Aus dem Vorrat – from stash

Das Garn für dieses Twinset, ein Industriegarn aus Wolle, Angora und Polyamid auf Kone, hat über zehn Jahre in meinem Vorrat verbracht und zwei Umzüge mitgemacht. Mir gefielen sowohl die Farbe als auch der schöne weiche Griff. Deshalb war klar, daraus musste ein klassisches Lieblingsstück werden.
Strickjacken kann man ja immer gebrauchen, also strickte ich eine schlichte Jacke. Und weil danach noch etwas vom Garn übrig war, folgte ein ärmelloses Top, das man gut darunter tragen kann. Mehr dazu kann man hier nachlesen.

Twinset Jacke/cardigan
Twinset, ärmelloses Oberteil / sleeveless top

The yarn for this twinset, an industrial wool-angora-polyamide mix on cone, spent more than ten years in my stash and even suffered two long-distance moves. I like the colour as much as the feel of the yarn. That’s why I was determined to use it for a classic, favourite garment. Cardigans are always useful, so I made a plain, round neck, buttoned cardi. And because there was still some yarn left, a sleeveless top followed, which can be worn under the cardigan. More about it (in German).

Ekeby

Da ich in diesen Tagen öfter als gewohnt mit Bus und Bahn unterwegs bin, brauchte ich ein Unterwegs-Gestrick. Gerade rechtzeitig fielen mir 400 g Noro Iro in Farbe 9 (rotmeliert) aus meinem Reste-Regal in die Hand, und ich erinnerte mich an den ungewöhnlichen Pullunder von Cornelia Tuttle Hamilton. Mal schauen, ob der Strickspaß daran anhält. Bisher finde ich das fortwährende Neuanschlagen von Maschen ziemlich störend, ich muss jedesmal die Nadeln von einer Hand in die andere wechseln und komme nicht so recht in Strick-Fluss. Vielleicht liegt das auch an meiner Anschlagmethode. Ich stricke die Maschen auf, weil mir das “Aufwickeln” per half-hitch zu locker gerät. Ein bißchen ordentlich soll es ja aussehen.

Falls jemand von Euch dieses Modell schon gestrickt hat, würde ich mich freuen, wenn Ihr mich wissen lasst, mit welcher Methode Ihr hier die Maschen angeschlagen habt.

Ekeby, Cornelia Tuttle Hamilton

These days I’m using busses and trains more frequently than before, which means I need a portable knitting project. Just in time I stumbled across four skeins of Noro Iro in colour 9 (assorted reds) from my personal oddments corner, and I remembered the unusual “Ekeby” by Cornelia Tuttle Hamilton. We’ll see if the knitting fun is going to last because so far I find the constant need to cast on rather troublesome. Each time I have to change the needle positions, which does not account for fluid movements. Maybe it’s due to my casting-on method. I do a cabled cast-on because my half-hitch cast-on is too loose. And it should look neat, shouldn’t it?

In case anybody of you, dear readers, has made this garment, I’d be happy to hear which method you used for casting-on.

Die verstrickte Dienstagsfrage – the Wool Sheep’s question 34/2008

Beim Wollschaf wird gefragt:
Wie wichtig ist es Dir, neue Stricktechniken zu erlernen? Welche Stricktechnik hast Du Dir zuletzt angeeignet?
Herzlichen Dank an Jinx für die heutige Frage!

Generell bin ich beim Stricken eher am Endprodukt interessiert als am Prozess. Deshalb erlerne ich selten eine Technik nur um des Lernens willen, sondern weil sie für einen bestimmten Zweck erforderlich ist. Manchmal jedoch reitet mich auch der Teufel, und ich will mir beweisen, dass ich etwas relativ Unwichtiges und Sinnfreies genauso gut kann wie andere Strickerinnen. 🙂 So ähnlich ging’s mir, als ich das ovale Deckchen strickte. Lochmuster und generell nach Strickschrift stricken habe ich schon diverse Male gemacht, das war nichts Ungewöhnliches. Hier reizte mich die Kombination von komplexer Strickschrift und dünnem Garn in einem überschaubaren Projekt.
Die letzte für mich “neue” Stricktechnik, mit der ich mich auseinandergesetzt habe, war das Stricken von kleinen Runden mit zwei Rundstricknadeln und in diesem Zusammenhang verkürzte Reihen mit Umwickeln der Maschen, beides sehr schön beschrieben in “New Pathways for Sock Knitters”. .

The Wool Sheep asks:
How important is it for you to learn new knitting techniques? Which technique did you learn recently?
Thank you Jinx for today’s question.

