Spring Cap (oder Mitropa Duschhaube?)

Der Woolly Wormhead KnitAlong für März war das Muster “Spring Cap”. Ich fand es auf dem Foto recht ansprechend und kaufte die Anleitung. In meinem Garnbestand fand sich noch ein knallbunter Rest der Qualität Artesano Hummingbird, 100 % Alpaka mit einer Lauflänge von 200 m auf 100 g. Man benötigt insgesamt etwa 70 g bzw. 150 m.
Eigentlich soll der untere Mützenrand glatt rechts mit Rollrand gestrickt werden. Das sah aber nach Fertigstellung an mir einfach scheußlich aus. Also nahm ich die Schlaufen der obersten Rechts-Reihe auf eine dünne Nadel, ribbelte den glatt-rechts-Teil von unten her auf (ja, das geht, auch wenn der Anfang etwas mühsam ist) und strickte eine Blende im Perlmuster an, soweit das Garn eben reichte.
Hundertprozentig zufrieden bin ich trotzdem nicht. Diese Schlabbermützenform ist einfach nichts für mich, auch wenn sie so schön einfach zu stricken ist. Weshalb falle ich dann immer wieder aufs Neue drauf herein?

Spring Cap, von oben

Spring Cap, Unterseite

“Spring Cap” was the pattern for the Woolly Wormhead March knitalong. I found the photo quite attractive and bought the pattern. From my stash I unearthed a brightly coloured leftover of Artesano Hummingbird, 100% alpaca, 200m per 100g. (You need about 70g/150m for the cap.)
Originally the brim was to be knit in stocking stitch with a rolling edge. But it looked simply awful on me when I tried the finished cap on. So I picked up the loops of the topmost stocking stitch row with a fine needle and unravelled the lower part from the beginning (yes, that’s perfectly possible, even if the cast-on may be a bit tedious to undo). Then I worked a new brim downward in seed stitch.
Anyway, I am not 100 percent satisfied. These slouchy hats are not for me, although they are such nice and easy knits. Why, oh why do I fall for them again and again?

Erdbeer-Karamell – Strawberry-toffee

Als es kürzlich bei der Wollerey einen Ausverkauf der Garnqualität “Doppio” gab, hatte ich ein Paket in Beige-Braun-Tönen erwischt. Zwar bin ich noch nicht ganz fertig mit dem Stricken, aber man kann, glaube ich, schon erkennen, was es werden soll und wie es in etwa aussehen wird.

Erdbeer-Karamell - Strawberry-toffee

Recently, the Wollerey held a clearance sale of “Doppio” wool, and I was able to grab a package in beige-brown colours. I’ve not yet finished my project, but here’s a foretaste of what it’s going to be and how it will look.

Es wird gefastet

Aschermittwoch ist traditionell der Beginn der Fastenzeit, und die dauert bis Ostersamstag. Heutzutage wird die Fastenzeit gern genutzt, um auf etwas zu verzichten, das man während des restlichen Jahres sehr schätzt. Hier eine kleine Auswahl an Genussmitteln, die dafür in Frage kommen:

– Fleisch
– Alkohol
– Rauchen
– Kaffee
– Süßigkeiten aller Art
– Wolle kaufen
Je nach Geschmack und Durchhaltevermögen gibt es natürlich noch viele weitere Optionen.

Ich werde bis Ostern auch wieder “fasten”: Weder Alkohol noch Zigaretten werde ich mir erlauben; das sollte für mich gut durchzuhalten sein. 🙂 Um meine Willenskraft ernsthaft auf die Probe zu stellen, wollte ich eigentlich auch auf Süßigkeiten verzichten, aber das wird dieses Jahr wohl nicht funktionieren: Neulich stieß ich auf diese Website, bei der man sich seine Schokoladensorten selbst zusammenstellen und bestellen kann. Nachdem ich nun Sachen wie Ingwer-Schokolade mit Orangenstückchen und Schokolade mit Nelken und Pflaumenstückchen bestellt habe, warte ich auf die Lieferung, und dann muss das Zeug ja auch gegessen werden. Schokolade darf man einfach nicht schlecht werden lassen.

Aber im nächsten Jahr bietet sich mir bestimmt eine Gelegenheit, meine Fasten-Aktion auszuweiten.

