Verlegenheitskuchen

Nein, dies ist kein Aprilscherz. Dieses Rezept verdankt sein Dasein den Umständen, dass zum einen überreife, braun gewordene Bananen der Verwendung harrten und zum anderen ungeplant ein kleiner Kuchen benötigt wurde. In solchen Fällen entwickle ich ungeahnte Kreativität.

Man nehme:
100 g Butter
100 g Zucker
2 Eier
abgeriebene Schale einer Zitrone
ca. 2 Esslöffel Zitronensaft
2 überreife Bananen (ca. 300 g, geschält ca. 200 g)
125 g Mehl
1/2 Tütchen Backpulver
Kastenform von 20 cm Länge
Pergament- oder Backpapier zum Auslegen der Form

Kuchen mit Bananen

Zubereitung:
Kastenform mit Pergament- oder Backpapier passend auslegen.
Backofen auf 150° (Umluft) bzw. 170° (konventionell) vorheizen.
Butter mit Zucker schaumig rühren. Der Zucker sollte sich möglichst auflösen. Je länger gerührt wird (deshalb heißt es Rührkuchen), desto feinkrumiger wird später der Kuchen.
Dann die Eier nacheinander unterrühren. Die Zitronenschale abreiben und dazugeben. (Ich mache das mit meiner großen alten Kronenreibe direkt über der Teigschüssel.) Die Zitrone dann halbieren, auspressen und zwei Esslöffel Saft zusammen mit den Bananen pürieren. Das gibt dem Kuchen einen fruchtigeren Geschmack und verhindert außerdem, dass die Bananen unappetitlich dunkel werden.
Pürierte Bananen zum Teig schütten und unterrühren. Mehl und Backpulver mischen und durch ein Mehlsieb in den Teig geben. Behutsam unterziehen, sonst gibt’s eine große Staubwolke. 🙂
Teig in die ausgekleidete Form füllen und im Backofen etwa 50 Min. backen. Falls die Oberfläche zu dunkel wird, mit Alufolie abdecken.
Vor dem Herausnehmen aus dem Ofen Hölzchenprobe machen: Einen hölzernen Zahnstocher in den Kuchen stecken. Wenn das Hölzchen trocken herauskommt, ist der Kuchen durchgebacken. Klebt noch feuchte Masse am Teig, dann braucht er noch etwas Zeit.
Wer mag, kann den Kuchen noch mit einer Zitronen- oder Schokoladenglasur überziehen. Er schmeckt aber auch so.

Care-Paket

Offenbar befürchtet der in Norddeutschland lebende Teil meiner Familie, dass hier demnächst eine Hungersnot ausbricht. Weshalb hätte man sonst ein Kilogramm Marzipan und Nougat geschickt, um die Vorweihnachtszeit zu überstehen?

Marzipan-Paket

Bisher wusste ich gar nicht, dass es so große Packungen überhaupt gibt.

Schöne Aussichten fürs Wochenende

Pfifferlinge mit Semmelknödeln gehören zu meinen Lieblingsgerichten. Deshalb versuche ich, sie mindestens einmal im Jahr zuzubereiten. Jetzt gibt es allmählich wieder frische Pfifferlinge. Wenn man sie nicht selbst sammelt, ist es ein etwas kostspieliges Vergnügen. Dafür kann man aber auf teures Fleisch verzichten.

Pfifferlinge

Zutaten für Semmelknödel (für 4 Personen):
6 altbackene Weizenbrötchen
60 g Butter
1 sehr fein gehackte Zwiebel
1 Esslöffel sehr fein gehackter durchwachsener Speck
2 Esslöffel sehr fein gehackte Petersilie
200 ml Milch
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat

Zubereitung:
Brötchen in sehr dünne Scheiben schneiden und in eine Schüssel geben.
Butter zerlassen. Speck und Zwiebeln darin andünsten. Petersilie zugeben und kurz mitdünsten. Milch hinzugießen und heiß werden lassen.
Alles auf die Brötchenscheiben gießen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen. Nicht durchrühren!
Alles 30 Minuten stehen lassen, dann die verquirlten Eier hinzufügen.
Die Masse gründlich durchmischen, ohne sie zu stark zu kneten. (Wenn nicht lange genug geknetet wird, zerfallen die Knödel leicht. Wird zu lange geknetet, werden sie hart.) In acht gleich große Portionen teilen und aus jeder Portion einen gleichmäßig runden Knödel formen.
Die Knödel in leise siedendem Salzwasser etwa 15-20 Minuten garen. Mit einem Schaumlöffel herausheben, etwas abtropfen lassen und servieren.
Ängstliche Naturen können die Masse als “Serviettenknödel” zubereiten, dann zerfällt garantiert nichts. Die Garzeit verlängert sich dann auf knapp das Doppelte. Zum Servieren abtropfen lassen und in Scheiben schneiden.

