Jacob’s Ladder Sweater

Das Schließen der Sattelnähte und das Stricken der Halsblende hat sich zwei Wochen hingezogen, weil ich dazu keine rechte Lust hatte. Aber dann habe ich mich überredet, es doch endlich zu tun, damit das Ding fertig wird.
Da ich sowohl an den Schultern als auch an den Ärmeln mit verkürzten Reihen gestrickt hatte, kam normales Zusammennähen nicht in Frage. Die Nähte wurden an der Maschine geschlossen, pro Sattel-Ärmel-Naht erst 32 Schultermaschen und 48 Sattelreihen, daran nach unten anschließend 76 Reihen Seitenkante und 58 stillgelegte Maschen an den Ärmeln. Das war nicht in einem Zug machbar, weil das Gestrick zu sehr um die Ecke geht.
Jetzt ist das Schlimmste geschafft; die letzten Nähte und das Vernähen der Fäden sind ein Kinderspiel.

Jacobs Ladder sweater

Closing the saddle seams and knitting the neckband took two weeks because I did not feel like it. But ultimately I persuaded myself to doing it to get it done.
The shoulders as well as the sleeve decreases were made with short rows, so I had a lot of open stitches, and “conventional” seaming was out of the question. The seams were closed on the knitting machine, I had at first 32 shoulder stitches and 48 saddle rows and subsequently 76 rows of body edge and 58 sleeve stitches on hold per saddle-sleeve-seam. As the angle between body edge and shoulder line is rather sharp, it was not possible to stretch the edges along this “corner” to close the seam in one go.
Now the difficult part is finished; closing the last seams and sewing in the threads will be a breeze.

Die verstrickte Dienstagsfrage 17/2009

Das Wollschaf fragt:
Hallo,
meine Frage schließt sich an eine Frage an, die kürzlich gestellt wurde, nämlich zum Sinn der Wollschaffrage. Meine Frage geht auch an die Fragenden und ist ein heißes Eisen: wie zufrieden seid ihr mit den Antworten auf eure Fragen? Was erwartet ihr euch von den Antworten? Stellt ihr fest, dass eure eigene Frage falsch gestellt war? Ärgert ihr euch über nichtssagende Antworten? Fragt ihr bei den Antwortenden nach, wie es gemeint war? Wollt ihr zur Antwort noch näheres wissen und tretet dann mit den Antwortenden in Kontakt? Haben die Antworten auf eure Fragen das Problem in eurer Frage gelöst?
Herzlichen Dank an Reni für die heutige Frage!

Zufrieden? Wir sind ja glücklicherweise nicht in der Schule, sonst hätte ich bestimmt schon den einen oder anderen Tadel (gibt’s so etwas heute überhaupt noch?) kassiert. Aber es gibt keine Noten für besonders gute Antworten, und die Versetzung zur nächsten Wollschaf-Frage war auch noch nie gefährdet.
Meine eigenen Fragen sind selten technischer Natur und bedürfen auch kaum dringender oder “korrekter” Antworten, weil ich eher dazu tendiere, ein Meinungsspektrum abzufragen als ein aktuelles Problem zu lösen. Für letzteres gibt es Bücher, Foren und die Telefonnummern von Strickfreundinnen.
Es erstaunte mich einige Male, dass nicht die Strickerinnen antworteten, die mich ursprünglich zu einer Frage inspiriert hatten und von denen ich mir am ehesten weiterführende Einsichten erhoffte. Interessant fand ich auch die Tatsache, dass sanfte Ironie nicht von denen verstanden wird, denen ich das in besonderem Maße zugetraut hätte.
Kurz gesagt: Strickerinnen sind immer wieder für eine Überraschung gut, so dass es nicht langweilig wird.
Was sich möglicherweise noch nicht zu allen Teilnehmern herumgesprochen hat: Leute, das Wollschaf ist ein Spiel! Man muss nicht jede Frage wörtlich interpretieren, vor allem nicht die von mir. Nehmt nicht alles so bierernst. Ernste und schmerzliche Sachverhalte bietet das Leben schon genug.

