Bei der vorletzten Überprüfung, die eine Strickfreundin und ich kürzlich in der besten Konditorei der Stadt vornahmen, gab es zum „Sophie Scarf“ auf Ravelry etwas über 40.000 (in Worten: vierzigtausend) Projekte.
Mittlerweile fehlt nicht mehr viel an 50.000. Und ja, ich habe spaßeshalber auch so ein Teilchen gestrickt, allerdings ohne mir die Anleitung zu kaufen, denn alles, was man dazu wissen muss, kann eine halbwegs erfahrene Strickerin den Fotos entnehmen. Natürlich strickte ich auch nicht mit Kaschmir-Garn, sondern mit einem Rest von 38 g solider Merinowolle. Meine Version ist etwa 115 cm lang und kommt an der breitesten Stelle auf 10 cm.

Das Schöne bei derart nachempfundenen Modellen ist, dass man eigene Vorstellungen umsetzen kann Man macht einfach, was einem einfällt und was man für richtig hält. So startete ich mit Kontrastgarn und darüber einem Miniatur-Icord-Tab, dessen „Ärmchen“ als Umrandung fortgeführt wurden. Die Zunahmen machte ich in jeder sechsten Reihe, dann kamen diverse Zentimeter geradeaus, und als ich fand, dass es Zeit für die Abnahmen sei, war noch so viel Garn übrig, dass ich in jeder achten Reihe abnahm. Dadurch ist das Schälchen (= Diminutiv von „Schal“) ein wenig asymmetrisch, was den Trage-Komfort jedoch nicht beeinträchtigt.
Werde ich das Ding nochmals stricken? Wahrscheinlich, denn es erfordert nahezu null Hirn-Einsatz, eignet sich gut zum Verbrauch kleinerer Garnmengen, und ich kann mir mehrere Nichtstrickerinnen in meiner Bekanntschaft vorstellen, die Freude am Ergebnis hätten. Wer etwas weniger Simples stricken möchte und vor Linksmaschen nicht zurückschreckt (das Original enthält, soweit ich es erkennen kann, keine einzige), der hat sicherlich Spaß daran, zwischen den Idiotenkordeln ein Mini-Muster einzufügen. Ein Perlmuster oder das einfachste aller Lochmuster würden sich dafür eignen. Vielleicht probiere ich das bei Gelegenheit mal aus.