Käse-Kartoffelpüree

Zu meinen Lieblingsrezepten gehört diese Abwandlung des “Provenzalischen Kartoffelpürees” von Ingrid Früchtel, das in der August-Ausgabe 1993 der Zeitschrift “Kraut + Rüben” erschien. Alle Rezepte von Ingrid Früchtel zeichnen sich übrigens dadurch aus, dass sie a) vegetarisch, b) vollwertig und c) nicht gerade kalorienarm sind. Dafür schmecken sie aber phantastisch. Wenn Ihr also mal nach einer leckeren Beilage zu Gemüse sucht und nicht gerade Diät macht, liegt Ihr mit diesem Rezept richtig.

800 g mehlig kochende Kartoffeln
3 Esslöffel Olivenöl
1 Zwiebel (70-80 g), fein gehackt
3-5 Knoblauchzehen (oder mehr, je nach Geschmack), fein gehackt
4 Esslöffel Gemüsebrühe
200 g saure Sahne
100 g Pecorino, gerieben
200 g Schafskäse, zerbröckelt
2 Esslöffel Apfelessig
1 Bund Basilikum, gehackt (ersatzweise Thymian oder Schnittlauch)
Salz und frisch gemahlener Pfeffer

Kartoffeln im Dämpfeinsatz garen. In der Zwischenzeit Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauchzehen darin andünsten. Vom Herd nehmen. Gegarte Kartoffeln pellen, zu den Zwiebeln geben und mit dem Kartoffelstampfer grob zerkleinern. Restliche Zutaten zufügen und verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Schmeckt heiß oder lauwarm und passt z.B. zu: Provenzalischen Bohnen (auch eines meiner Lieblingsrezepte), gebackenen Zucchini oder einem Zucchini-Tomaten-Gratin.
Sorry, no English version today.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Johanna Davis, “Machine Knitting to suit your mood”

Erschienen 1982 bei Pelham Books, London, 96 Seiten, ursprünglicher Preis £5.95.
Dieses Buch ist ein einwöchiger Kurs zum Maschinestricken. Jeden Tag wird Technik gelehrt, und dazu gibt es ein Projekt, so dass man von Anfang an etwas Brauchbares stricken kann.
Montag: Grundlagen, ein gerades Top mit vielen zusätzlichen Ideen für Variationen bis hin zu einem Kleid.
Dienstag: Streifen aus festen und losen Maschen, dazu ein einfacher Pullover.
Mittwoch: Formgebung und Webmuster, eine bunte Tunika.
Donnerstag: Norwegertechnik, ein Kleid.
Freitag: Fangmuster, eine warme Jacke für draußen.
Samstag: Verkürzte Reihen, ein Party-Outfit.
Sonntag: Rückblick auf die Woche und Ideen für zukünftige Projekte.
Mir gefällt an diesem Buch besonders, dass es so praxisorientiert ist. Man lernt den Umgang mit der Maschine, indem man tragbare Kleidungsstücke strickt, die man zudem sehr einfach abwandeln kann. Johanna Davis gibt nicht nur Hinweise auf häufige Anfängerfehler, wie beispielsweise falsch eingefädeltes Garn oder zu fester Wickelanschlag, sondern auch Tipps zu Passform, Styling oder dem sinnvollen Platzieren von Taschen. Obwohl das Buch als Anfängerkurs konzipiert ist, werden auch fortgeschrittene Strickerinnen daran Spaß haben und Inspiration finden.

