Wenn Zusammennähen ermüdend ist – When the sewing tires you

Ich bin nicht der Typ, der Zusammennähen unangenehm findet. Vor allem nicht, wenn es um das Zusammennähen von maschinegestrickten Teilen im Matratzenstich geht. Man hat saubere, ordentliche Randmaschen, und mit einer stumpfen Sticknadel ist es nahezu ein Kinderspiel.
Trotzdem bereitet mir mein letzter Pullover, gestrickt im Vollpatent, erhebliche Schwierigkeiten. Schon das Stricken, auf der Maschine, zog sich seit vor Weihnachten hin. Und jetzt kann ich mich einfach nicht aufraffen, länger als ein paar Minuten am Stück daran zu nähen. Spätestens nach zwei Dutzend Stichen werde ich schrecklich müde.
Gestern fiel mir endlich auf, woran das liegt. Es ist nicht das Patentmuster, obwohl man dabei natürlich wesentlich mehr Reihen zu verbinden und damit Stiche zu nähen hat als beispielsweise bei glatt rechts. Es ist das Garn: Raue, vor dem Spinnen mit Öl behandelte Shetlandwolle. Vor ungefähr neun Jahren kaufte ich es mal über Ebay, weil mir die Farbe gefiel (sie gefällt mir immer noch).
Ich habe nichts gegen Shetlandwolle, und die Maschenprobe ist in der Wäsche schon deutlich weicher geworden, so dass ich berechtigte Hoffnungen hege, auch den Pullover letztlich weichzukriegen. Aber das Öl in der Wolle macht mir zu schaffen. Abgesehen vom unangenehmen Geruch ist darin irgendetwas enthalten, das meine Bindehäute reizt. Meine Augen brennen, ich fühle mich müde, und dann lege ich das Ding beiseite.

Shetland, Patentgestrickt / Fisherman

I’m not one of those who think sewing/making up is unpleasant, particularly not when finishing machine-knit garments in mattress stitch. You have nice, dainty edge stitches, and with a blunt needle it’s child’s play.
Nevertheless my newest sweater, made in full fisherman’s rib, takes unusually long, I’ve been working on it since before Christmas. And now I cannot get myself going to get the sewing done. After two dozens of stitches, I get terribly tired.
Yesterday I finally noticed the cause. It’s not the Fisherman’s rib, although you have many more rows to join than with plain stocking stitch. It’s the yarn: Rough, coarse shetland wool, spun in oil. About nine years ago, I bought it via Ebay because I liked the colour (I still like it).
I have nothing against shetland wool, and the tension swatch became much softer after washing, so there’s reasonable hope to finally soften the sweater as well.
But the oil is giving me a hard time. It’s not only the smell, there is something in it which irritates my eyes. They start burning, I get tired and eventually put the whole thing away.

Die verstrickte Dienstagsfrage 2/2011

Das Wollschaf fragt diese Woche:
Gehoert ihr zu den StrickerInnen, die immer nur an einem Projekt arbeiten, oder liegen mehrere angestrickte Projekte in eurem Strickkorb/eurer Stricktasche/eurer Strickkiste? Wenn ja, woran liegt das? Weil ihr der Wolle nicht widerstehen konntet, oder Abwechslung braucht beim Stricken? Und was sind das gerade fuer Projekte?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!

