Anfragen und Mailadressen

Als ich ein kleines Mädchen war und meine ersten selbständigen Ausflüge in die Umgebung unternahm, ließ meine Mutter mich unsere Anschrift auswendig lernen. Sollte ich mich verlaufen, war ich damit wenigstens in der Lage, einem Erwachsenen zu sagen, wo ich im Zweifelsfall abzuliefern war.
Heute wünsche ich mir, man würde bei manchen Internet-Neulingen ähnlich verfahren. Bevor sie ihren ersten Ausflug ins Word Wide Web unternehmen, lernen sie bitte ihre Mailadresse auswendig. Am besten wäre es, wenn sie sich außerdem probehalber an die eigene Adresse eine Mail schicken, damit sie herausfinden, ob die Mail ankommt und wie eine Mail-Adresse aufgebaut ist. Und wenn sie dann per Kontaktformular eine Frage stellen, können sie ihre Mailadresse korrekt und richtig geschrieben angeben, damit Menschen wie Frau Wollich oder ich ihre Fragen auch beantworten können.
Es mag ja sein, dass der Briefträger beispielsweise Frau Susan R. und ihre Familie seit Generationen kennt und auch unkorrekt adressierte Briefe und Pakete stets zuverlässig ausliefert. Leider sind Mailserver nicht so fehlertolerant wie der Briefträger von Frau R.; sie weisen gnadenlos alles zurück, wo auch nur ein Strichelchen in der Mail-Adresse an der falschen Stelle sitzt. Und wenn Frau R. dann verärgert ein weiteres Mal das Kontaktformular betätigt und erneut eine (diesmal anders) falsch geschriebene Mailadresse angibt, dann bin ich leider immer noch nicht schlauer und kann ihre wichtige Frage (zu der sich die Antwort im Prinzip auf meiner Homepage findet, aber Frau R. war zu bequem, danach zu gucken) immer noch nicht beantworten.
Und so wird Frau R. auch weiterhin die Internet-Welt im allgemeinen und mich im besonderen für böse und wenig hilfsbereit halten und nicht einmal im Traum darauf kommen, dass ihre eigenen klitzekleinen Vertippsler daran schuld sein könnten.

Die erste Primel – the first primula

Es ist der 22. Januar, auf der Straße liegt noch Schnee, aber auf dem Streifen Wiese hinter dem Haus blüht ganz tapfer die erste Primel des Jahres. Ich glaub es nicht!

Die erste Primel - the first primula

It’s the 22nd of January, there’s still snow on the street, but on the strip of grass behind the house this year’s first primula is blossoming bravely. I can’t believe it!

Probleme mit der Postzustellung

Seit Anfang des Jahres klappt es nicht mehr wie gewohnt mit der Post- und noch weniger mit der Paketzustellung. Ganz normale Briefsendungen landen in falschen Briefkästen, als könnten die Zusteller nicht lesen, und schreiben ist anscheinend auch nicht drin, sonst könnten sie ja einen blauen Benachrichtigungzettel ausfüllen, wenn sie ein Päckchen oder Paket in der Nachbarschaft oder gar nicht zugestellt haben. Wie ich u.a. beim Blog-Lesen festgestellt habe, bin ich nicht die einzige, die derzeit solchen Ärger hat.
Erwartet man jetzt von den Empfängern, dass sie allabendlich sämtliche Häuser und Wohnungen in der Nachbarschaft aufsuchen, um sich nach dem Verbleib von dringend erwarteten Paketen zu erkundigen? Und wenn da nichts ist, geht man am nächsten Tag nach Feierabend zum Postamt, reiht sich in die Schlange und fragt prophylaktisch nach, ob der Paketbote vielleicht die eine oder andere Sendung wieder zurückgebracht hat?