Die Pfifferlinge (etwa 150 g geputzte Ware pro Person) werden geputzt, je nach Größe in Stücke geschnitten und mit gewürfelten Zwiebeln bei guter Hitze in Butter gebraten, bis der größte Teil der Flüssigkeit verdampft ist. Dann legiert man das Ganze mit ein bis zwei verschlagenen Eigelb, um die restliche Flüssigkeit zu binden, und würzt mit Salz, Pfeffer und reichlich gehackter Petersilie.

Nudelauflauf mit Thunfischsauce

Ist irgendjemand interessiert an einem sehr leckeren Nudelauflauf, den man gut vorbereiten kann und der sich aus den Vorräten zaubern lässt, die man sowieso meistens im Haus hat? Na dann, hier ein Rezept dafür. 🙂

Nudelauflauf mit Thunfischsauce

Zutaten:
40 g Butter
1 Esslöffel Olivenöl extra vergine
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, feinst gehackt
1 Möhre, fein gehackt
1 Stengel Staudensellerie, fein gehackt
2 Esslöffel Tomatenmark
600 g aromatische frische Tomaten, gehäutet, entkernt und gewürfelt, oder Dosenware, abgetropft, entkernt, gewürfelt
1-2 Zweige frischer Thymian
1 Teelöffel Gemüsebrühpulver
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 Esslöffel Petersilie, fein gehackt
2 Dosen guter Thunfisch, abgetropft, zerpflückt
400-500 ml saure Sahne
400 g mittelgroße Nudeln (Penne, Fusilli o.ä.)

Zubereitung:
Butter und Öl erhitzen, Zwiebel, Knoblauch, Möhre und Sellerie bei milder Hitze dünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Tomatenmark, Tomaten, Thymian und Gemüsebrühpulver hinzugeben, bei sehr milder Hitze unter gelegentlichem Umrühren 30-40 Minuten garen. Falls die Sauce zu dick wird, etwas Wasser unterrühren. Mit Pfeffer und ggf. etwas Salz würzen, Thymianstengel herausfischen, Petersilie unterrühren und mit dem Pürierstab pürieren. (Diese Tomaten-Grundsauce kann auch gut eingefroren werden.) Zerpflückten Thunfisch hinzugeben.
Während die Sauce gart, die Nudeln halb gar kochen. Vom Nudelwasser etwa 80-90 ml abnehmen und die saure Sahne damit glattrühren.
Ein Drittel der Sauce auf dem Boden einer Auflaufform (ca. 23×30 cm) verteilen. Die Hälfte der vorgegarten Nudeln in die Form füllen, mit der Hälfte der sauren Sahne bedecken. Ein weiteres Drittel der Sauce darauf verteilen, die restlichen Nudeln in die Form geben, die restliche saure Sahne darüberstreichen und schließlich mit dem letzten Saucendrittel bedecken. Den so vorbereiteten Auflauf kann man ein bis zwei Tage zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Alufolie oder den Deckel der Auflaufform drauflegen und den Auflauf im vorgeheizten Ofen bei 200° etwa 10-20 Minuten (letzteres, falls der Auflauf im Kühlschrank aufbewahrt wurde) backen. Dann Folie bzw. Deckel entfernen und noch weitere fünf Minuten garen. Vor dem Servieren den Auflauf kurz ruhen lassen, dann nach Geschmack heiß oder warm servieren.

Verspätetes Geschenk

Rechtzeitig zu Ostern bekam ich noch ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Ich finde es so toll, dass ich es Euch auch zeigen möchte.

verstellbarer Teigroller

Es ist ein Teigroller, an den man seitlich Scheiben mit drei verschiedenen Durchmessern anschrauben kann. Damit lässt sich Teig in gleichmäßiger Stärke (2, 6 oder 10 mm) ausrollen. Ich freue mich schon darauf, dieses Ding beim nächsten Kuchenbacken auszuprobieren.

Biologisch ist…

wenn der Spinat (der erste in diesem Jahr) bewohnt wird. Diese Bewohnerin maß übrigens nur zwei Zentimeter, sah mit ihren Fühlerchen aber allerliebst aus.

Schnecke im Bio-Spinat.jpg

Alles in allem waren es drei Schnecken aufs Kilo, alle noch sehr klein, und ich habe sie natürlich beim Gemüseputzen entfernt. Die Foto-Session fand gestern im Mülleimer statt.

Quittenkuchen

Wenn man schon mal Quitten hat, will man ja auch was Feines draus machen. Bei mir wurde ein Teil zu diesem Kuchen verarbeitet.

