Die nicht gescheiterte Hoffnung

“Hope” ist fertig, paßt und sieht gut aus. Nicht nur an Mrs. Double, die wieder fürs Foto herhalten mußte, sondern auch an mir.
Den Originalschnitt habe ich um 10 cm verlängert, weil ich 51 cm für eine Person meines Alters und meiner Figur doch arg kurz finde, und was an Taillierung dran war, habe ich weggelassen. Das Muster zieht sich auch so etwas zusammen.
Wie ich an anderer Stelle schon erwähnte, war die Anleitung in Sachen Schulterschrägung und Halsausschnitt mehr als miserabel, das habe ich mir für meine Zwecke angepaßt. Die Ärmel hingegen konnte ich genau nach Anleitung stricken, sie ließen sich problemlos einnähen und haben auch genau die richtige Länge für mich.

“Hope” aus Rowan All Seasons Cotton in Dunkelgrün

Gebraucht habe ich 700 g Rowan “All Seasons Cotton” in Farbe Safari, einem dunklen Grün. Das Garn ist schön weich und trägt sich angenehm. Blöd ist nur, daß nun noch 300 g davon übrig sind.

Für alle, die ungern zusammennähen und ausarbeiten, hätte ich übrigens noch einen Tipp: Wartet mit der Ausarbeitung nicht erst, bis alle Teile fertig sind! Sobald Vorder- und Rückenteil gestrickt sind, kann man in den meisten Fällen schon mal die Schulternähte schließen und die Halsblende anstricken. Damit hat man einen dicken Brocken bereits im Vorfeld erledigt. Danach ist das Stricken der Ärmel beinahe ein Kinderspiel, und die restlichen Nähte hat man auch schnell geschlossen.

Spargel mal anders

Wer Spargel nicht immer nur auf herkömmliche Weise, mit Hollandaise, Kartoffeln und Schinken, essen will, mag vielleicht mal dieses Rezept für Spargel-Quiche ausprobieren. Um es etwas “abzumagern”, habe ich Hefeteig anstelle von Mürbeteig genommen.

Für eine Quiche-Form von 24 cm Durchmesser.
Für den Teig:
200 g Mehl, 1 Tütchen Trockenhefe, 1 TL Zucker, Salz, 1/8 warmes Wasser, ein Schuß Öl.
Für die Füllung:
500 g weißer Spargel (etwa 8 Stangen), Salz, 1 Bund Basilikum, 2 Eier, 100 ml Schlagsahne, 100 g Schafskäse, Tabascosauce, frisch geriebene Muskatnuß, frisch gemahlener weißer Pfeffer.

Hefeteig zubereiten, gut durchkneten, gehen lassen, bis er sich fast verdoppelt hat, nochmals durchkneten und die gefettete Quiche-Form damit auslegen. Boden mit einer Gabel mehrmals einstechen, nochmals gehen lassen.
In der Zwischenzeit den Spargel schälen, am oberen Ende die Köpfe etwa 10 cm weit abschneiden, restliche Stangen in kleinere Stücke schneiden. In 1/8 l Wasser mit etwas Salz 8 Min. vorgaren.
Die langen Stangen mit dem Kopf zur Mitte auf dem Hefeteig anordnen, die kleineren Abschnitte dazwischen verteilen.
Für den Guß das Basilikum waschen und trockentupfen. Die Blätter zusammen mit den Eiern, der Sahne und dem Schafskäse mit dem Mixstab pürieren, kräftig mit Muskat, Tabasco und Pfeffer würzen, ggf. salzen (hängt davon ab, wie salzig der Käse ist).
Den Guß über die Spargelstücke geben und die Quiche im vorgeheizten Ofen (Umluft 175°) eine halbe Stunde backen.

Spargelquiche

Dazu schmeckt ein trockener Silvaner. 😉

Echte Männer

…können nicht nur Mandeln mit der Küchenmaschine reiben, sie schaffen es auch spielend, das Ergebnis in “fein” und “grob” zu separieren:

Mandeln, grob und fein gemahlen

Und das alles, damit frau damit einen Rhabarberkuchen mit Baiserhaube backen kann. Natürlich habe ich das Rezept etwas abgewandelt. Es ist für ein Blech gedacht; ich habe es an eine kleine Springform (18 cm Durchmesser) angepaßt. Mit etwa einem Viertel der Menge kommt man gut hin. Vor allem die Zuckermenge sollte man unbedingt reduzieren.