Machine knitting to suit your mood
machine knitting to suit your mood

Published 1982 by Pelham Books, London, original price £5.95.
This book is a one-week course for machine knitting. Each day new techniques are taught, complemented by a project so that you can knit something wearable and usable from the start.
Monday: Basics, a straight bandeau top with lots of additional ideas for variations, up to a dress.
Tuesday: Stripes of varying thicknesses, a simple sweater.
Wednesday: Shaping and weaving, a colourful tunic.
Thursday: Jacquard knitting, a dress.
Friday: Tuck stitch, an outdoor jacket.
Saturday: Short rows, a party dress.
Sunday: Review of the week and ideas for future experiments.
What I like particularly about this book is its practical approach. You learn using your machine by knitting wearable garments, which can be modified very easily. Johanna Davis not only warns about typical beginners‘ mistakes like wrongly threaded yarn or too tight an e-wrap cast-on, but also gives hints on fit and styling or how to place pockets. Although the book is meant to be a beginner’s course, advanced knitters, too, will enjoy working their way through it and gain inspiration.

Alles hat sein Gutes – Every cloud has its silver lining

Trotz intensiver Suche habe ich leider die Silk-Garden-Knäule nicht wiedergefunden. Dafür gelang es mir aber, die Inhalte von zwei Schubladen unter dem Bett geschickt auf einen anderen Schrank zu verteilen. Und nun ratet mal, was in den geleerten Schubladen, zusammen mit zwei frisch getränkten Lavendelkissen, Platz findet! Diese etwa 3 kg sind natürlich keine Neukäufe, sondern ich kann nun auch die Schränke in meinem Strickzimmer ein bißchen umsortieren. Vielleicht kehrt dann dort auch etwas mehr Ordnung ein, und es gehen zukünftig keine Knäule mehr verloren.

Wollschubladen - yarn drawers

Despite intensive searching I could not find the lost balls of Silk Garden. But instead, I was able to reallocate the contents of two drawers under the bed into another closet. And guess now what will find its place in the empty drawers, together with two freshly scented lavender sachets! These about 3 kgs are, of course not new acquisitions, but I’ll be able to re-sort the yarn in my knitting room. Perhaps the newly gained order will help to prevent the loss of future odd balls.

Geißblatt – Honeysuckle

Die Vormieter meiner Wohnung hatten es gepflanzt. Letztes Jahr hat es gar nicht geblüht, nur ein wenig vor sich hin gerankt. Im Herbst wurde es dann radikal zurückgeschnitten, und dieses Jahr kann ich mich über wunderschöne Blüten freuen.
Leider ist es eine nicht duftende Sorte.

Geißblatt, honeysuckle, Lonicera

It had been planted by the former tenants of my flat. Last year it did not bloom at all, it only grew a bit around. In autumn it was radically pruned, and this year I can enjoy the beautiful blossoms.
Unfortunately it is a non-fragrant variety.

Verschwunden – Missing

Ich weiß ganz genau, dass irgendwo in diesem Haushalt noch 150 g Noro Silk Garden in Farbe 87 (die regenbogenbunte) herumliegen. Aber ich finde die Knäuel ums Verrecken nicht wieder. In den Bettkästen sind sie nicht; in dem Regal, in dem die Cash-Iroha-Reste liegen, sind sie nicht, im Schrank unter den Strickbüchern sind sie auch nicht. Und auch nicht dort, wo sonst eventuell Resteknäuel sein könnten.
Und das passiert mir natürlich ausgerechnet jetzt, wo ich eine Idee habe, wie ich sie verstricken könnte.

I know exactly that somewhere in this household there are three balls of Noro Silk Garden in colour 87 (the rainbow variety). But I cannot find them for the life of me. They are not in the storage box under the bed, not in the shelf where the Cash Iroha oddments are, not in the cupboard below the knitting books. And not where the “normal” odd balls go.
And this is happening to me now, of course, now that I have an idea of how to use them up.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Catherine R. Costa, “Puffins and Pine Trees”