Langsam – Slowly

Nein, ich komme nicht besonders flott voran mit “Vivian”. Das Garn ist kein reiner Strickspaß, obwohl es gut aussieht und sehr weich ist. Inzwischen bin ich bei Reihe 90, und das Gestrick wird recht schwer. Das ist der Nachteil, wenn alles in einem Stück gestrickt wird. Der Vorteil: Man muss nicht noch mal für die Vorderteile von vorn mit dem Muster anfangen, und man hat auch keine Nähte.

Vivian, Vorderteile, fronts

Vivian, Rückenteil, back

The going is tough with “Vivian”. The yarn is not a pure joy to work with, although it looks nice and is very soft. Meanwhile I have reached row 90, and the knitting gets quite heavy. This is the downside when knitting all in one single piece. The benefit: You need not start afresh for the fronts, and there are now seams to be sewn.

Wieder mal ein Test – Testing again

Normalerweise kann ich mich nicht so sehr für Psycho-Tests im Internet begeistern. Heute fand ich jedoch im Strickforum eine Anfrage, die auf diese Site verwies, und dort stieß ich auf diesen Test, den ich recht unterhaltsam fand. Hier mein Ergebnis:

Knitting Knerd

Usually I am not very fond of psycho tests on the internet. But today I stumbled upon a query in our knitting forum, which led to this site, and there I found this test, which I think is rather amusing. My result is shown in the image above.

Die verstrickte Dienstagsfrage 16/2009

Das Wollschaf fragt:
Wie halten es die Strickblogger(innen) eigentlich mit Fotos von Menschen im Blog (auch Fotos von einem selbst) und warum halten Sie es so?
Herzlichen Dank an Wassilissa für die heutige Frage!

Mein Bedürfnis, mich und die, die mir nahestehen, erkennbar im Internet zu präsentieren, ist vernachlässigbar. Das Bedürfnis der in Frage kommenden Personen ebenfalls. Deshalb gibt es in meinem Blog keine Bilder, auf denen Personen erkennbar sind.
Davon abgesehen benötigt man die Einwilligung eines Menschen, wenn man ein Bild von ihm veröffentlichen will. Und Veröffentlichung ist unter anderem das, was im Internet stattfindet. Deshalb sind die Bilder hier so, wie sie sind.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf den entsprechenden Eintrag bei Wikipedia hinweisen.

Weiter mit Vivian – Continuing with Vivian

Zur Zeit habe ich nicht viel Zeit zum Stricken. Deshalb geht es mit der Jacke “Vivian” nur langsam vorwärts. Das macht aber nichts, denn im Augenblick ist es ohnehin fast zu warm für so eine Jacke.
Das Garn ist zwar sehr schön, aber es teilt sich leicht und lässt sich meiner Ansicht nach nicht besonders gut verstricken. Beim Verkreuzen der Maschen sind stumpfe Stricknadeln hilfreich; mit spitzen Nadeln sticht man eher mitten in den Faden hinein.
Den Anfang dieser Jacke fand ich schwierig. Es dauerte einige Reihen, bis ich erkennen konnte, wo sich welche Muster befinden. Von da an ging es dann leichter. Bei den Abnahmen in der rückwärtigen Mitte habe ich irgendwo eine Abnahme vergessen, denn nach der 57. Reihe hatte ich noch zwei Maschen zuviel. Die habe ich dann einfach in der folgenden Reihe abgenommen.
Die Anleitung ist detailliert und genau. Man sollte jedoch unbedingt Maschenmarkierer verwenden, sonst verliert man leicht die Übersicht.

