Rettungsleine – Lifeline

Der “Ethereal Triangular Shawl” ist immer noch nicht fertig. Ich weiß nicht, wieviele Wiederholungen des Grundmusters ich mit der Garnmenge stricken kann, die mir zur Verfügung steht. Deshalb habe ich vorsichtshalber vor dem letzten Rapport eine Rettungsleine eingezogen. Sollte sich herausstellen, dass für die letzten 50 Reihen nicht mehr genug Garn vorhanden ist, kann ich auf diese Weise schnell zu einem Punkt zurückribbeln, von dem aus es bestimmt ausreicht.
Übrigens bin ich nach wie vor von diesem Tuch sehr angetan. Es sieht sehr hübsch aus, die Anleitung ist fehlerfrei, abwechslungsreich zu stricken und dazu noch kostenlos.

Ethereal Triangular Shawl

The “Ethereal Triangular Shawl” still is not finished. I do not know exactly how many repeats of diagram 1 I can nknit with my yarn until it runs out. That’s why I threaded a lifeline through the stitches before embarking on the last repeat. Should there be insufficient yarn for the last 50 rows, I can quickly rip them back to a point from where there will definitely be enough yarn.
By the way, I’m still fond of this shawl. It looks really lovely, the instruction is flawless, it’s a joy to knit and to top it all, it’s free.

Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2011

Das Wollschaf möchte wissen:
Wie lange strickt ihr denn schon? Habt ihr erst vor kurzem angefangen, strickt ihr schon ein paar Jaehrchen, oder sogar schon Jahrzehnte?
Wer (oder was) hat euch zum Stricken gebracht? Und wo habt ihr es gelernt? Hattet ihr einen “Strick-Hiatus”, d.h. habt ihr fuer ein paar Jahre unterbrochen, und dann wieder angefangen, oder strickt ihr, seit ihr es koennt.
Und was ist das erste Stueck, dass ihr gestrickt habt?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!

Ich stricke “ernsthaft” seit etwa 1982/83, also schon ziemlich lange. Weshalb ich damals wieder darauf gekommen bin, weiß ich gar nicht mehr. In den Läden gab es zu der Zeit jedenfalls reichlich Garne, überhaupt gab es viele Wollgeschäfte (zumindest in Hamburg, wo ich damals lebte), und die Zeitschriftenläden waren voll mit Strickzeitschriften, die es heute gar nicht mehr gibt.
Stricken gelernt habe ich als Kind. Meine Mutter hat es mir beigebracht, als ich etwa 6-8 Jahre alt war, genau weiß ich es nicht mehr. Ich habe aber lange Zeit lieber gehäkelt als gestrickt, das konnte ich besser.
Mein erstes richtiges Strick-Modell war ein quer gestrickter Pullover aus der “Diana” vom Herbst 1982 mit einem eingestrickten Musterstreifen. Im Heft war er in Hellblau-Beige abgebildet, ich strickte ihn in Weinrot-Beige, aber aus dem Originalgarn. Das war seinerzeit ein Riesenaufwand, weil ich das Garn in Hamburg nicht bekam und deshalb per Post bestellen musste. Von Garnsubstitution wusste ich nichts; ich dachte, man müsste alles aus den Zeitschriften mit den Originalgarnen (wenn auch nicht in den ursprünglichen Farben) stricken.
Ziemlich schnell fand ich dann aber heraus, wie man fertige Anleitungen abwandelt und eigene Entwürfe realisiert. Weil ich mehr Ideen als Zeit hatte, kaufte ich mir Anfang 1987 eine Strickmaschine und hörte für etliche Jahre mit dem Handstricken auf. Das begann mich erst nach der Jahrtausendwende wieder zu interessieren, als ich übers Internet und vor allem die Newsgroup maus.kreativ.handarbeiten in Kontakt mit anderen Strickerinnen kam. Heute mache ich beides mit gleicher Freude, Hand- und Maschinestricken. Nur die Zeit, die ist knapper als früher.

