Erdbeer-Karamell – Strawberry-Toffee

Als die Wollerey kürzlich Restbestände der Qualität “Doppio” im Angebot hatte, war ein Paket dabei, das wie für mich gemacht war: Beige- und Rost-Töne. Ich bin ja nicht so der Tücher-Fan, sondern stricke am liebsten Pullover. Also überlegte ich, wie ich die fünf Stränge am einfachsten zu einem ansprechenden Streifenmuster verarbeiten könnte. Einen Strang legte ich beiseite für die Bündchen, damit waren noch zweimal Beige, einmal Rost und einmal Lachsrot vorhanden, macht 2 R beige, 1 R rost, 1 R lachsrot. Mit etwas Multiplizieren und Verschieben kam ich schließlich auf 32 R beige, 8 R rost, 16 R lachsrot, 8 R rost. Und damit es nicht zu langweilig wurde, kamen noch je zwei “Mischreihen” zwischen die Farben.
Mit dem Ergebnis bin ich nun sehr zufrieden. Der Pullover ist leicht, warm und bequem und passt gut in meine sonstige Garderobe.

Erdbeer-Karamell, fertig/finished

When the Wollerey recently had a clearance sale of “Doppio” yarn, I found a combination really made for me: Beige and rust colours. Not being a shawl person, I prefer sweaters, and I thought of using the five hanks for a nice stripe pattern. One hank was put aside for bands and cuffs, then 2 hanks in beige, one in rust and one in salmon were left, resulting in 2 rows beige, 1 row rust, 1 row salmon. By multiplying and shifting the colours and rows I arrived at 32 rows beige, 8 rows rust, 16 rows salmon, 8 rows rust. And to keep it from being boring, I added two “mix rows” between the stripes.
I’m very satisfied with the result. The sweater is light, warm and comfortable, and it matches my other wardrobe nicely.

Die verstrickte Dienstagsfrage 11/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Wie messt ihr Strickteile für Bekleidung aus?
Hängend, wie sie auch am Körper sitzen, oder liegend?
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!

Eine gute Antwort habe ich nicht auf die heutige Frage, aber einiges kann ich vielleicht doch beisteuern.
Die Maße von Kleidungsstücken können sich erheblich verändern, je nachdem, wie sie angefertigt sind und getragen werden. Erstmals ging mir das vor vielen Jahren auf, als ich einen schräg geschnittenen Glockenrock nähte. Ich hatte noch keine Erfahrung und säumte den Rock sofort nach dem Zusammennähen. Danach hing er einige Zeit auf einem Bügel und wurde im schrägen Fadenlauf länger und länger, bis die untere Kante sich schließlich massiv nach unten beulte. Später las ich in einem Buch übers Schneidern, dass man Schnittteile im schrägen Fadenlauf erst einige Zeit (mindestens ein paar Tage) aushängen lässt, bevor man z.B. eine Saumlinie festlegt.
Auch bei Gestricktem kann man Überraschungen erleben. Im Gegensatz zu Gewebtem ist es in der Schräge ziemlich stabil; dafür kann es sich aber in Querrichtung stark dehnen. Das macht sich besonders bei quer gestrickten Pullovern bemerkbar. Die werden sehr viel länger, als die ursprüngliche Maschenprobe es vermuten lässt, erst recht, wenn sie auch noch aus relativ schwerem Material gestrickt sind.
Nun stricke ich ja viel mit Maschine, und dabei kann man zwischendurch sowieso nicht messen. Deshalb bin ich auf eine möglichst präzise und realistische Maschenprobe angewiesen. Am sichersten ist es nach meiner Erfahrung, ein Modell aus ähnlichem Garn bzw. in ähnlicher Machart auszumessen. Auf diese Weise habe ich inzwischen gelernt, dass ich bei einer quer gestrickten Maschenprobe um die 10 % weniger Maschen, dafür aber 5-10 % mehr Reihen brauche, verglichen mit den “normal” gemessenen Werten.

Spring Cap (oder Mitropa Duschhaube?)

