Yes she can

Das seltsame Gebilde von vergangener Woche ist jetzt fertig, gestärkt, gespannt und getrocknet. Es handelt sich um das “ovale Spitzendeckchen” Nr. 86 aus dem Burda Stricklehrbuch K603 von 1983. Ich wollte das Spitzenstricken einfach mal probieren, und außerdem brauchte ich eine kleine Decke für ein ovales Brotkörbchen. Dafür ist das Ergebnis nun, trotz dünnerem Garn und dünneren Nadeln, zu groß geraten, aber es sieht trotzdem ganz hübsch aus. Ja, das Spannen ist ein wenig unegal geworden, ich übe noch. 😉
Allerdings muss ich mir nun eine andere Lösung für das Brotkörbchen überlegen.

Decke Nr. 86, Burda Stricklehrbuch K603
Decke, ca. 39×51 cm
Decke, doily, Detail
Detail des Gestricks
Brotkorb mit Deckchen, bread basket with doily
Decke im Brotkorb

Last week’s strange formation has been finished, starched, blocked and dried. It is the “oval lace doily” No. 86 from Burda Stricklehrbuch K603, published 1986. I just wanted to try lace knitting, and, what is more, I was in need of a doily fitting a small oval shaped bread basket. The result is a bit too large, despite finer yarn and smaller needles, but it looks quite nice. Yes, the blocking has been done a wee bit irregularly, I’m still practising. 😉
I have yet to find another solution for the bread basket.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Patricia Graham, “The Hamlyn Basic Guide to Machine Knitting”

Erschienen 1988 bei Guild Publishing in Zusammenarbeit mit The Hamlyn Publishing Group, London; 124 Seiten, viele farbige Fotos.
Dies ist ein Einführungsbuch zum Maschinestricken am Einbett. Zunächst stellt Patricia Graham verschiedene Maschinentypen vor und gibt Hinweise für die Auswahl. Es folgt ein Technik-Teil, in dem die Grundlagen wie Anschlag und Abketten, Formgebung, (falsches) Rippenmuster und Saumstricken erläutert werden. Weiter geht es mit Strickprojekten. Anhand eines einfachen Pullovers (in fünfzehn Größen) lernt man nicht nur die Ausarbeitung, sondern auch Fehlerbeseitigung. Gemusterte Pullis und Jacken (Fangmuster, Vorlegemuster, Norwegertechnik, Webmuster, Lochmuster) folgen. Zu jedem Mustertyp wird die Technik genau beschrieben, es werden Mustervarianten vorgestellt und Tipps für eigene Entwürfe gegeben.
Besonders hilfreich für Anfänger dürften die präzisen Beschreibungen für z.B. verschiedene Ausschnittblenden, Taschenvariationen oder Knopflöcher sein. Wenn man sich die Mühe macht, diese Anleitungen durchzuarbeiten, ist man für fast jede Situation gerüstet.

Hamlyn Basic Guide to Machine Knitting
Bündchen und Säume, ribs and hems
V-Ausschnittvarianten, diverse Lochmuster - v neck variations, different lace patterns

Published 1988 by Guild Publishing by arrangement with the Hamlyn Publishing Group Limited, London, 124 pages, many colour photos.
This book is an introduction to single bed machine knitting. First, Patricia Graham informs about different types of knitting machines and helps you decide what machine to buy. In the techniques section, basics like casting on and off, shaping, (mock) rib and hems are covered. Knitting projects are next. By means of knitting a plain sweater (in 15 sizes) you not only learn how to do the making-up, but also how to fix mistakes. The next chapter is devoted to patterned garments (tuck stitch, slip stitch, fair isle, weaving, lace). For each type of patterning, the techniques are explained, including pattern variations and tips for designing your own garments.
Particularly helpful for beginnners are the precise and comprehensive instructions for, e.g., neckbands, different pockets or a variety of buttonholes. If you take the trouble to work your way through them, you should be equipped for any situation.

Markennamen

Wattestäbchen brauche ich in relativ großer Menge, um die Schlitten der Strickmaschinen zu putzen. Gestern war eine Nachfüllpackung fällig. Diesen Markennamen finde ich besonders prägnant und assoziationsfördernd:

Wattestäbchen

Bella-Weh: Schön, wenn der Schmerz nachlässt.

Ich kann auch anders – I can do different

Manchmal möchte man sich selbst beweisen, dass man sehr wohl etwas beherrscht, was man sonst eher nicht tut. Und es gibt zumindest anderthalb gute Gründe, es zu tun. Mehr dazu, sobald “es” fertig ist. 🙂

was anderes - something different

Sometimes you want to prove to yourself that you are perfectly able to master something you normally don’t do. And there are at least one and a half reasons to do it. Read more as soon as “it” is finished. 🙂

Verschlauft noch mal – B(r)other!