Die verstrickte Dienstagsfrage 45/2011

Das Wollschaf fragt diesmal (aus dem Archiv vom 25.01.2005:
Angenommen, du sitzt auf dem Sofa (Sessel, Bank, Stuhl…) und strickst. Was brauchst du unbedingt in Griffweite?

Ich brauche Garn, Stricknadel(n) und gegebenenfalls eine Anleitung. Ich bin anspruchslos und kann notfalls im Stehen stricken, wenn ich z.B. auf Bus oder Bahn warte.
Bei komplexen Projekten oder wenn bestimmte Projektstadien erreicht werden, schaden Schere, Sticknadel, Häkelhaken, Maschenmarkierer oder Maßband nicht. Aber ich stricke ohnehin nur sehr selten stundenlang am Stück, und wenn ich zwischendurch mal aufstehen kann/muss, um mir ein Glas Wasser, einen Kaffee, die Schere, das Maßband oder ein frisches Knäuel zu holen, finde ich das ganz angenehm.

Kontrastprogramm – What a contrast

In den letzten Wochen habe ich nur mit dünnen Garnen gestrickt. Es war höchste Zeit für eine kleine Abwechslung. Bei der antiken Wolle, die ich letzten Monat bekommen hatte, befand sich ein einzelner 100-g-Strang Neveda “Record” in hellem Türkis. Die Banderole enthielt keinerlei Angaben zu Nadelstärke oder Lauflänge. Die Meterzahl ließ sich ziemlich einfach schätzen, indem ich die Länge des Stranges ausmaß und mit der Anzahl der Fadenlagen multiplizierte. Ich kam auf etwa 72 m. Das sollte für eine Mütze reichen, fand ich, und machte mich auf die Suche nach einer Anleitung. Bei Ravelry fand ich Charisa Martin Cairns “Lifestyle Topdown Hat”, kostenlos, von oben gestrickt und für jede Garnstärke und fast jedes Muster anwendbar. So entstand in knapp zwei Tagen auf zwei 6-mm-Rundstricknadeln diese nette, einfache Mütze.
Wer für so eine Anleitung Geld ausgeben möchte, kann das übrigens auch tun: Sowohl in Cathy Carrons “Hip Knit Hats” als auch in Wendy Bernards “Custom Knits 2” sind vergleichbare Anleitungen enthalten.

Lifestyle Hat

During the last weeks I only used fine yarns. It was high time for a change. Among the ancient wool that I received last month was a single 100-gram hank of Neveda “Record” wool in light turquoise. The ball band contained no information about yardage or needle size. But at least the yardage could be estimated quite simply by measuring the length of the hank and multiplying it with the number of thread layers. There were about 72 meters. I decided it was enough for a hat and started looking for instructions. On Ravelry I stumbled upon “Lifestyle Topdown Hat” by Charisa Martin Cairn, a free pattern, worked from the top and suitable for almost each and every yarn and pattern. In less than two days and on two 6 mm circular needles, this nice simple hat was finished.
If you want to spend money on a similar pattern, this is perfectly possible: Cathy Carron’s “Hip Knit Hats” as well als Wendy Bernard’s “Custom Knits 2” contain comparable instructions.

Schal/Scarf Moiraine

Schon vergangenes Wochenende konnte ich diesen Schal fertigstellen. Die Anleitung gibt’s bei Arlenes Lace. Gut zwei Wochen habe ich daran gestrickt, allerdings praktisch nur an den Abenden zuhause. Ich finde, dieses Projekt eignet sich wegen der Perlen, die man ständig nachschieben muss, nicht besonders gut für unterwegs.
Etwa 300 m Wolle (Wollmeise 100 % Merino in Farbe WD Vergissmeinnicht) und um die 300 azurblaue Rocailles sind darin verarbeitet. Das Muster ist einfach zu stricken und ergibt einen schönen Effekt.

Moiraine Schal/scarf

I already finished this scarf last weekend. The pattern is available at Arlene’s lace. It took me a bit more than two weeks knitting time, during evenings/nights at home only. In my opinion it is not very suitable for a portable project because of the beads which must be continuously pushed along the thread.
About 300 metres of wool (Wollmeise 100% Merino in colour WD Vergissmeinnicht) and ca. 300 azure blue rocailles beads are worked into this scarf. The pattern is easy to memorize and looks lovely.

