Rückblick

Dieses Jahr war wohl das schrecklichste, das ich je erlebt habe. Seit letzten Sommer ist nichts mehr, wie es war. Ich wünsche mir nur, dass das neue Jahr besser wird und wenigstens ein Teil von dem, was zerstört wurde, wieder heilt.
Dankbar bin ich allen Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachbarn, die mir mit Taten und Worten und einem schier unerschöpflichen Vorrat an Trost und Verständnis zur Seite stehen und die mir helfen, weiterhin ein halbwegs normales Leben zu führen.

Allen Lesern dieses Weblogs wünsche ich für 2009 Gesundheit und Zufriedenheit.

Die verstrickte Dienstagsfrage – the Wool sheep’s question 1/2009

Das Wollschaf fragt:
mich würde mal interessieren was sich die Leute strick- und handarbeitstechnisch so vorgenommen haben für das Neue Jahr – und ob überhaupt!
Herzlichen Dank an Birgit für die heutige Frage!

Um Miss Sophie zu zitieren: Same procedure as every year, James: Ich möchte weiter von meinen angesammelten Pfunden herunterkommen. Im abgelaufenen Jahr habe ich 12 kg verstrickt; neukaufbereinigt ergab das eine Netto-Reduzierung von gut 5 kg. Außerdem möchte ich mich intensiver mit Maschinestricktechniken auseinandersetzen, über die ich kürzlich wieder in meinen vielen Strickbüchern gelesen, mit denen ich mich aber bisher viel zuwenig beschäftigt habe. Sicherlich kann man beide Vorsätze gut miteinander kombinieren.

The Wool Sheep asks:
I would like to know what New Year’s knitting resolution folks have made – and if any!
Thank you Birgit for today’s question!

To quote Miss Sophie: Same procedure as every year, James: I want to further get rid of my accumulated pounds. This year, I processed 12 kg; adjusted for new purchases this results in a net reduction of 5 kg. I also want to make better use of several machine knitting techniques that I read about in my many knitting books and which I have not explored so far. It should be well within the realms of possibility to combine both resolutions.

Badischer Speck-Gugelhupf

Wem nach Weihnachten die vielen süßen Sachen zum Hals heraushängen, der freut sich vielleicht über diesen pikanten Gugelhupf, der auch gut auf ein Silvesterbuffet passt.

Badischer Speck-Gugelhupf

Das Originalrezept ist aus dem Buch “Badisch backen” von Achim Käflein. Ich habe es geringfügig abgewandelt, meine Version geht folgendermaßen:
– 250 g Mehl (630er Dinkelmehl)
– 1 Tütchen Trockenhefe
– 1 Esslöffel Zucker
– Salz
– 1 Ei
– einen halben Becher saure Sahne
– zwei Esslöffel Öl
– etwas warmes Wasser
– 1 Zwiebel, fein gehackt
– 75 g Schinkenspeck, fein gehackt
– 1 kleines Bund Petersilie, gehackt
– 30 g Walnüsse, grob gehackt
– 15 Walnusshälften
– Butter und Mehl für die Form
Aus den Zutaten von Mehl bis Wasser einen Hefeteig herstellen, dabei nur soviel warmes Wasser verwenden, dass der Teig gut knetbar, aber nicht zu weich ist. Etwa eine halbe Stunde gehen lassen.
In der Zwischenzeit Speck und Zwiebel in sehr wenig Fett andünsten und abkühlen lassen. Die Gugelhupfform mit Butter ausstreichen, mit Mehl ausstreuen und die 15 Walnüsse ringsum auf den Grund legen.
Gehackte Walnüsse, Petersilie und die abgekühlte Speckmischung unter den Teig kneten. In die Form geben und nochmals mindestens eine halbe Stunde gehen lassen, bis die Form gefüllt ist. Im Backofen bei 175 Grad (Umluft) 35 Minuten backen.
Kann warm oder kalt gegessen werden, schmeckt am Backtag am besten.

Meine kleine Buchkritik – my little book review: Audrey Palmer, “Create with Knitweave”

