Passierschein A 38 oder wie ich versuchte, meine Handynummer zu portieren

Es gibt Unternehmen, die lieben ihre Kunden so sehr, dass sie sie einfach nicht aus ihren Klauen lassen wollen. Eines davon ist der Mobilfunkanbieter Talkline. Lange war ich dort eine treue Kundin. Seinerzeit bekam ich dort einen günstigen Vertrag, der meinen Telefonierbedürfnissen entsprach, und so blieb ich quasi hängen.

Einige wenige Male erkundigte ich mich nach Verbesserungen oder Veränderungen, jedoch versuchte man mir bei solchen Gesprächen regelmäßig teurere und für mich nutzlose Verträge aufzudrängen, ohne auf meine Wünsche und Anforderungen einzugehen. Da mein Interesse an langwierigen, nicht zielführenden und frustrierenden Telefonaten begrenzt ist, vermied ich Kontakte mit Talkline so weit wie möglich und ließ den alten Vertrag einfach laufen.

Vor kurzem wurde es aber wirklich höchste Zeit, einen neuen Vertrag abzuschließen. Eingedenk meiner miserablen Erfahrungen mit der Beratung und den Empfehlungen bei Talkline war klar, dass es ein anderer Anbieter sein musste. Blieb nur noch die Frage der Portierung meiner bisherigen Handynummer, denn die wollte ich natürlich behalten.

Eine Anfrage bei Talkline noch im Dezember vergangenen Jahres mündete in Telefonaten mit drei verschiedenen Stellen innerhalb von Talkline bzw. Debitel, mit unterschiedlichen Auskünften, die sich nur in einem glichen: Nein, eine vorzeitige Rufnummernübernahme sei nicht möglich. Dass der eigentliche Vertrag erst zum Ende der Laufzeit endet und dass ich über einen begrenzten Zeitraum an zwei Anbieter zahlen muss, das war mir klar. Aber eine Rufnummer sollte sich doch nahezu umgehend portieren lassen?

Nicht so bei Talkline. Hier sitzen Spezialisten, die bei jeder Art von telefonischer Nachfrage eine Handvoll neuer Verträge aus der Schublade ziehen, jedoch die Rechte ihrer Kunden geflissentlich ignorieren und bewusst falsche Auskünfte erteilen; anders kann ich mir das Verhalten dort nicht erklären. Sicherlich kam in meinem Fall erschwerend hinzu, dass ich nicht gerade eine geübte Handyvertragskündigerin bin. Aber was ich von Talkline an mündlichen und schriftlichen Informationen bekam, war schon bewusste Irreführung. Seit wann bitteschön muss man als Kunde eine schriftliche Kündigung nochmals telefonisch “bestätigen”? Ich wollte es wissen, rief brav bei der genannten Nummer an und landete – natürlich – in einem Callcenter, wo man mir allen Ernstes erklärte, eine Rufnummernportierung vor endgültigem Ablauf des Vertrages sei unmöglich. Und natürlich versuchte man auch noch, mir einen NEUEN Handyvertrag aufzuschwatzen. Als meine Wut allmählich unüberhörbar wurde, verband man mich weiter an eine Stelle, die angeblich für Portierungen zuständig sei. Aber zu früh gefreut, auch hier saß nur eine weitere Dame, die neue Abschlüsse tätigen wollte und mir selbstverständlich versicherte, eine vorzeitige Nummernportierung sei unmöglich.

Hallo? Selbst ein Mobilfunk-Vollidiot wie ich weiß, dass solche Portierungen kurzfristig möglich sind und dass es gehen muss, denn Tausende von Leuten tun es täglich. Ich wurde dann nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich wütend.

Nun, das Portierungsproblem ist mittlerweile gelöst; ich habe es geschafft, ohne Neuvertrag aus der Sache herauszukommen, und ich will mit diesem Unternehmen nie wieder einen Vertrag gleich welcher Art abschließen.

Verehrte Herrschaften bei Talkline, am Telefon wollten Ihre Mitarbeiter mehrfach wissen, weshalb ich denn meinen Vertrag kündige. Hier ist meine Antwort:

Ihre Mitarbeiter arbeiten nicht im mindesten kundenorientiert. Sie wollen nur möglichst viele, möglichst teure und möglichst nutzlose Verträge verkaufen. Das ist natürlich nachvollziehbar. Aber: Sie lügen ihre Kunden an, ohne rot zu werden. Sie bestreiten, dass ein Kunde bestimmte Minimalrechte hat. Sie verbinden die Kunden an falsche Stellen im Unternehmen, versenden die verkehrten Formulare und geben falsche Telefonnummern heraus, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass man irgendwann entnervt aufgibt. Ist Ihnen eigentlich klar, was Sie mit diesen Methoden bei Ihren Kunden anrichten? Ein Kunde, der schon bei einfach nachprüfbaren Kleinigkeiten belogen wird, glaubt Ihnen irgendwann gar nichts mehr. Das nennt man Vertrauensverlust. Mit so einem Unternehmen will man nichts mehr zu tun haben. Deshalb habe ich gekündigt.

Ein Gedanke zu „Passierschein A 38 oder wie ich versuchte, meine Handynummer zu portieren“

  1. Och, das kann dir auch bei den Branchenriesen passieren. Ich habe drei Anläufe gebraucht bis das richtige Häkchen da blieb, wo es sein sollte und 25€ zahlen dürfen um meine Nummer behalten zu können….
    Du bist nicht allein.
    Es ist ein hart umkämpfter Markt und jeder kämpft mit der ihm eigenen Mentalität und Vorgehensweisen. Fein sind die selten. GsD gibt es mehr oder weniger passende Alternativen.
    LG
    mhs

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