Double Royal

Eine Consommé double royal ist eine sehr feine, konzentrierte klare Fleischbrühe mit einer Einlage aus Eierstich. Mein Projekt heißt so, weil es die Zweitausgabe eines Lieblingspullovers in Royalblau wird.
Den ersten seiner Art habe ich vor über 17 Jahren, nämlich im Januar 1991, für eine sehr liebe Person gestrickt. Das Original war ein Raglanpullover mit rundem Ausschnitt, glatt rechts, gestrickt aus einem royalblauen Leinen-Acryl-Gemisch. Mittlerweile ist das gute Stück aber derart abgetragen, dass dringend ein Ersatz her muss.

Das Garn von damals ist seit langem nicht mehr erhältlich, und den neuen Pulli wollte ich eigentlich aus dem selbst zusammengezwirnten Garn stricken, über das ich neulich geschrieben hatte. Von der Haptik her wäre es ein guter Ersatz gewesen. Aber die Ergebnisse waren bekanntlich optisch nicht überzeugend, so dass ich meine Vorräte nach geeigneterem Material durchsuchte. Ich stieß auf 500 g königsblaue Merinowolle mit einer Lauflänge von 300 m auf 100 g, also 1.500 m. Das entspricht ziemlich genau der Meterzahl, die ich für den ursprünglichen Pullover gebraucht hatte. Der Schnitt bleibt derselbe, auch an den Maßen muss nichts geändert werden. Nur die Maschenprobe weicht etwas ab. Die Maschenzahl ist zwar gleich, aber ich benötige in der neuen Version mehr Reihen, obwohl ich mit derselben Maschenweite stricke.

Vorsichtshalber habe ich mit dem Rückenteil angefangen und dann den ersten Ärmel gestrickt. Jetzt sind vom fünften Knäuel noch 10 g übrig, fast exakt die Hälfte der Partie ist verbraucht.
Hoffentlich reicht der kleine Rest noch für die Halsblende, sonst habe ich ein Problem.

A consommee double royal is a very fine beef broth garnished with a kind of custard. My project got its name because it is the second edition of a royal blue favourite sweater. The first one was made more than 17 years ago, in January 1991, for a very dear person. The original was a plain round neck raglan sweater in a royal blue linen-acrylics mix. Meanwhile, it is well worn down and urgently needs a replacement.

The yarn from way back when is long since discontinued, and I had planned to knit the new sweater from the threads I mentioned recently. The swatches felt nice to the touch and would have been a suitable replacement, had it not been for the look. So i dived into my stash and unearthed 500 g royal blue merino wool with a metrage of 300 m per 100 g, 1,500 m altogether. That is almost exactly the length I used for the first sweater. The shape remains the same, no need to change any measurements, but the gauge is slightly different. Although I need the same number of stitches, I have to knit more rows.

To be on the safe side, I started with the back and continued with the first sleeve. I’ve almost used up the fifth ball so far, there’s only 10 g left of it. So it’s half time, and I only hope the small amount will be sufficient for the neckband, or I’m going to have a problem.

Umfrage zu Ravelry – Survey about Ravelry

Bis zum 31. Mai läuft noch diese Umfrage von Sabrina zu verschiedenen Aspekten bei Ravelry. Ich denke, sie freut sich, wenn viele von Euch teilnehmen. Die Umfrage ist in Englisch, und es gibt auch etwas zu gewinnen.
Und gefunden habe ich das Ganze bei Katarina.

Until 31 May this survey by Sabrina about several Ravelry aspects is running. I think she will be happy if many of you take part. The survey is in English, and there are prizes to win.
And I found a link to it at Katarina’s blog.

Die verstrickte Dienstagsfrage – 21/2008

Das Wollschaf fragt: Wenn ich mich so durch die Blogs klicke, fällt mir auf, dass ich nicht überall gleich gerne lese- was nicht am Inhalt liegt. Darum meine Frage: Wie ist ein Blog, den (oder das?)du gerne liest? Viele Smilies oder wenige? Schriftgröße? Textlänge? Bilder? Hintergrundfarbe? (etc. und natürlich auch Inhalt)
Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!

Ich fürchte, mit meiner Antwort oute ich mich als kleinkariert, intolerant und nörglerisch. 🙂
Ja, natürlich gibt es Blogs, die ich ungern bis gar nicht lese, und zwar z.B. aus folgenden Gründen:

1. Hintergrund und Textfarbe
Graue Winz-Schrift auf schwarzem Grund mag die spätpubertär-düstere Grundstimmung einer Schreiberin adäquat widerspiegeln, ist jedoch die Pest für die Augen einer Presbyopen wie ich es bin.
Königsblau auf Feuerrot liest sich übrigens auch nicht besser, wenn auch aus optisch anderen Gründen.

