Die verstrickte Dienstagsfrage 24/2011

Das Wollschaf fragt diesmal:
Bei mir spielt es bei der Kaufentscheidung für oder gegen ein Garn durchaus eine Rolle, ob das Garn als Knäuel oder nur als Strang zur Verfügung steht. Ich kaufe nur dann Stränge, wenn es sich nicht vermeiden lässt (und auch das immer weniger, lieber verzichte ich mittlerweile auf einige Garne ganz und gar). Ich möchte mit dem, was ich kaufe, sofort stricken können, und nicht noch Stunden mit lästigem Aufwickeln verbringen müssen. Ich empfinde den Verkauf von Strängen auch eher als altertümliches Überbleibsel aus den 80er Jahren, als es als “öko”/“grün” galt wieder in Stränge zu kaufen (auch wenn das so verkaufte Garn seinerzeit nebenbei alles andere als ökologisch war), und wenn ich ihn bei sehr handwerklich produzierten Garnen nachvollziehen kann (kleine Färbereien/Spinnereien können sich natürlich weder finanziell noch vom Platz und Aufwand her eine zusätzliche Anlage für die Knäuelwicklung leisten), sehe bei industriell gefertigten Garnen großer Marken den Sinn darin nicht.
Mich würde interessieren, ob andere es auch so sehen – oder sie umgekehrt sogar lieber Stränge als Knäuel kaufen und warum.
Vielen Dank an Martine für die heutige Frage!

Wenn man wie ich meistens mit Maschine strickt, muss man auch Industrie-Knäule erst einmal umspulen, bevor man starten kann. Deshalb ist es mir egal, ob ein Garn im Strang oder in der Kone angeboten wird. Seinerzeit habe ich mir praktisch zusammen mit der Strickmaschine einen Wollwickler mit Handkurbel angeschafft. Damit geht das Wickeln flott von der Hand. Und da ich später häufig dünne Industriegarne “gefacht” habe, weil sie sonst zum Verarbeiten zu dünn gewesen wären, kam dann ein elektrischer Wickler dazu, der praktischerweise gleich eine verstellbare Kunststoff-Haspel mitbrachte. Mit so gutem Werkzeug sind auch große Stränge kein Problem. Ich spanne den Strang auf die Haspel, fädle den Garnanfang durch die Führung und auf die Kone und starte den Wickler. Dann gehe ich mir einen Kaffee kochen. Den trinke ich dann, während ich gemütlich dem Wickler beim Arbeiten zuschaue. 🙂
Wie andere Kommentatorinnen schon angemerkt haben: Der Strang erlaubt einem, das Garn besser zu beurteilen. Das finde ich besonders wichtig bei handgefärbten Garnen. Besonders bei Qualitäten aus dem Hause Noro habe ich mich schon manches Mal geärgert, wenn die Farben im Knäuel so gut wie gar nicht zu erkennen waren. Das passiert einem bei einem Strang nicht. Mit Strängen kann es höchstens vorkommen, dass man zwei Stränge verschieden herum aufwickelt und es nicht merkt, was dann gegenläufige Farbfolgen im Strickstück zur Folge hat. Ihr dürft raten, woher ich das wieder weiß. 😉
Irgendwo habe ich übrigens mal gelesen, dass viele Spinnereien außerhalb Europas gar nicht solche Knäuelwickelmaschinen besitzen, wie sie von den hiesigen Herstellern eingesetzt werden. Diesen Firmen aus Übersee bleibt deshalb gar nichts anderes übrig, als ihre Garne im Strang zu verkaufen. Folglich sind eben viele Garne aus Nord- und Südamerika nicht geknäuelt erhältlich.
Fazit: Mir ist es egal, ich muss sowieso vor dem Stricken erst wickeln.

Va Banque

Dieses zerknautschte Teil wird, wenn alles gut geht, ein “Haruni”-Tuch. Angeregt dazu wurde ich übrigens durch einen Beitrag im Strickforum nebenan.
Momentan sind 19 Reihen von Diagramm B gestrickt. Neun Reihen plus das Abketten stehen noch aus. Ich war risikofreudig und habe vom Diagramm A zwei Rapporte mehr gestrickt, habe also 14 statt zwölf Rapporte in der Breite. Jetzt sind noch 27 g bzw. 95 Meter übrig, und ich hoffe inständig, dass diese Menge reicht, um das Tuch fertigzustellen.