Heute hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, 40 (in Worten: vierzig) KG-gestrickte Reihen wieder aufziehen zu dürfen. Eigentlich ist aufribbeln von Maschinegestricktem kein besonderes Problem, aber KG-Muster sind eine Gemeinheit für sich, und vierzig Reihen davon sind eine Strafe, die ich höchstens meinem ärgsten Feind wünschen täte.
Wie kam es dazu? Nun, beim Aufwickeln des Garns vom Strang auf Kone hatte ich nicht aufgepasst und versehentlich eine Schlaufe hineingezogen. Die wurde dann vom KG-Schlitten in Reihe 55 des Ärmels mit eingestrickt. Das merkte ich aber erst, als ich schon bei Reihe 94 war. Beim Befühlen löste die Schlaufe sich auf, so dass die Masche, in der sie gesessen hatte, plötzlich riesengroß war. Das konnte so nicht bleiben, deshalb musste ich bis zu dieser Stelle ribbeln. Es kostete einige Stunden, bis der Schaden beseitigt war. Das Neustricken ging dann zum Glück schneller als das Aufziehen.

Today I had the immense joy of having to rip out 40 (in words: forty) rows of garter carriage knitting. Normally, tinking machine knitting is not much of a problem, but garter carriage patterns are beastly, and undoing forty rows of them is a punishment that I would at the utmost wish on my worst enemy.
How did it happen? Well, during the winding process from hank to cone I did not pay full attention and produced a slipknot. This was knitted by the garter carriage into row 55. Unfortunately, I only noticed it when row 94 was due. I fumbled at the knot, it unfastened and left a gigantic stitch. This could not be left as it was, so I had to rip back. It took me some hours to get there, but fortunately re-knitting all the rows went considerably faster than undoing them.

Zurück an Absender – Return to sender

Gelegentlich passiert es, dass mir ein frisch eingetroffenes Strickbuch nicht gefällt. “Two-Stich Knits” von Jane Crowfoot ist so ein Fall.
Die Aufmachung ist sehr schön und aufwändig, mit Spiralbindung innerhalb eines festen Einbands, dadurch kann man gut drin blättern, und das Buch ist trotzdem solide. Gut ein Viertel des Inhalts ist verschiedenen Arbeitstechniken gewidmet, mit vielen schön gestalteten Farbfotos. Die restlichen drei Viertel beinhalten Projekte für Babys, Kinder, Frauen, Männer und das traute Heim.
Gestrickt wird ausschließlich mit Rowan Garnen und hauptsächlich in einfachsten Rechts-Links-Mustern. Ein bißchen Norweger- und Intarsientechnik und zwei kleine Projekte mit Lochmustern sind eher die Ausnahme. Somit ist das Buch gut geeignet für Anfänger, die gerade erst rechte und linke Maschen gemeistert und noch keine rechte Vorstellung von dem haben, was überhaupt mit Garn und Nadeln möglich ist.
Mir sind die Projekte zu anspruchslos und zuwenig inspirierend. Ich weiß im Notfall auch ohne dieses Buch, wie ich einen einfachen Pullover oder einen Schal im Rippenmuster stricken kann.

Jane Crowfoot, “Two-stitch Knits”

It sometimes happens that I do not like a newly arrived knitting book. This is the case with “Two-stitch Knits” by Jane Crowfoot.
The presentation is beautiful and elaborate, the book is spiral-bound inside a solid cover, so it’s easy to browse and sturdy at the same time. About a quarter of the contents is devoted to different knitting techniques, with many beautifully arranged colour photos. The remaining three quarters contain projects for babies, children, women, men and the sweet home.
These projects are exclusively done in Rowan yarns and mainly in simplest knit-purl patterns. Some small fair-isle and intarsia knitting and two small lace projects are the exception rather than the rule. This makes the book best suited for beginners who have just mastered knit and purl stitches, having no idea what might be possible at all with yarn and needles. For me, the projects are too simple and not very inspiring. If necessary, I can churn out a simple sweater or a ribbed scarf easily without this book.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Regine Faust, “tuck knitting designs and patterns”

Erschienen 1979 bei Regine Studio, Toronto (also Eigenverlag), 208 Seiten, viele Schwarz-weiß-Fotos.
In diesem Buch geht es nur um eines: Fangmuster (tuck) mit der Strickmaschine. Fangmuster lassen sich mit praktisch jeder Maschine stricken, notfalls durch Handauswahl, aber wie vielseitig sie tatsächlich sind, erschließt sich einem erst durch ein Buch wie dieses. Von lochmusterartig filigranen Gebilden bis zu Aran-ähnlichen Strukturen ist viel mehr möglich, als man zunächst glauben möchte.
Faust erklärt zunächst, was Fangmuster eigentlich sind und worauf beim Stricken zu achten ist. Dann zeigt sie, welche unterschiedlichen Fangmuster mit einer einzigen Lochkarte, z.B. Karte 3 aus der Empisal-Standardserie, möglich ist. Über 60 weitere Lochkarten hat sie selbst entwickelt und präsentiert auf großformatigen Bildern, wie verschieden die Muster sein können, die damit gestrickt werden. Jedes Muster ist genau beschrieben. Zusätzliche Variationen sind z.B. durch ausgelassene Nadeln, durch Farbwechsel oder mit der Doppelbettergänzung möglich.
Die hier gezeigten Fotos geben einen kleinen Eindruck wieder.

