Schlimmer als Fädenvernähen

ist es, vernähte Fäden aufzuspüren und aus ihrem Versteck zu holen, damit man ein bereits fix und fertig gestricktes Teil wieder aufziehen kann.

Ich bin eine großartige Fädenvernäherin. So großartig, daß ich die blöden Dinger im fertigen Modell kaum je wiederfinde. Deshalb ist Aufribbelnmüssen eine echte Herausforderung und kostet mich jede Menge Überwindung. Für den kleinen (zu kleinen) Grauen muß ich nun ran. So wie er ist, kann er nicht bleiben. Zu eng, zu kurz, das wäre ja alles kein Problem. Kein wirkliches jedenfalls. Man kann solche Sachen prima den schlankeren jungen Kolleginnen vererben, von denen ich eine Menge habe. Aber auch die schlankste junge Kollegin will keinen Pulli, dessen Ärmel zwischen Ellbogen und Handgelenk enden, denn bei dem Ding sind durchs Einlaufen die Proportionen verkorkst.

Und vorher saß es sooo gut an mir! Was lernen wir daraus? Man sollte Baumwoll-Bändchengarn niemals im Mini-Schnell-Kurzwaschgang bei 40° waschen, auch dann nicht, wenn man es gerade entsetzlich eilig hat.

Schimpf und Schelte

Wer kommt auf die idiotische Idee, ein Bändchengarn auf Stränge von 22 cm Länge zu wickeln, die auf keine Haspel passen, und sie dann noch nicht mal abzubinden, so daß man vergeblich nach der Strangmitte sucht? Die Firma Reller brachte es fertig. Jedesmal wenn ich einen weiteren Strang aufwickeln muß, bin ich am Fluchen, weil sich das Garn immer wieder verheddert.

Das Garn ist übrigens schon ziemlich alt; auf den Banderolen ist noch die vierstellige Postleitzahl angegeben. Ich habe es vor vier Jahren bei Ebay ersteigert, und schon damals war es nicht neu. Aber es läßt sich ganz gut verarbeiten, und ich bilde mir ein, ein Muster gefunden zu haben, in dem die Bändchen-Struktur gut zur Geltung kommt.

Wenn man schon keine Zeit hat…

… zum Stricken, dann kauft man Dinge, die mit Stricken zu tun haben. Auf diese Weise habe ich im Laufe der Jahre mein Woll-Lager zusammengekauft, das mich sicher noch viele weitere Jahre beschäftigt halten wird. Es waren meistens Schnäppchen, und ich habe versucht, Garn in Farben und Qualitäten zu kaufen, die mir gut stehen. Da “meine” Farben zwischendurch fast gänzlich aus der Mode waren, gewöhnte ich mir an, vorsorglich zuzuschlagen, sobald sich etwas Geeignetes fand. Wenn man das konsequent macht, hat man irgendwann sehr viel. 😉

Das Garnkaufen habe ich mir mittlerweile weitgehend abgewöhnt. Nur wenn ich in meinem Fundus partout nicht das finde, was ich benötige, oder wenn ich ein absolut unwiderstehliches Schnäppchen finde, wird noch was gekauft. Das ist aber nur sehr selten der Fall.

Es gibt aber noch mehr, das mit Stricken zu tun hat und für das man Geld ausgeben kann: Bücher! Dabei kann ich mich viel schlechter beherrschen als bei Garnen. Es passieren mir dabei leider auch mehr Fehlkäufe. Von einem (Di Gilpin) habe ich ja weiter unten schon berichtet. Weitere bevölkern meine Regale, z.B. “Knitting for fun & profit” von Shirley MacNulty. Wie man Selbstgestricktes verkauft, wußte ich schon, bevor Ms. MacNulty 1999 ihr Buch verfaßte. Gekauft habe ich es eigentlich nur aus Neugier, um zu sehen, wie andere Strickerinnen vorgehen. Daß ihre Methoden hierzulande für die Masse der Möchtegern-Profitstrickerinnen praktikabel sind, kann ich mir kaum vorstellen. Ich vermute mal, ihr Hauptanliegen war, ihr Buch zu verkaufen, und das ist ihr somit auch geglückt.

