Das perfekte Nadelspiel

Rundstricknadeln haben ohne Zweifel ihre Berechtigung. Man kann damit praktisch alles in Runden stricken, vom Pullover bis zur Kordel über wenige Maschen mittels Magic Loop. Der Vorteil: Es kommen einem dabei nicht so leicht Maschen abhanden. Ich bin dennoch kein großer Freund davon, weil es mir schlichtweg zuviel Geschiebe ist. Weshalb sollte ich eine Masche zum Abstricken über eine Strecke von 120 cm schieben, wenn es auch mit 20 cm, der Länge einer normalen Strumpfstricknadel, getan ist? Immerhin spare ich dabei achtzig Prozent des Weges. Deshalb bleibe ich beim Stricken von kleineren Durchmessern ein Fan von Nadelspielen.

Viele Strickerinnen bevorzugen dabei bestimmte Materialien, häufig soll es Holz sein. Mir ist vor allem wichtig, dass die Nadeln stabil und nicht zu spitz sind. Damit scheiden Holz und Bambus für dünne Nadelstärken schon mal aus. Bei denen befürchte ich nämlich ständig, sie zu zerbrechen, und das fördert nicht gerade flottes und entspanntes Stricken. Sobald die Nadelstärke unter 3,5 geht, nehme ich deshalb lieber Metallnadeln. Seit kurzem stricke ich mit einem Addi Colibri Nadelspiel in Stärke 2 mm und bin sehr zufrieden damit.

Extrem scharfe Nadelspitzen, wie man sie beispielsweise bei den hölzernen Knitpro-Nadeln findet, mag ich gar nicht; damit “spieße” ich das Garn nur auf, besonders wenn es lockerer verzwirnt ist. Mit stumpferen Spitzen komme ich schneller und sicherer in die einzelnen Maschen. Die Colibri-Nadeln haben zwei unterschiedliche Spitzen, so dass man passend zum Garn und zur Stricktechnik auswählen kann, mit welcher man die Maschen abstrickt.

Und welches Nadelspiel ist nun das beste? Anfang des Jahres startete ich dazu einen Thread im Strickforum, in dem ich um Erfahrungsberichte bat. Mittlerweile habe ich selbst diverse Sorten getestet, ohne den einen absoluten Favoriten benennen zu können, der für jede Gelegenheit taugt. Meistens komme ich mit stumpfen Metallnadeln am besten zurecht. Müssen aber drei oder mehr Maschen zusammengestrickt werden, dann ist eine gute Spitze doch hilfreich. Und ab Nadelstärke 3,5 aufwärts liegt Holz (z.B. die Brittany-Nadeln bei Martina) mir besser in der Hand als Metall. Mein Fazit ist deshalb: Verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Garnen testen und dann den eigenen Strickvorlieben entsprechend herausfinden, womit man selbst am besten zurechtkommt. Was andere am liebsten mögen, was gerade neu entwickelt wurde oder was besonders kostspielig ist, muss keineswegs für einen selbst das Optimum sein.

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