Generally the finished product is more important to me than the knitting process. That’s why I hardly ever learn a technique just for the sake of learning, but because I need it for a particular purpose. Sometimes, however, I’m devil ruled and want to prove that I can knit relatively dispensable and useless things as skillfully as other knitters. 🙂 That was the case with the oval doily. I’ve knit lace and by chart several times before, so this was not unusual. But the combination of a complex chart and fine yarn in a manageable project appealed to me.
The last “new” knitting technique I mastered was knitting in smallish rounds on two circular needles and in this context short rows with wrapped stitches, both of which is very clearly explained in “New Pathways for Sock Knitters”.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Kathleen Kinder, “Techniques in Machine Knitting”

Erschienen 1983 bei Batsford, London; Paperback, 144 Seiten mit vielen Schwarzweiß-Bildern und Zeichnungen, sechs Farbfotos.
Kathleen Kinder ist wie Diane Bennett oder Mary Weaver eine der “Grand Old Ladies” des Maschinestrickens in Großbritannien. Sie hat mehrere Bücher und viele Fachartikel verfasst. Dieses Buch stammt aus der Zeit, als Maschinestricken groß im Kommen war. Kinder beschreibt darin die wichtigsten Techniken und gibt gleichzeitig einen interessanten Einblick in einzelne Kapitel aus der Geschichte des Maschinestrickens. Das Buch ist praxisorientiert und nicht auf ein bestimmtes Fabrikat festgelegt, es setzt jedoch voraus, dass man die Gebrauchsanleitung seiner Maschine und auch die des Formstrickers (bzw. vergleichbarer Geräte anderer Hersteller) gelesen und verstanden hat. Ein großer Teil der Anleitungen basiert auf dem Einsatz des Formstrickers; sie haben deshalb meistens Schemazeichnungen, die man an die eigene Größe anpassen kann.
Insgesamt zehn detaillierte Anleitungen sind enthalten. Es geht los mit Sockenstricken am Einbett, dann folgen Mützen und Handschuhe. Erst dann sind Pullover an der Reihe. Ausführlich werden Fang- und Lochmuster behandelt, und auch der Raglan-Schnitt hat ein eigenes Kapitel. In weiteren Kapiteln findet man Informationen zum mehrfarbigen Stricken und zu Fiber-Art.
Hinweise zu Konengarnen und zum Umgang mit dem Formstricker ergänzen das Buch.
Ich kann es jedem empfehlen, der einen praxisorientierten Einstieg ins Maschinestricken sucht. Es ist zwar vom Aufbau her etwas ungewöhnlich, aber Kinders Ansatz funktioniert bestens. Die sorgfältig recherchierten historischen Details lockern die Kapitel auf und sind gleichzeitig spannend zu lesen.

Kathleen Kinder, Techniques in Machine Knitting
Verkürzte Reihen, short row technique
Handschuhe mit farbigem Muster, gloves with colour pattern

Published 1983 by Batsford, London; paperback, 144 pages with many b+w photos and drawings, six colour photos.
Kathleen Kinder, like Diane Bennett or Mary Weaver, is one of the “Grand Old Ladies” of machine knitting in Britain. She has written several books and many professional articles for magazines. This book dates back to when machine knitting was a growing craft. Kinder explains the most important techniques and at the same time delivers insight into the history of machine knitting. The book is not restricted to a certain brand of machine, but it requires that you have read and understood the manuals of your machine and charting device. Kinder’s instructions are based largely on the use of a charting device, and most of them have schematics which can be adjusted to the size needed.
There are about ten detailed instructions included, starting with socks at the single bed. Next are hats and gloves/mittens, only then sweaters are mentioned. Tuck and lace stitch are extensively covered, and even the raglan has its own chapter. Ethnic and colour knitting and fibre art are dealt with, and tips about coned yarns and charting devices round everything off.
I can recommend this book to everyone who is looking for a practice-oriented introduction to machine knitting. Its structure may be unusual, but Kinder’s approach works great. Her meticulously researched historic details break up the chapters and make a fascinating read.

Sonderbarkeiten – Oddities

Heute war es nötig, den größten Koffer des Haushalts einer Überprüfung zu unterziehen. (Nein, ich plane keine Reise, falls das jemand meinen sollte.)
Dabei fiel mir auf, dass in seinem Inneren irgendetwas hin- und herrutschte. Normalerweise sollte ja in leeren Koffern nichts herumrutschen. Deshalb inspizierte ich sämtliche Außen- und Innentaschen und stieß schließlich auf dieses Fundstück. Das war einmal mein Strickzubehör-Mitnehme-Beutel. Auf der Rückseite des Zettels, in dem die Nadeln stecken, sind drei Telefonnummern, die ich im Mai 2005 notiert haben müsste, damals waren die nämlich sehr wichtig für mich. Somit kann ich ziemlich gut zuordnen, wann ich den Beutel im Koffer vergessen habe.
Ein weiteres Fundstück in derselben Kofferinnentasche stammt jedoch nachweislich aus dem September 2006. Es handelt sich um einen Schlüsselanhänger mit Werbedruck, und mit der Firma hatte ich zuvor keinen Kontakt.
Ich glaube, ich werde schneller alt, als ich es merke.