Firefox-Problem gelöst

Weil ich selbst in vielerlei Hinsicht zu diversen Minderheiten gehöre, habe ich eine Schwäche für Minderheiten. Nicht nur deshalb bin ich überzeugte Opera-Benutzerin, seit es diesen Browser gibt, also seit ungefähr 1997. Aber gelegentlich braucht man eine Alternative zum Lieblings-Browser, vor allem, weil manche Webseiten mit Opera leider immer noch nicht korrekt dargestellt werden. Das liegt dann übrigens nicht am Browser, sondern höchstens an irgendwelchen Webdesignern, die es manchmal nicht schaffen, die Seiten w3c-gemäß zu gestalten. Gelegentlich meinen sie auch, alles, was sich nicht als IE identifiziert, müsse vom Mitspielen ausgeschlossen werden, und das ist dann ebenfalls ein Handicap für den armen Opera.
Wo war ich stehen geblieben? Ach ja, Alternativen. Vergangenen Monat installierte ich also die neueste Version des Firefox, und sie war langsamer denn je. Schon mit der Vor-Version war ich recht unglücklich gewesen, weil alle Seiten damit in extremer Zeitlupe luden, und ich fand keine Möglichkeit, das Laden zu beschleunigen. Heute hatte ich die Nase wieder einmal voll und deinstallierte den ganzen Kram. Rechner neu starten, Firefox neu installieren. Resultat: Wieder grottig langsam. Es war zum Verrücktwerden, selbst im Safe-Mode. Auch die einschlägigen Hilfeforen brachten keine Erkenntnis.
Schließlich kam mir eine Idee. Ich gehe über einen Router ins Internet, der auch als Firewall fungiert, zusätzlich zu meiner normalen Computer-Firewall. In der Router-Software sind alle Programme eingetragen, die “hinaus” dürfen. Selbstverständlich war auch Firefox darunter. Allerdings war dort eine sehr alte Version genannt, und die Router-Firewall hat nach einem Update nie nachgefragt, ob die neuere Version ebenfalls “raus” dürfte. Ich löschte die alte FF-Version und trug die neue händisch ein. Und voilà, seither rennt der Feuerfuchs wie verrückt. Falls Euch also ein ähnliches Problem plagt, prüft mal die Details Eurer Firewall-Einstellungen.

Ich glaub, ich spinne!

Jedenfalls demnächst. Man traut mir nämlich so etwas zu, habe ich heute erfahren, als dieses Buch sich gänzlich unerwartet in meinem Briefkasten einfand.

Maggie Casey, Start Spinning

Herzlichen Dank, Du da draußen, mehr als 400 km entfernt im Westen! 🙂 Eine Spindel habe ich sogar schon, die hat mir mal mein Vater gebaut. Und Rohwolle wird sich auch finden.

Rückblick

Dieses Jahr war wohl das schrecklichste, das ich je erlebt habe. Seit letzten Sommer ist nichts mehr, wie es war. Ich wünsche mir nur, dass das neue Jahr besser wird und wenigstens ein Teil von dem, was zerstört wurde, wieder heilt.
Dankbar bin ich allen Verwandten, Freunden, Kollegen und Nachbarn, die mir mit Taten und Worten und einem schier unerschöpflichen Vorrat an Trost und Verständnis zur Seite stehen und die mir helfen, weiterhin ein halbwegs normales Leben zu führen.

Allen Lesern dieses Weblogs wünsche ich für 2009 Gesundheit und Zufriedenheit.

Die verstrickte Dienstagsfrage 52/2008

Das Wollschaf fragt:
Über das Web ist der Stricksüchtige am Puls der Zeit. Sei es
– bei den Garnen (z.B. handgefärbt oder auch selbstgesponnen statt selbstmusternden Industriegarn),
– die Farbwahl (jetzt wieder eher Ton in Ton oder das Wildern der Wolle),
– das Material (wie z.B. Sojaseide, Maisgarn, aus Baumrinde oder Tencel),
– die Stricknadeln (von Bambus über Edelhölzer zu laminierten bis hin zu beleuchteten)
– oder Muster, die hochkochen, wie damals z.B. die Jaywalker.
Wie ist das bei euch, springt ihr auf jeden Hype gleich auf, reicht es euch, das zu sehen oder brodelt es in euch und ihr müsst mitmachen?

Herzlichen Dank an Susanne für die heutige Frage!

Nette Frage, danke dafür!
Ich finde Hypes faszinierend. Ich schaue beinahe atemlos zu, wie manche Menschen einfach ihr Urteilsvermögen ausschalten und der Lemmingitis verfallen. Ich würde auch gern mal dieses Wir-Gefühl miterleben, aber ich krieg’s einfach nicht hin.
Nehmen wir nur mal die exklusiven handgefärbten Garne, die einige Färberinnen nur zu bestimmten Mondphasen anbieten. Ich habe bestimmt zweimal probiert, etwas zu erwischen, aber ich habe es nie geschafft, online zu sein, wenn die Sterne günstig stehen. Deshalb kaufe ich meine Garne da, wo Ware vorhanden ist, wenn ich sie haben möchte, und wo man notfalls speziell für mich färbt (und darauf warte ich dann auch gern ein wenig). Ja, ich geb’s zu, ich bin der Fuchs, dem die Trauben zu hoch hängen. 🙂
Auch in Sachen Material kann ich leider nicht mitreden. Ich habe noch nie Baumrinde oder Sojabohnen verstrickt, weil ich ungern Neues kaufe, solange ich meine Vorräte nicht wenigstens unter mein Körpergewicht gedrückt habe. Da ich im Herbst (schon wieder untypisch, man macht das doch normalerweise im Frühjahr) etliche Kilo abgenommen habe, wird das nun noch länger dauern als gedacht.
Bei Stricknadeln bin ich vor einigen Jahren mal den Einflüsterungen erlegen und habe daraus gelernt, dass ich nicht alles brauche, was es gibt. KnitPicks Nadeln benutze ich gern, aber da tun es für mich auch die metallenen.
Und all die vielen hippen Muster! Als Langsamst-Strickerin würde ich es allerdings nie schaffen, auch nur den kleinsten Teil davon umzusetzen, bevor sie wieder in der Versenkung verschwunden sind. Deshalb beschränke ich mich lieber auf Modelle, denen man nicht ansieht, dass ich ein halbes Jahr dafür gebraucht habe und die ich mindestens zehn Jahre tragen kann. Aber wie gesagt, ich sehe interessiert und begeistert den “Hyperern” zu, lerne eine Menge dabei und frage mich manchmal, ob sie wohl auch etwas lernen.

