Paolina revisited

Vor mehr als drei Jahren entwarf und strickte ich das Top “Paolina”, gedacht zum Drüberziehen über Blusen oder Shirts. Das Garn “Peruseda 3”, das ich seinerzeit verwendete, ist inzwischen nicht mehr erhältlich. Es wurde Zeit, das Modell für eine andere Garn-Qualität zu überarbeiten.

Paolina aus Silkada

Aus drei Strängen Wollerey “Silkada” in mattem Türkis entstand diese neue Version und avancierte gleich zu einem meiner Lieblingsstücke. Weil das neue Garn etwas dicker ist (425 m auf 100 g), ist dieses Modell schneller zu stricken als die erste Version. Seine Charakteristik habe ich aber beibehalten: Ein geschlitztes, locker fallendes Unterteil im Lochmuster wird ergänzt durch ein enger anliegendes Oberteil mit einem weiten Ausschnitt. Das macht auch dann eine gute Figur, wenn man nicht ganz schlank ist.
A propos schlank: Die Anleitung ist jetzt in drei Größen auch für Frauen mit mehr Format (bis 120 cm Oberweite) geschrieben. Erhältlich ist sie als Garnpaket bei der Wollerey.

Teurer Museumsbesuch

Ein von mir häufig frequentierter Supermarkt “verschenkt” Sticker, wenn man nur für genügend Geld einkauft. Das derzeitige Thema lautet “Abenteuer Museum”, siehe Bild.

Stickerparade

Wenn man also für mindestens 280 Euro einkauft, ist mit großer Wahrscheinlichkeit eine Freikarte fürs Museum drin.
Ein wenig Kultur kann auf diese Weise ganz schön ins Geld gehen.

Ach, übrigens, die Sticker (egal aus welcher Serie), auf die ich Anspruch hätte, verschenke ich jeweils an die Personen hinter mir in der Kassenschlange. Die haben sich bisher immer gefreut.

Die verstrickte Dienstagsfrage 24/2012

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Was macht ihr, wenn ihr Fehler in eurem Gestrick findet? Ribbeln, zurueckstricken, Maschen fallen lassen, mogeln oder ignorieren? Und was macht ihr, wenn euch kurz vor dem Fertigstellen auffaellt, das sich in dem Strickstueck ein Fehler befindet? Tendiert ihr zum Perfektionismus und behebt ihr den dann noch? Wenn ja, wie? Oder sagt ihr euch, kleine Fehler machen den Charme des Handgestrickten aus?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!

Wie so oft antworte ich mit einem klaren “es kommt drauf an”.
Wenn ich, wie kürzlich bei der Babyjacke, zehn Maschen zuwenig angeschlagen habe, dann führt am Ribbeln kein Weg vorbei, auch wenn das Strickstück schon fast fertig wäre. Aber häufig kann man Fehler mit sehr wenig Aufwand beheben.
Neulich hatte ich beim 11 Maschen breiten Mittelmotiv eines Dreiecktuchs mit mehr als 300 Maschen vergessen, mustergemäß zu stricken. Erst zwei Reihen später fiel mir der Fehler auf. Das ließ sich aber sehr einfach reparieren, indem ich an den jeweiligen Stellen die betroffenen Maschen um zwei Reihen auflöste, sie vorsichtig mustergemäß zusammenstrickte und aus dem zusätzlichen Faden den fehlenden Umschlag bastelte. Alles keine Hexerei und kein Grund, zwei komplette Reihen über mehr als 300 Maschen zurückzustricken oder gar das ganze Tuch aufzuribbeln.
Ich habe auch schon an einem fertigen Vorderteil (mit Taschen!) Zöpfe korrigiert, die falsch herum lagen. Unter der falschen Zopfdrehung verbirgt sich normalerweise die richtige; man muss nur die falsche aufschneiden, die richtige hervorholen und die “falschen” Maschen auf der Rückseite möglichst unsichtbar im Maschenstich zusammenfügen. Das wäre also auch kein Grund, ein Teil aufzuziehen und neu zu stricken. Zumal man ja beim zweiten Versuch wieder neue Fehler hineinbringen könnte…

Wieder einmal Halbzeit – Half-time again

Nein, nicht beim Fußball, sondern beim zweiten Versuch der grün-gestreiften Ulina-Jacke. Verglichen mit dem ersten (siehe Blog-Eintrag vom 26. Mai) gefällt mir diese Version viel besser, und das nicht nur, weil ich diesmal die richtige Maschenzahl angeschlagen habe. Die ineinander verlaufenden Streifen sehen viel hübscher aus als die Blockstreifen zuvor.

halbe Babyjacke, half of baby cardigan

No, it’s not a football (soccer) half-time, but the first half of my second attempt for the green striped Ulina cardigan. Compared with my first try (see blog entry dated 26th May), I very much prefer this one, and not only because this time I do have the correct number of stitches. The colour gradient looks much nicer than the wide stripes before.