Die verstrickte Dienstagsfrage 10/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Fällt euch auch auf, dass die Strick-Anleitungen immer länger werden? Selbst Anleitungen für einfache Strickstücke umfassen mittlerweile mehrere Seiten. Was haltet ihr davon?
Vielen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Bei Anleitungen aus deutschen Zeitschriften passiert einem das eher nicht. Die sind relativ kurz und knapp verfasst, enthalten fast immer ein bemaßtes Schnittschema und, wenn ein Muster verwendet wird, auch ein Diagramm desselben. Langatmige und wortreiche Erläuterungen spart man sich schon aus Platzgründen. Als fortgeschrittene Strickerin, der man nicht mehr jede Masche einzeln vorstellen muss, finde ich das sehr sympathisch.
Schwieriger ist es bei (meistens englischen) Einzelanleitungen, die man z.B. als PDF kauft. Wenn ich mir die wirklich relevanten Informationen mühsam aus fünf Seiten Text extrahieren oder eben diese Menge an Seiten komplett ausdrucken muss, um alles Wichtige beieinander zu haben, dann finde ich das lästig und nicht besonders ökonomisch. Druckertinte ist teuer, und Papier kostet Bäume. Geht es wirklich nicht anders?
Früher blieb einer Strickerin nichts anderes übrig, als über einer kryptischen Anleitung so lange nachzudenken, bis sie verstand: “4×1 M in jeder 8. R abn” heißt nicht, je acht Maschen verteilt in jeder der vier nächsten Reihen abzunehmen. Viele moderne junge Strickerinnen scheinen mir da weniger grübelfreudig. Statt zuerst mal das eigene Hirn einzuschalten, fragen sie lieber in fünf verschiedenen Internet-Foren nach, was da wohl gemeint sein könnte (und wundern sich dann, dass sie sieben verschiedene Antworten bekommen).
Da ich selbst schon Anleitungen verfasst habe, kenne ich aber auch das Dilemma, in dem man sich als “Designer” befindet. Bevor man riskiert, dass ein Strick-Neuling sich in der Anleitung verheddert, beschreibt man lieber ausführlich, wie z.B. drei Maschen mit aufliegender Mittelmasche zusammengestrickt werden, sonst riskiert man haufenweise E-Mail-Anfragen von ratlosen Strickerinnen und verbringt die Feierabende mit Troubleshooting für andere statt mit Stricken für sich selbst.
Mein Wunsch wäre, dass Strickerinnen eine knapp gefasste Anleitung erst einmal als Herausforderung sehen, sich und ihre Strick-Fähigkeiten weiterzuentwickeln. Nicht jede Masche muss im Detail beschrieben werden, und vieles kann man sich mit etwas gesundem Menschenverstand und ein wenig Geduld zusammenreimen. Davon würden alle profitieren. Der Verbrauch von Papier und Druckertinte ginge zurück, die allgemeine Strick-Intelligenz würde steigen, und die Befriedigung darüber, selbständig eine Lösung fürs Strickproblem gefunden zu haben, wäre signifikant erhöht.

Arbacia die Zweite – Arbacia II

Wenn man erst einmal den Bogen heraus hat, ist diese Mütze auf der Strickmaschine wirklich flott gestrickt, jedenfalls deutlich schneller, als ich es von Hand könnte. Das einzig Mühsame daran ist die Naht im Maschenstich.
Auch diese Mütze wird zu gegebener Zeit verschenkt, aber wahrscheinlich nicht zu Weihnachten, sondern zu einem Geburtstag.

Arbacia von oben, from the top

Arbacia, Unterseite, flip side

When you’ve got the hang of it, this hat is a quick knit on the knitting machine, at least much quicker than I could do it by hand. The only tedious part is closing the seam in kitchener stitch.
This hat, too, will given as a gift, but probably not for Christmas, but as a birthday present.

