Gestern mittag war es so weit, ich bekam meine Impfung gegen die “Neue Grippe”. Zehn Stunden später war mein Körper vollauf beschäftigt mit der Mobilmachung gegen den bösen Feind. Ich bekam Schüttelfrost, Fieber und Schmerzen in allen erdenklichen Gelenken. Heute morgen kamen dann noch heftige Kopfschmerzen hinzu, die leider immun gegen die mir zur Verfügung stehenden Schmerzmittel sind. Eigentlich hatte ich mir das Wochenende anders vorgestellt. Aber morgen geht’s mir hoffentlich wieder besser. Und überhaupt bin ich lieber zwei Tage etwas kränklich als zwei Wochen richtig ansteckend krank. Da ich täglich mit chronisch Kranken in Kontakt komme, kann ich mir das Risiko einer Infektion nämlich nicht erlauben.
Gegen die “normale” Grippe lasse ich mich übrigens jedes Jahr impfen. Da waren die Nebenwirkungen nie so heftig. Bei der letzten regulären Grippe-Impfung vor gut einem Monat hatte ich außer leichten Schmerzen im angestochenen Oberarm gar keine Beschwerden.
Immerhin weiß ich nun wieder, wie sich Fieber anfühlt.
Die verstrickte Dienstagsfrage 48/2009
Das Wollschaf fragt:
Strickt ihr am liebsten vor dem Fernseher, Radio? Oder mit Musik (cd) evtl. bei einem Hörbuch, in Gesellschaft oder ganz in Ruhe?
Herzlichen Dank an Gudrun für die heutige Frage!
Gibt es überhaupt noch Menschen, die sich gelegentlich den Luxus gönnen, sich gänzlich auf eine einzige Tätigkeit zu konzentrieren? Haben alle modernen Strickerinnen Angst, dass die Welt untergeht, wenn sie nicht beim Stricken gleichzeitig fernsehen, telefonieren, Mails schreiben, Nachrichten lesen, essen oder auf dem Klo sitzen?
Als ich noch ein Teenie war, gehörte es zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, konzentriert zu lesen und mich in das Gelesene zu versenken, oder konzentriert Musik zu hören und nichts anderes gleichzeitig. Auch heute noch finde ich es schön, mich völlig auf beispielsweise ein gutes Essen zu konzentrieren, ohne dass nebendran der Fernseher läuft. Ein angenehmes Tischgespräch, das nicht den Genuss des Essens “übertönt”, reicht als Ergänzung. Ich kann auch Stille gut ertragen.
So ähnlich halte ich es auch gern mit dem Stricken. Ich genieße es, nur eine Sache zur Zeit zu machen, ohne Ablenkung und Störung. Gerade weil ich im Job oft mit mehreren Gedankengängen gleichzeitig jonglieren muss, erlaube ich mir in meiner Freizeit gern das genaue Gegenteil: Konzentration auf eine Sache, selbst wenn es nur ein paar Reihen glatt rechts sind. Soviel Luxus muss manchmal sein.
Kleine Reparatur – Minor repair
Gestern baute ich wieder meine KX 350 auf, die ich etwa drei Monate nicht benutzt hatte. Ich wollte eine Maschenprobe mit einem Garn stricken, das ich vor einigen Jahren schon mal mit gutem Erfolg verwendet habe. Aber ich kam nicht einmal über die zweite Reihe hinaus. Die Nadeln rutschten ständig hin und her, der Schlitten hakte alle paar Zentimeter, und der Faden wollte sich einfach nicht verstricken lassen.
Jede halbwegs erfahrene Maschinestrickerin denkt bei so einem Verhalten automatisch “Nadelsperrschiene”. Nun hat die KX keine “Schiene”, sondern nur einen gepolsterten flexiblen Streifen im Nadelbett. Ich hatte den noch nie ausgewechselt. Aber ich erinnerte mich, vor einigen Jahren die Anleitung einer anderen Strickerin dazu auf meinem Computer gespeichert zu haben. Und da ich wichtige Daten beim Wechsel von einem alten auf den neuen Computer übertrage, fand ich sie auch wieder.
Glücklicherweise hatte ich so ziemlich alles vorrätig, was ich für den Austausch des Sperrstreifens benötigte, und die Anleitung war präzise und verständlich. Innerhalb einer halben Stunde hatte ich es geschafft, alle Nadeln waren wieder an Ort und Stelle, keine Schraube war übrig, und das Maschinchen strickte brav und ohne Protest zwei tadellose Maschenproben.
Danke, Monika Sené, und inzwischen ist die Anleitung (PDF) auch wieder auf Monikas Website verfügbar.

