Neue Nager

Gestern kam eine Sendung, die nicht in den Briefkasten passte, und natürlich war gerade niemand zuhause, um sie in Empfang zu nehmen. Deshalb holte ich sie heute nach Erledigung des Zweiwochenenden-Einkaufs beim Postamt ab. Ich hatte Glück und erwischte einen Moment, wo nur drei Personen vor mir in der Schlange standen; normalerweise sind es um die dreißig.
Und was war nun in der Sendung drin? Zwei Schachteln wie diese:

Pappschachtel

Und daraus holte ich:

Faire Maus mit Rädchen

Und angeschlossen und in Arbeit sieht es dann aus wie folgt:

Maus, angeschlossen

Eine ist für den Computer zuhause, eine ist für den Büro-Laptop.
Diese Nagetiere sind fair produziert, haben ein biologisch abbaubares Gehäuse und lassen sich im Vergleich zu handelsüblichen Mäusen schnell und problemlos ohne Kettensäge aus der Verpackung befreien, weil sie nicht in dickes Plastik eingeschweißt sind. Wenn Ihr ebenfalls an fairen Mäusen interessiert seid, findet Ihr sie bei Nager IT.

Die verstrickte Dienstagsfrage 1/2013

Kaum hat das Jahr begonnen, da kommt auch schon das Wollschaf. Diese Woche fragt es:
Einige (viele) von euch scheinen ja sehr fleissige Strickerinnen zu sein – fast jede Woche ist ein fertig gestelltes Teil (und kein Kleines) zu bewundern. Und die laufenden “knitmeter” fuehren bald um den Erdball.
Wieviel Zeit verbringt ihr eigentlich taeglich / woechentlich mit Stricken? Haettet ihr gerne (noch) mehr Strickzeit. oder ist eure Strickzeit ausreichend?
Vielen Dank an Connie für die heutige Frage!
Das Wollschaf wünscht allen ein gutes Neues Jahr!

Kann man je genug schlafen? Gibt es genug Schokoladenpudding auf der Welt? Kann Strickzeit jemals ausreichend sein? Das sind alles rhetorische Fragen. Natürlich hätte ich gern wesentlich mehr Strickzeit, genau so wie es mehr (aber nur richtig guten) Schokoladenpudding geben sollte. Strickzeit hat gegenüber dem Schokoladenpudding noch den Vorteil, keine zusätzlichen Kalorien zu enthalten, im Zweifelsfall würde ich mich also für sie entscheiden.
Tatsächlich habe ich an normalen Arbeitstagen etwa eine Stunde Strickzeit pro Tag. Am Wochenende ist es etwas mehr, maximal drei Stunden. Das ist insgesamt nicht besonders viel, verglichen mit der Zeit, die andere aufbringen können. Um überhaupt ab und zu etwas zu schaffen, stricke ich relativ viel mit der Strickmaschine. Und ja, ich hätte wirklich gern mehr Zeit fürs Stricken.

Auf der Suche

Nachdem das zweite Projekt so flott erledigt und der Grobstricker wieder frei war, wollte ich umgehend mit dem “Four Quarters Sweater” von Pam Allen aus dem Buch “Simple Style” anfangen. Die Wolle lag schon bereit, Noro Shinano aus dem – Moment,ich schau nach – November 2003. Nur das Buch mit der Anleitung fehlte.

Ich guckte in den Bücherschrank. “Lace Style” von Pam Allen war da, “Scarf Style” ebenfalls. Simple Style nicht. Wo konnte es sein?
Ich durchpflügte den Essbereich, wo ich einige Projektstapel an- und abgelegt hatte. Einige ältere ADAC-Zeitschriften wurden zutage und umgehend ins Altpapier befördert, das Buch war nicht dabei. Ich dehnte meine Suche aufs Wohnzimmer aus und schichtete diverse Zeitschriftenstapel um, in der Hoffnung, das gesuchte Buch möge sich darunter materialisieren. Es tat mir den Gefallen nicht. Ich befreite das grüne Sofa von sämtlichen darauf parkenden Wollsträngen, aber auch darunter war kein Buch. Im Gästezimmer fuhr ich mit der Suche fort. Es ist ziemlich klein, darin kann man nicht viel verstecken. Das Buch war dort auch nicht. Stattdessen fand ich zwischen zwei anderen Büchern mein seit Monaten vermisstes Nähnadelmäppchen wieder. So hatte sich die Suchaktion wenigstens in dieser Hinsicht gelohnt.