Der Woolly Wormhead KnitAlong für März war das Muster “Spring Cap”. Ich fand es auf dem Foto recht ansprechend und kaufte die Anleitung. In meinem Garnbestand fand sich noch ein knallbunter Rest der Qualität Artesano Hummingbird, 100 % Alpaka mit einer Lauflänge von 200 m auf 100 g. Man benötigt insgesamt etwa 70 g bzw. 150 m.
Eigentlich soll der untere Mützenrand glatt rechts mit Rollrand gestrickt werden. Das sah aber nach Fertigstellung an mir einfach scheußlich aus. Also nahm ich die Schlaufen der obersten Rechts-Reihe auf eine dünne Nadel, ribbelte den glatt-rechts-Teil von unten her auf (ja, das geht, auch wenn der Anfang etwas mühsam ist) und strickte eine Blende im Perlmuster an, soweit das Garn eben reichte.
Hundertprozentig zufrieden bin ich trotzdem nicht. Diese Schlabbermützenform ist einfach nichts für mich, auch wenn sie so schön einfach zu stricken ist. Weshalb falle ich dann immer wieder aufs Neue drauf herein?

Spring Cap, von oben

Spring Cap, Unterseite

“Spring Cap” was the pattern for the Woolly Wormhead March knitalong. I found the photo quite attractive and bought the pattern. From my stash I unearthed a brightly coloured leftover of Artesano Hummingbird, 100% alpaca, 200m per 100g. (You need about 70g/150m for the cap.)
Originally the brim was to be knit in stocking stitch with a rolling edge. But it looked simply awful on me when I tried the finished cap on. So I picked up the loops of the topmost stocking stitch row with a fine needle and unravelled the lower part from the beginning (yes, that’s perfectly possible, even if the cast-on may be a bit tedious to undo). Then I worked a new brim downward in seed stitch.
Anyway, I am not 100 percent satisfied. These slouchy hats are not for me, although they are such nice and easy knits. Why, oh why do I fall for them again and again?

Erdbeer-Karamell – Strawberry-toffee

Als es kürzlich bei der Wollerey einen Ausverkauf der Garnqualität “Doppio” gab, hatte ich ein Paket in Beige-Braun-Tönen erwischt. Zwar bin ich noch nicht ganz fertig mit dem Stricken, aber man kann, glaube ich, schon erkennen, was es werden soll und wie es in etwa aussehen wird.

Erdbeer-Karamell - Strawberry-toffee

Recently, the Wollerey held a clearance sale of “Doppio” wool, and I was able to grab a package in beige-brown colours. I’ve not yet finished my project, but here’s a foretaste of what it’s going to be and how it will look.

Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Fällt euch auch auf, dass die Strick-Anleitungen immer länger werden? Selbst Anleitungen für einfache Strickstücke umfassen mittlerweile mehrere Seiten. Was haltet ihr davon?
Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Bei Anleitungen aus deutschen Zeitschriften passiert einem das eher nicht. Die sind relativ kurz und knapp verfasst, enthalten fast immer ein bemaßtes Schnittschema und, wenn ein Muster verwendet wird, auch ein Diagramm desselben. Langatmige und wortreiche Erläuterungen spart man sich schon aus Platzgründen. Als fortgeschrittene Strickerin, der man nicht mehr jede Masche einzeln vorstellen muss, finde ich das sehr sympathisch.
Schwieriger ist es bei (meistens englischen) Einzelanleitungen, die man z.B. als PDF kauft. Wenn ich mir die wirklich relevanten Informationen mühsam aus fünf Seiten Text extrahieren oder eben diese Menge an Seiten komplett ausdrucken muss, um alles Wichtige beieinander zu haben, dann finde ich das lästig und nicht besonders ökonomisch. Druckertinte ist teuer, und Papier kostet Bäume. Geht es wirklich nicht anders?
Früher blieb einer Strickerin nichts anderes übrig, als über einer kryptischen Anleitung so lange nachzudenken, bis sie verstand: “4×1 M in jeder 8. R abn” heißt nicht, je acht Maschen verteilt in jeder der vier nächsten Reihen abzunehmen. Viele moderne junge Strickerinnen scheinen mir da weniger grübelfreudig. Statt zuerst mal das eigene Hirn einzuschalten, fragen sie lieber in fünf verschiedenen Internet-Foren nach, was da wohl gemeint sein könnte (und wundern sich dann, dass sie sieben verschiedene Antworten bekommen).
Da ich selbst schon Anleitungen verfasst habe, kenne ich aber auch das Dilemma, in dem man sich als “Designer” befindet. Bevor man riskiert, dass ein Strick-Neuling sich in der Anleitung verheddert, beschreibt man lieber ausführlich, wie z.B. drei Maschen mit aufliegender Mittelmasche zusammengestrickt werden, sonst riskiert man haufenweise E-Mail-Anfragen von ratlosen Strickerinnen und verbringt die Feierabende mit Troubleshooting für andere statt mit Stricken für sich selbst.
Mein Wunsch wäre, dass Strickerinnen eine knapp gefasste Anleitung erst einmal als Herausforderung sehen, sich und ihre Strick-Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Nicht jede Masche muss im Detail beschrieben werden, und vieles kann man sich mit etwas gesundem Menschenverstand und ein wenig Geduld zusammenreimen. Davon würden alle profitieren. Der Verbrauch von Papier und Druckertinte ginge zurück, die allgemeine Strick-Intelligenz würde steigen, und die Befriedigung darüber, selbständig eine Lösung fürs Strickproblem gefunden zu haben, wäre signifikant erhöht.

Arbacia die Zweite – Arbacia II

Wenn man erst einmal den Bogen heraus hat, ist diese Mütze auf der Strickmaschine wirklich flott gestrickt, jedenfalls deutlich schneller, als ich es von Hand könnte. Das einzig Mühsame daran ist die Naht im Maschenstich.
Auch diese Mütze wird zu gegebener Zeit verschenkt, aber wahrscheinlich nicht zu Weihnachten, sondern zu einem Geburtstag.

Arbacia von oben, from the top

Arbacia, Unterseite, flip side

When you’ve got the hang of it, this hat is a quick knit on the knitting machine, at least much quicker than I could do it by hand. The only tedious part is closing the seam in kitchener stitch.
This hat, too, will given as a gift, but probably not for Christmas, but as a birthday present.

Wieder ein Weihnachtsgeschenk fertig – Another Christmas present finished

Die ersten Weihnachtsgeschenke schon im März fertig zu haben, gibt einem das Gefühl von Tüchtigkeit und Fleiß. 😉
Hier ist also der Oslo Walk Shawl aus der Interweave Knits Winter 2010, gestrickt aus gut 100 g Wollmeise Lace-Garn in Farbe Türkise Markise und knapp 700 Rocaillesperlen in Azurblau mit silbernem Einzug. Diese Farbe ist so gar nicht meine, deshalb besteht auch keine Gefahr, dass ich das Tuch selbst trage. Die Größe ist so bemessen, dass man sich das Ding wie eine Art schmale Stola um die Schultern legen kann, Spitze und Zipfel nach hinten. Vermutlich wärmt es sogar, weil dabei zwei Lagen Gestrick übereinander liegen. Und es sieht nett aus. Für Rucksackträgerinnen wie mich ist es natürlich ein absolutes no-go.

Oslo Walk Shawl

Oslo Walk Shawl, Detail

Having the first Christmas presents ready in March gives me a feeling of proficiency and diligence. 😉
Here’s the Oslo Walk Shawl from Interweave Knits Winter 2010, made of just a bit over 100g of Wollmeise Lace-Garn in colour Türkise Markise and about 700 Rocailles beads in azure blue with silver lining. This colour is so NOT me, that there’s no danger of me keeping this shawl. The size is appropriate for wearing it around the shoulders like a smallish stole, point and tails to the back. It will probably even give warmth because there are two layers of knitting on top of each other when worn. And it looks nice. For backpack users like me it’s of course an absolute no-go.

