Sockenbaumwolle ist knapp

Vor kurzem versuchte ich, bei Fischer Wolle baumwollhaltiges Sockengarn zu bestellen, möglichst in Beige oder Natur. Es war schlechterdings nicht möglich, alles offenbar ausverkauft.
Zum Trost erhielt ich jetzt per Post aus Babenhausen eine aktuelle Farbkarte mit Preisliste. Sehr schön, jetzt kann ich mir in Ruhe überlegen, welche Farben vielleicht alternativ in Frage kommen. 🙂

MKM

ist die Abkürzung für “Machine Knitting Monthly”, die letzte verbliebene britische Zeitschrift über Maschinestricken. Ich hatte am 12. März schon mal was darüber geschrieben. Heute hatte ich die Juli-Ausgabe im Briefkasten und dazu einen Brief vom Verlag. Mein erster Gedanke, als ich den Umschlag sah: Ach du lieber Himmel, jetzt wollen sie diese letzte Zeitschrift auch noch einstellen.

Aber glücklicherweise war im Umschlag nur der Bestellschein für die Abo-Erneuerung. Im Gegensatz zu deutschen Abonnements, die man immer erst ausdrücklich kündigen muß, enden britische und amerikanische nach einem Jahr (falls man nicht gleich für einen längeren Zeitraum bestellt hat), und man muß neu ordern. Das ist praktisch, wenn man feststellt, daß einem die Publikation doch nicht so gut gefällt, und eher schlecht, wenn man schusselig ist und die Neubestellung vergißt.

Der Graue

Seltsamerweise kam ich beim erneuten Stricken des Rückenteils mit fast genau derselben Garnmenge aus wie bei meinem ersten Versuch. Die Maschenprobe hat sich geringfügig geändert; ich habe jetzt 21 Reihen auf 10 cm anstelle von 22. Und ich habe einen Fehler, der mir beim ersten Versuch unterlief, diesmal nicht gemacht.

Das Bild zeigt die Nadeleinteilung, gestrickt wird in einem Vorlegemuster, bei dem alle Nadeln des HNB und jede 6. Nadel am VNB in Arbeit sind. Am HNB wird jede Reihe gestrickt, am VNB nur jede zweite, das ergibt Rippen aus langgezogenen Maschen, die das Garn schön zur Geltung bringen.
Man kann das Muster nun auf zwei Arten einteilen, zum einen so, daß man eine VNB-Masche in der Mitte hat. Das habe ich beim ersten Mal gemacht und mich dann geärgert, weil diese Masche später im Weg war. Diesmal habe ich meine VNB-Nadeln so eingeteilt, daß es eine gerade Maschenzahl ergab. Das gefällt mir besser, dann muß ich mir auch bei der Halsblende später nicht überlegen, wie ich die Mittelmasche möglichst unauffällig verschwinden lasse.

Ich bin so tapfer!

Heute abend habe ich die verbliebenen Fäden und Nähte des “kleinen Grauen(s)” aufgefieselt, einen Ärmel komplett aufgeribbelt und eine neue Maschenprobe gestrickt. Mit der ursprünglichen Maschenweite und im selben Muster. Morgen, nachdem die Maschenprobe etwas Ruhezeit hatte, werde ich mal nachmessen, ob sich etwas verändert hat.

Das Bändchengarn ist definitiv in der Wäsche etwas eingelaufen. Ich habe deshalb die restlichen drei Stränge, die schon zu einem Rechteck verstrickt waren, in der Waschmaschine noch mal unter denselben Bedingungen gewaschen wie zuvor den ganzen Pullover, denn das restliche Garn werde ich mit großer Wahrscheinlichkeit noch benötigen, und es sollte dazu dieselbe Länge und Breite haben wie das aufgeribbelte Garn, sonst passiert ein neues Unglück.

Die Sehnsucht nach dem Dreiecktuch

Dreiecktücher sind ja derzeit groß in Mode. Ich habe mir eins gehäkelt, aus weißem Garn, in einem schönen Muschelmuster, mit eingeknüpften Fransen. Ein Bild kann ich leider nicht zeigen, denn gehäkelt habe ich das Tuch ungefähr 1973, und es existiert schon lange nicht mehr. Ich denke in letzter Zeit nur sehr oft an dieses Tuch, auch wenn ich mich an das genaue Muster nicht mehr erinnern kann.

