Der Kampf mit der Passe – Fighting with the yoke

Bei der Jacke “Vivian” habe ich mittlerweile Ärmel und Leibteile auf einer Nadel vereint und stricke eifrig die Abnahmen für die Passe. Leider ist die Anleitung hier ein wenig unklar. Wenn man sich exakt nach den Angaben richtet, endet man mit zuwenig Maschen am linken Vorderteil und einem verschobenen Muster. Glücklicherweise bin ich nicht die erste Strickerin, die hier kurz vorm Verzweifeln war; in der Vivian-KAL-group (Ravelry-Link) findet sich ein Hinweis der Designerin, dass die Abnahmen ab Reihe 128 nur die Ärmelmaschen betreffen.

For the “Vivian” jacket, I have joined the sleeves and body stitches onto one needle and am eagerly knitting the yoke decreases. Unfortunately the instructions are a bit nebulous. If you follow them exactly, you end with insufficient stitches on the left front and a shifted pattern. I was lucky in that I was not the first knitter at the brink of despair at this point; in the Vivian KAL group (Ravelry link) the designer points out that the decreases from row 128 on only affect the sleeve stitches.

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2009

Das Wollschaf fragt:
Meine Frage gliedert sich in mehrere Teile:
1.
Was macht ihr, wenn ihr ein Garn mit einem oder mehreren Knoten im Knäuel erworben habt?
a) zähneknirschend das Garn verarbeiten?
b) Im Blog andere Strickende darauf hinweisen und die Herstellerfirma verfluchen?
c) Beim Laden/ Onlineshop Beschwerde einreichen und ggf, Ersatz einfordern?
d) Direkt an die Herstellerfirma schreiben, mailen, telefonieren?
e) eine Kombination aus mehreren Antworten?

2.
Wie geht ihr mit den Knoten um – bzw. wie verarbeitet ihr generell Knäuelanfang und -ende?
a) Knoten aufknüppern oder abschneiden und die Enden vernähen?
b) Knoten lassen und irgendwie mitstricken?
c) Knoten aufmachen und selbst bombenfest verknoten, dann mitstricken?

Herzlichen Dank an Michaela für die heutige Frage!

Aaah, beim Wollschaf ist der Knoten geplatzt, und es gibt wieder eine interessante Frage zum Thema Wolle und Stricken! In Anbetracht der Komplexität der Frage fällt natürlich auch meine Antwort komplex aus. Kurze Zusammenfassung: Es kommt darauf an.

1. Wenn ich im Garn einen Knoten finde, der meiner Ansicht nach dort nicht hingehört, dann tendiere ich zu a) und verarbeite das Garn eben. Möglicherweise auch noch b), also einen Warnhinweis im Blog. Reklamierenwollen wäre meistens sinnlos, denn meine Garnbestände sind teilweise so alt, dass ich gar nicht mehr weiß, woher ich manches überhaupt habe. Dass manche Garne (Noro ist hier berüchtigt) mehr Knoten aufweisen als andere, ist dank eifriger Blogger inzwischen bekannt, und ich bin selbst dankbar für solche Hinweise. Ich kann also Antwort b) nur empfehlen.

2. Auch beim Umgang mit Knoten ein beherztes “Es kommt darauf an”. Wenn ich ein Strickstück mit Naht habe, wird der Faden am Rand neu angesetzt und die Enden werden später in der (geschlossenen) Naht vernäht. Bei Strickteilen ohne Naht löse ich den Knoten und lasse ausreichend lange Enden hängen, die später gleichmäßig festgezogen, zweimal verknotet und im Gestrick vernäht werden. Und zwar so, dass man möglichst nichts davon sieht. Deshalb mache ich diese letzten Knoten grundsätzlich erst, wenn das Gestrick fertig ist, damit ich die Weite auf den Millimeter genau regulieren und den Knoten möglichst unsichtbar platzieren kann.

Kolibri-Stückwerk – Hummingbird Patchwork

Noch bin ich mir nicht sicher, ob es am Ende gut aussehen wird. Aber ich arbeite mich Stück für Stück voran mit Artesano “Hummingbird” DK. Das Bild zeigt zwei Drittel des Rückenteils, und es ist Absicht, dass beim mittleren Teil die rechts gestrickte und beim Seitenteil die links gestrickte Seite obenauf liegt.
Der Verbindungsstreifen besteht aus Mohair (ein Rest Lana Grossa “Mohair Lungo” in Kiwigrün, den ich vor fünf Jahren von einer Freundin bekam) und ist von Hand im Webmuster gestrickt. Die langweiligen Hauptteile entstehen übrigens auf dem Mittelstricker KX 350, und Blenden und Bündchen werden später aus “Mohair Lungo” von Hand angestrickt.

Hummingbird patchwork

So far I’m not sure whether it will look good in the end, but I’m slowly making progress with Artesano “Hummingbird” DK. The image shows two thirds of the back, and it is intentional that the center back shows the knit side while the side part shows the purl side.
The connecting strip is hand knit in mohair (an oddment of Lana Grossa “Mohair Lungo” in kiwi green, which I got from a friend five years ago) in linen stitch. By the way, the boring main parts are done on my KX 350 mid gauge knitting machine, and bands and welts will be added later by hand knitting with “Mohair Lungo”.