Holundersirup

Jeden Sommer aufs Neue suche ich mein Rezept für Holundersirup. Jeden Sommer aufs Neue finde ich es nach langem Suchen im Ordner mit den aus Zeitschriften ausgeschnittenen Rezepten. Es war nämlich ursprünglich mal in der Zeitschrift “test” vom Juni 2004, und dort ist der Sirup die Grundlage für eine Holundercreme. Weil man aber nur wenig Sirup für die Creme benötigt, verwende ich ihn hauptsächlich als Basis für Limonade: Ein wenig Sirup ins Glas, mit der acht- bis zehnfachen Menge Mineralwasser aufgießen, fertig. Man kann natürlich auch mit Sekt auffüllen. Da würde ich dann höchstens einen Teelöffel Sirup auf ein Glas Sekt verwenden, sonst wird’s einfach zu süß.

Gestern abend war es nach mehreren Tagen Regen endlich etwas trockener. Ich nutzte deshalb die Gelegenheit, um noch einmal Dolden zu pflücken, vor allem weil es heute schon wieder kräftigen Regen geben soll.
Hier ist das Rezept für den Sirup:

20 Holunderdolden, voll aufgeblüht, ohne Ungeziefer
3 Bio-Zitronen, mit Schale in Scheiben geschnitten
20 g Ascorbinsäure (ich vermute, als Konservierungsmittel gedacht)
1 l Wasser
1 kg Zucker

Von den Dolden entferne ich die groben Stiele, um Platz zu sparen. Die Blüten mit den Zitronenscheiben und der im Wasser aufgelösten Ascorbinsäure in einem verschlossenen Gefäß 48 Stunden ziehen lassen.

Ansatz für Holundersirup

Dann die Flüssigkeit durch ein feines Sieb filtern und zusammen mit dem Zucker aufkochen lassen.
In Flaschen füllen, fest verschließen und kühl aufbewahren. (Diese letzten Schritte mache ich morgen abend.)

Die verstrickte Dienstagsfrage 23/2012

Das Wollschaf fragt diese Woche:
Am Samstag 09. Juni ist Welttag des Öffentlichen Strickens. Ich finde es eine tolle Idee, rauszugehen und sich zum Stricken und Häkeln zu bekennen. Leider finde ich nur Aktionen, die Mützchen und Decken produzieren, sodass meiner Meinung nach der Wert der Hand-Arbeit hinten ansteht gegenüber der Not, die gelindert werden soll. Oder es sind Aktionen von Woll-Läden, die Kundschaft suchen und einen Werbegag platzieren. Was tut Ihr an diesem Tag, was bedeutet er Euch? Und wie organisiert Ihr Euch dafür?
Vielen Dank an mo-hair für die heutige Frage
!

Ich organisiere mich gar nicht, weil ich aus Zeitgründen leider nicht am öffentlichen Stricken teilnehmen kann. Hätte ich Zeit und Gelegenheit, dann hätte ich vielleicht versucht, mit dem örtlichen Wollgeschäft Kontakt aufzunehmen, um zu prüfen, ob und ggf. was für eine Aktion möglich wäre. Davon abgesehen brauche ich keinen speziellen Tag, um zu stricken oder auf meine Freude am Stricken aufmerksam zu machen. Das geht jederzeit und fast überall.
Aus meiner Sicht ist es keine schlechte Idee, sich im Rahmen einer Ein-Tag-Aktion hauptsächlich auf kleine Projekte zu beschränken (wobei ich eine Decke nicht wirklich klein finde). Wer will und es sich zutraut, kann ja trotzdem etwas Größeres wählen oder mehrere kleine Teile anfertigen, aber für Anfänger und Wiedereinsteiger sind Kleinteile bestimmt besser geeignet, weil sie schnelleren Erfolg versprechen. Und Erfolg ist das beste Mittel, um sie dann auch bei der Stange, äh, Nadel zu halten.
Im Sinne von “think global – act local” finde ich es auch vernünftig, sich vorrangig um den Bedarf und um Bedürftige in der näheren Umgebung zu kümmern. Sofern man nicht gerade in einer Enklave für Millionäre wohnt, findet sich garantiert in der Nähe eine Organisation wie die Tafel, die sich über Unterstützung freut.

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2012

Diesmal fragt das Wollschaf:
Sozusagen zusammenfassend einiger der letzten ergibt sich für mich eine neue Frage.
Was haltet ihr davon, das leidige Problem der oft “NichtAusreichendenWolle” beim Sockenstricken mit der ToeUp-Methode grundsätzlich aus der Welt zu schaffen? Da könnten wir gleich auch noch die verschiedenen Anschlagmethoden aus der Frage 18/2012 einfließen lassen ^^ Füßlinge / Sneaker / kurze Socken / lange Socken / Kniestrümpfe / OverKnee – Schmeichler –> alles drin, oder?
Vielen Dank an Preludi für die heutige Frage!