Yesterday I set up my KX 350, which had been unused for about three months. I wanted to knit a tension swatch with a yarn that I had used some years ago quite successfully. But I didn’t even get past the second row. The needles kept skidding back and forth in their grooves, the carriage jammed every few inches, and the thread simply refused to be knit.
At this point, a reasonably experienced machine knitter thinks “needle retaining bar”. The KX does, however, not have a “bar”, but rather a flexible strip in the needlebed. I had never replaced it. But I remembered having saved another knitter’s instruction for replacing it some years ago, and I was able to retrieve the file.
Fortunately, almost everything that was needed to replace the retaining strip was on hand, and the instruction was precise and comprehensible. Within half an hour the deed was done, all needles were back in situ, no screw was left and the little machine dutifully knit two flawless swatches.
Thank you Monika Sené, and meanwhile the instructions (PDF, in German) are available again on Monika’s website.
Modell 50 wächst – Number 50 growing
Dies ist kein Weihnachtsgeschenk; ich muss deshalb auch nicht in Hektik verfallen. Es ist ein Herrenpullover aus der “Verena”-Herbstausgabe. Allerdings habe ich das mittlere Zopfmuster ein wenig verändert, weil es mir im Original zu langweilig aussah. Dieses Muster ist ein schönes Beispiel dafür, wie eine identische Zopfeinteilung ganz anders wirken kann, wenn man beim Verkreuzen die Richtung ändert.
Was mir an diesem Modell nicht so gefällt: Die Designerin hat keinen Gedanken daran verschwendet, das Bündchenmuster an die Zopfmuster anzupassen. Die kleinen Muster hätten sehr schön bereits im Bündchen beginnen können, dadurch hätte der Pullover noch edler und durchdachter gewirkt. Ich muss zugeben, dass ich nach dem Bund auch keine Lust hatte, alles noch einmal aufzuziehen, neu anzufangen und die Zunahmen nach dem Bund ebenfalls komplett neu zu berechnen.

This is not a Christmas present, so there’s no need to rush. It is a man’s sweater from “Verena” autumn issue. I modified the center cable pattern, however, because I found the original too boring. This pattern is a nice example how a cable pattern can have a completely different look by changing the cabling direction of the stitches.
What I do not particularly like with this garment: The designer did not spend a single thought on how to match the welt and the body pattern. The smaller patterns could already have started with the welt, then the garment would have appeared more classy and sophisticated. I have to admit that, having knit the welt, neither did I feel like unraveling it and starting anew, redistributing the increases.
Die verstrickte Dienstagsfrage 47/2009
Das Wollschaf fragt:
Wie verhältst Du Dich, wenn Dich kurz vor Weihnachten die totale Strick- und Häkelunlust überfällt, Du aber noch jede Menge angefangene Projekte herumliegen hast, die eigentlich noch als Weihnachtsgeschenk fertig werden sollen?
Herzlichen Dank an Ute für die heutige Frage!
Dass mich die totale Unlust derart befällt, ist ziemlich unwahrscheinlich, dazu stricke ich einfach zu gern. Außerdem ist die Zahl der erforderlichen Geschenke überschaubar. Und vieles kann man gut auch mehrere Monate im voraus anfertigen, so dass man für den allerschlimmsten Fall (beispielsweise eine gebrochene Hand oder ähnliche Katastrophen) vorgesorgt hat. Jedenfalls mache ich das so. 🙂
Mir reichts – Fed up
Innerhalb weniger Tage ist mir nun das zweite Knitpicks-Kabel vom Gewinde abgerissen. Als es heute passierte, saß ich gerade in der Straßenbahn. Ein tolles Erlebnis, wenn man in wenigen Sekunden vor dem Aussteigen zwei Dutzend verstreute Maschen irgendwie aufzusammeln versucht.
Ich vermute, es liegt am Garn. Zur Zeit verstricke ich Rowan Magpie Aran Tweed in einem komplexen Zopfmuster, und beides, Garn wie Muster, ist zugegebenermaßen etwas sperrig. Aber ich hätte nicht erwartet, dass die Kabel derart leicht aus ihren Schraubhalterungen reißen. Man traut sich schon nicht mehr, die Maschen mit etwas Druck weiterzuschieben. Ich werde jetzt jedenfalls mit einer “normalen” Nadel weiterstricken und die Knitpicks nur noch für weniger strapaziöse Projekte einsetzen.

Within only a few days, the second Knitpicks needle cable has ripped off its screw thread. I was sitting in the tram when it happened today. It’s a great experience trying to pick up two dozens of scattered stitches a few seconds before you have to get off.
I suppose it’s the yarn. Currently I knit Rowas Magpie Aran Tweed in a complex cable pattern, and both, yarn as well as pattern, are admittedly somewhat unwieldy. But I would not have expected the cables to come undone so easily. I don’t even dare to push the stitches forward forcefully. So I will continue with a conventional circular needle and use the Knitpicks for less gruelling projects only.
Manchmal muss es schnell gehen – Sometimes we’re in a hurry
Vor einer Woche hatte ich ja Wolle gekauft. Am selben Tag begann ich mit dem Stricken, dann kamen zwei Tage Pause, weil ich keine Zeit hatte, aber am Sonntagabend wurde er fertig: Modell 7 aus der Winter-“Verena”.
Ich habe nicht das Originalgarn verwendet, weil ich es nicht auftreiben konnte und weil ich Lila sowieso nicht mag. In Braun mit Beige sieht der Pullover auch sehr ansprechend aus; er passt perfekt, ist schön warm, federleicht und wird wahrscheinlich ein Lieblingsstück für den Winter.
Auf eines möchte ich aber noch hinweisen: Die Mengenangaben können nicht stimmen. Ich habe für die mittlere Größe 300 g Beige und 250 g (reichte gerade so) Braun benötigt. Dass man mehr Grund- als Musterfarbe braucht, kann nicht stimmen.