2. Satzzeichen-Inflation
Wenn jeder Satz so wichtig ist, dass er mit einem oder mehreren Ausrufezeichen beendet werden muss, wenn jede Frage zur Verdeutlichung ihrer Fraglichkeit mindestens drei Fragezeichen benötigt, gern auch abwechselnd mit Ausrufezeichen, damit es nicht so langweilig ist, und wenn Aussagen durch zehn bis zwanzig aufeinander folgende Punkte miteinander verbunden werden, um möglicherweise die Zusammenhanglosigkeit im Hirn der Autorin zu kompensieren, dann klicke ich weg. Wer nicht in der Lage ist, sich einigermaßen klar zu artikulieren, der darf gern weiter im Internet an seinem Stil feilen, sollte aber nicht auf mich als regelmäßige Leserin hoffen.

3. Animiertes
Nervös zappelnde Kätzchen, Hündchen, Häschen, Elfchen oder Schneeflöckchen sind bei vielen Autorinnen äußerst beliebt. Zum Glück bietet mein Browser die Möglichkeit, GIF-Animation abzuschalten. (Mein Feedreader kann das leider nicht.) Animationen lenken vom Text ab und erschweren Verständnis und Lesbarkeit. Aber vielleicht ist das ja gewollt?

4. Inhaltliches
Bestimmt ist jetzt wieder irgendjemand gekränkt, aber reine Socken-Blogs langweiligen mich. Ich bin sicher, sie haben ihre treuen Leserinnen, und die gönne ich ihnen von Herzen. Nur möchte ich das bitte nicht mir antun müssen. Das gilt übrigens auch für reine Spüllappen- oder Schondeckchen-Blogs. Ich wünsche Euch viel Freude in Eurer Monokultur, und lasst Euch durch meine Ignoranz nicht von Eurem Tun abhalten.

5. Was ich gern lese
Was ich bei meinen FreundInnen im wahren Leben schätze, mag ich auch in Blogs: Humor, Ehrlichkeit (nicht zu verwechseln mit Exhibitionismus), Intelligenz. Etwas Abwechslung bei den Themen und der gelegentliche Blick über den Horizont schaden nicht. Es darf auch ruhig mal subversiv zugehen, und ich erwarte nicht, dass alle Welt dieselbe Meinung hat wie ich. Anderer Leute andere Ansichten geben mir neue Einsichten. Dass ich trotzdem gelegentlich bei meiner Meinung bleibe — nun ja, so ist das eben mit dem Altersstarrsinn. 😉

Sorry, no English version today.

Der Vollständigkeit halber – For the sake of completeness

So sieht der Ärmel aus, den ich gestern noch zu stricken versuchte. Das Gestrick fühlt sich wunderbar an, weich und angenehm. Aber das Aussehen! Man erkennt deutlich jeden Wechsel des Knäuels. So kann man es niemandem zumuten.
Noch habe ich keine Idee, was ich mit den bereits gezwirnten Knäueln anstellen könnte. Vielleicht ergäbe sich ein erträgliches Muster, wenn man alle zwei Reihen die Fäden wechselt. Aber momentan habe ich keine Lust zu weiteren frustrierenden Experimenten. Das nächste Projekt wird aus ganz einfacher gekaufter Wolle gestrickt.

Raglan-Ärmel aus getwistetem Garn, raglan sleeve from twisted yarn

This is the sleeve I tried to knit yesterday. The knitting feels lovely, soft and comfortable. But the look! You can see clearly each change of yarn. Nobody should be bothered with something like this.
So far I’ve got no idea what to do with the balls I have already twisted. Perhaps a tolerable pattern can be achieved by using two balls and alternating them every two rows. But for the time being I’m not keen on more frustrating experiments. My next project will be knit from very plain shop-bought wool.