Mitunter überkommt es mich, und ich würde mir gern wieder ein ähnliches Tuch häkeln oder stricken. Und dann denke ich an das Tuch von damals, wie elegant ich es als Teenie über meine Schultern drapierte, und wie unwillig es dort verharrte. Eigentlich verharrte es gar nicht, sondern nutzte jede sich bietende Gelegenheit, um höchst unelegant an mir herunterzurutschen. Eine Tasche zu tragen wurde mit dem Ding zu einem Balanceakt, der Konzentration erforderte. ZWEI Taschen zu tragen (z.B. eine Handtasche über der Schulter, eine Einkaufstasche in der Hand) war nahezu unmöglich.

Ich habe meine Lektion gelernt. Schultertücher sind wunderschön für Leute, die gänzlich unbelastet durchs Leben gehen, die wie gemalt (ich wollte nicht sagen, wie bestellt und nicht abgeholt) herumstehen und denen man die Türen aufreißt, weil sie unfähig sind, sie selbst aufzumachen.
Schultertücher sind ziemlich unpraktisch für Frauen, die tagtäglich Taschen oder Kisten durch die Gegend schleppen, die selten eine Hand frei haben, geschweige denn zwei, die ab und an einen Regenschirm halten müssen und die sich ihre Türen selbst aufschließen.

Ich muß mich gelegentlich daran erinnern, daß ich zur letztgenannten Gruppe gehöre. 🙂

Schlimmer als Fädenvernähen

ist es, vernähte Fäden aufzuspüren und aus ihrem Versteck zu holen, damit man ein bereits fix und fertig gestricktes Teil wieder aufziehen kann.

Ich bin eine großartige Fädenvernäherin. So großartig, daß ich die blöden Dinger im fertigen Modell kaum je wiederfinde. Deshalb ist Aufribbelnmüssen eine echte Herausforderung und kostet mich jede Menge Überwindung. Für den kleinen (zu kleinen) Grauen muß ich nun ran. So wie er ist, kann er nicht bleiben. Zu eng, zu kurz, das wäre ja alles kein Problem. Kein wirkliches jedenfalls. Man kann solche Sachen prima den schlankeren jungen Kolleginnen vererben, von denen ich eine Menge habe. Aber auch die schlankste junge Kollegin will keinen Pulli, dessen Ärmel zwischen Ellbogen und Handgelenk enden, denn bei dem Ding sind durchs Einlaufen die Proportionen verkorkst.

Und vorher saß es sooo gut an mir! Was lernen wir daraus? Man sollte Baumwoll-Bändchengarn niemals im Mini-Schnell-Kurzwaschgang bei 40° waschen, auch dann nicht, wenn man es gerade entsetzlich eilig hat.

Schimpf und Schelte

Wer kommt auf die idiotische Idee, ein Bändchengarn auf Stränge von 22 cm Länge zu wickeln, die auf keine Haspel passen, und sie dann noch nicht mal abzubinden, so daß man vergeblich nach der Strangmitte sucht? Die Firma Reller brachte es fertig. Jedesmal wenn ich einen weiteren Strang aufwickeln muß, bin ich am Fluchen, weil sich das Garn immer wieder verheddert.

Das Garn ist übrigens schon ziemlich alt; auf den Banderolen ist noch die vierstellige Postleitzahl angegeben. Ich habe es vor vier Jahren bei Ebay ersteigert, und schon damals war es nicht neu. Aber es läßt sich ganz gut verarbeiten, und ich bilde mir ein, ein Muster gefunden zu haben, in dem die Bändchen-Struktur gut zur Geltung kommt.

Wenn man schon keine Zeit hat…

… zum Stricken, dann kauft man Dinge, die mit Stricken zu tun haben. Auf diese Weise habe ich im Laufe der Jahre mein Woll-Lager zusammengekauft, das mich sicher noch viele weitere Jahre beschäftigt halten wird. Es waren meistens Schnäppchen, und ich habe versucht, Garn in Farben und Qualitäten zu kaufen, die mir gut stehen. Da “meine” Farben zwischendurch fast gänzlich aus der Mode waren, gewöhnte ich mir an, vorsorglich zuzuschlagen, sobald sich etwas Geeignetes fand. Wenn man das konsequent macht, hat man irgendwann sehr viel. 😉

Das Garnkaufen habe ich mir mittlerweile weitgehend abgewöhnt. Nur wenn ich in meinem Fundus partout nicht das finde, was ich benötige, oder wenn ich ein absolut unwiderstehliches Schnäppchen finde, wird noch was gekauft. Das ist aber nur sehr selten der Fall.

