Und es geht doch – It works nevertheless

Wie ich bereits erwähnte, möchte ich “Juice it up” stricken.
Nachdem ich am Grobstricker die Einstellungen für die Maschenweite verringert hatte, ging es besser, und inzwischen ist das Rückenteil fertig. Ich habe es etwas länger gestrickt als in der Anleitung vorgegeben, weil es dann besser an mir aussieht, und bei mir wird es auch nicht tailliert. Nicht weil ich keine Taille hätte (ich habe), sondern weil ich erwarte, dass das Rippenmuster diese Arbeit übernimmt. 😉
Zunächst war ich unsicher, ob das Garn dann reichen wird, aber ich folgte einem Rat im Strickforum, wog die Maschenprobe und ließ mein Strickprogramm DesignaKnit anhand des Gewichts und der Maschen- und Reihenzahl ausrechnen, wieviel Garn in etwa benötigt wird. Laut Programm sind 500 g ausreichend. Für das Rückenteil habe ich etwa dreieinhalb Knäule à 50 g verarbeitet.

Juice it up, Muster / pattern

As I already mentioned, I want to knit “Juice it up”.
After lowering the tension settings on the chunky machine for the swatch, things went better and meanwhile the back is finished. I made it a tad longer than stated in the instructions because it will suit me better, and I omit the waist shaping. Not because I don’t have a waist (I have), but because I expect the rib pattern to take over. 😉
At first I was unsure if there’s enough yarn, but I acted on an advice in the knitting forum, weighed the swatch and had my knitting program DesignaKnit calculate the amount needed. It said, 500 grams will be enough. The back took about three and a half 50-g-balls.

Sommerdüfte – Summer fragrances

Ich weiß nicht, was an einem schwülwarmen Julitag in einem unklimatisierten Bus schlimmer ist: Menschen, die so arm sind, dass sie sich nicht mal etwas Wasser zum Duschen und zum Waschen ihrer Kleidung leisten können, oder Menschen, die offenbar so reich sind, dass sie anstelle von Wasser Parfüm verwenden.

I’m not sure which is worse on a hot and humid day in July in a bus without a/c: People who are so poor they cannot even afford some water to take a shower and launder their clothes, or people who evidently are so wealthy that they use perfume instead of water.

Die verstrickte Dienstagsfrage 29/2009

Das Wollschaf fragt:
Während der Lektüre einiger Bücher von Stephanie Pearl McPhee, auch unter dem Namen Yarn Harlot bekannt, konnte ich mich in ihren amüsanten Berichten immer wieder selbst erkennen.
Woran merkt Ihr, dass ihr woll- oder stricksüchtig seid? Bei mir äußert es sich beispielsweise darin, dass ich bei einem Ausflug erstmal nachsehe, ob es dort ein Wollgeschäft gibt. Ich beschäftige mich gedanklich schon mit dem nächsten Projekt und der Beschaffung des “Rohstoffes”, kaum dass das aktuelle auf den Nadeln ist. Ich hätte gerne ein Schaf …
Herzlichen Dank an Susanne für die heutige Frage!

Nein, ich bin nicht wollsüchtig. Ich stricke nämlich auch ganz gern mal mit anderen Materialien. Seide, Leinen oder Baumwolle können sehr schön sein. Und ich bin nicht stricksüchtig, weil ich auch häkeln könnte, was ich früher sogar lieber getan habe als stricken.
Nein, ich habe nicht das Bedürfnis, Ausflüge vorzugsweise in Regionen zu unternehmen, in denen es Wollgeschäfte gibt. Das hängt sicher damit zusammen, dass ich zuhause so viel Garn habe, dass sich weiteres nur noch mühsamst unterbringen ließe. Bevor ich mich mit noch mehr Hab und Gut belaste, macht es mir mehr Spaß, meinen Garnvorrat (ein für meine Zwecke vollkommen geeignetes Wort, denn ich sehe keine Notwendigkeit, meine Fremdsprachenkompetenz durch eingestreute Anglizismen zu dokumentieren) durchzusehen und mir zu überlegen, was man daraus stricken könnte. Garne nur nach Bedarf für ein bestimmtes Projekt zu kaufen fände ich übrigens schrecklich. Dann könnte man ja niemals spontan etwas anfangen, das einem gerade in den Sinn kommt. Deshalb ist es für mich auch wichtig, immer ein paar Reste für Experimente zwischendurch zur Hand zu haben. Wie soll man sonst risikolos neue Techniken ausprobieren?
Nein, ich möchte kein Schaf und auch keine anderen faserliefernden Tiere. Ich brauche ja auch keinen Garten, wenn ich aus guten gekauften Zutaten etwas kochen oder backen kann.
Zusammengefasst: Nein. Nach Susannes Definition bin ich nicht strick- oder wollsüchtig. 😉