Quittenkuchen

Für den Teig:
250 g Mehl
1 gestrichener Teelöffel Backpulver
etwas gemahlene Vanille
50 g Zucker
100 g Butter
1 Ei
Fett für die Form

Für die Früchte:
1 kg Quitten
1/8 l Weißwein
1/8 l Wasser
1 Esslöffel Zucker
etwas gemahlener Zimt

Für den Guss:
3 Eier, getrennt
75 g Zucker
1 Esslöffel Speisestärke
200 g Schmand oder saure Sahne

Zubereitung:
Die Teig-Zutaten zusammenkneten, eventuell noch ein paar Tropfen Wasser hinzugeben, damit der Teig zusammenhält. Eine Tarte-Form (28 cm Durchmesser) damit auslegen, einen kleinen Rand hochziehen. Boden mehrmals mit einer Gabel einstechen, damit er sich nicht wölbt. Bei 160° (Umluft) etwa 20 Minuten vorbacken.
In der Zwischenzeit die Quitten vierteln, schälen, Kerngehäuse entfernen, Früchte in Spalten schneiden. In der Flüssigkeit mit dem Zucker 3-4 Minuten garen, bis sie fast weich sind. Dann die Quittenspalten gleichmäßig auf dem Teigboden verteilen und mit Zimt bestreuen.
Für den Guss die Eiweiße steif schlagen und den Zucker einrieseln lassen. Die Eigelbe mit der Speisestärke glattrühren, Schmand oder saure Sahne drunterrühren. Eiweiß vorsichtig unter die Eigelbcreme ziehen. Diesen Guss über den Kuchen verteilen und das Ganze weitere 20 Minuten backen.

Irish Stew oder Mach doch, was du willst

Neulich fragte ich meine aus einer Person bestehende Zielgruppe, was man denn gern am Wochenende essen würde. Irish Stew, bekam ich zur Antwort. In meinen Kochbüchern fanden sich dazu diverse Rezepte; im Internet stieß ich auf noch mehr Variationen. Irish Stew scheint ungefähr so variabel zu sein wie Erbseneintopf in Deutschland. Feste Zutaten sind eigentlich nur Kartoffeln, Zwiebeln und (Hammel-)Fleisch, was sonst noch hinzukommt, hängt vom Inhalt der Speisekammer bzw. des Kühlschranks ab.
Nun bin ich nicht besonders verrückt nach Hammelfleisch, deshalb ersetzte ich es von vornherein durch Lamm. Hier sind meine Zutaten:

Irish Stew, Zutaten

300 g Lammfilet (es sollte ja ein Sonntagsessen sein), 400 g Kartoffeln, drei geringelte Zwiebeln, Reste von Frühlingszwiebeln und frischem Knoblauch, ein knappes Pfund Wirsingblätter und ein paar Thymianzweige sowie als Flüssigkeit ein Glas Lamm-Fond. Das Fleisch briet ich im Stück an und schnitt es danach in mundgerechte Stücke. Die Zwiebeln wurden im Bratfett angedünstet, dann mit Lamm-Fond aufgegossen.

Mit der Hälfte der in Scheiben geschnittenen Kartoffeln legte ich die Auflaufform aus. Darüber kamen nacheinander die Hälfte des Wirsings, die Hälfte der Zwiebeln, die Fleischwürfel, die restlichen Zwiebeln, der restliche Wirsing und die restlichen Kartoffelscheiben. Alle Lagen wurden mit Thymian, Salz und Pfeffer gewürzt. Man sollte nicht zu sparsam salzen, sonst wird’s fad. Die Flüssigkeit gab ich zum Schluss in die Form. Man sieht, dass der Wirsing ziemlich viel Platz einnimmt:

Irish Stew, eingeschichtet

Deckel drauf und für 90 Minuten bei knapp 200 Grad in den Ofen schieben. Und am Ende sah es so aus:

Irish Stew, fertig gegart

Und ja, es hat gut geschmeckt, auch wenn das Kohl-Aroma ziemlich penetrant war. Nächstes Mal würde ich erstens etwas weniger Wirsing nehmen und ihn zweitens vorher andünsten.

Oma Elses Käsekuchen

Wer eine größere Gästezahl oder eine besonders hungrige Meute abzufüttern hat, ist mit diesem Rezept gut bedient. Die Menge ergibt 36 Stücke. Außerdem ist dieser Kuchen relativ schnell und unkompliziert zubereitet. Seinen Namen hat er übrigens von meiner Großmutter, die ihn meisterlich zubereiten konnte.

Oma Elses Käsekuchen vom Blech

Zutaten:
120 g Butter
300 g Zucker
abgeriebene Schale und Saft von zwei Zitronen
5 Eier, getrennt
1.500 g Magerquark
175 g Hartweizengrieß
1 Tütchen Backpulver

Zubereitung:
Butter und Zucker in einer großen (und ich meine wirklich GROSS, denn dies wird eine Menge Teig!) Schüssel schaumig rühren. Zitronenschale und -saft hinzufügen. Die Eigelbe einzeln unterrühren, dann den Quark dazugeben und ebenfalls gut verrühren.
Grieß mit Backpulver mischen und zum Teig hinzugeben. Das Eiweiß steif schlagen und unter den Teig ziehen.
Den Teig in eine mit Backpapier ausgelegte Fettpfanne füllen, glatt streichen und bei 150-160°C (Umluft) etwa 45 Minuten backen. In 36 Stücke schneiden.
Schmeckt bei der momentanen Hitze gut gekühlt wunderbar.
Wer mag, kann auch noch Rosinen in den Teig geben. Da aber nicht jeder welche im Kuchen mag, ist es vielleicht besser, sie wegzulassen.