Es gibt aber noch mehr, das mit Stricken zu tun hat und für das man Geld ausgeben kann: Bücher! Dabei kann ich mich viel schlechter beherrschen als bei Garnen. Es passieren mir dabei leider auch mehr Fehlkäufe. Von einem (Di Gilpin) habe ich ja weiter unten schon berichtet. Weitere bevölkern meine Regale, z.B. “Knitting for fun & profit” von Shirley MacNulty. Wie man Selbstgestricktes verkauft, wußte ich schon, bevor Ms. MacNulty 1999 ihr Buch verfaßte. Gekauft habe ich es eigentlich nur aus Neugier, um zu sehen, wie andere Strickerinnen vorgehen. Daß ihre Methoden hierzulande für die Masse der Möchtegern-Profitstrickerinnen praktikabel sind, kann ich mir kaum vorstellen. Ich vermute mal, ihr Hauptanliegen war, ihr Buch zu verkaufen, und das ist ihr somit auch geglückt.

Strickdesign

Das Thema Strickdesign hat mich seit Beginn meiner aktiven Strickzeit beschäftigt, weil ich mich kaum jemals genau an Anleitungen gehalten habe. Entweder gefielen mir die Farben eines Modells nicht, oder es war nicht in meiner Größe beschrieben, oder das verwendete Marken-Garn war für mich zu teuer, so daß ich preiswerte Alternativen nahm, mit denen ich nicht die geforderte Maschenprobe erzielte. Wie man Dreisatz rechnet, war mir bekannt, so daß das Umrechnen eine reine Formsache war.

Überhaupt, das Rechnen. Viele Strickerinnen trauen sich da nicht ran, weil sie es für eine Technik für Fortgeschrittene halten. Das ist es aber gar nicht. Rechnen kann im Prinzip jeder. Um Strickanleitungen zu berechnen, muß man keine einzige Masche stricken können. Ich weiß das, weil mir mal ein Bekannter sagte, er habe als etwa 12jähriger für seine Mutter die Strickanleitungen berechnet. Er war eben ganz gut in Mathe. Stricken kann er bis heute nicht.
Vielleicht fragen die mathematisch weniger versierten Strickerinnen mal ihre Kinder, ob sie ihnen beim Ausrechnen behilflich sind. Die machen das bestimmt gern, damit können sie schließlich das in der Schule Gelernte nämlich praktisch anwenden.

Ich bin wirklich gespannt, wie sich die neue Mailingliste entwickelt, und ich hoffe sehr, daß dort zukünftig wirklich über Design in allen seinen Aspekten diskutiert wird. Daß man nicht nur seine neuesten Kreationen zeigt und bewundern läßt, sondern auch konstruktive Kritik einfordert und erhält. Das fehlt mir sehr in den Mailinglisten, die ich bislang kenne. Ich weiß, daß die von mir gestrickten Sachen im Prinzip gut gelungen sind. Viel lieber als nichtssagende Komplimente wären mir deshalb Vorschläge, was noch zu verbessern ist, und Rückfragen, weshalb ich ein Designproblem so und nicht anders gelöst habe. Solcher Input hilft mir, meine Fähigkeiten weiterzuentwickeln und über meinen Horizont hinauszudenken.

Leider gibt es nur wenige Strickerinnen, von denen ich das bekomme. Die meisten würden mir das geben, was sie vermutlich selbst am liebsten haben: Unkritische Bewunderung. Deshalb habe ich wenig Lust, meine Werke in Mailinglisten zu präsentieren. Ich kenne ja all die Antworten, die kommen werden. Weshalb soll ich mir also überhaupt erst die Mühe des Schreibens machen?

Heute ist ein neuer Pulli fertig geworden. Er sitzt prima. Ich habe auch einen erprobten Schnitt verwendet. 🙂 Okay, die Farbe ist gewöhnungsbedürftig, aber mir steht sie, und das Material kommt meiner Meinung nach gut zur Geltung.
Soll ich nun ein Bild in die Mailingliste schicken? Ich weiß nicht, ich weiß nicht…

Und das soll passen?

Dies ist der rechte Ärmel meines “Hybrid”-Pullovers, dessen Leibteile man weiter unten betrachten kann. Der Ärmel ist 4rechts 4links gestrickt, und ich habe die Maschenprobe vor dem Messen ziemlich in die Breite gedehnt. Schließlich soll er passen und nicht wie eine defekte Ziehharmonika um meinen Arm herumschlabbern.

Ob er nun wirklich paßt, wird sich erst nach dem endgültigen Zusammennähen herausstellen. Und vor dem Nähen graut es mir. Die Raglanschrägungen dürften zwar ungefähr annähernd gleich lang sein, aber wie soll man so ein dünnes und auf der anderen Seite ein megadickes Gestrick ordentlich zusammenbringen? So ganz ist mir noch nicht klar, wie ich das am besten anstelle. Matratzenstich bietet sich wohl nur in modifizierter Form dafür an.