Wieder ein Weihnachtsgeschenk fertig – Another Christmas present finished

Die ersten Weihnachtsgeschenke schon im März fertig zu haben, gibt einem das Gefühl von Tüchtigkeit und Fleiß. 😉
Hier ist also der Oslo Walk Shawl aus der Interweave Knits Winter 2010, gestrickt aus gut 100 g Wollmeise Lace-Garn in Farbe Türkise Markise und knapp 700 Rocaillesperlen in Azurblau mit silbernem Einzug. Diese Farbe ist so gar nicht meine, deshalb besteht auch keine Gefahr, dass ich das Tuch selbst trage. Die Größe ist so bemessen, dass man sich das Ding wie eine Art schmale Stola um die Schultern legen kann, Spitze und Zipfel nach hinten. Vermutlich wärmt es sogar, weil dabei zwei Lagen Gestrick übereinander liegen. Und es sieht nett aus. Für Rucksackträgerinnen wie mich ist es natürlich ein absolutes no-go.

Oslo Walk Shawl

Oslo Walk Shawl, Detail

Having the first Christmas presents ready in March gives me a feeling of proficiency and diligence. 😉
Here’s the Oslo Walk Shawl from Interweave Knits Winter 2010, made of just a bit over 100g of Wollmeise Lace-Garn in colour Türkise Markise and about 700 Rocailles beads in azure blue with silver lining. This colour is so NOT me, that there’s no danger of me keeping this shawl. The size is appropriate for wearing it around the shoulders like a smallish stole, point and tails to the back. It will probably even give warmth because there are two layers of knitting on top of each other when worn. And it looks nice. For backpack users like me it’s of course an absolute no-go.

Die verstrickte Dienstagsfrage 9/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Wie lange tragt ihr im Durchschnitt euer Selbstgestricktes? Oder anders gefragt: Was ist euer ältestes Strickstück? Und was macht ihr mit den Teilen, wenn ihr sie nicht mehr tragen mögt? Verschenken, in die Altkleidersammlung geben oder aufribbeln und etwas Neues daraus stricken?
Vielen Dank an Anke für die heutige Frage!

Meine selbst gestrickten Sachen trage ich
a) bis sie kaputt sind;
b) bis sie mir nicht mehr gefallen;
c) bis ich *hüstel* “herausgewachsen” bin;
je nachdem, welches Ereignis zuerst eintritt.
Das älteste Strickstück in meinem Besitz ist, wie ich neulich beim Aufräumen im Kleiderschrank herausfand, ein Pullover von 1985 aus weinroter Schurwolle mit einem eingestrickten “Garfield”. Gestrickt hatte ich ihn für meinen damaligen Freund, der ein großer Garfield-Fan war. Nach der Trennung ließ er diesen und diverse andere Pullover (ich war damals sehr produktiv) zurück; mit dem, was ich mal gestrickt hatte, wollte er nichts mehr zu tun haben. Man könnte den Pullover noch tragen, denn er ist noch in Ordnung, weder verfilzt noch von den Motten angefressen. Aber aus dem Garfield-Alter bin ich inzwischen heraus.
Das älteste Strickstück, das ich derzeit noch in Gebrauch habe, ist die Jacke, die ich in diesem Beitrag schon einmal vorgestellt hatte. Und was ich mit Stricksachen mache, die ich nicht mehr tragen mag, habe ich hier schon einmal beschrieben.

Spaziergang in Oslo – Oslo Walk

Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt, deshalb bin ich schon eifrig damit beschäftigt, Geschenke anzufertigen. Eins davon wird das Tuch “Oslo Walk Shawl”, eine Art halbrunder Schal aus dünnem Garn mit eingestrickten Perlen. Die ersten Reihen waren die Pest, wegen der vielen Perlen. Aber es werden dann immer weniger. Der Rest ist relativ einfach zu stricken. Inzwischen bin ich bei den verlängerten Reihen.

Oslo Walk Shawl

Next Christmas is getting nearer, and I’m already busy producing Christmas presents. One of them will be the “Oslo Walk Shawl”, a kind of semicircular scarf made of lace yarn and knit-in beads. The first rows were very difficult and slow-going because of the many beads. But they are used less in the following rows, and the rest is rather easy to knit. Meanwhile I’ve reached the region of short-rowing.

