Das Wollschaf fragt: Wenn ich mich so durch die Blogs klicke, fällt mir auf, dass ich nicht überall gleich gerne lese- was nicht am Inhalt liegt. Darum meine Frage: Wie ist ein Blog, den (oder das?)du gerne liest? Viele Smilies oder wenige? Schriftgröße? Textlänge? Bilder? Hintergrundfarbe? (etc. und natürlich auch Inhalt)
Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!
Ich fürchte, mit meiner Antwort oute ich mich als kleinkariert, intolerant und nörglerisch. 🙂
Ja, natürlich gibt es Blogs, die ich ungern bis gar nicht lese, und zwar z.B. aus folgenden Gründen:
1. Hintergrund und Textfarbe
Graue Winz-Schrift auf schwarzem Grund mag die spätpubertär-düstere Grundstimmung einer Schreiberin adäquat widerspiegeln, ist jedoch die Pest für die Augen einer Presbyopen wie ich es bin.
Königsblau auf Feuerrot liest sich übrigens auch nicht besser, wenn auch aus optisch anderen Gründen.
2. Satzzeichen-Inflation
Wenn jeder Satz so wichtig ist, dass er mit einem oder mehreren Ausrufezeichen beendet werden muss, wenn jede Frage zur Verdeutlichung ihrer Fraglichkeit mindestens drei Fragezeichen benötigt, gern auch abwechselnd mit Ausrufezeichen, damit es nicht so langweilig ist, und wenn Aussagen durch zehn bis zwanzig aufeinander folgende Punkte miteinander verbunden werden, um möglicherweise die Zusammenhanglosigkeit im Hirn der Autorin zu kompensieren, dann klicke ich weg. Wer nicht in der Lage ist, sich einigermaßen klar zu artikulieren, der darf gern weiter im Internet an seinem Stil feilen, sollte aber nicht auf mich als regelmäßige Leserin hoffen.
3. Animiertes
Nervös zappelnde Kätzchen, Hündchen, Häschen, Elfchen oder Schneeflöckchen sind bei vielen Autorinnen äußerst beliebt. Zum Glück bietet mein Browser die Möglichkeit, GIF-Animation abzuschalten. (Mein Feedreader kann das leider nicht.) Animationen lenken vom Text ab und erschweren Verständnis und Lesbarkeit. Aber vielleicht ist das ja gewollt?
4. Inhaltliches
Bestimmt ist jetzt wieder irgendjemand gekränkt, aber reine Socken-Blogs langweiligen mich. Ich bin sicher, sie haben ihre treuen Leserinnen, und die gönne ich ihnen von Herzen. Nur möchte ich das bitte nicht mir antun müssen. Das gilt übrigens auch für reine Spüllappen- oder Schondeckchen-Blogs. Ich wünsche Euch viel Freude in Eurer Monokultur, und lasst Euch durch meine Ignoranz nicht von Eurem Tun abhalten.
5. Was ich gern lese
Was ich bei meinen FreundInnen im wahren Leben schätze, mag ich auch in Blogs: Humor, Ehrlichkeit (nicht zu verwechseln mit Exhibitionismus), Intelligenz. Etwas Abwechslung bei den Themen und der gelegentliche Blick über den Horizont schaden nicht. Es darf auch ruhig mal subversiv zugehen, und ich erwarte nicht, dass alle Welt dieselbe Meinung hat wie ich. Anderer Leute andere Ansichten geben mir neue Einsichten. Dass ich trotzdem gelegentlich bei meiner Meinung bleibe — nun ja, so ist das eben mit dem Altersstarrsinn. 😉
Sorry, no English version today.