Haruni Tuch / shawl

This crumpled piece of knitting is becoming a “Haruni” shawl, if everything turns out well. My inspiration for this was a posting at Strickforum next door. At the moment, 19 rows of chart B are worked. Nine rows plus the cast-off are still to be done. I was willing to take a risk and worked two additional repeats of chart A, so there are 14 instead of 12 repeats widthways. Now 27 g (95 meters) of yarn are left, and I’m desperately hoping that this will be enough to finish the shawl.

Olive ist fertig – Olive is finished

Ich finde das Modell gelungen. Es steht mir gut; der Schnitt und der Stil gefallen mir. Trotzdem gibt’s Verbesserungspotenzial.
Die Passform um den Halsausschnitt herum ist sehr gut. Die Raglanschräge jedoch könnte ein bißchen höher sein, damit es unter dem Arm nicht kneift.
Die Weite insgesamt ist gerade noch passend. Ein paar Zentimeter mehr, vor allem im Rücken, würden nicht schaden. Bei der nächsten Olive werde ich deshalb das Rückenteil etwas breiter stricken. Die zusätzliche Weite kann ich später in der rückwärtigen Passe abnehmen.
Die Ärmellänge habe ich gemäß Anleitung gestrickt. Zusammen mit dem Ärmelbündchen sind sie gut dreiviertel lang geworden. Die nächste Version bekommt lange Ärmel, und ich werde sie an den Handgelenken etwas enger machen.
Das untere Bündchen habe ich einige Reihen länger gestrickt als vorgesehen. Die Länge ist gut so, aber ich werde beim nächsten Modell wohl keine Maschen abnehmen.

Pullover “Olive”, Helga Isager

In my opinion, this garment is a success. It suits me, and I like the shape and style. Nevertheless, there is room for improvement.
The fit around the neck is very good. But the raglan line could be slightly longer so it’s not too tight at the armpit.
The width altogether ist just enough. But some more centimeters, particularly in the back, would not hurt. Therefore the next Olive will get a slightly wider back. The additional width can be decreased in the back yoke section.
The sleeve length is knit according to the instructions. Together with the cuffs, this resulted in about three quarter length. The next version will probably get longer sleeves, which are tighter at cuff level.
I made the lower welt a bit longer than instructed. The length is okay, but next time I’ll probably not decrease any welt stitches.

Die verstrickte Dienstagsfrage 23/2011

Das Wollschaf fragt diese Woche:
Wir alle stricken derzeit anscheinend im Akkord vor allem Socken, Tücher, Decken in den verschiedensten Mustern und Techniken. Pullover und Jacken kommen auch dazu, vieles davon in Patchworkstrick. Was mich brennend interessiert, wo ich mich aber nicht so recht ran wage, sind Pullis mit verkürzten Reihen. Gut ausgerüstet mit den beiden Büchern von Ruth Kindla zum Thema und einigen Übungsstücken kann ich sagen, dass ich die Technik “durchschaut” habe und das ohne Löcher und recht glatt hin bekomme. Allerdings sind die Vorlagen in den beiden Büchern fast ausnahmslos für kleine und sehr kleine Größen, also leider nichts für mich. Und bei dieser Art des Strickens merkt man ja eigentlich erst am Ende, ob es passt oder nicht und das ist mir einfach zu heiß, wenn all die Mühe umsonst gewesen sein soll.
Wer von Euch kennt sich aus damit, hat so etwas schon gestrickt und weiß, wie man mit den Größen “tricksen” kann?
Vielen Dank an Froggie für die heutige Frage!