Erschienen 1990 bei Down East Books, Camden/Maine, 132 Seiten, Spiralbindung, 14,95 US$.
Das Buch enthält Anleitungen für Pullover (in jeweils drei Größen) und Mützen aus 4fach-Garnen in Norwegertechnik, die meisten mit Musterstreifen. Alle Modelle sind auf Farbtafeln in der Buchmitte abgebildet. Die Schnitte sind immer gleich, typisch für die damalige Zeit, mit gerade angesetzten Ärmeln. Die Einstrickmuster sind großenteils kindgerecht und sämtlich für 24-Maschen-Lochkarten geeignet. Die Anleitungen gleichen sich teilweise aufs Haar. Im Anhang des Buches findet man sauber in Zoll bemaßte Schnittzeichnungen, so dass man die Modelle auch in anderen Größen nachstricken bzw. die Maße modifizieren kann. Maschinestricker, die soeben die Tücken der Technik ihrer Maschine gemeistert haben und nun nach leicht nachzustrickenden Anleitungen suchen, kommen mit diesem Buch auf ihre Kosten. Es wird meistens nur in einzelnen Streifen gemustert, und der Bereich um den Halsausschnitt bleibt immer ausgespart. So muss man sich z.B. nicht mit schwierigen Mustertrennungen und dem Wiederfinden der korrekten Musterreihe abmühen.
Ich würde diese Pullis heute so nicht mehr tragen wollen, finde die gezeigten Lochkartenmuster aber trotzdem für Kinder immer noch gut geeignet.

Catherine R. Costa, Puffins and Pine Trees
Buch innen, book inside

Published 1990 by Down East Books, Camden/Maine, 132 pages, spiral-bound, US$14.95.
The book contains instructions for sweaters (each in three sizes) and hats made of 4ply yarns in fair isle technique, most of them with pattern bands. The shapes are the same throughout, typical drop-shoulder style. The patterns are to a large extent very suitable for children, all of them are for 24-stitch punchcards. The instructions are basically always the same. Shape diagrams with clear measurements for each size are given in the addendum so that each garment can be knit in a different size or the measurements can be modified to suit the wearer. Machine knitters who have mastered the basics of their machine and are on the lookout for simple, easy to follow patterns will get their money worth with this book. Patterning consists mostly of single bands and the neckline area is always unpatterned. So there is no need to struggle with difficult pattern separation or to find the correct pattern row for the second shoulder.
I would not want to wear these garments to date, but I find the punchcard patterns still very suitable for children.

Strickmaschinen-Muster – knitting machine patterns

Für Besitzer von Lochkarten-Strickmaschinen ist es eine Selbstverständlichkeit, dass man beispielsweise Karte 1 für viele verschiedene Mustertechniken verwenden kann: Norwegertechnik, Fangmuster, Vorlegemuster, Webmuster, all das ist möglich, und wenn man die Karte auf “Verlängerung” stellt, gibt es noch einmal soviele Muster.
Die glücklichen Besitzer der Elektronik-Strickmaschinen von Brother haben zwar das große Musterbuch mit hunderten von eingebauten Mustern, jedoch lassen sie sich davon auch oft einschränken. Was im Buch als Fangmuster gezeigt wird, das stricken sie brav und bieder nur als Fangmuster. Was als Webmuster angegeben ist, das wird nur als Webmuster gestrickt. Weshalb nur?
Die Musterautomatik der Strickmaschine tut nichts anderes als Muster vorzuwählen. Sie arbeitet binär und kennt vorgewählte oder nicht vorgewählte Nadeln. Sie weiß nicht, was auf dem Nadelbett mit den Nadeln geschehen wird. Was da passiert, welche Art von Muster also gestrickt wird, das bestimmt allein die Einstellung am Schlitten. Es ist also problemlos möglich, beispielsweise Muster 440 zu nehmen (es wird als Webmuster gezeigt) und es in Norwegertechnik zu stricken. Oder man nimmt Muster 396 (ein Loch-Effektmuster) und strickt es mit dem KG-Schlitten. Ihr habt so etwas noch nie versucht? Dann wird’s aber Zeit!