Das war wohl nix

Da freut man sich auf einen ruhigen Lebensabend mit viel Strickzeit, und dann sowas. Vor lauter Mails und Kommentaren habe ich keine einzige Masche gestrickt. So hatte ich es mir ja nun nicht vorgestellt…

Eure Nachrichten über alle Kanäle machten mir sehr klar, dass ich Euch, den konstruktiven, hilfesuchenden und hilfsbereiten Mitgliedern, die Ihr in der überwältigen Mehrheit seid, durch die vorschnelle Schließung Unrecht getan habe. Deshalb habe ich das Forum gestern abend, gleich nachdem ich nach Hause gekommen war (sorry, es war wieder etwas spät), wieder aus dem Byte-Nirwana hergestellt, so gut es eben ging. Einige Kollateralschäden dürften dabei entstanden, wenn auch nicht zu beklagen sein. Bitte entschuldigt die Unannehmlichkeiten.

Vor allem aber bedanke ich mich bei Euch, die Ihr kommentiert und gemailt habt, für Euren durchgängig guten und vorbildlichen Umgangston. Es gab keine Beschimpfungen oder Gemeinheiten gegen andere, absolut nichts, dessen man sich schämen müsste und das man nicht im Blog haben wollte. Ich bin schon ein bißchen stolz, solche Strickfreundinnen zu haben, die sich anständig benehmen. Davon könnte sich mancher hooligangequälte Fußballverein eine Scheibe abschneiden. 😉

Pfft – weg ist es.

Es hat übrigens kein bißchen weh getan. Und ich habe auch nicht geweint. Im Gegenteil, es ist eine große Erleichterung für mich. Ich habe nun wieder mehr Zeit zum Stricken und für viele weitere Dinge, die das Leben lebenswert machen, und kann es mir ab sofort sparen, zickige Nachrichten zu lesen und für andere aufs Urheberrecht zu achten.

Für alle, die wissen wollen, weshalb das Strickforum geschlossen wurde:
Es gibt Menschen, die bezahlen Geld und investieren Zeit, um sich von anderen niedermachen zu lassen. Man nennt sie Masochisten. Und ich bin keine von ihnen.

Gemeinsam mit zwei lieben Freundinnen habe ich das Forum betreut, solange es uns Spaß gemacht hat. Nun hat der Spaß aufgehört, denn einige “Mitglieder” wollen uns vorschreiben, wie das Forum auszusehen hat und wie es geführt werden soll. Ich verstehe dabei freilich nicht, wieso sie unser Forum unbedingt ändern wollten. Es wäre für sie doch viel einfacher gewesen zu gehen und ihr eigenes Forum aufzumachen. Das hätte dann so aussehen können, wie es ihnen gefällt: Knallebunt, überall blinken und blitzen die animierten Giganto-GIFs; verbleibender Platz wird mit Werbung zugekleistert, die Spam-Bots geben sich ein Stelldichein, und die Nachrichten enthalten kaum Substantielleres als “bewundert doch mal meinen neuen Brazilia-Glitzer-Schal” oder “guckt euch meine tollen selbstmusternden Socken an”, gefolgt von fünfzig Antworten mit dem Inhalt “wow, klasse!!!!111elf” oder sinngemäß.

Leute, wir haben niemanden gezwungen, Mitglied zu werden. Ihr seid alle freiwillig gekommen. Aber wenn Ihr das Strickforum so schrecklich anspruchsvoll und elitär gefunden habt, dass Ihr Euch darin gar nicht zuhause fühlen konntet, wenn es Euch zu mühsam war, selbst mal die Suche anzuwerfen, wenn Ihr Euch einfach nicht daran gewöhnen konntet, das Hirn einzuschalten, bevor Ihr eine Frage formuliertet, weshalb habt Ihr nicht einfach geschrieben: “Hallo Admin, ich find’s Scheiße hier, lösch mich schnellstens aus der Mitgliedsliste.”
Ich hätte es sehr gern gemacht, ehrlich!