Sturm im Eiltempo – Tempest in a Rush

“Tempest” (auf Deutsch Unwetter oder Sturm) ist eine schlichte gestreifte Jacke aus der “Knitty”. Ich mag Grün, ich habe diverse grüne Garne, und ich habe wenig Zeit. Was liegt also näher, als diese Jacke ganz schnell auf der Strickmaschine anzufertigen?
Vor allem wollte ich gern das grün gestreifte Filatura di Crosa “Maxime Print” verwenden, das ich bei Martina Schimbachs Advents-Preisrätsel gewonnen hatte. 200 g waren aber etwas zu wenig für ein Kleidungsstück. Deshalb kombinierte ich das Garn ganz mutig mit Wollmeise-Merinowolle in der Farbe Pesto. Das dunkle Grün bietet dem heller gestreiften Garn einen schönen Hintergrund.
Weil mir die Maschenprobe in der Anleitung zu labberig war, verstricke ich das Garn mit 27 Maschen auf 10 cm statt 20. Das ergibt ein ausreichend festes, aber nicht steifes Gestrick. Die Säume, die für den unteren Rand vorgesehen waren, finde ich ziemlich seltsam. Meine Jacke wird deshalb ein mit paar Krausreihen eingefasst. Und weil ich gerade am Ändern bin, werden bei meiner Jacke die Knöpfe auch etwas gleichmäßiger verteilt.
Angefangen habe ich vergangenen Mittwoch mit der Maschenprobe und den Berechnungen. Inzwischen sind Rücken- und Vorderteile fertig, es fehlen noch die Ärmel, und dann müssen noch die Hauptnähte geschlossen werden.

Tempest, Filatura di Crosa Maxime Print und Wollmeise Farbe Pesto

“Tempest” is a rather plain striped cardigan from “Knitty”. I like green, I own several green yarns, and I’m pinched for time. What could be more natural than knitting this cardi quickly on the knitting machine?
First of all I wanted to use the green striped Filatura di Crosa “Maxime Print”, that I had won in Martina Schimbach’s advent competition. As 200 grams are not enough for an adult’s garment, I dared to combine it with Wollmeise 100% merino yarn in colour Pesto. The darker solid green provides a lovely background for the lighter stripy yarn.
As the gauge in the instructions is too flimsy for my taste, I made a swatch with 27 stitches per 10 cm instead of 20. This makes for a sufficiently firm, but not rigid fabric. I found the hems at the bottom of the garment rather strange. My cardigan is bordered with some garter stitch rows. And as I’m in the mood of modifying, I’m going to redistribute the buttons more evenly.
I started last Wednesday with swatching and calculating. Meanwhile back and fronts are finished, the sleeves are still missing, and then the long seams must be sewn.

Die verstrickte Dienstagsfrage 15/2010

Das Wollschaf hat diesmal eine Frage von mir:
Welches ist das älteste Garn, das Ihr unverstrickt zuhause liegen habt? Mögt Ihr es mal zeigen? Wisst Ihr noch, wann, wo und für welches Projekt Ihr es mal gekauft habt?

Hüstel. Soweit ich es ermitteln kann, ist das älteste Garn meines Vorrats etwa Ende der 1980er Jahre in meinen Besitz geraten, also vor gut zwanzig Jahren. Und nein, es sind keine Motten dran gegangen. Es handelt sich um Esslinger (bevor sie mit Schoeller fusionierten) “Angora Princess” in drei verschiedenen Beige-Braun-Tönen. Das war eine ganz feine Qualität, 80 % Angora und 20 % Lammwolle. Sofern ich mich nicht verzählt habe, sind es jeweils 200 g, 950 Meter. Und gekauft habe ich sie aus drei Gründen:
a) weil sie herabgesetzt waren,
b) weil ich Angora liebe, trotz des Gefussels, und
c) weil es “meine” Farben sind.