Die verstrickte Dienstagsfrage 44/2011

Das Wollschaf fragt diesmal:
Beim Stricken der Knopflochblende bin ich immer ein bißchen unsicher, ob die Knopflöcher auch wirklich an der korrekten Stelle von mir gestrickt wurden, wo auf der anderen Blende der Knopf bereits angenäht ist, trotz mehrfacher vorheriger Messung.
Mich würde interessieren, welche Art von Blenden Ihr an Euren Strickteilen anbringt. Strickt Ihr sie gleich mit, später an oder ganz separat? Gelingen Eure Blenden immer auf Anhieb oder habt Ihr manchmal Probleme, dass sie zu kurz oder zu lang werden?
Welche Methode/Technik habt Ihr, um die Knopflöcher korrekt in der Höhe der Knöpfe zu setzen? Klappt das immer auf Anhieb oder seid Ihr manchmal auch unsicher, ob alles richtig sitzt? Arbeitet Ihr gerne Blenden, besonders die Knopflochleiste?
Vielen Dank an Bärbl für die heutige Frage!

Bei Knöpfen und Knopflöchern gehe ich auf Nummer Sicher. Erst der Knopf, dann das Knopfloch, das geht bei mir gar nicht. Zuerst müssen die Knopflöcher vorhanden sein, dann werden die passenden Knöpfe dazu beschafft. Dazu gehe ich in einen Laden hier im Ort, der eine gewisse Auswahl hat und zu dem ich das Strickteil natürlich mitnehme. Angenäht werden die Knöpfe zum Schluss, exakt gegenüber den Knopflöchern. Ein zusätzlicher Knopf kommt innen an eine Seitennahtzugabe. Falls mal einer der Originalknöpfe verloren geht, hat man damit gleich Ersatz parat.
Blenden arbeite ich auf unterschiedliche Weise. Meistens stricke ich sie gesondert und bringe sie danach an. Sie gleich mitzustricken kann problematisch sein, weil das Blendenmuster häufig eine andere Maschenprobe hat als der Hauptteil des Gestricks. Das kann man zwar mit diversen Tricks ausgleichen, aber einfacher wird das Stricken dadurch nicht. Weshalb also nicht gleich die Blende getrennt stricken oder nachträglich anstricken? Dazu benötigt man natürlich eine Maschenprobe, die man aber meistens schon automatisch mit dem Bündchen gestrickt hat.
Um Knopflöcher gleichmäßig über die Blendenlänge zu verteilen, verwende ich übrigens den Knopfloch-Kalkulator.

Ärgerlich

Neulich bestellte ich mir das Buch “Rowan Studio Designs” in deutscher Ausgabe.

Rowan Studio Designs

Mir war klar, dass darin Modelle enthalten sind, die bereits in den Rowan Studio Heften veröffentlicht wurden. Da ich keines dieser Hefte besitze, ist das auch völlig in Ordnung für mich. Tatsächlich finde ich die meisten der gezeigten Pullis und Jacken sehr schön und würde sie sofort in meinen Kleiderschrank aufnehmen.

Mir ist auch nicht neu, dass Rowan von Schnittzeichnungen und Bemaßungen nicht viel hält, so dass man praktisch alles, was man nach eigenen Maßen und eigener Maschenprobe nachstricken möchte, erst einmal mehr oder weniger mühsam strick-reassemblieren muss. Auch Strickschriften und Diagramme sind des Teufels für Rowan-Redakteure. Eine Zopfmusterbeschreibung über drei Seiten hält man für sicherer und übersichtlicher als ein Diagramm von acht Reihen. Wenn dann doch mal (versehentlich?) eine Strickschrift erscheint, dann zeigt sie eine komplette Rückenteilbreite, wo aus meiner Sicht ein acht-Maschen-Rapport nebst Vorher- und Nachher-Maschen genügt hätte. Nun ja, bei Rowan pflegt man seine Besonderheiten.