Weg war sie – And then it was gone

Zum gestrigen Mädels-Filmabend nahm ich die frisch gestrickte Mütze “Arbacia” (Design: Woolly Wormhead) mit, um sie auf einem hübschen Kopf zu fotografieren. Und die Kollegin, die sich zur Verfügung stellte, verliebte sich sofort in diese Mütze. Zu allem Überfluss sah sie auch noch prima damit aus. Da blieb mir ja nichts anderes übrig, als ihr die Mütze zu überlassen. 🙂
Zum Glück kann man diesen Entwurf mit der Maschine stricken, und das geht auch noch relativ schnell. Drei Abende habe ich gebraucht, zwei fürs Stricken und einen fürs Zusammennähen im Maschenstich. Das war übrigens gar nicht so einfach, weil man es hier gleichzeitig mit Lochmuster und verkürzten Reihen zu tun hat. Das Garn fürs nächste Exemplar liegt schon bereit.

Design “Arbacia”, Woolly Wormhead

When I went to our chick flick yesterday, I took the brandnew “Arbacia” tam (design: Woolly Wormhead) with me to take a photo on a pretty girl’s head. And the colleague who was kind enough to pose immediately fell in love with this hat. On top of that, she looked wonderful with it. So I had no chance but to give it to her. 🙂
Luckily, this design can be made on the knitting machine, and it is rather quickly done. It took me three nights, two for the knitting and one for the sewing in kitchener stitch. By the way, the sewing was not that easy because of lace patterning and short rows at the same time.
The yarn for the next hat is already prepared.

Die verstrickte Dienstagsfrage 8/2011

Das Wollschaf will diesmal wissen:
Besitzt du auch ein variables Nadelset mit auswechselbaren Nadelspitzen und verschieden langen Seilen? Hast du sogar mehrere? Was sind die Vorteile dieser Sets? Gibt’s auch Nachteile? Wenn du keines hast – warum nicht?
Vielen Dank an Monika für die heutige Frage!

Tatsächlich besitze ich nicht nur ein solches Nadelset, sondern sogar zwei. Zuerst kaufte ich mir den blauen “Denise”-Satz, weil ich die Idee der Wechselspitzen toll fand. Nachdem ich mit der “Denise”-Qualität nicht so recht glücklich war, versuchte ich es später mit einem “Knitpicks”-Set direkt aus den USA. Benutzen tue ich beide nicht (mehr). Die wenigen Vorteile wogen die in meinen Augen gravierenden Nachteile einfach nicht auf.
Klar ist es schön, wenn man wie bei den Denise-Nadeln mit einer Vierteldrehung mehrere kürzere Seile zu einem langen verbinden kann. Ärgerlich wird es, wenn sich diese Verbindungen mit einer Viertelgegendrehung spontan lösen, während man an einem großen, schweren Strickstück arbeitet. Mir passierte das mehrmals. Weitere Nachteile: Die Denise-Seile sind relativ dick, das Gestrick rutscht darauf nicht besonders gut. Und die Nadeln selbst sind mir nicht griffig genug. Ich finde sie “wabbelig” und etwas zu kurz.
Mit den Knitpicks-Nadeln (Metall) war ich zunächst sehr zufrieden, bis sich nach zwei Jahren nur mäßigen Gebrauchs wiederholt die Gewindehülsen von den Seilen lösten. Natürlich kann man alle Hülsen der Reihe nach selbst neu verkleben. Aber ich habe das Set nun mal nicht als Bastelbogen gekauft, sondern zum Stricken, und außerdem bin ich bastelmäßig unbegabt. Die Nadeln haben einen nicht unerheblichen Preis, und für diesen Preis erwarte ich, dass man sie nicht ständig reparieren muss. (Da ich sie über einen Kollegen aus USA bezogen habe, ist Zurücksenden leider keine Option für mich.)
Ein weiterer Nachteil bei solchen Systemen ist, dass man zwangsläufig Nadelstärken mitkauft, die man kaum je verwendet. Für mich haben sich beide Modellreihen nicht bewährt, und ich werde keinen dritten Versuch mit irgendeinem anderen Fabrikat starten. Von früher besitze ich noch jede Menge ältere, gut eingestrickte Rundstricknadeln unterschiedlichster Provenienz, und nach Bedarf habe ich diverse schöne, glatte Addi-Nadeln in verschiedenen Längen und Stärken angeschafft. Sie alle können einiges an Zug und Druck vertragen, und ich kann damit entspannt und sorglos stricken.
Für Sets bin ich jedenfalls nicht geeignet.