Erschienen 1984 bei Palmer Publications, Durban, Südafrika, ISBN 0-620-07916-9, 190 Seiten, 40 Fotos, 150 Illustrationen.
Es ist keine Übertreibung, dieses Buch als die Bibel des Webstrickens zu bezeichnen. Audrey Palmer hat diese Stricktechnik detailliert erkundet und ihr Wissen in einer Art Lehrbuch zusammengefasst. Beginnend mit einfachen Übungen und geraden Teilen zeigt sie, wie man mit dünnen Garnen im Webmuster Röcke, Jacken und Kleider so strickt, dass sie elegant und fließend wirken und nicht aussehen wie Sofakissen. Dabei wird nicht geschnitten, und es gibt auch keine harten Ansätze. Palmer beschreibt stattdessen, wie man die einzelnen Teile so strickt und verbindet, als sei alles in einem Stück gefertigt.
Wer schon einmal Webstricken probiert hat, weiß, dass es relativ einfach ist. Knifflig wird es, wenn das fertige Teil nicht nur perfekt sitzen, sondern auch makellos aussehen soll, und nicht unbedingt wie ein klassisches Strickkleid. Damit das gelingt, gibt die Autorin viele hilfreiche Tipps, beginnend mit der Garnauswahl (das Webgarn sollte immer ein wenig heller sein als das Grundgarn) über das erste Webstrick-Top, Röcke und wie man sie mit dem Oberteil verbindet, verschiedene Arten von Ausschnitten für Kleider und Jacken bis hin zu akkurat gestrickten Kragen für dickere Jacken.
Es dürfte schwierig sein, dieses Buch heutzutage noch zu finden, aber wenn man sich intensiv mit dieser Stricktechnik beschäftigen möchte, lohnt es sich.

Audrey Palmer, Create with Knitweave



Published 1984 by Palmer Publications, Durban, South Africa, ISBN 0-620-07916-9, 190 pages, 40 photos, 150 illustrations.
I’m not exaggerating when I call this book the Bible of Knitweave. Audrey Palmer has explored this knitting technique in detail and has summarized her vast knowledge in a kind of textbook. She starts with simple lessons and straight pieces and shows how to knitweave with fine yarns flowing and elegant skirts, cardigans and dresses, which do not at all look like sofa cushions. She does not cut her fabrics, and there are no hard joins visible. Instead, she explains how to knit and join the pieces as if the completed garment was done in one single piece.
If you have ever tried knitweave, you know that it is relatively easy. The tricky part is making a garment not only fit perfectly, but also look immaculately and not necessarily like the classic knitted dress. To get you going, the author shares many helpful tips, beginning with the choice of yarn (the weaving yarn should be slightly lighter in colour than the base yarn), how to do your very first knitweave garment, how to knit skirts and join them to a bodice, different necklines for dresses and cardigans and neatly worked collars for thicker jackets.
It might prove difficult to find this book nowadays, but it’s worthwhile if you plan to deal with this knitting technique.

Tychus-Tücken – Tychus troubles

Natürlich sollte die Mütze ursprünglich die typischen Streifen bekommen. Damit das klappte, begann ich extra mit zwei Knäulen Noro Kureyon (Farbe 115) an verschiedenfarbigen Stellen. Aber weil die Noro Färbungen so eigenwillig sind, wurde eine Art Rotkäppchen daraus.
Dies ist übrigens das fünfte Weihnachtsgeschenk, und es wurde pünktlich übergeben.

Tychus, Noro Kureyon col 115

Tychus zusammengenäht, sewn up

Of course this hat was meant to have the typical stripes. In order to achieve this, I started with two balls of Noro Kureyon (col 115) in two differently coloured places. But as the Noro colours are so unpredictable, it became sort of a little red riding hood.
By the way, this is the fifth Christmas present, and it was given to the recipient in time.

Die verstrickte Dienstagsfrage 52/2008

Das Wollschaf fragt:
Über das Web ist der Stricksüchtige am Puls der Zeit. Sei es
– bei den Garnen (z.B. handgefärbt oder auch selbstgesponnen statt selbstmusternden Industriegarn),
– die Farbwahl (jetzt wieder eher Ton in Ton oder das Wildern der Wolle),
– das Material (wie z.B. Sojaseide, Maisgarn, aus Baumrinde oder Tencel),
– die Stricknadeln (von Bambus über Edelhölzer zu laminierten bis hin zu beleuchteten)
– oder Muster, die hochkochen, wie damals z.B. die Jaywalker.
Wie ist das bei euch, springt ihr auf jeden Hype gleich auf, reicht es euch, das zu sehen oder brodelt es in euch und ihr müsst mitmachen?

Herzlichen Dank an Susanne für die heutige Frage!