Als Frechheit empfinde ich jedoch, was der OZ-Verlag aus den vorliegenden Informationen gemacht hat. Nicht nur wurden fast alle Modelle neu benamst, was das Suchen nach Zusatzinformationen im Internet und bei Ravelry extrem erschwert; nein, man hat sich auch die Mühe gemacht, die Namen der verwendeten Garne wegzulassen. Es gibt nur Angaben zur Zusammensetzung und zur Lauflänge. Fröhliches Raten ist also angesagt, welches der Rowan-Garne denn nun tatsächlich bei z.B. einer Lauflänge von 50 m auf 50 g aus 50 % Merinowolle, 25 % Alpaka und 25 % Viskose besteht.

Ich werde das Buch wohl trotzdem behalten, weil mir die Modelle gut gefallen. Aber was die Redaktionen (Rowan und OZ-Verlag) sich da wieder mal geleistet haben, ist für mich im Grunde genommen nicht mehr akzeptabel.

Fundsache in der Provinz

Yarnbombing bzw. Guerillastricken gibt es nicht nur in Großstädten, sondern auch auf dem mehr oder weniger platten Land. In Aalen, der “Perle des Ostalb-Kreises”, fand ich neulich dieses Gestrick an einem Baum auf dem Gmünder Torplatz.

umstrickter Baumstamm in Aalen

Nein, es ist nicht von mir. Für so etwas fehlt mir die Zeit.
Ob es sich derzeit immer noch dort befindet, entzieht sich leider meiner Kenntnis.

Frühlingsgrün im Herbst – Spring green in autumn

Dieser grüne Wuschelhaufen soll irgendwann mal das Layered Skater’s Top nach der Anleitung von Veronik Avery werden. Es ist derzeit mein Mitnahmegestrick, das heißt, ich stricke täglich etwa ein bis zwei Runden daran. Das Muster ist relativ einfach, auch wenn man bei dem fusseligen Kidsilk Haze aufpassen muss, dass man immer die richtige Masche erwischt. Momentan ist das Teil etwa 25 cm hoch. Bevor die Armausschnitte beginnen, will ich aber noch mindestens 10 cm mehr stricken, damit es für mich kleidsamer ist.

Layered Skater's Top

Some day this green fuzzy heap will be my version of the Layered Skater’s Top by Veronik Avery. It is presently my portable project and I knit about one or two rounds every day. The pattern is relatively easy to memorize, but I have to pay close attention to each stitch to catch the correct loops of the Kidsilk Haze. Currently this piece measures about 10 inches. I want to knit at least 4 more inches before starting the armholes because a longer version is more becoming for me.

Die verstrickte Dienstagsfrage 43/2011

Das Wollschaf möchte diesmal wissen (gekürzt):
Als fleissiger Verschlinger der Dienstagsfrage habe ich nun auch eine…Und zwar hab ich mich schon immer gefragt… Habt Ihr auch so Ticks beim Stricken?
Vielen Dank an Daria für die heutige Frage!

Echte “Ticks” habe ich meines Wissens nicht. Ich benötige keine speziellen Voraussetzungen zum Stricken und kann es auch stehend an der Haltestelle, in Bus oder Bahn, als Beifahrer im Auto oder im Wartezimmer. Mir ist allerdings eine gewisse Ergonomie wichtig. Beispielsweise möchte ich das Garn auf der linken Seite haben und das Licht, wenn möglich, von rechts, vorzugsweise von schräg hinten über die Schulter.
Jemand anders erwähnte Maschenmarkierer. Die verwende ich auch gern. Ob sie farblich zum Garn passen, ist mir ziemlich egal. Ich setze die Farben nach anderen Kriterien ein: Bei Stricksachen, bei denen beide Seiten sehr ähnlich aussehen, z.B. manche Tücher oder Schals, ist der erste Markierer am Anfang der Vorderseite grün (Steuerbord) und der letzte rot oder orange (Backbord). Das erleichtert mir die Orientierung. 🙂