Neues von Vivian – News from Vivian

Der erste Ärmel von “Vivian” nähert sich allmählich seinem Ende. Da ich in der letzten Zeit vieles andere um die Ohren hatte, ging es nur langsam voran. Hinzu kam eine gewisse Unentschlossenheit, weil ich mir nicht sicher war, ob der Ärmel gut passen würde. Er ist designbedingt sehr lang und dazu sehr schmal. Nachdem ich ihn gestern zu einer Art letzten Anprobe auf eine Rundstricknadel genommen hatte, zeigte sich jedoch, dass es gerade so eben hinkommen wird. Ein wenig lang, ein wenig eng, aber mit etwas Glück zieht es sich beim Tragen zurecht. Und aussehen tut’s allemal gut. Das Bild zeigt übrigens nur den unteren Teil des Ärmels.

Vivian, Ärmel/sleeve

The first sleeve of “Vivian” is nearing completion. As I had a lot of other things to do these days, my progress was slow. In addition to that I was not very determined because I was not sure about the fit. The sleeve is by design very long and also very narrow. But after taking it onto a circular needle for an ultimate try-on yesterday, it looked quite promising. A bit long, a bit tight, yes, but with a little bit of luck it will adjust itself in wear. And the look is fabulous. By the way, the image only shows the cuff and lower part of the sleeve.

Interweave Knits Summer 2009

Gestern traf das Heft bei mir ein. Mir gefallen darin exakt zweieinhalb Modelle: Sprout Tee und (Ihr dürft gern lachen) Luminarie Skirt. Ja, ich finde den Rock schick, und würde ich öfter als zweimal im Jahr Röcke tragen, dann würde ich tatsächlich erwägen, mir so etwas zu stricken. Mit einem passenden einfarbigen Unterrock stelle ich mir dieses Teil sehr hübsch vor. Vielleicht könnte ich mich durchringen, öfter Röcke zu tragen, wenn ich kopfsteinpflaster-geeignete Schuhe fände, die zu einem Rock gut aussehen.
Ach ja: Das halbe Teil, das mir gut gefällt, ist das Oberteil des “Great Gatsby Dress”. Die Löcher würde ich weglassen, aber die Formgebung finde ich genial.

Yesterday, the summer issue arrived. I like exactly two and a half items from it: Sprout Tee and (you may laugh here) Luminarie Skirt. Yes, I think the skirt is lovely, and if I wore skirts more than twice a year, I’d certainly consider knitting something like this. With a matching plain underskirt, this would make a very pretty garment. Perhaps I could persuade myself to wear skirts more often if I found cobblestone-proof shoes which look good with a skirt.
Lest I forget: The half item I like is the top of “Great Gatsby Dress”. I would omit the holes, but I think the shaping is ingenious.

Die verstrickte Dienstagsfrage 19/2009

Das Wollschaf fragt:
am 13.06.09 ist der „Public knitting day“ und darum interessiert es mich, wo Ihr überall stricken würdet, oder schon gestrickt habt. Im Café, Kneipe, Park, bei Elternabenden, Familientreffen, Flugzeug, oder ähnlichem?! Und wo wäre Eurer Meinung nach Stricken nicht so angebracht?
Herzlichen Dank an Stephanie für die heutige Frage!

Die Frage kommt mir wieder ziemlich bekannt vor. Aber egal.
Gestrickt habe ich schon in so ziemlich allen denkbaren öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus, Bahn, Straßenbahn, U-Bahn, S-Bahn, im Flugzeug), beim Warten auf selbige und beifahrend im Auto. Weiterhin in Wartezimmern und -bereichen, in Sprechzimmern (wenn deren Besitzer länger auf sich warten lassen), in Parks, Hotelzimmern und auch gelegentlich im Büro, z.B. wenn das Netzwerk darniederliegt oder ich eine längere Installationsprozedur abwarten muss.
Nicht stricken würde ich beispielsweise im Gespräch mit Menschen, die es als Nichtbeachtung oder Desinteresse auslegen könnten. Deshalb stricke ich auch eher nicht in Cafés, Kneipen und Restaurants, weil ich mich lieber auf die Menschen konzentriere, mit denen ich dort bin. Ich muss nicht um jeden Preis ständig und überall stricken, um die kreativen Seiten meiner Persönlichkeit zu betonen.

