Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

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Ines2
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Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Ines2 »

Hallo,
bisher, also vor der langen Strickpause, bin ich so vorgegangen, dass ich nach der MaPro die Reihen und Maschen in die Anleitung des Strickheftes geschrieben habe, ggf. auf "Schmierblatt" Notizen wie: 56 Reihen, jede 4./5. eine Ma zunehmen, Dreierdecker. Nun, mit mehr Zeit und nicht mehr in einem Ruck zwei gleiche Teile strickend und Vergesslichkeit ;-) möchte ich meine Notizen auf ein höheres Level stellen. Habe mich z.B fürs Enkelsöhnchen auf eine Wollsorte festgelegt, erspart mir die Maschenprobe.
Habe gegoogelt, finde keine "Schablone" für Strickteile, wo ich dann Abnahmen usw eintragen könnte. Meine Freihandskizzen sehen unterirdisch aus.
Wie macht Ihr das? Bin für jeden Tipp, gern mit Bild, sehr dankbar.
Freundliche Grüße
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Dorrit
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Re: Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Dorrit »

Hallo,
Meine Freihandskizzen sehen unterirdisch aus
Das ist Übungssache. Versuch es einfach öfters.

Ich habe Erfahrung im Nähen. Für Strickjacken ghe ich so vor: Ich habe meine Maße genommen, dazu etwas Bewegungszugabe.

Danach habe ich die Maschen nach der gewaschenen Maschenprobe ausgerechnet. Solche Sachen wie "Jede 6. R eine Masche zunehmen" sind unübersichtlich. Ich habe mir dann Listen geschrieben:
Zunahmen Ärmel:
R 7
13
19
usw

Zuerst mit der Hand, dann bin ich zu Excel-Tabellen übergangen.

Ich gehe nicht von Zeitschriftenmodellen aus, sondern komplett von eigenen Ideen.

Auch sonstige wichtige Sachen notiere ich. Was ich erst mit der Zeit eingeführt habe, aber wichtig finde ab Projektbeginn: Ein Übersichtsblatt mit Angaben zum Garn, Zusammensetzung, Lauflänge, Maschenprobe gewaschen und ungewaschen, Nadelstärken sowie die gebrauchte Garnmenge.

Die Blätter sammele ich in einem Klemmhefter, Typ "Bewerbungsmappe" und habe sie beim Strickzeug. Bin ich fertig, hebe ich sie in einem Aktenordner auf, in dem ich auch andere Notizen zum Stricken, Ideen, Garnvorrat, Stricktechniken usw. habe. Der Ordner ist mit Trennblättern nach Themen unterteilt.
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Viele Grüße
Dorrit

Wer stricken kann, ist klar im Vorteil :-)
Kerstin
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Re: Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Kerstin »

Hallo Ines,
Ines2 hat geschrieben: Do Mär 19, 2026 18:01 Habe mich z.B fürs Enkelsöhnchen auf eine Wollsorte festgelegt, erspart mir die Maschenprobe.
Darauf würde ich mich nur verlassen, wenn es sich immer um dieselbe Farbe und dieselbe Stricktechnik handelt. Verschiedene Farben der selben Qualität können durchaus unterschiedliche glatt-rechts-Maschenproben ergeben, das habe ich selbst schon erlebt. Und dass man für glatt rechts, Patent und z.B. Zopfmuster nicht die selben Maschen- und Reihenzahlen benötigt, weißt du ja.
Habe gegoogelt, finde keine "Schablone" für Strickteile, wo ich dann Abnahmen usw eintragen könnte. Meine Freihandskizzen sehen unterirdisch aus.
Selbermachen. Du kannst möglichst generische Schnitt-Diagramme in einer ruhigen Stunde zeichnen oder z.B. aus Zeitschriften nehmen, scannen und speichern. Mit einer Tabellenkalkulation (es muss nicht Excel sein, eine kostenlose Variante tut's genauso gut) erstellst du dir eine Vorlage, in der Platz und Beschriftung für Angaben zu Garn, MaPro, Stricktechnik, Größe etc. eingerichtet wird. Wenn's dann ans Entwerfen geht, ziehst du das gesondert gespeicherte Schnitt-Diagramm in die Vorlage und vergrößerst oder verkleinerst es nach Bedarf, um Zu- oder Abnahmen dazuzuschreiben, falls gewünscht. Dann neuen Namen vergeben, ausdrucken und die fehlenden Angaben von Hand eintragen.

Ich habe immer nur mit schlampigen Mini-Diagrammen gearbeitet und die Maße dazugeschrieben, weil die für mich wichtiger sind als die Daten zur Formgebung. Der Rest kam in kleinen handgeschriebenen Absätzen darunter. Es sah kein bisschen professionell aus, aber wenn man hauptsächlich Unikate strickt, ist das egal:
beispiel-angaben.png
beispiel-angaben.png (592.23 KiB) 107 mal betrachtet
Wahrscheinlich versteht niemand, wie ich da gestrickt habe. Ich habe auch keine Ahnung, was für ein Muster es war (längst gelöscht) oder für wen der Pullover war. So sahen jedenfalls meine "Anleitungen" aus. :-)

Mittlerweile verwende ich fast ausschließlich DesignaKnit und mache praktisch keine Notizen mehr. Aber das ist natürlich nicht für jeden eine Option.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Ines2
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Re: Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Ines2 »

Kerstin hat geschrieben: Fr Mär 20, 2026 15:18 Hallo Ines,
Ines2 hat geschrieben: Do Mär 19, 2026 18:01 Habe mich z.B fürs Enkelsöhnchen auf eine Wollsorte festgelegt, erspart mir die Maschenprobe.
Darauf würde ich mich nur verlassen, wenn es sich immer um dieselbe Farbe und dieselbe Stricktechnik handelt. Verschiedene Farben der selben Qualität können durchaus unterschiedliche glatt-rechts-Maschenproben ergeben, das habe ich selbst schon erlebt. Und dass man für glatt rechts, Patent und z.B. Zopfmuster nicht die selben Maschen- und Reihenzahlen benötigt, weißt du ja.