Strickdesign

Das Thema Strickdesign hat mich seit Beginn meiner aktiven Strickzeit beschäftigt, weil ich mich kaum jemals genau an Anleitungen gehalten habe. Entweder gefielen mir die Farben eines Modells nicht, oder es war nicht in meiner Größe beschrieben, oder das verwendete Marken-Garn war für mich zu teuer, so daß ich preiswerte Alternativen nahm, mit denen ich nicht die geforderte Maschenprobe erzielte. Wie man Dreisatz rechnet, war mir bekannt, so daß das Umrechnen eine reine Formsache war.

Überhaupt, das Rechnen. Viele Strickerinnen trauen sich da nicht ran, weil sie es für eine Technik für Fortgeschrittene halten. Das ist es aber gar nicht. Rechnen kann im Prinzip jeder. Um Strickanleitungen zu berechnen, muß man keine einzige Masche stricken können. Ich weiß das, weil mir mal ein Bekannter sagte, er habe als etwa 12jähriger für seine Mutter die Strickanleitungen berechnet. Er war eben ganz gut in Mathe. Stricken kann er bis heute nicht.
Vielleicht fragen die mathematisch weniger versierten Strickerinnen mal ihre Kinder, ob sie ihnen beim Ausrechnen behilflich sind. Die machen das bestimmt gern, damit können sie schließlich das in der Schule Gelernte nämlich praktisch anwenden.

Ich bin wirklich gespannt, wie sich die neue Mailingliste entwickelt, und ich hoffe sehr, daß dort zukünftig wirklich über Design in allen seinen Aspekten diskutiert wird. Daß man nicht nur seine neuesten Kreationen zeigt und bewundern läßt, sondern auch konstruktive Kritik einfordert und erhält. Das fehlt mir sehr in den Mailinglisten, die ich bislang kenne. Ich weiß, daß die von mir gestrickten Sachen im Prinzip gut gelungen sind. Viel lieber als nichtssagende Komplimente wären mir deshalb Vorschläge, was noch zu verbessern ist, und Rückfragen, weshalb ich ein Designproblem so und nicht anders gelöst habe. Solcher Input hilft mir, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und über meinen Horizont hinauszudenken.

Leider gibt es nur wenige Strickerinnen, von denen ich das bekomme. Die meisten würden mir das geben, was sie vermutlich selbst am liebsten haben: Unkritische Bewunderung. Deshalb habe ich wenig Lust, meine Werke in Mailinglisten zu präsentieren. Ich kenne ja all die Antworten, die kommen werden. Weshalb soll ich mir also überhaupt erst die Mühe des Schreibens machen?

Heute ist ein neuer Pulli fertig geworden. Er sitzt prima. Ich habe auch einen erprobten Schnitt verwendet. 🙂 Okay, die Farbe ist gewöhnungsbedürftig, aber mir steht sie, und das Material kommt meiner Meinung nach gut zur Geltung.
Soll ich nun ein Bild in die Mailingliste schicken? Ich weiß nicht, ich weiß nicht…

Und das soll passen?

Dies ist der rechte Ärmel meines “Hybrid”-Pullovers, dessen Leibteile man weiter unten betrachten kann. Der Ärmel ist 4rechts 4links gestrickt, und ich habe die Maschenprobe vor dem Messen ziemlich in die Breite gedehnt. Schließlich soll er passen und nicht wie eine defekte Ziehharmonika um meinen Arm herumschlabbern.

Ob er nun wirklich paßt, wird sich erst nach dem endgültigen Zusammennähen herausstellen. Und vor dem Nähen graut es mir. Die Raglanschrägungen dürften zwar ungefähr annähernd gleich lang sein, aber wie soll man so ein dünnes und auf der anderen Seite ein megadickes Gestrick ordentlich zusammenbringen? So ganz ist mir noch nicht klar, wie ich das am besten anstelle. Matratzenstich bietet sich wohl nur in modifizierter Form dafür an.

Der Frühling kann kommen ;-)

Vorder- und Rückenteil des dicken Kombi-Raglanpullovers sind fertig, gestrickt an einem Stück und von Hand.

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Nun fehlen noch die Ärmel. Die sollen aus einem dünneren Garn mit der Maschine gestrickt werden. Gestern habe ich die Maschenprobe gemacht. Dabei mußte ich mit der Maschenweite ein wenig herumprobieren, bis ich ein ausreichend lockeres, aber dennoch griffiges Gestrick erhielt. Glatt rechts wirkt das Garn gut bei Maschenweite 9, aber da ich die Ärmel in 4-rechts-4-links-Rippenmuster stricken will, werde ich Maschenweite 8/7 nehmen.
Weitergestrickt wird nun aber erst Anfang der Woche.