Tests – Testing matters

Ich finde es grundsätzlich prima, wenn man etwas erst einmal testet. Manchmal sollten die Tester sich aber vorher fragen, wie sinnvoll ihr Test ist.
Die Mailfunktion auf meiner Website mit einem falschen Absender zu prüfen dürfte einigermaßen sinnfrei sein, denn wer auch immer da mit dem äußerst originellen Absender test@test.de schreibt, kann ziemlich sicher sein, keine Bestätigung an seine tatsächliche Mailadresse zu bekommen. Eine Antwort übrigens auch nicht.

I basically appreciate testing things and functionality. But sometimes the testers should ask themselves how reasonable their testing is.
Checking the mail form on my website with a faked mail address might be rather pointless because whoever writes me with the extremely inventive return address test@test.de can feel pretty confident not to receive a confirmation to his real mail address. Neither an answer.

Die verstrickte Dienstagsfrage 28/2009

Das Wollschaf fragt:
Wie stellst Du Dir das ideale Strickbuch vor?
Mal abgesehen davon, daß einem möglichst viele Modelle gefallen sollten: Was ist Dir noch wichtig?
Wärst Du bereit, für eine höhere Qualität (Einband, Papier, Format etc.) auch einen höheren Preis zu bezahlen?
Herzlichen Dank an Tina für die heutige Frage!

Diese Frage finde ich sehr schwer zu beantworten, denn das ideale Strickbuch kann so ziemlich alles sein: Dick oder dünn, schwer oder leicht, groß oder klein, üppig bebildert oder fast nur aus Text bestehend. Alles hat seine Berechtigung; was ich lese, hängt davon ab, worauf ich gerade Appetit habe. Und da ich keine Anfängerin mehr bin, sollte ein Strickbuch, das von mir gekauft werden möchte, auf jeden Fall mehr bieten als Grundlagen und Wiedergekäutes.
Vielleicht ist es ja einfacher, wenn ich schreibe, was ich nicht mag:

1. Hypertraditionalismus
Die Autorin hat vor hundertfünfzig Jahren im Alter von drei Monaten auf dem Arm ihrer Urgroßmutter stricken gelernt, seither die Nadeln nicht mehr aus der Hand gelegt und weiß genau, wie man alles richtig macht. Sie schreibt einem nicht nur vor, welche Nadeln man verwenden, sondern auch, wie man den Faden halten muss. Jede andere als ihre persönliche Methode ist grundfalsch und verursacht bei denen, die davon nicht lassen wollen, Mundgeruch und Hühneraugen.

2. hip-hip-hip
Die Autorin hat vor sechs Monaten übers Internet stricken gelernt und seither die Nadeln nicht mehr aus der Hand gelegt. Da sie stolz auf ihre Fremdsprachenkenntnisse ist, hält sie alles, was je in Deutsch veröffentlicht wurde, grundsätzlich für Mist. Nun ist sie bereit, ihre bahnbrechenden Erkenntnisse an ihre treuen und folgsamen Leserinnen weiterzugeben. Aus Gründen der politischen Korrektheit und weil sie Probleme mit dem Urheberrecht vermeiden will, gibt sie rechten und linken Maschen sowie klassischen Techniken neue oder wenigstens anglophil angehauchte Bezeichnungen. Was vor zwanzig Jahren ein simpler Patent-Schal war, mutiert bei ihr zum “Brioche Rib Scarf”, das klingt gleich viel internationaler und anspruchsvoller, obwohl das Teil nicht nur sterbenslangweilig aussieht, sondern es auch ist.