Seltsamkeiten - oddities

Today it proved necessary to inspect this household’s largest suitcase. (No, I’m not planning a trip, in case you should suspect.) At this occasion I noted some small items skidding around somewhere in its innards. Normally, there should nothing be skidding around in empty suitcases, so I checked all outer and inner pockets and finally found this knitting accessory takeaway bag. On the flip side of the paper that holds the needles there are three phone numbers which I must have jotted down in May 2005, because at that time they were very important for me. So it’s quite easy to allocate when I forgot the bag in the suitcase.
Another object, however, evidently dates back to September 2006. It is a key ring showing a company logo, and I did not get in touch with the company before that date.
I think I’m aging faster than I can realize.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Injoo Kim, Ruth Burbank, “Machine Knitting”

Dieses Buch erschien 2006 bei Pearson Prentice Hall, es hat 174 Seiten mit vielen Schwarzweiß-Bildern. Es ist ein vollständiger Lehrgang zum Stricken mit jeder Einbett-Strickmaschine. Eine DVD mit vielen Videos (für PC und Mac), in denen die Techniken genau gezeigt werden, ergänzt das Buch.
Es umfasst acht Kapitel:
– Allgemeine Information
– Anschlagen und Abketten, verschiedene Techniken
– Maschen zu- und abnehmen
– Maschenproben und Fehlerbehebung
– Ausarbeitung (Säume, Besätze, Knopflöcher)
– Mustertechniken
– Spannen und Zusammennähen
– Einige Projekte
Zu den wichtigsten Punkten aus jedem Kapitel gibt es Videos. Die sind sehr pfiffig gemacht, man kann sie in beliebiger Reihenfolge, in normalem Tempo oder in Zeitlupe anschauen und natürlich so oft wiederholen, wie man möchte.
Ein sehr empfehlenswertes Buch für jede Maschinestrickerin, das zum Glück noch nicht vergriffen ist.

Injoo Kim, Ruth Burbank, Machine Knitting
Video Inhalt, list of video contents

This book was published in 2006 by Pearson Prentice Hall. It has 174 pages with lots of b+w photos. It is a comprehensive training course for knitting with any single bed knitting machine. A DVD with many videos (for PC and Mac)showing each technique complements the book.
It comprises eight chapters:
– General information
– On and Off
– Transferring stitches/shaping
– Swatch
– Finishing techniques
– Stitch patterns
– Blocking, assembling and finishing
– Projects
The most important items are covered by rather sophisticated videos, which can be viewed in any order, in normal or slow motion and of course as often as you like.
I can only recommend this book to any machine knitter, and it has the additional benefit that it’s not out of print.

Rebecca Magazin 37

Vorgestern kam es heraus, gestern habe ich es gewissermaßen aus Gewohnheit gekauft, weil mir eigentlich immer etwas darin gefallen hat. So richtig begeistert bin ich diesmal allerdings nicht. Bekanntlich bin ich ja keine Freundin von tristen Farben; am besten gefällt mir deshalb der Mut zur Farbe, der im Heft spürbar ist. Außerdem gibt es jetzt ein Garn ähnlich Rowans Kidsilk Haze, wenn auch in Billigausführung.
Hier ist ein Auszug aus dem Heft.
Man findet viele Modelle aus dicken, auch doppelt verstrickten Garnen und in teilweise unlogischen Designs; ich würde z.B. ganz gewiss keinen kurzärmeligen Jacquardpullover mit Rollkragen stricken. Manche Modelle sehen sogar an den superschlanken Models schon eigenartig aus. Dennoch habe ich auch hier zumindest ein Modell gefunden, das mir richtig gut gefällt: Modell 5, die Kapuzenjacke mit Zopfmuster, die auf dem Bild ganz links zu erkennen ist. Der Zopfpullover Nr. 24 (linkes Bild, rechtes Modell) ist auch nicht schlecht, aber für meine Figur viel zu lang.