Üblicherweise habe ich mindestens zwei Projekte in Arbeit: Eines an der Strickmaschine und eines für die Hände. Das Handstrickprojekt sollte zudem tragbar sein, damit ich unterwegs dran arbeiten kann. Wenn es zu groß oder zu kompliziert wird, mutiert es zum Sofaprojekt, und ein neues mitnehmbares Handstrickprojekt muss her. Auf diese Weise sammeln sich gegebenenfalls mehrere “angebrochene” Stricksachen an, die dann allmählich, je nach Bedarf und Laune, fertiggestellt werden. Auch beim Maschinestricken kann es zu einem kleinen Strickstau kommen, wenn zwischendurch dringend ein Geschenk oder etwas Termingebundenes benötigt wird. Dann kommen auch schon mal ein aufgeplanter und ein dreiviertelfertiger Pullover in die Warteschlange.
Derzeit sind in Arbeit:
Ein buntes Geheimprojekt, das erst in sechs Wochen fertig sein muss. Deshalb hat es momentan keine hohe Priorität, ich stricke derzeit nur am Wochenende daran.
Ein einfacher Patentpullover aus Shetlandwolle an der Strickmaschine; Vorder- und Rückenteil sind fertig, Halsblende und Ärmel fehlen noch. Er ist liegengeblieben, als kurz vor Weihnachten noch zwei Sockenpaare und dann die neulich erwähnten Kinderpullover fertig werden sollten.
Ein Paar Wraparound-Handschuhe; die Handschuhe selbst sind fertig, an den “Wraps” fehlen noch die Strick-Bordüren, außerdem sind dann noch ein paar Fäden zu vernähen. Das war zeitweise mein Mitnahmeprojekt, aber spätestens ab den Fingern fand ich es nicht mehr für Busfahrten auf Schlaglochstraßen geeignet.
Der Schal “Urbana” von Stephen West (kleine Variante) ist mein momentanes Mitnahmeprojekt. Hier hoffe ich, dass das Garn reicht; ich habe nämlich etwas weniger als in der Anleitung angegeben.

Warst du eingeschneit?

Das fragten mich meine Kollegen, als ich nach den Feiertagen mit sechs kleinen Kinderpullovern ins Büro kam. Vier davon seht Ihr hier:

Streifenpulli in Blau-Gelb-Pink

weißer Pulli mit Pinguinen

Streifenpulli in Blautönen

Babypulli aus Sockenwollresten

Der fünfte ist bei strickmoden.de zu begucken. Vom sechsten vergaß ich leider, ein Bild zu machen, vielleicht lässt sich das noch nachholen. Er ist kiwigrün mit bunt und in einem Fangmuster gestrickt.

Alle sind aus pflegeleichten Garnen in derselben Machart auf der Brother KH 965 gestrickt, lediglich der Babypulli hat eine abgewandelte Halsblende mit Knöpfen. Solche Pullover sind eine schöne Verwertung von Resten oder sehr bunte Garnen, die vielleicht an Erwachsenen nicht so toll aussehen. Und die bekinderten Kollegen haben sich gefreut.

Die verstrickte Dienstagsfrage 1/2011

Das Wollschaf will diesmal wissen:
Wie lange braucht ihr im Wollgeschäft, um ein Garn für ein Projekt auszusuchen?
Nehmt ihr dann noch “Kollateraleinkäufe” mit, also Garne, die nebenbei mit in die Tasche springen?
Wie lange haltet ihr euch in Online-Shops auf, ebenfalls, um nach geeignetem Garn für ein Projekt zu suchen?
Und wie steht es da mit den Zusatzmitnahmseln?
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!
Das Wollschaf wünscht allen ein gutes Neues Jahr!

Ich kaufe extrem ungern ein, folglich gestalten sich Einkäufe im normalen Laden bei mir sehr zügig, damit ich es schnell hinter mir habe. Das gilt auch für Strickgarn. Im allgemeinen weiß ich ziemlich genau, was ich will. Bekomme ich es nicht, dann hängt es von der Dringlichkeit ab, ob ich auf die Schnelle einen Ersatz suche oder unverrichteterdinge von dannen ziehe. “Kollateralkäufe” im Wollgeschäft vor Ort passieren eher selten, am ehesten mal das eine oder andere Knäuel Sockenwolle, bunt für die Geschenke-Halde oder gedeckt für den eigenen Bedarf.
Im Online-Shop lasse ich mir mehr Zeit und vergleiche auch sorgfältiger. Ein günstiger Preis ist mir inzwischen aber weniger wichtig als eine schnelle Lieferung, seit ich letztes Jahr einmal sechs Wochen vergeblich auf ein Garn wartete und schließlich die Bestellung stornieren musste, weil die Händlerin so gar nicht am Verkaufen interessiert war. Ich beschränke mich deshalb auf wenige, aber sehr zuverlässige Online-Händler, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Typische und auch häufige online-Kollateralkäufe sind Anleitungen (Bücher, Hefte, Einzelanleitungen, je nach Shop).