Auch ich gehöre zu denen, die verkürzte Reihen und die daraus resultierenden organischen Formen sehr schön finden. Da diese Technik nicht so recht für die Strickmaschine taugt, habe ich damit bisher noch keine großen Teile gestrickt, nur kleine. Dabei hatte ich ebenfalls zunächst ein Problem mit der Größe. Bei verkürzten Reihen kann man aber eine Maschenprobe genau so zugrunde legen wie beim normalen Stricken. Man hat soundso viele Maschen und soundso viele Reihen auf 10 cm, und daraus berechnet man, wieviele Maschen und Reihen man für ein Strickteil in der gewünschten Größe braucht. Diese Fläche benötigt man auch dann, wenn man die Reihen zunächst nur teilweise strickt und sie erst später auffüllt. Hat man sie ermittelt, dann kann man in diesem Rahmen verkürzen und verlängern, wie es einem gefällt bzw. wie die Technik es ermöglicht, solange am Ende alle benötigten Reihen vollständig sind.
Wie Michaela kann ich die Lehrgänge zum Swing-Stricken sehr empfehlen.

Nudelauflauf mit Thunfischsauce

Ist irgendjemand interessiert an einem sehr leckeren Nudelauflauf, den man gut vorbereiten kann und der sich aus den Vorräten zaubern lässt, die man sowieso meistens im Haus hat? Na dann, hier ein Rezept dafür. 🙂

Nudelauflauf mit Thunfischsauce

Zutaten:
40 g Butter
1 Esslöffel Olivenöl extra vergine
1 mittelgroße Zwiebel, fein gehackt
2 Knoblauchzehen, feinst gehackt
1 Möhre, fein gehackt
1 Stengel Staudensellerie, fein gehackt
2 Esslöffel Tomatenmark
600 g aromatische frische Tomaten, gehäutet, entkernt und gewürfelt, oder Dosenware, abgetropft, entkernt, gewürfelt
1-2 Zweige frischer Thymian
1 Teelöffel Gemüsebrühpulver
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 Esslöffel Petersilie, fein gehackt
2 Dosen guter Thunfisch, abgetropft, zerpflückt
400-500 ml saure Sahne
400 g mittelgroße Nudeln (Penne, Fusilli o.ä.)

Zubereitung:
Butter und Öl erhitzen, Zwiebel, Knoblauch, Möhre und Sellerie bei milder Hitze dünsten, bis die Zwiebeln glasig sind. Tomatenmark, Tomaten, Thymian und Gemüsebrühpulver hinzugeben, bei sehr milder Hitze unter gelegentlichem Umrühren 30-40 Minuten garen. Falls die Sauce zu dick wird, etwas Wasser unterrühren. Mit Pfeffer und ggf. etwas Salz würzen, Thymianstengel herausfischen, Petersilie unterrühren und mit dem Pürierstab pürieren. (Diese Tomaten-Grundsauce kann auch gut eingefroren werden.) Zerpflückten Thunfisch hinzugeben.
Während die Sauce gart, die Nudeln halb gar kochen. Vom Nudelwasser etwa 80-90 ml abnehmen und die saure Sahne damit glattrühren.
Ein Drittel der Sauce auf dem Boden einer Auflaufform (ca. 23×30 cm) verteilen. Die Hälfte der vorgegarten Nudeln in die Form füllen, mit der Hälfte der sauren Sahne bedecken. Ein weiteres Drittel der Sauce darauf verteilen, die restlichen Nudeln in die Form geben, die restliche saure Sahne darüberstreichen und schließlich mit dem letzten Saucendrittel bedecken. Den so vorbereiteten Auflauf kann man ein bis zwei Tage zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.
Alufolie oder den Deckel der Auflaufform drauflegen und den Auflauf im vorgeheizten Ofen bei 200° etwa 10-20 Minuten (letzteres, falls der Auflauf im Kühlschrank aufbewahrt wurde) backen. Dann Folie bzw. Deckel entfernen und noch weitere fünf Minuten garen. Vor dem Servieren den Auflauf kurz ruhen lassen, dann nach Geschmack heiß oder warm servieren.