Wieder mal Frust – More Frustration

In meinem Garnvorrat befinden sich diverse Konen mit feinem Maschinengarn. Ab und an experimentiere ich mit verschiedenen solcher Fäden in unterschiedlichen Farben und kombiniere sie zu einem dickeren Garn. Meistens verstricke ich sie direkt von den Konen. Das ergibt einen eher streifigen Effekt. Dieses Mal wollte ich es “besser” machen und jagte die Fäden vor dem Verstricken durch meinen kleinen Handtwister. Der kann leider nur relativ kleine Knäuel wickeln, nach etwa 100 g ist Schluss, und manchmal fliegt einem das Knäuel auch schon nach 30 g vom Twister.
Ich verzwirnte etwa 550 g Garn aus fünf Einzelfäden in drei Blau- und einem Dunkellila-Ton und strickte los. Und was dabei herauskam, seht Ihr auf dem Bild. Es sollte das Rückenteil eines Raglan-Pullovers werden. Das erste Knäuel war offenbar lockerer verzwirnt als das folgende, denn die Musterungen sind sehr unterschiedlich und passen überhaupt nicht zusammen. Es sieht, schlicht gesagt, ziemlich scheußlich aus. Ein zweiter Versuch geriet nicht besser. So schnell wollte ich nicht aufgeben, ich versuchte es ein drittes Mal und begann mit einem Ärmel. Aber auch diesmal änderte sich die Art des Musters nach jedem Knäuelwechsel, und schlimmer noch: Jeder Wechsel ging einher mit zwei, drei praktisch ungemusterten Reihen, die deutlich hervortreten.
Ich glaube, ich lasse es sein und verstricke die Fäden doch lieber wieder “streifig” von den Konen. Das ergibt zwar ein unregelmäßigeres Muster, aber wenigstens habe ich dabei keine Knäuelwechsel, die noch mehr Unruhe verursachen.

Raglan-Rückenteil, raglan back

There are several large cones of fine machine knitting yarn in my stash. From time to time I experiment with these threads, combining different colours and/or textures to get a thicker yarn. This time I wanted to do even better, so I twisted the threads with my small home twister prior to knitting. Unfortunately, this gadget does only wind small balls, up to 100 g, and sometimes the ball falls off with only 30 g wound.
I twisted about 550 g of yarn from five threads, three different blues and one dark purple, and started off. You can see the result in the photo. It was supposed to be the back of a raglan sweater. The first ball was obviously more loosely twisted than the following. The patternings are different and do not match at all. In short, it looks awful. A second attempt wasn’t any better. But as I don’t give up so soon, I tried a third time, this time a sleeve. Again, the “pattern” changed with each new ball of yarn. And even worse: Each change was clearly noticeable because there was hardly any twist in the yarn ends.
I think I’ll leave this twist experience alone and rather knit the yarns directly from cone. This will yield a less regular pattern, but at least I won’t have to start new balls.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Catherine Cartwright-Jones, Roy Jones, “Enchanted Knitting”

Erschienen 1997 bei Interweave Press, 96 Seiten, US$19.95. Es ist in erster Linie eine Mustersammlung und enthält mehr als 200 Musterdiagramme in den verschiedensten Größen und von teils ungewöhnlicher Thematik, so z.B. Totenschädel, tibetanische Drachen, mythologische Figuren sowie Bordürenmuster. Obwohl man die Muster natürlich auch von Hand stricken kann, sind sie vor allem für elektronische Strickmaschinen gedacht.
Ergänzend findet man ausführliche Anleitungen für eine Pillbox-Mütze, einen Strickbeutel mit Quasten, üppig gemusterte Kniestrümpfe (mit genauer Anleitung zum Maßnehmen) und einen langen Mantel mit Kapuze. Alle diese Gegenstände eignen sich natürlich bestens für die Muster des Buches.
Wer gern ungewöhnliche farbige Muster mag oder nach interessanten Verwendungszwecken für solche Muster sucht, wird an diesem Buch viel Freude haben.

“Enchanted Knitting”
“Enchanted Knitting”, Modelle/garments

Published 1997 by Interweave Press, 96 pages, US$19.95. This book is first and foremost a pattern collection. It contains more than 200 pattern diagrams in different sizes and of unusual subjects, e.g. skull patterns, Tibetan dragons, mythological figures and border patterns. Although they can be knit by hand, they are mainly intended for electronic knitting machines.
Additionally there are detailed instructions for a special round cap, a knit drawstring bag, richly patterned kneesocks (with precise instructions on how to take measurements) and a long hooded cloak.
Everyone looking for exciting colour patterns or for unusual applications for such patterns will enjoy this book very much.

Lieblings-Strickbuch? – Favourite Knitting Book?