Statistiken

Ja, selbstverständlich führe ich Statistiken über meine Garnvorräte und auch über das, was ich produziere. 🙂 So kann ich stolz verkünden, dass im vergangenen Jahr nicht weniger als 49 Projekte fertig wurden. Darunter waren allerdings auch sehr kleine, wie z.B. diverse Sockenpaare oder einige Mützen.
Da man an einem Teil aus dünnem Garn wesentlich länger strickt als an einem dicken, finde ich die verstrickten Gramm nicht so aussagekräftig wie die verstrickten (Kilo-)Meter. Bei mir waren es im vergangenen Jahr insgesamt über 45 Kilometer Garn.
Am wenigsten gestrickt habe ich übrigens im Februar (da gingen nur kümmerliche 630 Meter über die Nadeln) und am meisten im Dezember, da waren es statistisch gesehen 8.900 Meter. Das lag allerdings hauptsächlich daran, dass in diesem Monat verschiedene größere Sachen endlich fertig wurden, und ein Projekt wird immer erst nach seiner Beendigung gezählt.

Garngeschenk – Yarn Gift

Heute kam ein wunderschönes Neujahrsgeschenk an: Drei Stränge handgesponnenes Garn in genau meinen Farben. Eines der Garne hat sogar winzige eingesponnene Perlen. Am liebsten würde ich diese Stränge sofort wickeln und damit ein wenig herumprobieren, aber da zuerst einige andere Projekte der Fertigstellung harren, muss diese schöne Wolle noch ein wenig warten. In der Zwischenzeit liegt sie gut sichtbar in meinem Arbeitszimmer und wird mir sicherlich erzählen, zu was sie werden möchte. Meine ersten Gedanken waren übrigens Mütze oder Möbiusschal. In Cathy Carrons Buch “Hip Knit Hats” sind jede Menge Ideen für Mützen, die sich perfekt für solche Garne eignen.

Neujahrsgabe, New Year Gift

Today a wonderful New Year’s gift arrived: Three hanks of handspun yarn in exactly “my” colours. One of the yarn even has tiny beads spun into it. I’d love to wind the hanks immediately and knit around with them, but first some other projects are awaiting completion. In the meantime the yarn will sit in my workroom and probably tell me what it wants to become. My first thoughts, by the way, were hat or Moebius scarf. Cathy Carron’s book “Hip Knit Hats” contains lots of ideas perfectly suited for such yarns.

Kapuzopathie – Hoodopathy

Kapuzen hatte ich immer lieber als Mützen. Fast alle meine Wintermäntel und -jacken hatten Kapuzen. Erst in neuerer Zeit stellte ich fest, dass ich sie nicht mehr gut vertrage. Ich bekomme vom Kapuzentragen eigenartige Druckschmerzen im Hinterkopfbereich, schräg oberhalb der Ohren. Deshalb trage ich seither lieber Mützen, die tun mir nichts.
Leider steht mir nicht jede Mützenform. Am besten gehen immer noch schlichte, unschlabberige runde Mützen, möglichst mit Aufschlag und aus nicht zu dünnem Garn, wie beispielsweise meine eigene Kreation “Vertigo”. Und da meine bisherige Vertigo-Mütze inzwischen das Zeitliche gesegnet hat, musste auf die Schnelle eine neue her.
In den schier unerschöpflichen Weiten meiner Garnvorräte fand ich ein paar Knäuel Phildar “Poilé Flammé”. Das Garn muss uralt sein; auf der Etikett-Rückseite steht “Made in West Germany” und “Helmstedter Spinnerei”. Es ist eine Mischung aus Baumwolle, diversen Polytierchen und ein wenig Wolle, die aber genau die richtige Dicke für Nadelstärke 5 hatte. Aus knapp 100 g dieses Garns wurde dann diese neue Mütze.

Mütze/hat “Vertigo”

I have always preferred a hood to a hat. Almost all of my winter coats had a hood. It was only recently that I realized I don’t tolerate them well any more. I keep getting a strange pressure pain in the back of my head, situated diagonally above my ears. So I’d rather wear hats by now because they don’t hurt me.
Unfortunately I cannot wear each kind of hat. Plain, non-slouchy round hats, with a turned-up brim and made of thicker yarns are best, for example my own design “Vertigo”. And as my first Vertigo hat is rather tattered, a new one had to be knit.
From my nearly inexhaustible stash I dug out some balls of Phildar “Poilé Flammé”. This yarn must be age-old, on the tag it reads “Made in West Germany” and “Helmstedter Spinnerei”. It is a mixture of cotton, various poly-somethings and a bit of wool, and it’s just the right thickness for a 5 mm needle. Just under 100 g of this yarn went into this new hat.