Grrrrr

Da haben wir gerade erst über Fehler in englischen Anleitungen diskutiert, und nun stolpere ich beim Versuch, die “knot cable jacket” erneut, kleiner und damit passend zu stricken, über mindestens drei Fehler.

Der erste ist bereits in der Grundmusteranleitung für “cable panel B”. Der mittlere Zopf muß dort in der 1. Reihe als “C4F” gedreht werden, also in derselben Richtung wie im Bündchen, und nicht als “C4B”. Das erschließt sich einem aber erst, wenn man das Bündchen nach Anleitung gestrickt hat.

Der zweite Fehler ist beim Einrichten der Maschen fürs rechte Vorderteil, mit dem ich zufällig begonnen habe — es steht ja nirgends, daß man immer mit dem Rückenteil starten soll, oder?
Jedenfalls heißt es dort, man möge nach dem Bündchen wie folgt vorgehen: “pattern 6, cable panel B…”, und das ist Murks. “Pattern 4, cable panel B” wäre richtig, sonst läuft das Muster nicht sauber vom Bündchen her weiter.

Einen weiteren Fehler fand ich vor etwa sechs Wochen, als ich die Halsblende der ersten Version strickte. Da fehlen in der Beschreibung der 3. Reihe zwei Links-Maschen (die Maschen 5 und 6 der Reihe). Wer etwas Gespür für Strick-Logik hat, kommt von selbst drauf, daß da etwas nicht in Ordnung ist. Dennoch, drei Fehler in einer einzigen Anleitung finde ich schon ein bißchen happig.

Dinge, die die Welt nicht braucht

Als ich gestern bei der Müllbeutelverkaufsagentur meines Vertrauens darauf wartete, abkassiert zu werden, hatte ich Gelegenheit, einen ausführlichen Blick in ein neues Œuvre des OZ-Verlags zu werfen: “Sabrina Accessoires” verspricht das ultimative Strickvergnügen, wobei das Angenehme (schnell anzufertigen) mit dem Nützlichen (vielseitig verwendbar) aufs Schönste verbunden wird.

Das Heft enthält Anleitungen für mehr als 60, äh, kultig-modische Accessoires. Verschiedene Schals, vor allem aus Effektgarnen, filetgehäkelte Kopftüchlein, denen man schon auf dem Foto ansieht, daß sie den Kopf, auf dem sie hocken, am liebsten auf dem schnellsten Wege verlassen möchten, Häkelgürtel und vor allem: Taschen aller Art.
So ein Sammelsurium habe ich noch nie gesehen. Große Taschen, kleine Taschen, vielfarbige, einfarbige, undurchsichtige und löchrige, Taschen, die zum selbstgehäkelten Hut oder zum Gürtel passen; und der absolute Clou war ein gehäkeltes Set aus Abendtasche, Handytäschchen, Feuerzeughülle, Kugelschreiberschoner und Streichholzschachtelhülle, vermutlich designt zu dem einzigen Zweck, daß “sie” bei selbstentzündetem Kerzenschein stilvoll ihre Handynummer auf “seine” Visitenkarte schreiben kann, um ihm schon bei dieser Gelegenheit zu beweisen, was für ein ausgezeichnetes Häkelhausmütterchen sie dereinst abgeben wird.

Nightshift

Er ist fertiggeworden, mein Geek-Pullover, für den ich mich bei thinkgeek.com inspirieren ließ. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion habe ich gestern abend den zweiten Ärmel und das Vorderteil gestrickt, alles von Hand zusammengenäht und dann um 23:00 noch die Waschmaschine im Wollprogramm angeworfen. Um 23:28 war sie fertig. Und er ist tatsächlich über Nacht trocken geworden. 🙂

Ein Bild gibt’s, sobald ich Zeit zum Digigrafieren finde, also nicht so bald.

Resteverwertung

Diesen Schal aus einem 150-g-Rest Noro “Shinano” hatte ich auf der Fahrt nach Friedrichshafen zur “Creativa” angefangen. Nun, wo der Frühling endlich kommen soll, ist er fertig geworden. Er ist 18 cm breit und 140 cm lang. Gestrickt habe ich mit Nadelstärke 5 mm.

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Zwar ist die multidirectional-Stricktechnik eigentlich ein Hit vom vorvergangenen Jahr, aber ich finde sie für Garne mit langen Farbrapporten immer noch schön, und vor allem muß man beim Stricken nicht viel nachdenken. 😉