Ja, klar, bin erstmal bei glatt rechts mit selbstmusternder und einfarbiger Wolle ;-)
Habe gegoogelt, finde keine "Schablone" für Strickteile, wo ich dann Abnahmen usw eintragen könnte. Meine Freihandskizzen sehen unterirdisch aus.
Selbermachen. Du kannst möglichst generische Schnitt-Diagramme in einer ruhigen Stunde zeichnen oder z.B. aus Zeitschriften nehmen, scannen und speichern. Mit einer Tabellenkalkulation (es muss nicht Excel sein, eine kostenlose Variante tut's genauso gut) erstellst du dir eine Vorlage, in der Platz und Beschriftung für Angaben zu Garn, MaPro, Stricktechnik, Größe etc. eingerichtet wird. Wenn's dann ans Entwerfen geht, ziehst du das gesondert gespeicherte Schnitt-Diagramm in die Vorlage und vergrößerst oder verkleinerst es nach Bedarf, um Zu- oder Abnahmen dazuzuschreiben, falls gewünscht. Dann neuen Namen vergeben, ausdrucken und die fehlenden Angaben von Hand eintragen.

Ich habe immer nur mit schlampigen Mini-Diagrammen gearbeitet und die Maße dazugeschrieben, weil die für mich wichtiger sind als die Daten zur Formgebung. Der Rest kam in kleinen handgeschriebenen Absätzen darunter. Es sah kein bisschen professionell aus, aber wenn man hauptsächlich Unikate strickt, ist das egal:

beispiel-angaben.png

Das wäre optisch schon eine starke Verbesserung. Wenn du mir noch verrätst, was am Halsausschnitt 28-1, usw bedeutet?!

Wahrscheinlich versteht niemand, wie ich da gestrickt habe. Ich habe auch keine Ahnung, was für ein Muster es war (längst gelöscht) oder für wen der Pullover war. So sahen jedenfalls meine "Anleitungen" aus. :-)

Mittlerweile verwende ich fast ausschließlich DesignaKnit und mache praktisch keine Notizen mehr. Aber das ist natürlich nicht für jeden eine Option.

Zahlreiche Grüße
Kerstin
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Re: Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Michaela »

Da bin ich echt faul.
Ich gehe zu DROPS, suche mir ein Kleidungsstück mit dem von mir gewünschten Stück, nehme das Diagramm und kopiere es in eine Word-Datei.
Es hat Hunderte von Diagrammen, insofern findet sich immer was. https://www.garnstudio.com

Das kann dann so aussehen Schema der og. Website entnommen)
Schema.jpg
Schema.jpg (22.28 KiB) 58 mal betrachtet
Ich kann das Schema beliebig vergrößern und habe nun weitere Möglichkeiten
  • Ich drucke das Schema aus und arbeite mit Tippex weiter, indem ich die vorgegebenen Zahlen lösche und meine eigenen Werte eintrage
  • Ich lösche alle Maße in Word und trage dann ein
Ich kann die Zahlen händisch mit Stift oder "ordentlich" mit Word-Text eintragen.
So kann ich auch eine Liste mit verwendetem Garn, Maschenprobe, etc. eintragen

Oft verwende ich alle beiden Schemata und versehe das eine mit den cm-Angaben, das andere mit den Maschen und Reihen.
Dateianhänge
Schema2.jpg
Schema2.jpg (10.35 KiB) 58 mal betrachtet
Viele Grüße - Michaela
Mein Blog https://www.lanarta.de
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Die Reife eines Menschen zeigt sich am deutlichsten an dem Dienst, den er in der Gemeinschaft leistet (Pedro Arrupe)
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Re: Notizen/Skizzen zur Umsetzung einer Anleitung

Beitrag von Kerstin »

Ines2 hat geschrieben: Fr Mär 20, 2026 19:31Das wäre optisch schon eine starke Verbesserung. Wenn du mir noch verrätst, was am Halsausschnitt 28-1, usw bedeutet?!
Das sind Angaben für den Halsausschnitt bzw. die Schulterbereiche. Ich stricke da praktisch immer mit verkürzten Reihen. In diesem Fall:
Die 14+14 (= 28) Nadeln beiderseits der Mitte in E-Position schieben sowie sämtliche Nadeln auf der Schlitten-Gegenseite.
Schlitten auf H stellen, zur Mitte stricken, 1 Nadel (in diesem Fall Nr. 15) in E schieben.
Schlitten nach außen schieben, neben den E-Nadeln weitere 5 Nadeln in E schieben.
Schlitten nach innen schieben, 1 Nadel in E schieben.
Und so weiter. Die erste Zahl nennt die Nadeln, die man in E bringt, wenn der Schlitten "außen" ist, die zweite Zahl ist immer 1, eine Nadel für die automatische Umwicklung, damit es später beim Aufnehmen der Maschen für die Halsblende kein Loch gibt.

Michaelas Variante ergibt deutlich schönere Diagramme als mein Gekritzel.

Zahlreiche Grüße
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