3. Probleme mit der Rechtschreibung
Die Autorin ist beseelt von missionarischem Eifer, begeistert von den eigenen Strick-Kenntnissen und möchte sie so schnell wie möglich gedruckt unters Volk bringen. Über die fünfzig Tippfehler auf dreißig Manuskriptseiten sieht sie großzügig hinweg und erwartet das auch von ihren Lesern. Rechtschreibkorrektur, korrekte Grammatik oder gar Korrekturlesenlassen sind was für Weicheierstöcke.

4. Miserable Fotoqualität
Ein Bild sagt bekanntlich mehr als tausend Worte. Manche Bilder nuscheln oder stottern zwar erbärmlich bei ihrem Vortrag, aber ist das ein Grund, sie nicht zu veröffentlichen?

5. Schlechte oder fehlende Schemazeichnungen
Zeichnungen sind mühsam zu erstellen, sogar am Computer (ratet mal, woher ich das weiß). Deshalb macht so manche Autorin lieber ein miserables Foto (siehe oben), statt sich mit einem Grafikprogramm abzumühen und ein klares, sauber bemaßtes Schnittschema oder eine gut lesbare Strickschrift zu erstellen. Man kann schließlich auch einen 40-Maschen-und-60-Reihen-Rapport problemlos verbal auf drei Seiten beschreiben, und wenn die Leserinnen sich in Reihe 27 verheddern, ist das ganz sicher nicht die Schuld der Autorin.

Eins noch: Ein gutes Strickbuch sollte nicht versuchen, jeden Geschmack zu treffen, weil das unmöglich ist. Man sollte sich genau überlegen, welche Zielgruppe man anspricht und was man vermitteln will. Manchmal kann ein kleines, exquisites Büchlein mehr Aufmerksamkeit erzielen als ein mehrbändiges Elaborat.

Das war wohl nix – It was not meant to be

Gestern sah ich die allerersten Sauerkirschen auf dem Markt, und mein erster Gedanke war “Kirschkuchen”. Vielleicht ein schöner gedeckter Kuchen, oder ein Schoko-Kirschkuchen oder einer mit einem Guss aus Eiern und Schmand. Da ich aber schon schwer bepackt war, verschob ich den Kirschenkauf auf heute. Und heute – nun ja, heute gab es überhaupt keine Sauerkirschen. Einer der Händler erklärte mir, die nächsten werde es erst am kommenden Dienstag geben. Und ich hatte mich schon so gefreut!

Yesterday I saw the very first sour cherries at the market, and my first thought was “Cherry Cake”. Perhaps a cherry pie or a chocolate cherry cake or something with an icing of eggs and sour cream. But I had too many things to carry along and so postponed buying the cherries for today. And today – well, today there were no sour cherries available at all. One of the dealers explained to me that the next lot of cherries will only be available from next Tuesday. And I was so looking forward to a cherry cake!

Freie Marktwirtschaft

In der Stadt, in der ich lebe, findet viermal wöchentlich Markt statt, unter anderem am Freitag und am Samstag. Am Freitag sind allerdings deutlich weniger Händler da als am Samstag.
Mit den Marktzeiten nimmt man es nicht so genau, deshalb konnte ich beispielsweise gestern am späten Nachmittag an einem Stand noch frische Erdbeeren kaufen, das Pfund für 2,50 Euro, und weil ich zwei Pfund nahm, kostete es 4 Euro.
Auch heute vormittag ging ich zum Markt, um noch einige Zutaten fürs Wochenende zu kaufen. Derselbe Händler wie gestern hatte auch heute Erdbeeren im Angebot. Heute kostete das Pfund allerdings 2,80 Euro und für zwei Pfund hätte ich 5 Euro bezahlen müssen. Ich staunte nicht schlecht. Klar, am Samstag gibt es mehr Kunden, da kann man mit höheren Preisen mehr verdienen. Aber soviel wollte ich nicht ausgeben. An einem anderen Stand bekam ich einen Korb mit 2 kg Erdbeeren für 6 Euro. Die Verkäuferin fragte mich, ob ich nicht gleich zwei Körbchen (also 4 kg) zum Preis von 10 Euro kaufen wollte, aber das war mir doch zuviel, von der Schlepperei ganz abgesehen.
Unter den 2 kg waren natürlich einige Beeren, die nicht mehr ganz in Ordnung waren. Aber die Ware insgesamt ist schön reif und schmeckt noch besser als die, die ich gestern gekauft hatte.