Der fertige Kuchen sieht dann ungefähr so aus:

Rhabarberkuchen mit Baiserhaube

Er schmeckt übrigens prima. 😉

Eine Hülle für die Fülle

Der Tipp kam von einer Freundin. Sie empfahl in einer Mailingliste das Buch “Big Girl Knits”, also stricken für große Größen, von Jillian Moreno und Amy Singer. Wenn sie etwas empfiehlt, dann lohnt es sich auch, und deshalb bestellte ich das Buch sofort und ohne nachzudenken. Amazon nannte eine Lieferzeit von etwa zwei Wochen, hatte aber ein Einsehen mit mir und meiner Ungeduld und lieferte es zu meiner Überraschung innerhalb von zwei Arbeitstagen aus. So kam es, daß ich gestern und heute abend allerlei Amüsantes und Lehrreiches zu lesen hatte.

Das Buch umfaßt zwei Abschnitte. In den ersten vier Kapiteln findet man Tipps zum Stricken für Füllige. Die unterschiedlichen Figurtypen (Busen, Bauch, Po) werden analysiert, und die Leserin erhält Hinweise zum Ausgleich von Schwachpunkten und zur Betonung der schönen Seiten. Da für große Größen kaum “fertige” Anleitungen erhältlich sind, wird beschrieben, wie man die eigenen Maße genau (und ehrlich) bestimmt und anhand der Maschenprobe Maschen und Reihen berechnen kann. Besonderes Augenmerk wird auf Taillierung und verkürzte Reihen zur Formgebung gelegt, und die Beschreibung letzterer ist wirklich hervorragend gelungen. Die Autorinnen schreiben humorvoll und witzig; sie haben wunderbar den Spagat geschafft, ihre Leserinnen ernst zu nehmen und sie trotzdem zum Lachen zu bringen.

Im zweiten Abschnitt folgen dann die eigentlichen Anleitungen, aufgegliedert in fünf Kapitel: Pullover, Jacken, Tops, Röcke und (ja doch!) Hosen sowie Accessoires. Präsentiert werden die Modelle von schicken, üppigen Frauen, die im Vergleich zu den üblichen Hungerhaken-Models wirken wie ein leckere kalorienreiche Praline neben einer dürren Karotte.

Ich habe in dem Buch diverse Ideen gefunden, die ich bei nächster Gelegenheit umsetzen möchte, auch wenn ich selbst etwas schlanker bin als die angepeilte Zielgruppe. Wirklich gute Einfälle funktionieren in fast jeder Größe. 😉

Shopping-Freuden

Das ortsansässige Kaufhaus hat renoviert und bietet jetzt im Bereich Damenoberbekleidung nicht weniger als vierzehn (oder so) Marken-Shops zur Auswahl. Sucht man also, sagen wir mal, eine marineblaue Hose, dann geht man nicht mehr, wie zuvor, in die Ecke mit den Hosen, sucht nach seiner Größe und der gewünschten Farbe und wählt drei bis vier vielversprechende Teile, mit denen man zwecks Anprobe in die Umkleidekabine geht. Nein, jetzt darf man nacheinander in nicht weniger als vierzehn (oder so) Shöpchen die Ecke mit den Hosen suchen und hoffen, daß diese Marke vielleicht in der gewünschten Größe etwas in der passenden Farbe bietet. Benötigte Zeit: Zirka die zehnfache wie zuvor.

Macdonalds hat mal das Drive-in eingeführt, um mehr Kunden in weniger Zeit abzufertigen und damit den Umsatz zu steigern. Irgendwie scheint sich der Trick im Bereich DOB noch nicht herumgesprochen zu haben.

Strick-Podcasts

Wenn ich richtig informiert bin, gibt es derzeit zwei deutsche Strick-Podcasts. Der “Strick-Monolog” von Daniela Johannsenova und die “Sheepshow” von Susan und Andrea.

In beide habe ich hineingehört (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an meine DSL-Leitung, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre, sowie an meinen betagten Win98SE-Computer, der zu meinem nicht geringen Erstaunen die MP3-Dateien klaglos abspielte).
Meine Hochachtung an die drei Produzentinnen. Es steckt sicherlich viel Mühe und Zeit darin, und die Technik will ja auch erst einmal beherrscht werden. Es ist schön, auch mal die Stimmen derjengen zu hören, von denen man sonst bestenfalls etwas liest.
Die Casts sind offenbar für diejenigen gedacht, die mit einem Strickzeug in der Hand auf dem Sofa sitzen und mal etwas anderes als Radio hören wollen. Zu dieser Zielgruppe gehöre ich aber nicht wirklich. Mir ist das Zuhören zu langatmig und -wierig und zu mühsam, obwohl die Themen für mich durchaus interessant wären. In meiner Ungeduld entgehen mir wichtige Details. Deshalb ertappe ich mich dabei, lieber ein Blog zu lesen als ein Cast zu hören.
Bitte nicht böse sein, Mesdames! Schade, daß man Eure Texte nicht irgendwo nachlesen kann. Das würde ich nämlich sofort tun, wenn es möglich wäre!