It was launched the day before yesterday, yesterday I bought it virtually out of habit, because so far I’ve almost always found something nice in there. This time, I’m not that enthused.
As you all know by now, I’m not a friend of dull colours, so I’m fond of the bold colours used in this issue. And GGH has launched a Kidsilk Haze type of yarn, albeit in low-budget quality.
Here’s an excerpt of the magazine. There are many items made of thick, even doubled-up yarns and in somewhat illogical designs; I would, for instance, not want to knit a short-sleeved, roll-neck jacquard sweater. Some shapes look strange even on the super slim models. Anyway, I’ve found at least one garment I like: No. 5, the hooded jacket with cable patterning, photo on the left, garment at right. The cabled sweater no. 24 (left photo, garment at right) also looks quite promising, but it would be much too long for me.

Rowan Magazine 44

Gestern kam es an, und ich bin begeistert. Es ist eines der schönsten Hefte, die ich je in der Hand hatte. Fast alle Modelle sind mit relativ dünnen Nadeln gestrickt (die lockerste Maschenprobe ist 18 M auf 10 cm), viele sind einfarbig mit dezenten Strukturmustern oder werden als einfarbige Version angeboten. Zwar werden einige an einem arg anorektischen Model gezeigt, aber die meisten sind auch in großen Größen nachzustricken.
Stricktechnisch ist für jeden Geschmack etwas dabei, ein wenig Intarsienmuster, etwas Fair Isle und, wie schon erwähnt, viele Strukturmuster, jedoch keine Zöpfe. Meine persönlichen Favoriten: Grable, Lamour, Hayworth, Colbert, Damask und Florentino. Hier ist eine Übersicht der Modelle.

Rowan Magazine 44

It arrived yesterday, and I am thrilled. It is one of the most beautiful issues I’ve ever laid my hands upon. The garments are almost exclusively knit with small needles (the loosest swatch is 18 stitches per 10 cms), many are plain-coloured with subtly textured patterns or shown in a plain-coloured version. Although some are shown on a badly anorexic model, most can be knit in larger sizes, too.
In terms of knitting technique, there’s something for every taste, a bit of intarsia, some Fair Isle and, as already mentioned, a lot of texture, however no cables. My personal favourites: Grable, Lamour, Hayworth, Colbert, Damask and Florentino. Here’s an overview of the patterns.

Die verstrickte Dienstagsfrage – the Wool Sheep’s question 32/2008

Beim Wollschaf wird gefragt:
huhu liebes wollschaf……..ich bin ja noch nicht sooo lange unter den Sockenstrickern…….mich würde mal interessieren….
…an alle Wollefärber…wonach sucht ihr die Namen für euren Strang aus ?…..ist erst der Name da….dann die Farbidee….oder erst der Strang…und dann der Name ?…..
ich würde mich freuen…wenn das einen Dienstagsfrage werden würde….weil mich das immer wieder fasziniert…wie die ganzen Wollstränge heißen….und wie alle da drauf kommen….
Vielen Dank an Doreen für die heutige Frage!

Da ich nicht selbst färbe (dafür hat man seine Leute ;-)), gehöre ich ja eher nicht zur Zielgruppe, an die sich die Frage richtet. Aber ich gebe mitunter Gestricktem, das ich selbst entworfen und produziert habe, einen passenden Namen. Insofern betrachte ich mich auch als qualifiziert zum Antworten.
Manchmal hat man eine vage visuelle Idee, setzt sie um, möglicherweise mit mehreren Versuchen, weil der erste noch nicht optimal gelungen ist, und dann schreit das Ergebnis seinen Wunschnamen förmlich in die Welt hinaus. Ein Beispiel dafür wäre mein “Drunter und Drüber”.
Bei anderen Gelegenheiten hat man einen Begriff im Kopf und sucht nach Möglichkeiten, ihn in ein Design umzusetzen. Beispiel: Der “Pergola” Schal.
Und dann kommt es natürlich auch vor, dass man etwas Schönes produziert und doch eine ganze Weile überlegen muss, bis man einen passenden Namen dafür findet.
Mir ist es übrigens wurscht, ob eine Garnfarbe einen malerischen Namen hat. Wichtiger ist es mir, bei Bedarf Garn in ausreichenden Mengen zu erhalten, da ich meistens größere Projekte stricke. Aufregende Namen, die aber nur einmal allerexklusivst als 100-g-Strang erhältlich sind, überlasse ich deshalb gern anderen; schlichte Farbnummern tun’s für mich auch.
Noch ein Tipp an Doreen: Jeweils EIN Punkt am Ende eines Gedankens hätte übrigens auch gereicht und vielleicht manchen kruden Zeilenumbruch verhütet; zum Umgang mit Interpunktionszeichen siehe auch hier. 😉