Die verstrickte Dienstagsfrage 20/2009

Das Wollschaf fragt:
Welchen Sinn machen Awards für Dich?Wer ruft diese Awards ins Leben und nach welchen Kriterien werden diese vergeben?
Warum sollte mein Blog anderen gefallen müssen?
Herzlichen Dank an Barbara für die heutige Frage!

Meine Antwort:
In selbstgebastelten Awards sehe ich denselben Sinn wie in jedem selbstkreierten, selbstfabrizierten Etwas: Es sollte wenigstens demjenigen Spaß machen, der sich den Award, den entsprechenden Sinn und das Signet dazu ausdenkt. Wenn das Ding dann die große Blogrunde dreht und die entsprechende Grafik plötzlich auf tausenden von Webseiten sich geschmeichelt fühlender Blogger auftaucht, ist das sicherlich ein außerordentlich befriedigendes Gefühl für den Schöpfer.
Vielleicht ist so mancher Award auch eine große Veräppelung, die amateurhafte Gestaltung einiger Award-Grafiken legt das jedenfalls nahe. Oder derjenige, der es sich ausgedacht hat, möchte ein soziologisches Experiment veranstalten: Wer beschenkt wen, wer gibt an wen weiter? Und der ganze Verteilungsbaum landet schließlich in der Semesterarbeit einer Studentin der Uni Gießen.

Mir gegenüber hat sich noch niemand geoutet, der selbst einen Award ins Leben gerufen hat, deshalb kann ich die Frage, wer so etwas ins Rollen bringt, auch nicht beantworten. Objektive Kriterien, nach denen selbstgebastelte Awards vergeben werden, sind meines Wissens nirgends hinterlegt, ich vermute aber mal, das geht hauptsächlich nach Sympathie. Ich habe selbst nie einen Award vergeben und kann deshalb dazu nichts sagen.

Weshalb Dein Blog anderen gefallen sollen müsste, weiß ich nicht. Sollte er?
Ich weiß auch nicht, wie Du diese Frage gemeint hast, möglicherweise ganz anders, als ich sie beantwortet habe.

Und, liebes Wollschaf, wenn nun allmählich mal wieder eine Frage zum Stricken käme, fände ich das prima.

Liebe Jenaer Autofahrer,

wer in einer engen Straße, in der keine zwei Fahrzeuge aneinander vorbeikommen, von oben kommt, hat Vorrang. Derjenige, der von unten kommt, muss dann eben so weit im Rückwärtsgang wieder herunterrollen, bis man es heil aneinander vorbei schafft. Das gilt auch dann, wenn das von unten kommende Fahrzeug ein schnieker jung-dynamisch bestückter BMW ist, dessen Fahrer seine Freundin mit Vollgas beeindrucken möchte, während das von oben kommende, deutlich schwächer motorisierte Fahrzeug behutsam von einer bejahrten Strickerin manövriert wird.
Ehrlich!

Liebe Kabel Deutschland-Breitband-Kunden,

da von Euch in letzter Zeit ziemlich viel Porno-Spam ins Strickforum geschleudert wurde und ich mir etwas Netteres vorstellen kann als ständig unerwünschte Accounts zu löschen, habe ich mir erlaubt, Eure IP-Nummern fürs Forum zu sperren. Bedankt Euch dafür bei Euren spammenden Mit-Kunden, speziell bei der Lebensform, die in der letzten Zeit mit 77-23-217-176-dynip.superkabel.de unterwegs war.