Vivian, Vorderteile / fronts
Vivian, Rückenteil / back

Currently I do not have much knitting time, that’s why my progress with this jacket is slow. But never mind, these days it is too warm for such a garment anyway.
The yarn is beautiful, but it splits easily, which makes knitting a bit difficult. For crossing the cable stitches, blunt needles are helpful. With pointed needles I tend to pierce the thread.
I found the beginning of the jacket difficult, too. It took some rows until I was able to see where which patterns are located. From then on, it was easier. At the center back, I somehow forgot a decrease because I had two additional stitches in row 57. I decreased them in the following row, and all was well.
The instructions are detailed and precise, but I strongly recommend using stitch markers to avoid getting lost.

Paolina

Neulich trug ich sie zum ersten Mal im Büro, und zwei junge Kolleginnen meinten: “Oh, du siehst heute aber schick aus!” Die eine erwähnte höchst beiläufig, in Schwarz (sie ist Schwarz-Fan) hätte sie den Pulli selbst gern.
Am selben Tag, ein paar Stunden später, sah mich eine Nachbarin damit und sagte, das sei aber ein schöner Pulli, ob ich den auch selbst gestrickt hätte? Natürlich habe ich selbst gestrickt. 🙂

Paolina

Paolina begann als ein Experiment. Anfangs war ich mir nicht sicher, ob ich ein Kleidungsstück wie dieses überhaupt mögen, brauchen oder tragen würde. Ich wollte nur etwas anderes, Pfiffigeres stricken als die üblichen langweiligen Pullover oder Pullunder. Nachdem sie nun fertig ist, bin ich sehr zufrieden mit ihr und könnte sie jeden Tag anziehen. Die feine Alpaka-Seiden-Mischung wärmt an einem kalten Morgen, aber man schwitzt nicht darin, auch wenn es tagsüber heiß hergeht. Sie sieht, je nach Darunter, rustikal oder elegant aus. Und das Garn dafür gibt es in 50 Farben, das sind 49 Alternativen für alle, die nicht so auf Hummerrot stehen.

Meine kleine Buchkritik – My little book review: Mary Weaver, Knit Easy, Knit Brother

Erschienen 1992 bei Weaver Publications, Sidcup (England), ISBN 0 9503985 5 1, 204 Seiten, 19 Farbfotos, zahlreiche Schwarzweiß-Illustrationen.
Wie schon in “Easy Fairisle for the Brother Ribber” findet man in diesem Buch neben unzähligen hilfreichen Stricktipps fast 40 Anleitungen für Kleidung für Männer, Frauen und Kinder, jeweils in mehreren Größen, darunter auch Röcke. Die Stricktechniken, die mit den neueren Brother Strickmaschinen möglich sind, werden hier wirklich ausgenutzt. Zwar sind einige Anleitungen auch für Lochkartenmaschinen geeignet, aber zum Arbeiten mit diesem Buch ist eine Elektronik-Maschine empfehlenswert.
Alle Anleitungen sind verständlich und logisch aufgebaut und damit einfach nachzuarbeiten, wenn man mit der Strickmaschine umgehen kann. Das Buch ist somit eine perfekte Ergänzung für Elektronik-Strickmaschinen von Brother, jedoch trotz der hilfreichen Tipps kein Ersatz für die normale Bedienungsanleitung.
Falls Ihr Gelegenheit habt, das Buch zu kaufen, kann ich nur zuraten.

Mary Weaver, Knit easy, Knit Brother

Modellbeispiele, examples of garments

Modellbeispiele, examples of garments

Modellbeispiele, examples

Published by Weaver Publications, Sidcup (England), ISBN 0 9503985 5 1, 204 pages, 19 colour photos, many b+w illustrations.
As in “Easy Fairisle for the Brother Ribber”, this book contains countless helpful knitting tipps and almost 40 instructions for garments for men, women and children, each in several sizes. Skirts are included, too. The knitting techniques that are possiblw with the newer Brother knitting machines are used to good advantage here. Although some of the instructions are suitable for punchcard machines, I would recommend an electronic machine.
All instructions are easy to understand and very logical, so they are easy to use if you know how to use your machine. Thus, the book is a perfect addition for Brother electronic machines, but despite the helpful tips not a substitute for the instruction book. Should you have the opportunity to buy this book, I can only recommend it.