Socken wie geplant – Socks as intended

Kürzlich berichtete ich ja von dem Sockenwollknäuel, das ich als Abo-Geschenk für die Zeitschrift “Knit” (deren Website zur Zeit offenbar defekt ist) erhalten hatte. Gestern habe ich es auf der Strickmaschine zu einem ebenso langweiligen wie tragbaren Paar Socken in Größe 44 verarbeitet. Genau das Richtige für konservative Sockenträger.

langweilige Socken, boring socks

I recently mentioned the ball of sock yarn that I got as a subscription gift for the “Knit” magazine (whose website seems to be out of order at the moment). Yesterday I made a very boring as well as wearable pair of socks in (German) size 44 from it on the knitting machine, just the right thing for conservative sock wearers.

Gar nicht so schwierig – Not that difficult

Der größte Teil von “Olive” ist geschafft. Leibteile und Ärmel entstanden, von unten her mit offenem Anschlag flach gestrickt, auf der Strickmaschine mit Maschenweite 10, und die Passe am Halsausschnitt ist auch schon fertig.
Meine Maschenprobe wich von der in der Anleitung deutlich ab. Deshalb hatte ich alle Teile neu berechnet und bei der Gelegenheit gleich, wie es Michaela bei ihrer Version auch gemacht hat, den Ärmeln eine Raglanschrägung verpasst. Damit wurde der Halsausschnitt automatisch kleiner. Die jetzige Ausschnittgröße passt mir perfekt. Als zusätzlichen Bonus benötigt man etwas weniger Garn. Die Passe habe ich übrigens offen gestrickt, sie hat an der hinteren linken Raglanlinie eine Naht.
Was als nächstes dran ist: Die Seitennähte schließen, weil ich ja nicht in Runden, sondern flach gestrickt habe. Dann den Bund im selben Muster anstricken wie die Passe. Und zum Schluss dasselbe noch einmal für die Ärmel.

Olive, Passe / yoke

The biggest chunk of “Olive” is done. Body and sleeves were knit flat from the bottom up on the knitting machine with tension 10, and the yoke is already finished.
My gauge differed noticeably from the gauge in the instruction. So I had recalculated all parts and on this occasion added some raglan slope to the upper sleeve. This reduced the size of the neckline automatically. The new neckline fits perfectly. As an added bonus, this construction needs slightly less yarn. By the way, the yoke was knit flat, it has a seam at the left back raglan line.
What’s next: Closing the side seams because I’ve knit the body flat in two pieces, not in the round. Then add the welt in the same pattern as the yoke. And then the same procedure for the sleeves.

Die verstrickte Dienstagsfrage 22/2011

Das Wollschaf fragt diese Woche:
Was macht ihr mit Wollresten?
Nein, ich meine nicht die Sockenwollreste, wo alles die gleiche Lauflänge hat, sondern ein halbes Knäuelchen hiervon, Zweieinhalb Knäuel davon, 270g von was ganz anderem, 120g Effektgarn und alles in unterschiedlicher Nadelstärke. Was halt in einem normalen StrickerInnenhaushalt so anfällt.
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!

Garne betreffend bin ich eher konservativ, das heißt, ich kaufe eher mal größere Mengen Garn in verschiedenen Farben derselben Qualität, wenn ich sie günstig bekomme. Wenn dann mal Reste übrig bleiben, kann man sie oft für ein größeres Projekt kombinieren.
Zudem habe ich als Maschinestrickerin immer Bedarf an “Kontrastgarn”. Viele meiner Projekte benötigen für den Anfang, das Ende oder gar beides ein paar Reihen Kontrastgarn, und dafür eignen sich gut Reste von glattem Garn.
Sowohl von Hand wie auch mit der Maschine stricke ich auch gern Musterpröbchen oder teste mal eine neue Stricktechnik. Auf diese Weise kann man Garne fast aller Art ge- und verbrauchen, und ich bin froh, jederzeit eine kleine Garnauswahl zur Verfügung zu haben.
Richtige Effektgarne habe ich nur wenige. Ich nutze sie als Akzente für schlichte Teile, z.B. eine Blende an einem Strickteil oder einen Schal zu einem schlichten Kleidungsstück.
Davon abgesehen habe ich aber auch keine Bedenken, Garnreste einfach mal wegzuwerfen, wenn mir dafür kein Projekt einfällt. Ich bin nicht der Meinung, dass man auch den letzten Meter Garn unbedingt zu etwas Sinnvollem verarbeiten muss. Zu viele kleine Reste zu haben finde ich belastend.

