garn auf einen Strang zu wickeln (über eine Stuhllehne, falls niemand Nettes in der Nähe ist, der/die/das diesen Strang zwischen den Händen stramm hält...). Diesen Strang dann an drei Stellen abbinden, vorsichtig waschen, vielleicht auch zweimal, und danach wieder zum Knäuel wickeln.
Im besten Fall ist das Garn wie neu, vielleicht sogar flauschiger als vorher - und auf jeden Fall mit einem anderen Maschenprobenergebnis.
Und dann kannst du die Angaben in der Anleitung mit den Angaben deiner eigenen Maschenprobe mit simplem Dreisatz umrechnen.
Im besten Falle bist auch nicht mehr auf die Maschen- und Reihen-Angaben der Anleitung angewiesen, sondern kannst die Zentimeterangaben auf Maschen und Reihen umrechnen.
Probier es einfach, ist keine Raketenwissenschaft! Liebe Grüße Lisbeth
P.S.: Ich mache das mit Tabellenkalkulation (Excel oder besser Calc o.ä.) P.P.S.: ich habe gerade entdeckt, dass ich bei meiner Calc-Tabelle eine Nadelgrößenangabe vergessen hatte... hier heute unwichtig...
ja, das Zauberwort heißt tatsächlich "Maschenprobe". Mit dem Zusatz "sorgfältig"...
Ich habe schon Maschenproben hergestellt, dreimal gemessen - dreimal unterschiedliche Maße. Weggelegt, nach einigen Tagen nochmal gemessen - wieder andere Maße.
- Groß genug muss die Maschenprobe sein - wenn auf dem Etikett steht "17 Maschen in der Breite" heißt das auf keinen Fall "Mach eine Maschenprobe über 17 Maschen."
- Sinnvoll ist eine große Maschenprobe, sagen wir mal als ungefähre Angabe "doppelt so viele Maschen und Reihen wie auf dem Etikett angegeben". Klar ärgert das, weil Garn verschwendet wird (nicht unbedingt, kann man hinterher irgendwo im Strickstück unterbringen).
- Waschen (auch mehrfach!!) ist absolut wichtig - und zwar genau so, wie hinterher das fertige Strickstück auch behandelt werden soll.
- Messen: auch so, wie hinterher das Strickstück aussieht - also vielleicht leicht gedehnt messen, vielleicht aber auch "gestaucht". Gibt immer wieder einige Millimeter Unterschied.
Danach ist das Garn wieder völlig anders.
Jetzt kommt ein Tipp, der dir nicht gefallen wird, weil er zeitfressend ist:
Je nach dem Rohstoff dieses Garns empfiehlt es sich, das aufgeribbelte Garn auf einen Strang zu wickeln (über eine Stuhllehne, falls niemand Nettes in der Nähe ist, der/die/das diesen Strang zwischen den Händen stramm hält...). Diesen Strang dann an drei Stellen abbinden, vorsichtig waschen, vielleicht auch zweimal, und danach wieder zum Knäuel wickeln.
Im besten Fall ist das Garn wie neu, vielleicht sogar flauschiger als vorher - und auf jeden Fall mit einem anderen Maschenprobenergebnis.
Und dann kannst du die Angaben in der Anleitung mit den Angaben deiner eigenen Maschenprobe mit simplem Dreisatz umrechnen.
Im besten Falle bist auch nicht mehr auf die Maschen- und Reihen-Angaben der Anleitung angewiesen, sondern kannst die Zentimeterangaben auf Maschen und Reihen umrechnen.
Probier es einfach, ist keine Raketenwissenschaft! Liebe Grüße Lisbeth
P.S.: Ich mache das mit Tabellenkalkulation (Excel oder besser Calc o.ä.) P.P.S.: ich habe gerade entdeckt, dass ich bei meiner Calc-Tabelle eine Nadelgrößenangabe vergessen hatte... hier heute unwichtig...
"Auch durch Fehler können - wenn sie regelmäßig gemacht werden - schöne neue Muster entstehen!"