Regine Faust, “tuck knitting designs and patterns”
Lochkarte 3, Einbett; card 3, single bed
Lochkarte 3, Doppelbett; card 3, double bed
Zwei Muster kombiniert, two patterns combined
Senkrechte Fangmusterstreifen; vertical tuck stripes
Aran-ähnliches Muster, aran-like pattern
zwei Variationen eines Muster, two variations of one pattern

Self-published 1979 by Regine Studios, Toronto, 208 pages, many black and white photos.
This book has only one topic: Tuck stitch on the knitting machine. Tuck patterns can be made on practically every machine, even manually, if necessary. But to fully unterstand their versatility, it takes a book like this. From lacy filigree knitting to substantial, aran-like structures there are far more possibilities than you would initially think.
Faust starts by explaining how tuck patterns are formed and what to pay attention to during the knitting process. Then she shows what different patterns are possible with one single punchcard, e.g. card 3 from the Empisal/Knitmaster basic set. She has developed more than 60 additional punchcards and shows their potential on large photos. Each pattern is clearly explained. Even more variations are possible by leaving needles out of work, changing colour or using the ribbing attachment.
The photos shown here may give you an impression.

Award-Epidemie – Award epidemia

Es war vermutlich nur eine Frage der Zeit, bis irgendein Ableger der derzeitigen Awarditis sich auch den Weg in mein Weblog erkämpft hatte. Danke, Michaela, es ist sehr lieb von Dir. 🙂
Da allerdings mittlerweile so ziemlich jedes halbwegs kreative Blog so ein Dingens mindestens einmal erhalten hat, möchte ich mir die Mühe ersparen, nun verzweifelt nach denjenigen zu suchen, die das Schicksal bisher damit verschont hat. Zudem ist auch ein so liebevoll erfundener Award wie dieser nichts anderes als ein Kettenbrief. Kettenbriefe habe ich zuletzt mit zwölf verschickt und möchte in meinem fortgeschrittenen Alter nicht noch einmal damit anfangen.
Stattdessen also mein Angebot, nur jetzt und nur hier: Greift zu, liebe verkannte Blogschreiberinnen, die Ihr bislang ungepriesen und unbelobigt geblieben seid, und bedient Euch, solange der Vorrat reicht! Ich verleihe Euch hiermit den “Brillante Weblog Premio-2008” (was auch immer das letztlich bedeuten mag) und ermächtige Euch, damit zu verfahren, wie es Euch beliebt.

Award...

It has probably merely been a question of time until some offshoot of these days‘ awarditis found its way to my weblog. Thank you, Michaela, it’s very kind of you! 🙂
As, however, meanwhile almost any reasonably creative blog has gotten such a something recently, I would like to save me the trouble of finding those few that have been spared by fate so far. Moreover, even a most lovingly devised award like this is nothing else than a chain letter. The last time I sent chain letters was way back when I was twelve, and I won’t start over now at my advanced age.
Instead, here’s my offer, only here and only now: Grab it now, dear misconceived blog writers, who have not been praised and glorified so far, and help yourself as long as stocks last! I herewith award you the “Brillante Weblog Premio-2008” (whatever that may ultimately mean) and legitimate you to deal with it at your discretion.

Die verstrickte Dienstagsfrage 28/2008

Das Wollschaf fragt:
neulich las ich in einer Zeitung folgenden Tipp, kann es mir nicht vorstellen und möchte dazu die Meinung anderer hören. „Angora- oder Mohairwolle lässt sich leichter stricken, wenn man die Knäuel vorher über Nacht in einer Plastiktüte im Gefrierfach aufbewahrt.“
Herzlichen Dank an Karin für die heutige Frage

Hm, seltsame Frage. Angora lässt sich ziemlich einfach verstricken, es fusselt halt nur. Mohair lässt sich auch relativ einfach verstricken; wenn es lange gelagert wurde, können die Fäden allerdings miteinander verhakt sein, dann “klebt” es. Ich glaube nicht, dass Einfrieren dagegen hilft.
Der angebliche Trick mit dem Einfrieren ging vor Jahrzehnten, bei der letzten Angora-und-Mohair-Welle, schon durch die Strickzeitschriften, er sollte damals das Fusseln eindämmen. Da mein Gefrierschrank immer schon voll mit anderen Dingen war und ist (keine Panik bitte, es ist heute nicht dieselbe Lammkeule wie vor 20 Jahren, und auch das eingefrorene Obst hatte zwischendurch diverse Schichtwechsel), habe ich das allerdings selbst nie ausprobiert.
Seinerzeit habe ich viel mit Angora gestrickt, und hier warten auch immer noch einige Partien auf ihre Verarbeitung. Meine Erfahrungen: Billig-Qualitäten fusseln stärker. Hochwertige, langfaserige Garne fusseln weniger. Und wenn du Angora trägst, achte darauf, dass die Farbe nicht zu stark vom Rest deiner Kleidung abweicht. Dann sieht man die Fusseln nicht so sehr. 😉