Natürlich kann man nicht jedes Muster mit jeder Technik stricken. Fangmuster beispielsweise unterliegen bestimmten Beschränkungen; der Faden sollte nicht mehr als vier aufeinander folgende Reihen über einer Nadel gefangen werden, und zwei nicht strickende Nadeln nebeneinander sind auch keine gute Idee. Aber man kann die Muster 403, 405, 406 und 407 aus dem gelben oder grünen Musterbuch, die eigentlich als Loch-Effektmuster deklariert sind, ohne weiteres auch als Fangmuster stricken, wenn man dazu den Negativschalter (KH 965: Schalter 7) betätigt. Umgekehrt gilt für viele Fangmuster (z.B. Nr. 241, 243, 244, 246, 247), dass sie interessante Loch-Effektmuster ergeben, wenn man den Negativschalter einsetzt. Auch viele andere Muster verdienen einen zweiten Blick. Das Muster Nr. 321, eigentlich gedacht als plattiertes Fangmuster, habe ich mit dem Negativschalter sehr erfolgreich als KG-Muster verwendet. Wem die Dreiecke dabei zu flach werden, der betätigt die Verlängerungstaste. Viele Muster, die eigentlich für den KG gedacht sind, ergeben auch sehr reizvolle Norwegermuster.

Um das Potenzial eines Musters wirklich zu erkennen, ist es hilfreich, sich die Diagramme hinten im Musterbuch anzuschauen. Daraus kann man viel besser ersehen, welche Arten von Muster zusätzlich zur abgebildeten Technik noch möglich sind. Die Variationstasten, die unsere Strickmaschinen bieten, erlauben noch weitere Veränderungen.

Wer mehr über die vielfältigen Mustermöglichkeiten elektronischer Strickmaschinen erfahren will, dem sei “Brother Electronic Pattern Play” (ISBN 0-9512527-3-9) von Kathleen Kinder empfohlen.

Owner of punchcard knitting machines will consider it a matter of course to use, say, card 1 for many different knitting techniques: Fair Isle, tuck stitch, slip stitch, weaving, all this is possible, and by setting your pattern mechanism to elongation, you can double your options.
The happy owners of Brother electronic knitting machines do have the big pattern book with hundreds of built-in patterns, however they often seem to be restricted by it. When a pattern diagram is shown as tuck stitch in the book, it is knit as tuck stitch and nothing else. And a weaving pattern diagram is knit by weaving only. Why, I wonder?

A knitting machine’s pattern mechanism does nothing else but selecting needles. It works in binary and only knows selected or non-selected needles. It does not know what happens to those needles. This is only determined by the carriage settings. Thus, it is perfectly possible to choose, say, pattern 4440 (shown as weaving pattern) and knit is with the fair isle setting. Or take pattern 396 (thread lace) using the garter carriage. Never tried it? Then have a go!

Of course you cannot knit every pattern in every technique. Tuck stitch, for instance, has its particular restrictions, about four tuck rows is the maximum, and two adjacent needles tucking is not a good idea either. But you can use patterns 403, 405, 406 and 407 from the yellow or green pattern book, which are shown as thread lace, as tuck stitch, if you use the reverse switch (KH 965: switch 7). In reverse, several tuck patterns (e.g. 241, 243, 244, 246, 247) will yield interesting thread lace patterns with the reverse switch. Many other patterns, too, are worth a second look. I’ve used pattern 321, originally a plated tuck stitch, successfully with the garter carriage. If you don’t like the flat triangles, try the elongation switch. Many patterns for the garter carriage will also work with the fair isle setting.

To recognize the potential of a pattern, it is helpful to have a look at the diagram section at the back of the pattern book. You can see much more clearly what kind of pattern technique other than shown might be possible. The variation switches allow additional modifications.

For those of you who want to learn more about the manifold pattern possibilities of electronic knitting machines, I recommend “Brother Electronic Pattern Play” (ISBN 0-9512527-3-9) by Kathleen Kinder.