A week ago, I had bought some wool. The same day, I started knitting, then I had to pause for two days, due to lack of time, but on Sunday night it was finished: Modell 7 from “Verena”, Winter issue.
I did not use the original yarn because I was unable to trace it down and because I dislike purple. Brown with beige is a very appealing colour combination, and the sweater fits perfectly, is wonderfully warm, light as a feather and will certainly become a winter favourite.
I would like to point out one thing: There must be an error in the yarn amounts. For the second size, I needed 300 g in beige and 250 g (just sufficient) in brown. You don’t need more main colour than pattern colour.
Die verstrickte Dienstagsfrage 46/2009
Das Wollschaf fragt:
Ich fange ein neues Strickstück immer mit viel Enthusiasmus an – es ist einfach toll, neue Wolle anzustricken. Aber mit dem Fertigstellen hapert es bei mir noch, das fordert viel Durchhaltevermögen. Wenn dann mal etwas fertig wird, habe ich richtig Trennungsschmerz und bin traurig, dass es vorbei ist. Geht es Euch ähnlich?
Herzlichen Dank an Anke für die heutige Frage!
Ich fürchte, ich bin da aus der Art geschlagen. Es kostet mich oft viel Zeit, mir zu überlegen, was ich aus einem bestimmten Garn machen will oder welches Garn für ein Projekt am besten geeignet wäre. Schließlich sollen Garn und Muster bzw. Modell ein perfektes Ganzes ergeben. Und bevor ich die erste Masche anschlage, wird alles vollständig durchgeplant. Das braucht Zeit, und deshalb habe ich oft Startschwierigkeiten, weil ich mir nicht sicher bin, ob die geplante Vorgehensweise wirklich die beste ist.
Ist ein Modell jedoch erst einmal angefangen, dann geht es in den meisten Fällen ziemlich flott mit der Fertigstellung. Ein UFO wird es nur, wenn mich zwischendurch Zweifel überkommen, ob meine Ideen so gut waren, oder wenn es Schwierigkeiten mit der Anleitung gibt. Deshalb stricke ich am liebsten nach eigenen Entwürfen, dann muss ich mich nicht über halbgare Details ärgern.
“Trennungsschmerz” kenne ich nicht. Ich freue mich, wenn ein Strickstück fertig ist und verwendet werden kann.
Vor zwanzig Jahren – Twenty years ago
Damals lebte ich in Hamburg. Ich hatte noch kein Internet (mein Compuserve-Account, meine erste Online-Verbindung, kam erst fünf Jahre später), dafür aber gerade einen grippalen Infekt und damit Zeit zum Fernsehen. Ich erlebte das, was an diesem und den folgenden Tagen passierte, sozusagen live am Bildschirm mit. Es waren sehr bewegende Momente.
Damals hätte ich mir nicht träumen lassen, dass ich eines Tages da leben und arbeiten würde, wo ich jetzt bin.
At that time, I lived in Hamburg. I had no Internet (got my Compuserve account, my first online connection, only five years later), but had a ‚flu and time to watch TV. I witnessed all that happened on this and the following days somewhat live on the TV screen. Those were very touching moments.
Not in my wildest dreams would I have thought to once live and work where I am now.
Es musste sein – It had to be
Aufgrund eines AnSTuPsers von Annie musste ich für ein bestimmtes Projekt passendes Garn beschaffen, denn in meinem Vorrat war nichts Geeignetes vorhanden.
Heute stattete ich dem örtlichen Wollgeschäft einen Besuch ab. Dem Verkäufer (jawoll, ein Mann) schilderte ich genau, was ich suchte: Ein Farbverlaufsgarn und ein einfarbiges, geeignet für Nadelstärke 5 und eine ungefähre glatt-rechts-Maschenprobe von 18 Maschen auf 10 cm. Er zeigte mir mehrere Garne von ONLine und Gedifra, die aber für meinen Geschmack zu dick waren. Schließlich fanden sich in einer Ecke des Ladens zwei Pakete Gedifra “Riana”, eins in Dunkelbraun, eins in Beigetönen. Die nahm ich. Eine Maschenprobe ist bereits gestrickt und sieht vielversprechend aus.

Due to some initial support from Annie, I had to find a suitable yarn for a certain project, as I had nothing in my stash that would do.
Today, I paid a visit to the local yarn store. The shopkeeper (a man indeed) was informed that I needed a self-striping yarn and a plain one, suitable for 5 mm needles and yielding a swatch of 18 stitches per 10 cm. He showed me several yarns from ONLine and Gedifra, which I thought were too thick. Eventually he unearthed two packages of Gedifra “Riana” from a corner of the store, one in dark brown, the other in shades of beige. I bought them. A swatch is already done, looking promising.