Zitronen-Tarte

Sucht noch jemand ein schönes Kuchenrezept für Ostern, das sich auch als Dessert eignet? Dann kann ich die Zitronen-Tarte empfehlen. Sie schmeckt sehr fruchtig und aromatisch. Mit einem Bild kann ich leider nicht dienen, weil sie viel zu schnell verspeist war.

Teig:
200 g Mehl
1 Prise Salz
80 g Zucker
1 Ei, verquirlt
150 g Butter
getrocknete Erbsen zum Blindbacken

Füllung:
150 g Zucker
3 Eier
abgeriebene Schale und Saft von 2 Zitronen
150 g Schmand oder Crème fraîche (24%)

Zubereitung:
Aus den Teig-Zutaten einen Mürbeteig kneten und kalt stellen. Ausrollen, eine Tarte-Form von 26 cm Durchmesser damit auslegen und einen Rand hochziehen. (Ich gestehe an dieser Stelle, dass ich den Teig immer nur in die Form patsche und ihn dann mit einem konisch geformten kleinen Rollholz innerhalb der Form gleichmäßig plattwalze. Das finde ich einfacher.)
Teigboden mit Pergamentpapier bedecken und getrocknete Erbsen einfüllen. Bei 200°C im vorgeheizten Backofen etwa 20-25 Minuten backen. Der Boden sollte gerade eben fest, aber noch nicht braun sein.
In der Zwischenzeit alle Zutaten für die Füllung gut miteinander verrühren. Den Boden aus dem Ofen nehmen und die Temperatur auf 120° C herunterstellen. Die Erbsen und das Pergamentpapier entfernen und die Füllung auf den Teigboden gießen. Wieder in den Ofen stellen und noch 45 Minuten backen, bis die Füllung fest ist.
Schmeckt lauwarm oder kalt und reicht, je nach Appetit, für vier bis zwölf Personen.

Die verstrickte Dienstagsfrage 15/2009

Das Wollschaf fragt:
Mich würde mal interessieren, worin für Euch der Sinn der verstrickten Dienstagsfragen liegt. Einfach zu fragen und zu beantworten?
Neues dazu zu lernen?
Meinungen der anderen zu lesen?
Sich mal richtig was von der Seele zu schreiben?
Oder auch darin, die gegenseitigen Blogbesuche ein bißchen zu erweitern?
Nervt es Euch, wenn nur geantwortet wird: “da kann ich diesmal leider nichts dazu schreiben” oder ähnliches und Ihr deshalb “umsonst” diesen Blog besucht habt?“
Herzlichen Dank an Moni für die heutige Frage.

An den Wollschaf-Fragen finde ich am spannendsten, einen Denkanstoß in eine ungewohnte Richtung zu bekommen. Es werden ja meistens Fragen gestellt, auf die ich selbst nie gekommen wäre. Dabei lernt und erfährt man eigentlich immer etwas Neues, nämlich mindestens die Ansichten der anderen Antwortenden, und oft stößt man auf gute Ideen oder kurbelt im eigenen Hirn etwas Interessantes ans Licht.
Ein Nebeneffekt ist, dass die Besucherzahlen ein wenig steigen. Ich muss zugeben, dass es mich etwas nervt, wenn ich auf eine Wollschaf-Antwort klicke und dann nur lese, dass die betreffende Bloggerin keine Meinung zur Frage hat. Gut, so ein Klick kostet zwei Sekunden. Aber wenn man sowieso nichts zu schreiben hat, kann man sich doch eigentlich das Schreiben gleich sparen, oder? Jedenfalls verfahre ich so.
Um mir etwas ”von der Seele zu schreiben“, brauche ich übrigens kein Wollschaf. Was meine Seele eventuell belastet, setze ich nicht ins Internet.