Olive-Pläne

Vor über einem Monat hatte ich angefangen, “Olive” zu stricken. Wie in der Anleitung angegeben, begann ich mit der Rundpasse. Aber nach einem guten Dutzend Runden wurden andere Projekte wichtiger, und das Ding lag und lag und lag.

Olive, Passenanfang

Gestern abend fiel es mir wieder einmal in die Hände, und mir wurde klar, dass ich es im Leben nicht von Hand fertig bekomme. Da muss die Strickmaschine mithelfen. Also setzte ich mich mit meinem Notizbuch, einem Kugelschreiber und meinem guten alten HP 20S (dessen [C]-Taste leider nur noch in Ausnahmefällen funktioniert, ich brauche wohl einen neuen) aufs Sofa und dröselte die Arithmetik der Anleitung auf. Ein bemaßtes Schnittschema hätte es mir einfacher gemacht, aber so etwas hat die Designerin leider nicht mitgeliefert.

Heute morgen, vor der zweiten Tasse Kaffee, zog ich dann den oben gezeigten kümmerlichen Anfang wieder auf und strickte (immer noch vor der zweiten Tasse Kaffee) eine Maschenprobe mit zwei verschiedenen Maschenweiten auf der Maschine. Die wusch ich durch (immer noch vor der zweiten Tasse Kaffee), und nun warte ich, dass sie trocken wird. Dann wird sie ausgemessen, und ich berechne mir das Ding von unten und in Einzelteilen. Das eigentliche Stricken müsste dann ziemlich flott gehen, und lange Nähte im Matratzenstich können mich ohnehin nicht schrecken.

Die verstrickte Dienstagsfrage 21/2011

Das Wollschaf fragt heute:
Wie persönlich soll Deiner Meinung nach ein Strickblog sein?
Bevorzugst Du reine Strickblogs, in denen allenfalls noch über verwandte Tätigkeiten (Spinnen, Weben, Färben etc.) berichtet wird?
Wie stehst Du zu Berichten über die Familie, Beziehungen, Problemen, Kindern?
Magst Du Blogs, in denen noch von anderen Themen die Rede ist, die nichts mit faserigen Hobbies zu tun haben?
Vielen Dank an Jinx für die heutige Frage!

Es kommt drauf an. Der Schreibstil mancher Strickerinnen spricht mich einfach an, da lese ich auf jeden Fall mit, egal was für ein Inhalt präsentiert wird. Solche Menschen könnten darüber berichten, wie sie ihren Komposthaufen umschichten, selbst das wäre bei ihnen wahrscheinlich spannender Lesestoff.
Ob man über Privates und Problematisches berichtet, muss natürlich jeder selbst entscheiden, dem eigenen Hang zum Exhibitionismus oder zur Heimlichtuerei folgend. Bei mir gibt es kaum Privates, weil die Menschen, über die ich berichten könnte, nicht im Internet verewigt werden möchten.
Manchmal finde ich private Inhalte interessant zu lesen, manchmal sind sie langweilig und manchmal einfach nur peinlich. Da klicke ich dann weg.

Was mich generell kalt lässt:

  • Umfangreiche Fotoserien vom Urlaub — der war bestimmt toll, aber in einem Blogbeitrag sechs unterbelichtete Sonnenuntergänge und neunzehn faszinierende, leider etwas unscharfe Kieselsteinbilder von der aufregenden Wandertour durch die Walachei sind für Außenstehende eventuell ein wenig öd.
  • Ausführliche Krankheitsberichterstattung — mich interessiert der Verbandswechsel nach eurer Blinddarm-OP auch dann nicht, wenn ihr dabei gestrickt habt.
  • Damit zusammen hängt mitunter das wiederholte Erheischen von Mitleid — wenn mitleidige Internet-Kommentare die einzige Form von Zuwendung sind, die ihr bekommt, dann solltet ihr möglicherweise an eurem Leben etwas ändern.

Davon abgesehen finde ich es durchaus reizvoll, wenn in einem Strickblog auch mal über den Tellerrand geschaut wird und man neue kreative Anstöße bekommt.