Die verstrickte Dienstagsfrage 52/2010

Das Wollschaf fragt diesmal:
Die Jahreswende ist die Zeit der Statistiken und der Inventur, also Hand aufs Herz: Wie groß ist Dein Stash?
Vielen Dank an Martina für die heutige Frage!
Das Wollschaf wünscht allen einen angenehmen Jahreswechsel!

Das ist aber eine sehr indiskrete Frage. Fast so indiskret, als würde mich jemand nach meinem Kontostand fragen. 😉
Genaue Zahlen möchte ich lieber nicht bekannt geben; schon damit niemand vor Schreck in Ohnmacht fällt, aber auch aufgrund des Datenschutzes. Einen kleinen Hinweis soll’s aber geben: Würde ich in den nächsten Jahren kein Garn kaufen und genau so viele Kilos verstricken wie im jetzt endenden, dann könnte ich mehr als sieben Jahre aus meinem Vorrat stricken. Vielleicht wäre es mal wieder an der Zeit für eine Garnkauf-Diät?
Allerdings weiß ich, dass es Strickerinnen gibt, die noch wesentlich mehr Garn haben als ich.
Um nicht die Übersicht zu verlieren, liste ich meine Garne übrigens in einer Excel-Tabelle auf: Hersteller, Garnname, Zusammensetzung, Farbe, Menge, Lauflänge, empfohlene Nadelstärke, Kaufdatum. Bei den ältesten Partien weiß ich das Kaufdatum nicht mehr, die wurden angeschafft, bevor ich die Tabelle anlegte. Ich habe schon mal überlegt, die Garne FIFO zu verarbeiten, aber für die obersten und ältesten sind mir bisher nicht die richtigen Projekte eingefallen. Und Garne irgendwie auf Krampf verstricken, nur damit sie weg sind, möchte ich nicht. Dazu sind sie zu schön und zu schade. Jedes Garn hat das Recht, zu etwas ganz Besonderem zu werden.

Akimbo

Schon vor einigen Tagen stellte ich das Tuch “Akimbo” (Design: Stephen West) fertig. Es ist etwa 40 cm hoch, die lange Seite misst ungefähr 100 cm, und es wiegt 130 g. Es war ein prima Mitnahmegestrick und dazu noch kurzweilig zu stricken. Und jetzt dient es mir als kleiner Schal, der auch trüben Wintertagen fröhliche Farbe verleiht.

Akimbo by Stephen West

Some days ago I finished the “Akimbo” scarf (design: Stephen West). It measures about 40 cm (16 in) in height and 100 cm (39 in) over its longest side. It weights 130g. It made a lovely portable knitting project and fun to knit. And now it serves me as a small scarf, which brightens up even the dullest winter day.

Akimbo, detail

Die verstrickte Dienstagsfrage 51/2010

Das Wollschaf fragt heute:
Wo und wann strickt ihr? Begleitet euch das Strickzeug ueberall hin? Strickt ihr schon morgens auf dem Weg zur Arbeit, oder nur abends, z.B. zuhause auf dem Sofa vor dem Fernseher? Habt ihr spezielle Projekte fuer die verschiedenen “Strickzeiten” und “Strickplaetze”?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!
Das Wollschaf wünscht allen Frohe Weihnachten!

Ich stricke sowohl unterwegs wie auch zuhause. Für unterwegs habe ich fast immer ein kleines, tragbares Projekt in Arbeit. Das kann auch ein Teil eines größeren Modells sein. Wenn es zu groß zum Mitnehmen wird, was etwa ab 250 g der Fall ist, dann wird’s zum Sofa-Projekt, und ein neues kleines muss her. Gelegentlich hat das zur Folge, dass ich mehrere ehemals tragbare, aber inzwischen zu groß gewordene Strickereien in Arbeit habe und mit keiner vorankomme.
Ansonsten gibt es für zuhause üblicherweise zwei Sachen, einmal für die Strickmaschine und einmal zum Handstricken. Derzeit sind sogar zwei Maschinen-Pullover in Arbeit, der eine soll möglichst noch bis Weihnachten fertig werden.