Die verstrickte Dienstagsfrage 9/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Wie lange tragt ihr im Durchschnitt euer Selbstgestricktes? Oder anders gefragt: Was ist euer ältestes Strickstück? Und was macht ihr mit den Teilen, wenn ihr sie nicht mehr tragen mögt? Verschenken, in die Altkleidersammlung geben oder aufribbeln und etwas Neues daraus stricken?
Vielen Dank an Anke für die heutige Frage!

Meine selbst gestrickten Sachen trage ich
a) bis sie kaputt sind;
b) bis sie mir nicht mehr gefallen;
c) bis ich *hüstel* “herausgewachsen” bin;
je nachdem, welches Ereignis zuerst eintritt.
Das älteste Strickstück in meinem Besitz ist, wie ich neulich beim Aufräumen im Kleiderschrank herausfand, ein Pullover von 1985 aus weinroter Schurwolle mit einem eingestrickten “Garfield”. Gestrickt hatte ich ihn für meinen damaligen Freund, der ein großer Garfield-Fan war. Nach der Trennung ließ er diesen und diverse andere Pullover (ich war damals sehr produktiv) zurück; mit dem, was ich mal gestrickt hatte, wollte er nichts mehr zu tun haben. Man könnte den Pullover noch tragen, denn er ist noch in Ordnung, weder verfilzt noch von den Motten angefressen. Aber aus dem Garfield-Alter bin ich inzwischen heraus.
Das älteste Strickstück, das ich derzeit noch in Gebrauch habe, ist die Jacke, die ich in diesem Beitrag schon einmal vorgestellt hatte. Und was ich mit Stricksachen mache, die ich nicht mehr tragen mag, habe ich hier schon einmal beschrieben.

Spaziergang in Oslo – Oslo Walk

Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt, deshalb bin ich schon eifrig damit beschäftigt, Geschenke anzufertigen. Eins davon wird das Tuch “Oslo Walk Shawl”, eine Art halbrunder Schal aus dünnem Garn mit eingestrickten Perlen. Die ersten Reihen waren die Pest, wegen der vielen Perlen. Aber es werden dann immer weniger. Der Rest ist relativ einfach zu stricken. Inzwischen bin ich bei den verlängerten Reihen.

Oslo Walk Shawl

Next Christmas is getting nearer, and I’m already busy producing Christmas presents. One of them will be the “Oslo Walk Shawl”, a kind of semicircular scarf made of lace yarn and knit-in beads. The first rows were very difficult and slow-going because of the many beads. But they are used less in the following rows, and the rest is rather easy to knit. Meanwhile I’ve reached the region of short-rowing.

Weg war sie – And then it was gone

Zum gestrigen Mädels-Filmabend nahm ich die frisch gestrickte Mütze “Arbacia” (Design: Woolly Wormhead) mit, um sie auf einem hübschen Kopf zu fotografieren. Und die Kollegin, die sich zur Verfügung stellte, verliebte sich sofort in diese Mütze. Zu allem Überfluss sah sie auch noch prima damit aus. Da blieb mir ja nichts anderes übrig, als ihr die Mütze zu überlassen. 🙂
Zum Glück kann man diesen Entwurf mit der Maschine stricken, und das geht auch noch relativ schnell. Drei Abende habe ich gebraucht, zwei fürs Stricken und einen fürs Zusammennähen im Maschenstich. Das war übrigens gar nicht so einfach, weil man es hier gleichzeitig mit Lochmuster und verkürzten Reihen zu tun hat. Das Garn fürs nächste Exemplar liegt schon bereit.

Design “Arbacia”, Woolly Wormhead

When I went to our chick flick yesterday, I took the brandnew “Arbacia” tam (design: Woolly Wormhead) with me to take a photo on a pretty girl’s head. And the colleague who was kind enough to pose immediately fell in love with this hat. On top of that, she looked wonderful with it. So I had no chance but to give it to her. 🙂
Luckily, this design can be made on the knitting machine, and it is rather quickly done. It took me three nights, two for the knitting and one for the sewing in kitchener stitch. By the way, the sewing was not that easy because of lace patterning and short rows at the same time.
The yarn for the next hat is already prepared.