Die Frage nach dem Lieblingsbuch wurde bei Ravelry gestellt. Und ich finde sie nicht einfach zu beantworten, weil meine Lieblingsbücher über die Jahre wechseln. Man ändert seine Vorlieben, man lernt und sammelt Erfahrungen, man stolpert über neue, aufregende Ideen. Soll man da nach zwanzig oder mehr Jahren allen Ernstes noch dieselben Bücher bevorzugen wie früher als Anfängerin?
Es gab im Laufe der Jahre einige Bücher und Zeitschriften, die meine Interessen jeweils in neue Bahnen gelenkt haben und ohne die ich mich stricktechnisch nicht so entwickelt hätte, wie ich es tat. Ganz am Anfang stand “Stricken — 1000 neue Ideen” (ISBN 3-570-03144-6, München 1981). Weil ich eigentlich damals mit dem Stricken erst richtig anfing, waren es wirklich lauter neue Ideen für mich. Heute würde man den Inhalt langweilig finden, ich fand das Buch großartig.
1984 fiel mir in einem kleinen, unscheinbaren Zeitschriftenladen in der Hamburger Innenstadt das “Jahrbuch Strickmode 1984” von Tolle Wolle in die Hände. Es löste einen ähnlichen Kick bei mir aus. Das Heft enthielt Pullover und Jacken z.B. mit Angora, Mohair, Bändchen- und Federgarn, in Schnitten und Zusammenstellungen, die ich noch niemals vorher gesehen hatte.
1987 kaufte ich mir eine Strickmaschine, weil ich zuviele Ideen hatte, um sie von Hand umsetzen zu können. Im selben Jahr stieß ich im Urlaub auf den Kanalinseln erstmals auf britische Strickmaschinen-Zeitschriften. Ich war begeistert, denn anders als in deutschen Zeitschriften gab es darin nicht nur Anleitungen, sondern auch viele technische Artikel. Und Hinweise auf Bücher. Viele britische Verlage lieferten auch an Kunden im Ausland. Damals begann ich, Strickbücher in englischer Sprache zu sammeln, deutsche gab es sowieso kaum. Manche waren ganz nett, andere langweilig, und bei einigen hatte ich wieder das Gefühl, sie eröffneten mir neue Welten: Mary Weavers Bücher zum Beispiel, oder die von Denise Musk.
Das Internet hat unsere Quellen für Ideen noch vervielfältigt. Gleichzeitig lauert hier aber auch viel Mittelmaß. Umso wichtiger finde ich es, dass jede Strickerin für sich selbst herausfindet, was sie besonders mag und welche Modelle oder Stricktechniken sie besonders ansprechen. Die eine bevorzugt ausgefallene Socken, die andere mag am liebsten komplizierte Lochmustertücher. Natürlich werden diese Strickerinnen auch unterschiedliche Lieblingsbücher haben, und es ist fraglich, ob die Empfehlungen der einen der anderen in so einem Fall viel nützen.

On Ravelry, someone asked for out favourite knitting book. I find this question difficult to answer because my favourite books have changed over the years. We change our preferences, we live and learn, we stumble upon new ideas. Are we really supposed to favour the same books as twenty years ago when we were beginners?
In the course of the years there have been several books and magazines which focused my knitting interest on new, formerly unknown directions, and without which I would not have become the knitter that I am. The first one was “Stricken — 1000 neue Ideen” (“Knitting — 1000 new ideas”; ISBN 3-570-03144-6, Munich 1981). At that time I started knitting anew, so everything was really new for me. Today, the contents would probably be regarded as boring; I thought it was great.
1984 I stumbled across a knitting magazine called “Jahrbuch Strickmode 1984” by Tolle Wolle at an inconspicuous Hamburg newspaper shop. It provoked a similar kick. The magazine contained sweaters and cardigans/jackets e.g. with angora, mohair, ribbon and feathery yarn, in shapes and combinations I had never seen before.
1987 I bought a knitting machine because I had more ideas than I could carry out by hand knitting. The same year, during a holiday in the Channel Islands, I hit upon British machine knitting magazines for the first time. I was thrilled, for in contrast to German magazines they contained technical articles as well as instructions for garments. And hints to knitting books. And many British publishers delivered to Germany. At that time I started collecting English knitting books, there were hardly any German ones anyway. Some were quite nice, some boring, and some opened up new worlds to me: Mary Weaver’s books for instance, or those by Denise Musk.
The Internet has multiplied our sources for ideas. At the same time there’s also a lot of mediocrity lurking out there. It is all the more important for every knitter to find out what she likes in particular and what garments or techniques she is fond of. One may prefer knitting fancy socks, another loves knitting sophisticated lace shawls. Quite naturally these knitters will have different knitting book needs, and I doubt if in such a case one knitter’s recommendation is very helpful for the other.

