Hatte ich eigentlich schon mal beschrieben, wie mein liebstes Pullover-Modell entstand? Es war ein ärgerlicher, aber im Nachhinein glücklicher Zufall.
Was ich im Winter 2011 eigentlich produzieren wollte, war ein Pullover in durchgehendem 6re-2li-Rippenmuster. Alle Bündchen sollten 2re-2li sein und sauber ins breitere Rippenmuster übergehen. Mir gefällt es nämlich nicht, wenn die Bündchen nicht mit dem Hauptmuster harmonieren. Ein schöner Übergang ist doch wohl das Mindeste, das man erwarten kann.
Also machte ich mich ans Werk, startete mit einem 2re-2li-Anschlag am Doppelbett, strickte das Bündchen und begann, die Maschen zum breiteren Rippenmuster umzuhängen. Mittendrin stoppte ich. Die mittleren zwei Maschen sollten entweder die links gestrickten oder die Mitte der breiteren Rippe bilden, aber das taten sie nicht. Es passte nicht. Irgendwo zu Beginn, also schon beim Maschenanschlag, hatte ich mich bei der Verteilung vertan.
Ein Doppelbett-Wickelanschlag an der Strickmaschine ist ein ziemlich zeitraubendes Unterfangen, und ich hatte wenig Lust, nochmals ganz von vorn zu beginnen. Also überlegte ich, wie sich die Verteilung der Rippen retten ließ. Ich begann in der Mitte mit der Umverteilung, und dann zeigte sich, dass mit drei sehr breiten Mittelrippen über je zehn Maschen die Aufteilung funktionieren würde. Es war eine Notlösung, meiner Faulheit geschuldet.

Als ich dann das fertige Rückenteil von der Maschine nahm und betrachtete, gefiel mir die Aufteilung mit den breiteren Rippen in der Mitte besser als das ursprünglich geplante durchgehende 6re-2li-Muster. Die Ärmel bekamen allerdings das schmalere Rippenmuster.
Den ersten Pullover dieser Art fand ich so gelungen, dass noch ein oder zwei weitere folgten. Dann sahen die weiblichen Mitglieder der Familie das Modell und wollten ebenfalls so etwas haben. So kam es, dass ich selbst mittlerweile etwa ein halbes Dutzend in verschiedenen Farben habe und der Rest der Familie jeweils drei bis vier, die bis zum Auseinanderfallen getragen werden.
Übrigens beabsichtige ich nicht, dafür eine Anleitung zu verfassen. Wer einigermaßen stricken kann (es sind schließlich nur rechte und linke Maschen) und Dreisatz- bzw. Proportionalrechnung beherrscht, kann sich selbst etwas Ähnliches überlegen. Und für diejenigen schreiben, die das nicht können oder wollen? Dazu bin ich zu faul.
Liebe Kerstin, das sind wirklich schöne klassische Pullover! Und ich liebe solche Aufgaben, ein passendes Bündchen zu gestalten, gerade bei Pullovern mit vertikaler Bordüre in den Leibteilen, wie ich sie öfter stricke.
Beste Grüße von Annette