Allmählich wusste ich nicht mehr, wo ich noch nachschauen sollte. Meine Verzweiflung wuchs, und ich spielte sogar mit dem Gedanken, es mir noch einmal bei Amazon zu bestellen. Nur konnte ich es dort nicht finden. Also weitersuchen. Vielleicht hatte es sich im Bücherregal irgendwo nach hinten verkrümelt? Ich holte die Trittleiter (Abraham bis Cosgrove ist im Bücherschrank ganz oben links) und schob die Bücher der Reihe nach säuberlich zurecht, so dass sie eine Flucht bildeten, von Abrahams über Allen, Barth, Bernard, Bordhi, und dann, ja dann… dann kam Ann Budd. Und da stand “Simple Style” ganz unschuldig im Regal. Sein leises Kichern habe ich überhört.

Das Modell, das ich stricken will, ist zwar von Pam Allen, das Buch aber von Ann Budd. Ich hatte einfach und fest entschlossen nach dem falschen Autorennamen gesucht. Okay, bei zirka fünfhundert Büchern nur über Handarbeiten darf einem so ein Lapsus wohl mal passieren.

Immerhin habe ich jetzt nicht nur das Buch, sondern auch mein Nähnadelmäppchen wiedergefunden. Das war’s wert. 🙂

Schlange-Wurm-Tausendfüßler

Heute schickte meine Kollegin mir Bilder des Adventskalenders, den sie aus dem lila-grauen Strickschlauch gebastelt hat.
Ich möchte sie Euch nicht vorenthalten, denn das Viech ist soooo niedlich geworden!

Adventskalender-Wurm
© Petra E., Verwendung mit freundlicher Genehmigung

Kalender-Kopf
© Petra E., Verwendung mit freundlicher Genehmigung

Besonders gelungen ist natürlich der Kopf mit den Kulleraugen und der flotten Mütze. Vielleicht ist das ja eine Idee für das nächste Jahr?

Warum machen die Leute so etwas?

Warum kopiert jemand einen Teil meiner Webseiten, stellt sie zu einem PDF zusammen und bietet sie auf seiner eigenen Website zum Download an?
Die auf meinen Seiten vorhandenen Hinweise zum Urheberrecht haben Erich und Silvia Brügger, Könizbergstr. 60, CH-3097 Liebefeld, übrigens vorher sorgfältig entfernt.

Verehrtes Ehepaar Brügger, wenn man schon keine Idee hat, was man an Sinnvollem auf die eigene Website stellen könnte, dann soll man sich doch bitte gar nicht erst eine anlegen. Dann kommt man auch nicht erst in die Verlegenheit, anderer Leute geistiges Eigentum zu klauen und als das eigene auszugeben.

Nachtrag am 23.11.:
Das PDF wurde mittlerweile entfernt.
Herr Brügger hat eine neue Version angekündigt, die meine und die Rechte von Michaela angeblich nicht verletzt. Ich frage mich, weshalb er sich nicht eigene Themen ausdenkt, statt andere Leute zu plagiieren.

Och nö!

Heute morgen bot sich mir dieser Blick vom Balkon:

der erste Schnee

Natürlich gibt es viele Leute, die so etwas ganz phantatisch finden und gar nicht genug von dem weißen Zeug bekommen können. Die wohnen wahrscheinlich auch nicht in einer Stadt, in der man sich auf Schneebeseitigung nicht einmal ansatzweise versteht.
Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich Schnee nicht mag? Ich hoffe, dass dieser erste Wurf schnell wieder taut und dass dann so schnell nichts nachkommt.