Wieder was dazugelernt

Heute habe ich, soweit ich mich erinnern kann, zum ersten Mal die Memo-Funktion für den Freispeicher meiner Strickmaschine angewendet, die ich seit immerhin fast 14 Jahren besitze. Ich wollte ein KH-970-Lochmuster (Nr. 172), das mal zwei und mal vier Strickreihen zwischen den Umhängesequenzen hat, möglichst komfortabel mit meiner Maschine nachstricken. Zwar hatte ich das Muster über DesignaKnit eingegeben, aber das Programm erlaubt anscheinend nicht, Lochmuster-Memos zuzuordnen, jedenfalls habe ich dazu keine Möglichkeit gefunden. Man kann damit nur Farb-Memos speichern.

Nachdem ich in der Bedienungsanleitung meiner Maschine nachgeguckt hatte, war die Memo-Eingabe aber nicht schwierig. Man muß sich nur genau an die Anleitung halten: Musternummer aufrufen, “Memo” drücken, mit den Pfeiltasten zur gewünschten Reihe gehen und die Memo-Zahl eingeben. Mit den Pfeiltasten weiter zur nächsten gewünschten Reihe und die nächste Memo-Zahl eingeben. Sind alle Zahlen eingegeben, noch einmal die “Memo”-Taste drücken, und das war’s.
Man kann übrigens auch die Memo-Angaben der eingebauten Muster ändern, falls das mal nötig sein sollte. Die ursprünglichen Angaben gehen dabei nicht völlig verloren, sondern erscheinen wieder, wenn man das Muster erneut mit seiner Nummer aufruft.

Entschuldigung!

Frau bildet sich ja ein, eine Menge von Computern, Programmen und so weiter zu verstehen. Frau hat es aber tatsächlich erst heute geschafft, in der nicht gerade wenig verschachtelten Konfigurationsmenüstruktur dieses Weblogs den entscheidenden “radio button” zu aktivieren und dann auch noch den Bestätigungsknopf zu drücken, damit der Link “Kontakt” endlich funktioniert.

Wenn’s jetzt immer noch Probleme gibt, stelle ich mich in die Ecke und schäme mich.

Garngeiz ist ungeil

Heute durfte ich gleich zweimal erleben, wie blöd es ist, wenn einem bei den letzten Maschen das Garn ausgeht.
Bei der zweiten Schulter des Vorderteils fehlten mir noch etwa 30 cm Garn bis zum Ende. Mitten in den verkürzten Reihen durfte ich ansetzen, denn ich hatte natürlich keine Lust, noch mal bis zum Beginn der zweiten Ausschnitthälfte zurückzustricken und sie mit einem frischen Knäuel zu beginnen.
Und als ich dann die Schulternähte zusammenstrickte (3-needle bind-off), war an der einen Seite das Garnende, das ich zu diesem Behufe hängen gelassen hatte, ebenfalls zu kurz. Zwei Maschen fehlten mir noch. Da habe ich beherzt angeknotet. Die Enden kann ich hoffentlich in der Naht verstecken.

Halsloch von Modell “Hope”

Als nächstes ist die Halsblende dran. Laut Rowan-Anleitung wird sie im Zopfmuster und in Hin- und Rückreihen gestrickt. Das werde ich aber ganz bestimmt nicht tun! Auch wenn’s Zopfmuster ist, mit ein wenig Konzentration kann man das genauso gut in Runden stricken wie andere Blendenmuster auch.

Wenn das geschafft ist, fehlen noch die Ärmel. Bis zu deren Fertigstellung wird es aber noch ein Weilchen dauern.

Probenummer

Aus einem Rest (wenig mehr als zwei Knäuel) Kureyon strickte ich über etwa 100 Maschen mit Nadelstärke 8 dies:

gestrickter Korb

und warf es in die 40°-Wäsche. Heraus kam etwas, was nach einigem Geziehe und Gezerre ein halbwegs brauchbares Wollkörbchen ergab:

gestrickter und gefilzter Korb

Die Maschenstruktur ist dabei noch sichtbar, und ich finde das Ergebnis recht groß geraten. Ich hatte angenommen, es würde deutlich kleiner werden. Vermutlich werde ich es noch mal einem kräftigeren Waschgang unterziehen, damit es etwas mehr Stabilität bekommt.
Dies war mein erster Filz-Versuch, und er ist für erfahrene Filzer wohl ungefähr so spannend wie ein beliebiges erstes Paar Socken für mich. 😉 Ich bitte deshalb vielmals um Entschuldigung, wenn ich irgendjemanden meiner geschätzten Leserschaft damit gelangweilt haben sollte.