Nette Frage, danke dafür!
Ich finde Hypes faszinierend. Ich schaue beinahe atemlos zu, wie manche Menschen einfach ihr Urteilsvermögen ausschalten und der Lemmingitis verfallen. Ich würde auch gern mal dieses Wir-Gefühl miterleben, aber ich krieg’s einfach nicht hin.
Nehmen wir nur mal die exklusiven handgefärbten Garne, die einige Färberinnen nur zu bestimmten Mondphasen anbieten. Ich habe bestimmt zweimal probiert, etwas zu erwischen, aber ich habe es nie geschafft, online zu sein, wenn die Sterne günstig stehen. Deshalb kaufe ich meine Garne da, wo Ware vorhanden ist, wenn ich sie haben möchte, und wo man notfalls speziell für mich färbt (und darauf warte ich dann auch gern ein wenig). Ja, ich geb’s zu, ich bin der Fuchs, dem die Trauben zu hoch hängen. 🙂
Auch in Sachen Material kann ich leider nicht mitreden. Ich habe noch nie Baumrinde oder Sojabohnen verstrickt, weil ich ungern Neues kaufe, solange ich meine Vorräte nicht wenigstens unter mein Körpergewicht gedrückt habe. Da ich im Herbst (schon wieder untypisch, man macht das doch normalerweise im Frühjahr) etliche Kilo abgenommen habe, wird das nun noch länger dauern als gedacht.
Bei Stricknadeln bin ich vor einigen Jahren mal den Einflüsterungen erlegen und habe daraus gelernt, dass ich nicht alles brauche, was es gibt. KnitPicks Nadeln benutze ich gern, aber da tun es für mich auch die metallenen.
Und all die vielen hippen Muster! Als Langsamst-Strickerin würde ich es allerdings nie schaffen, auch nur den kleinsten Teil davon umzusetzen, bevor sie wieder in der Versenkung verschwunden sind. Deshalb beschränke ich mich lieber auf Modelle, denen man nicht ansieht, dass ich ein halbes Jahr dafür gebraucht habe und die ich mindestens zehn Jahre tragen kann. Aber wie gesagt, ich sehe interessiert und begeistert den “Hyperern” zu, lerne eine Menge dabei und frage mich manchmal, ob sie wohl auch etwas lernen.

Das vierte Geschenk – the fourth present

Eigentlich wollte ich als viertes Geschenk etwas völlig anderes machen, als es nun geworden ist. Leider ist mir dieses Andere ein wenig missglückt, will sagen es sieht nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Aber man ist ja flexibel. Ich habe umdisponiert, nun gibt’s ein Paar schlichte Socken, die aber bestimmt genauso willkommen sein werden. Ich erspare Euch ein Foto. 🙂

Actually, I wanted to knit as fourth present something completely different than what it is now. Unfortunately this completely different thing, when finished, did not look as I had intended. But as I’m flexible, I changed my arrangements, and now it’s a plain pair of socks, which, I suppose, will be just as welcome. I save you the sight. 🙂

Meine kleine Buchkritik – my little book review: Mary Louise Norman, “24 Stitch Flames!”

Erschienen 1989 ohne ISBN im Selbstverlag, Denver, Colorado, 72 Seiten, Spiralbindung, viele Zeichnungen und Diagramme.
Dieses Buch ist eine Art Fortsetzung von “The 930 Safari” und beschreibt detailliert, wie man Bargello-Muster (Flammenmuster) für Lochkartenstrickmaschinen der Marke Brother bzw. Knitking entwirft und umsetzt. Die Autorin beschreibt dazu im ersten Drittel des Buchs akribisch, welche Logik dahintersteckt, wie man Garnfarben auswählt und welche Einstellungen erforderlich sind. Der Rest des Buchs enthält 30 Muster und die dazugehörigen Lochkarten, die man gleich zum Stricken übernehmen kann. Die Muster sind leider nur in Graustufen abgebildet, so dass es etwas schwierig ist, sich einen Eindruck davon zu verschaffen.

Mary Louise Norman, 24 Stitch Flames!

Musterbeispiel, example of pattern

Musterbeispiel, example of pattern

Self-published 1989 without ISBN by Mary Louise Norman in Denver, Colorado, 72 pages, many drawings and diagrams.
This book is a sequel of “The 930 Safari” and explains in detail how to design and execute bargello (flame) patterns on Brother punchcard knitting machines. In the first part, you find precise directions about the logic of these designs, how to choose yarn colours and which settings to use on the knitting machine. The rest of the book contains 30 patterns and the corresponding punchcards, so you can start immediately. Unfortunately, the patterns are only shown in grey scale. This makes it a bit difficult to get a realistic impression.

Das dritte fertige Geschenk – the third finished present

Es sieht dem zweiten sehr ähnlich, ist aber aus anderem Garn und in anderen Farben. Und es muss auch noch gefilzt werden. Diese Teile eignen sich übrigens wunderbar als Verpackung für andere Geschenke. 🙂

KnitKnot Tasche, KnitKnot bag

It looks very similar to the second one, but it is made of a different yarn in different colours. And it needs to be fulled. By the way, these bags are perfectly suited as a wrapping for a gift. 🙂