Die verstrickte Dienstagsfrage – the Wool Sheep’s question 22/2008

Das Wollschaf fragt: Hast du Ufos? Wie kommt es zu ihrem Entstehen?
Momentan habe ich nur ein einziges “echtes” UFO, eine Jacke mit dezentem Zopfmuster und Taschen, die seit mehr als zehn Jahren herumliegt. Ich habe immer noch nicht entschieden, was ich damit mache.
Es gibt allerdings zwei Projekte, mit denen es seit einigen Wochen nicht mehr vorangeht, das eine ist Eloise II, das zweite ist das “Mystic Light”-Tuch. Mit Eloise wird es voraussichtlich weitergehen, wenn die nächste längere Bahnfahrt ansteht, weil es so schön “mindless” und ein gutes Unterwegs-Gestrick ist. Mystic Light ist zurückgestellt, weil mir in Reihe 143 ein paar Maschen von der Nadel gefallen waren und ich erst mal das Muster reparieren muss. Dazu fehlen mir aber Zeit und Konzentration; es müssen erst einige dringendere Projekte fertiggestellt werden.

The wool sheep asks: Do you have UFOs? How did they originate?
Currently I only have one single “real” UFO, a cardigan with a subtle cable pattern and pockets, waiting for more than ten years to get finished. So far I have not decided what to do with it.
There are, however, two projects which have not seen much progress during the last weeks. One is Eloise II, the second is the “Mystic Light” shawl. Eloise will progress on the next longer train journey. It is a nice mindless and “en route” project. Mystic Light has taken a back seat because I’ve lost several stitches in row 143, requiring a major repair. But there are several more urgent projects to be finished before I can get back to the shawl.

Wie man ein UFO erzeugt – How to generate a UFO

Neulich schrieb Knittaxa in ihrem Blog, wie bei ihr UFOS entstehen. Ich fand die Liste der Ursachen sehr interessant und umfassend. Nun erlebe ich gerade im wirklichen Leben, wie mehrere dieser Ursachen zusammenkommen, und wenn ich nicht helfend eingreife, wird ein sehr trauriges UFO entstehen.
Was ist passiert? Ein Arbeitskollege bat mich letzten Monat, mit ihm gemeinsam Wolle für einen Pullover auszusuchen, den er sich stricken will. Er war so fasziniert von einigen meiner Pullover, dass er es nun auch versuchen wollte.
Wir wählten ein schönes grünes Garn aus, das sich für fast jede Jahreszeit eignet, und er machte die sorgfältigste Maschenprobe, die ich je gesehen hatte. Er verstrickte dafür nämlich fast ein ganzes Knäuel. Ich berechnete ihm die Maschen und Reihen für einen einfachen Pullover, und er begann frohgemut mit dem Rückenteil. Weil er nicht sicher war, ob die Maße stimmen, die ich ermittelt hatte, schlug er ein paar Maschen mehr an. Und weil er nicht sicher war, ob die Länge passt, strickte er auch noch ein paar Reihen mehr. Das Stricken machte ihm gewaltigen Spaß. Er kam flott voran, bis es an den Halsausschnitt ging. Und da hängt er nun und verliert die Lust.
Die Ursachen, wie ich sie einschätze: Die Halsausschnitt-Abnahmen, obwohl sehr einfach, sind ihm schon zu kompliziert. Und die Maße seines Gestricks lassen befürchten, dass das Endprodukt viel zu groß wird. Das Rückenteil ist 4 cm breiter und 5 cm länger als von mir geplant, insgesamt etwa zwei Größen zu groß. Nun überlege ich, wie ich ihm am besten helfen kann. Soll ich nur den Halsausschnitt für ihn stricken und ihn ansonsten seinen Vorstellungen entsprechend weiterstricken lassen? Oder soll ich ihm anbieten, den Pullover komplett auf meinem Grobstricker für ihn anzufertigen? Das Garn war nicht gerade billig, es täte mir leid, an einer UFO-Produktion beteiligt zu sein, wenn auch nur mittelbar.