Das ist eine ziemlich merkwürdige Frage, vor allem für Strickerinnen wie mich, die Sockenschäfte bitteschön grundsätzlich in einer bestimmten Mindesthöhe haben möchten (65 Runden bitte, und ja, ganz recht, ich verabscheue Sneaker-Socken).
Zu wenig Garn bleibt zu wenig Garn. Entweder hat man unten zu wenig oder oben. Im Zweifelsfall würde ich lieber im Zehenbereich eine andere Farbe ansetzen, da fällt es weniger auf, weil dieser Bereich meistens im Schuh steckt und nicht sichtbar ist.
Zum zweiten bis n-ten Teil der Frage kann ich leider nichts beitragen, da ich auch nach mehrmaligem Durchlesen nicht begreife, worin das Anliegen der Fragestellerin besteht.

Dreimal laut geflucht

Derzeit stricke ich an der ichweißnicht wievielten Version eines “Ulina”-Jäckchens. Ich kann’s eigentlich auswendig, es ist kinderleicht. Aber es setzt voraus, dass man a) zählen kann und b) die korrekte Maschenzahl anschlägt. Anscheinend ist mein Zählwerk beschädigt, denn ich habe, wie man auf dem Bild unschwer erkennen kann, zehn Maschen zuwenig für den Rückenteil-Bereich angeschlagen. Gut, das kann passieren und wäre eigentlich kein Drama. Aber es zeugt nicht gerade von besonderer Intelligenz, wenn einem das erst nach achtzig Reihen auffällt.

Ulina-Jackenteil, verkorkst

Nun ja, jetzt werde ich alles wieder aufziehen. Es hat ja auch sein Gutes. Wie ich vorgestern erfuhr, wird wenigstens eines der drei Kollegen-Babys ein Junge, das heißt, die Knopflöcher sollten bereits am Anfang des ersten Teils eingestrickt werden. Und Grün ist doch hübsch für einen Jungen, oder? Und der Neuanfang erlaubt es mir außerdem, noch ein wenig an der Farbfolge zu feilen. Während des Strickens kam es mir nämlich in den Sinn, dass anstelle der Blockstreifen ein sanfterer Farbverlauf vielleicht schöner wäre.

Übrigens, das Garn ist der Rest “Meline” von meinem Norwegerpullover, der vor gut zwei Wochen fertig wurde.

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2012

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Wie haltet ihr es denn eigentlich mit der Maschenprobe? Strickt ihr brav vor jedem Projekt eine Maschenprobe? Und wascht und spannt ihr die dann auch? Oder verzichtet ihr auf Maschenproben und strickt drauf los (in der Meinung, es wird schon irgendwie hinkommen)?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!

Meine ehrliche Antwort: Es kommt drauf an. 🙂
Bei Garnen, die ich kenne und bei Sachen, die ich schon etliche Male gestrickt habe (z.B. Socken in glatt rechts), verzichte ich auf die Maschenprobe. Wenn es nicht auf die Größe ankommt, wie z.B. bei einem Tuch oder Schal, dann kann man auch mal aufs Geratewohl anschlagen.
Manchen weniger erfahrenen Strickerinnen möchte man nahelegen, bestimmte Techniken wie Knopflöcher, Noppen oder komplexe Lochmuster doch einmal an einem Probestück zu üben, bevor sie mit 200 Maschen auf den Nadeln ins Desaster schliddern. Aber wenn die Begeisterung größer ist als die Vernunft, dann ribbeln sie eben dreimal und werfen dann das misslungene Produkt, für 100 Euro zerfleddertes Garn und zwei Monate Strickzeit, in den Müll.

Wenn ich ein Garn zum ersten Mal und/oder in einem neuen Muster verwende und wenn es beim fertigen Teil auf die Größe ankommt (dazu zählen bei mir auch Mützen und Handschuhe), dann mache ich immer eine Maschenprobe. Die wird dann auch genau so gewaschen und getrocknet wie später das fertige Teil. Mir ist nämlich meine Zeit zu schade, Tage oder gar Wochen mit dem Stricken von etwas zu verbringen, das sich spätestens nach der ersten Wäsche als unbrauchbar erweist.

NATÜRLICH kommt es vor, dass kleine Maschenproben sich anders verhalten als große Rückenteile. Ebenso natürlich kann man, wenn man nun schon mal ein halbes nicht passendes Rückenteil auf den Nadeln hat, einfach mal daran nachmessen, wie denn nun die tatsächliche Probe ist. Wenn stattdessen lieber geribbelt und aufs Neue mit einer groben Fehlschätzung begonnen wird, dann erübrigt sich aus meiner Sicht jeder weitere Kommentar.

Aber das sollte unbedingt jeder so handhaben, wie es ihm zusagt. Es ist legitim, Stricken als Beschäftigungstherapie ohne nennenswerte Ergebnisse zu betreiben. Und niemand wird gezwungen, aus schlechten Erfahrungen zu lernen. 🙂