Wir erwägen uns eine Lauflänge

In meinem Vorrat befinden sich diverse ältere Garne, die ich mal günstig auf Konen gekauft habe und bei denen nicht vermerkt war, woraus sie bestehen oder welche Lauflänge sie haben. Als ich nun auf der Suche war nach einem Garn, mit dem ich Utlindes Paisley-Tuch (Ravelry-Link) stricken könnte, fand ich einen dreifach gewickelten Rest Viskosemischgarn in hellem Beige, das mir farblich gefiel. Natürlich konnte ich die Kone wiegen (146 g netto), aber ich wusste zunächst nicht, wie viele Meter es sind. Da half mir nun meine neue Mini-Präzisionswaage.

2 m Garn auf der Feinwaage

Ich maß zwei Meter des Garns ab und legte sie zusammengeknotet auf die Waage. Die zeigte daraufhin 0,4 g an. Umgerechnet ergibt das: 146 g = 730 m. Also wird’s leider für das Tuch nicht reichen, denn das benötigt laut Utlindes Angaben etwa 860 m.

Dann entdeckte ich an einer anderen Stelle einen weiteren Rest des selben Garns, aber einfädig, etwa 150 g. Wenn man das zweifädig wickelt, dachte ich mir, dann müsste es eigentlich reichen. Denn dann hat man eine Lauflänge von 750m auf 100 g, und es sind dann insgesamt etwa 1.200 m.

Inzwischen ist dieses Garn zum Stricken gewickelt, aber bis ich mit dem Tuch vorzeigbare Fortschritte mache, wird es leider noch etwas dauern.

Die verstrickte Dienstagsfrage 39/2012

Diese Woche fragt das Wollschaf:
1. Warum bloggst du und wie bist du überhaupt dazu gekommen?
2. Was motiviert dich dazu und worüber freust du dich dabei?
3. Welchen Blog besuchst du am liebsten?
Vielen Dank an Tiffany für die heutige Frage!

Dann fangen wir mal an.
Achtung, Weiterlesen nur auf eigene Gefahr! 😉

  1. Nachdem Anfang bis Mitte des vergangenen Jahrzehnts immer mehr Blogs entstanden, fand ich, dass ich erstens mindestens ebenso gut schreiben könnte wie einige dieser Blogger und zweitens nicht wesentlich weniger Ahnung vom Stricken habe als einige dieser Blogger, dass also mehr oder weniger regelmäßige Beiträge von mir die Qualität des Internet in stricktechnischer Hinsicht sicherlich nicht verschlechtern würden. Deshalb legte ich mir ein eigenes Weblog an. Auf eigenem Gelände natürlich und selbst administriert.
  2. Meine Motivation ist unter anderem, dass im Internet schon genug nichtssagende Inhalte übers Stricken vorhanden sind, da kann der eine oder andere pointierte Beitrag zum Ausgleich nicht schaden. Ich freue mich dabei über gelegentliches konstruktives Feedback, das ruhig auch kritisch sein darf.
  3. Im Laufe der Jahre habe ich allerlei gute Blogs kommen und gehen sehen; ich habe keine speziellen Vorlieben, sondern mag einfach interessante, gut gegliederte, ordentlich verfasste Inhalte.

Meine Augen sind nicht mehr die besten. Was mich an Blogs zuverlässig abschreckt, ist deshalb alles, was die Lesbarkeit beeinträchtigt:

  • Farbkombinationen mit Augenkrebs-Potenzial oder nur Minimal-Kontrast (z.B. rot auf blau oder dunkelgrau auf schwarz),
  • originelle Krakel-Schriftarten,
  • schmerzhafte Orthografie (“häckeln”, “Strickmaschiene” ),
  • multiple Satzzeichen zur Kompensation fehlenden Gedankenguts,
  • sowie alle Seiten, auf denen es hüpft und glitzert.

Animationen lenken vom Inhalt ab. Gutem Inhalt schadet solche Ablenkung. Und für schlechten ist mir meine Zeit zu schade.

Wo bleibt die Executive Version?