Kolibri im Anflug – Hummingbird approaching

Wir haben einen extrem kalten März hinter uns und einen außergewöhnlich warmen April, nun bin ich gespannt, wie der Mai ausfallen wird.
Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, habe ich eine neue Maschenprobe gestrickt.
Dies ist Artesano “Hummingbird”, 100 % Alpaka mit einer Lauflänge von 300 m auf 150 g, was 100 m auf 50 g und damit einem klassischen Double-Knit Garn entspricht. Mit dem Mittelstricker KX 350 und Maschenweite 3 komme ich auf ziemlich genau 22 Maschen und 30 Reihen.
Das Garn ist sehr weich und fühlt sich angenehm an, aber meine bisherigen Handstrickversuche damit haben ergeben, dass es beinahe schon beim Anfassen filzt und nicht besonders strapazierfähig ist. Weil die Farbkombination mit den kurzen Farbabschnitten recht unruhig ist, bin ich mir noch nicht ganz sicher, wie ich dieses Material am besten verarbeite.

Artesano Hummingbird

We’ve had an extremely cold month of March and an exceptionally warm April, now I’m curious how May will do.
To be prepared for all and everything, I’ve done a new tension swatch.
This is Artesano “Hummingbird”, 100% alpaca with a metrage of 300 m per 150g, which is 100m per 50g and a classic double knit yarn. With my KX 350 knitter and tension 3, I get quite exactly 22 stitches by 30 rows per 10cms.
The yarn is very soft and nice to touch, but my attempts to hand knit it so far have shown that it already felts from touching and it is probably not very hard-wearing. As the colour combination with its short streaks of red, orange and lime green is rather bold, I’m not sure how to use this yarn to advantage.

Jacob’s Ladder Sweater fertig/finished

Endlich kann ich ihn zeigen, er ist fertig zusammengenäht, alle Fäden sind vernäht, und gewaschen ist er auch. Zwar zeigt das Bild den Pullover nicht am lebenden Menschen, aber ich versichere Euch, dass das gute Stück perfekt sitzt. Die Tweed-Sockenwolle, die ich verwendet habe, bringt das Muster gut zur Geltung und passt für Gansey-Stil. Dies ist zwar kein besonders spektakulärer Pullover, aber einer für jeden Tag.
Die Anleitung ist aus Madeline Westons “Traditional Sweater Book” und findet sich auch in der neueren Ausgabe, die unter dem Namen “Country Weekend Knits” erschienen ist.

Jacob

Finally I can show my newest sweater, the sewing is completed, all threads are sewn in, and it has undergone its first laundry. Although the image does not show it worn on a human body, I do assure you that it fits perfectly. The tweedy sock yarn that I used shows the pattern to advantage and is a good choice for a gansey style garment. This is not a very eye-catching sweater, but one for every day wear.
The instructions are from Madeline Westons “Traditional Sweater Book” and can also be found in the newer edition that has been published as “Country Weekend Knits”.

Jacob’s Ladder Sweater

Das Schließen der Sattelnähte und das Stricken der Halsblende hat sich zwei Wochen hingezogen, weil ich dazu keine rechte Lust hatte. Aber dann habe ich mich überredet, es doch endlich zu tun, damit das Ding fertig wird.
Da ich sowohl an den Schultern als auch an den Ärmeln mit verkürzten Reihen gestrickt hatte, kam normales Zusammennähen nicht in Frage. Die Nähte wurden an der Maschine geschlossen, pro Sattel-Ärmel-Naht erst 32 Schultermaschen und 48 Sattelreihen, daran nach unten anschließend 76 Reihen Seitenkante und 58 stillgelegte Maschen an den Ärmeln. Das war nicht in einem Zug machbar, weil das Gestrick zu sehr um die Ecke geht.
Jetzt ist das Schlimmste geschafft; die letzten Nähte und das Vernähen der Fäden sind ein Kinderspiel.

Jacobs Ladder sweater

Closing the saddle seams and knitting the neckband took two weeks because I did not feel like it. But ultimately I persuaded myself to doing it to get it done.
The shoulders as well as the sleeve decreases were made with short rows, so I had a lot of open stitches, and “conventional” seaming was out of the question. The seams were closed on the knitting machine, I had at first 32 shoulder stitches and 48 saddle rows and subsequently 76 rows of body edge and 58 sleeve stitches on hold per saddle-sleeve-seam. As the angle between body edge and shoulder line is rather sharp, it was not possible to stretch the edges along this “corner” to close the seam in one go.
Now the difficult part is finished; closing the last seams and sewing in the threads will be a breeze.

Langsam – Slowly

Nein, ich komme nicht besonders flott voran mit “Vivian”. Das Garn ist kein reiner Strickspaß, obwohl es gut aussieht und sehr weich ist. Inzwischen bin ich bei Reihe 90, und das Gestrick wird recht schwer. Das ist der Nachteil, wenn alles in einem Stück gestrickt wird. Der Vorteil: Man muss nicht noch mal für die Vorderteile von vorn mit dem Muster anfangen, und man hat auch keine Nähte.

Vivian, Vorderteile, fronts

Vivian, Rückenteil, back

The going is tough with “Vivian”. The yarn is not a pure joy to work with, although it looks nice and is very soft. Meanwhile I have reached row 90, and the knitting gets quite heavy. This is the downside when knitting all in one single piece. The benefit: You need not start afresh for the fronts, and there are now seams to be sewn.