Zweifarbig – two-coloured

Weshalb bin ich nicht früher darauf gekommen? Wenn ein Sockengarnrest nicht mehr ganz für ein Paar Babyschuhe reicht, kann man prima eine Kontrastfarbe hinzunehmen, um z.B. die vorderen Teile der Schuhe und die Bindebänder damit zu stricken. So bin ich hier vorgegangen. Der Hauptteil ist in Dunkelblau mit farbigen Sprenkeln gestrickt, die kurzen Reihen und die Schnürsenkel aus einem kleinen Rest in Türkis.
Man kann sicherlich noch mehr einzelne Farben miteinander kombinieren, schaut doch einfach mal Eure Reste durch.

Babyschuhe, baby booties

Why didn’t I think of this before? When an oddment of sock yarn is not sufficient for a pair of baby booties, you can add a contrast colour to knit, e.g. the front part and the bands. That’s what I did here. The main part is navy blue with contrasting streaks, the short rows and shoelaces are made from an even smaller oddment in turquoise.
It is possible to combine even more colours, just have a look at your own assortment of oddments.

Die verstrickte Dienstagsfrage – the Wool Sheep’s question 20/2008

Hat euch das Stricken schon mal krank gemacht (habt ihr euch z.B. mit Nadeln verletzt) oder hattet ihr Schmerzen nach dem Stricken? Was macht ihr dann, pausieren oder weiter auf Biegen und Brechen? Oder wenn der Arzt Pause verordnet, seid ihr dann ein guter Patient? Wie lange haltet ihr das aus?
Vielen Dank an Jana für die heutige Frage!

Bisher hat Stricken mir nicht geschadet. Wenn’s weh täte, würde ich aufhören. Deshalb musste ich auch noch nie wegen strickbedingter Beschwerden einen Arzt aufsuchen.
Allerdings kam es schon vor, dass ich wegen anderer Beschwerden nicht (oder nicht gut) stricken konnte. Beispielsweise ging das Stricken an der Maschine nicht, als ich mir mal den Knöchel gebrochen hatte: Man braucht nämlich die Füße, um sich beim Schieben des Schlittens abzustützen, und das tat einfach weh.

Did knitting ever make you sick (e.g. did you hurt yourself with the needles) or did it cause you pain? What do you do then, have a break or continue by hook or bei crook (no pun intended)? And if the doctor decrees a break, will you obey? How long would you bear with it?
Thank you Jana for today’s question.

So far knitting did not do any damage to me. If it would hurt, I would stop. I never had to turn to a doctor due to knitting-related disorders.
There have been times, however, when it was impossible (or difficult) to knit due to other afflictions. I could not use my knitting machine, for instance, when I once had a broken ankle. I need my feet to support myself while pushing the carriage, and that simply hurt.

Was habe ich mir dabei gedacht – what was I thinking?

Am späten Freitagabend stellte ich fest, dass ich beim Vorderteil von “Eloise” fünf statt drei Maschen für die Blende gestrickt hatte, aber weil ich schon bei der Armloch-Abnahme war, mochte ich auch nicht wieder aufribbeln. Das Garn lässt sich sowieso nicht gut aufziehen.
Deshalb beschloss ich, die Blende über fünf Maschen zu belassen, denn sie sieht gut aus, und stattdessen lieber die Abnahmen für den V-Ausschnitt neu zu berechnen. Ich war zwar müde, rechnete aber fröhlich drauflos und notierte mir die Reihenzahlen, in denen ich abnehmen musste. Und gestern abend strickte ich dann weiter. Abnahmen also in den Reihen 81, 87, 83, 89 — hoppla? Wie ich am Abend zuvor auf diese Zahlen gekommen war, ist mir ein Rätsel. Unsinn war es auf jeden Fall. So musste ich dann doch bis Reihe 81 wieder zurückstricken. Fortschritt gestern abend: Null. In etwas wacherem Zustand berechnete ich meine Abnahmereihen nochmals und komme jetzt auf zehn Abnahmen alle fünf Reihen und dann noch mal fünf Reihen gerade hoch. Dann sollte es aber passen.

Friday night, rather late, I found that I had knit five stitches for the button band of “Eloise” instead of three as stated in the pattern. But as I already hat reached the armhole decrease, I did not feel like ripping it out. The yarn is a pain to rip, anyway.
So I decided to continue with the five stitch band, for it looks really gut. I’d rather recalculate the v-neck decreases. Although I was tired, I merrily calculated on and wrote down the row numbers where the decreases should take place. And last night I continued knitting. Decreases in rows 81, 87, 83, 89 — whoops? I don’t know how this nonsense happened. It proved necessary to “tink” back to row 81. My progress last night: Zero. But I recalculated the decrease rows once more, there will be ten decreases in all, one every fifth row. And I hope it will fit.