Recently Knittaxa mentioned in her blog how she creates UFOs. I found her list quite interesting and comprehensive. Now I witness in real life how several of the reasons she mentioned come together, and if I don’t intervene, a very sad UFO will develop.
What has happened? Last month, a co-worker asked me to help him choose yarn for a sweater he wants to knit for himself. He was so fascinated by my sweaters that he wanted to try it on his own. We chose a lovely green yarn, suitable for wearing all-year round, and he made the most diligent gauge swatch I’ve ever seen. He used almost an entire ball of yarn for it. I calculated rows and stitches for a simple sweater, and he set out to knit. As he was not sure if the width was right, he cast on some additional stitches. And as he was not sure if the length would fit, he knit some additional rows. Knitting was fun for him, he made good progress, until he reached the neck level. And that’s where he is stuck now and losing interest.
The reasons, as I judge them: The neckline decreases, although easy, are still too complicated for him. And the dimensions of his knitting make me worry that the finished garment will be too large. So far the back is 4 cm wider and 5 cm longer than I had planned.
Now I’m contemplating how to help him. Shall I only knit the neckline and let him continue according to his sizing ideas? Or should I offer to re-knit the complete garment on my chunky machine? The yarn was no bargain, and I feel sorry to be involved in producing a UFO, if only indirectly.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Lory Cosgrove, “Picture Knits”

Erschienen 1989 bei Sterling Publishing, New York, 128 Seiten, viele farbige Fotos und Musterdiagramme.
Man könnte mit einer gewissen Berechtigung sagen, dass dieses Buch langweilig ist. Lory Cosgrove hat im Prinzip eine einzige Anleitung für einen klassischen Pullover mit eingesetzten Ärmeln aus mittelstarkem Garn (22 M auf 10 cm) erarbeitet, jedoch in immerhin fünf Herren-, sechs Damen- und sechs Kindergrößen, so dass die ganze Familie versorgt ist. Diese Anleitung wird nun für die insgesamt 40 gezeigten Modelle immer wieder mit neuen Kombinationen von Einstrickmustern und -motiven variiert. Für mich hat dieses Buch dadurch seinen eigenen Reiz, weil es zeigt, wie man Schnitt, Farben und Muster ohne große Überlegung endlos und kreativ zusammenfügen kann, ohne jemals denselben Pullover zweimal zu stricken.
Es sind klassische Bilderpullover für die ganze Familie, und die Anleitungen sind sowohl zum Handstricken als auch für die Strickmaschine (Grobstricker mit Lochkartenautomatik) ausgelegt. Man findet die verschiedensten Tiermotive, Häuschen, Boote, Fahrzeuge, Bäume, Elfen, Schneemänner, Schneeflocken und ähnliche Folk-Motive, dazu einfache Füllmuster und viele verschiedene kleine Bordüren. Haute Couture ist hier natürlich nicht zu finden, ebensowenig wie die Verwendung exklusiven Materials. Aber besonders denen, die viel für Kinder stricken, wird dieses hübsche Buch gute Dienste leisten.

Lory Cosgrove, Picture Knits
Cosgrove, Picture Knits inside, innen

Published 1989 at Sterling Publishing, New York, 128 pages, many colour photos and pattern diagrams.
It could probably be claimed that this book is boring in a certain way. In principle, Lory Cosgrove has developed instructions for one classic sweater with set-in sleeves in medium yarn (5 1/2 stitches per in), but after all in no less than five men’s, six women’s and six children’s sizes, so the whole family is catered for. These instructions are modified for 40 different garments, each with new combinations of knit-in border and motif patterns. This appeals to me because it shows how to combine shapes, colours and patterns easily, endlessly and creatively without having to knit the same garment twice.
These are classical picture sweaters for the whole family, and the instructions are for hand knitting as well as for the (chunky punchcard) knitting machine. Cosgrove provides animals, cabins, boats, vehicles, snowflakes and similar folk motifs, complemented by simple filler patterns and small borders. You will, of course, not find any haute couture here and no use of exclusive fibers either. But particularly for those who knit a lot for children this charming book will do a good job.