Wer heutzutage im Berufsleben steht und gelegentlich Statistiken oder gar Präsentationen erstellen muss, der weiß: In den Unterlagen finden sich zu den verkauften Weihnachtsmännern oder Osterhasen alle erdenklichen Details, über die sich ermitteln lässt, ob die kleinen Roten oder die dicken Goldfarbenen mehr Umsatz gebracht haben, wieviel mehr Quengelware ab einer Verweildauer von drei Minuten in der Kassenschlange abverkauft wird und welche Kassiererin die meisten Lebkuchen über den Scanner geschoben hat. Das ist alles hochinteressant für den Azubi, der noch lernt, wie ein Supermarkt funktioniert.
All dieser Kleinkram interessiert aber den “Executive” in der Konzernzentrale nicht im Entferntesten. Der will wissen, wieviel Umsatz die Filiale in den letzten vier Wochen gemacht hat, wie die Quote per Verkaufs-Quadratmeter ist und welche Produktgruppen den höchsten Deckungsbeitrag dazu geleistet haben. Dafür gibt es die “executive version” des Berichts bzw. der Präsentation.

Bei den Strickerinnen ist es ähnlich.
Es gibt die Anfänger und Detailverliebten, die vor dem Anschlagen ihres Spüllappens erst noch jede Masche persönlich kennenlernen möchten, möglichst mit einem Video, das auch im ausgedruckten zwanzigseitigen PDF ohne Ruckeln abläuft. Das lassen sie sich auch gern ordentlich etwas kosten, solange sie nur das Gefühl haben, dass ihnen auch nicht das kleinste unwichtige Informationsbröckchen vorenthalten wird.

Und es gibt auch in Strickerkreisen die “executives”, die es knapp und klar bevorzugen. Sie können zwischen den Zeilen lesen und sich weggelassene Details selbständig hinzudenken. Sie können nicht nur ohne Zuhilfenahme eines Videos eine Masche wie zum Rechtsstricken abheben, sondern auch Strickmuster von flach auf rund und umgekehrt umsetzen und noch diverse weitere Kunststücke. Im Zweifelsfall reicht ihnen als “Anleitung” ein Schnitt-Diagramm, ein Muster-Diagramm und ein paar Fakten wie Material, Menge und Maschenprobe. Solche Anleitungen gab es übrigens vor 30 Jahren in fast jeder deutschen Strickzeitschrift. Sie nahmen meist weniger als eine halbe Seite ein, und man konnte fabelhaft, platzsparend und problemlos danach stricken. Auch Anfängerinnen strickten so, und mit Erfolg.

Was aber das Wunderbarste ist: Auch die moderne Strickerin kann lernen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und den Heißluft-Humbug einfach wegzulassen. Macht Euch unabhängig von zwanzigseitigen Anleitungen! Mit etwas Selbstvertrauen und ein klein wenig Übung reduziert Ihr überkomplizierte Bläh-Anleitungen auf die zwei Seiten, die wirklich darin stecken. Überlegt nur mal, wieviel Strickzeit Ihr hinzugewinnt, wenn Ihr vor dem Anschlagen achtzehn Seiten weniger durchlesen müsst. Es lohnt sich!

Und Ihr, liebe Strick-Designerinnen, die Ihr so stolz auf Eure zwanzigseitige Spüllappen-Anleitung nebst Video seid: Wollt Ihr Euch nicht einmal darauf besinnen, dass nicht alle Strickerinnen hirnamputiert sind, dass auch die unerfahrenste Anfängerin Fortschritte im Interpretieren von Anleitungen machen kann, wenn man sie nur lässt, und dass weniger oft mehr ist? Lasst doch versuchsweise mal die Blümchen, die Herzchen und die Dreifach-Erklärungen über siebzehn Seiten weg und ermuntert Eure Kundinnen, ihr integriertes Logik-Modul ruhig mal in Betrieb zu nehmen. Es funktioniert hervorragend und von Tag zu Tag (und von Anleitung zu Anleitung) besser, vorausgesetzt es wird nicht ständig von wohlmeinenden Anleitungsschreibern gestutzt, die Strickerinnen einen IQ vergleichbar mit dem einer Scheibe alten Zwiebacks unterstellen.