Angora Princess, zwanzig Jahre alt

Dass sie nie verstrickt wurden, liegt daran, dass mir kein Projekt über den Weg lief, dessen sie mir würdig erschienen. Ich sollte mich aber langsam mal ihrer annehmen, auch wenn Angora derzeit nicht besonders modisch ist. Wenn ich mich recht entsinne, habe ich aber kürzlich in irgend einer Strickzeitschrift tatsächlich Anleitungen für kuschelige, angorahaltige Garne gesehen. Es scheint doch alles wieder in Mode zu kommen, wenn man nur lange genug wartet.

Sommerlich – Summery

Das frühlingshaft milde Wetter der vergangenen Tage hat mich motiviert, endlich diesen Pulli fertigzustellen. Er ist mit der Strickmaschine (Brother KH 965) gestrickt aus 450 g Stahlsche Wolle “Lambada”, 55 % Baumwolle, 45 % Viskose, 110 m Lauflänge auf 50 g. Vor neun Jahren hatte ich dieses Garn gekauft. Es ist nicht sehr elastisch, hat aber einen schönen Fall und ist gut geeignet für so ein Top. Entworfen habe ich es übrigens selbst. Man kann dieses Modell solo tragen, wenn es sehr warm ist, und an kühleren Tagen als Pullunder über einem Shirt. Das Lochmuster ist Nr. 134 aus Brother Stitchworld, das Rippenmuster im oberen Bereich ist aus dem Lochmuster abgeleitet. Alle Blenden sind kraus gestrickt.
Die Vollendung hat sich lange hingezogen, weil ich mir nicht notiert hatte, mit welcher Maschenweite ich das Rippenmuster im oberen Bereich gestrickt hatte. Letztlich blieb mir nichts anderes übrig, als eine neue Maschenprobe im Rippenmuster zu machen und die Maschen und Reihen neu zu berechnen. Also, seid klüger als ich und notiert Euch immer alle Einzelheiten.

sommerliches Top, summery top, Stahlsche Wolle Lambada

The recent warm and springlike weather inspired me to finally finish this top. It was made on my Brother KH 965 knitting machine from 450 g Stahlsche Wolle “Lambada”, 55% cotton, 45% viscose, 110m per 50g. I bought the yarn nine years ago. It has hardly any elasticity, but drapes nicely and is well suited for such a garment. I designed this myself, by the way. It can be worn on its own on a hot day or with a shirt underneath when it’s cooler. The lace pattern is no. 134 from Brother Stitchworld, and the rib pattern in the upper area is derived from the lace pattern. All bands are done in garter stitch.
Knitting it took very long because I had not made a note on the tension setting for the rib pattern. Ultimately I had to do another tension swatch and recalculate stitches and rows accordingly. So, be smarter than I was, and note down every little detail.

Fortschritt – Progress

Mein Feierabendgestrick ist die Jacke “Vivian”. Langsam aber sicher komme ich voran. Das Leibteil ist bis zu den Achseln fertig, der erste Ärmel ist angefangen. Es macht Spaß, diese Jacke zu stricken, denn das Muster ist leicht zu merken, obwohl es kompliziert aussieht.

Vivian, Leibteil/body

Vivian, linker Arm/left sleeve

The “Vivian” jacket is my leisure time knitting. My progress is slow but steady. The body is finished up to the armpits, the first sleeve is in progress. Knitting this garment is fun because the pattern is easy to memorize although it looks complicated.

Die verstrickte Dienstagsfrage 13/2010

Das Wollschaf fragt:
Da ich viel frei nach Schnauze stricke kommt es des öfteren vor, das ich auch mal ganze Teile wieder aufribbeln muss weil sie nicht passen. Mich würde interessieren, wenn ihr etwas strickt und es passt nicht. Wie oft trennt ihr maximal das gestrickte wieder auf bevor ihr es in eine Ecke schmeißt und dort liegen bleibt?
Herzlichen Dank an Martina für die heutige Frage!

Komplett “frei Schnauze” stricke ich kaum je, dazu bin ich nicht kreativ und spontan genug. Ich fühle mich wohler, wenn ich vorab gut plane. Also werden Maschenproben gestrickt und Maße und Schnittformen exakt festgelegt, bevor es richtig los geht. Wenn dann doch mal geribbelt wird, dann kaum wegen falscher Maße, sondern eher weil das Gesamtkonzept mir nicht (mehr) zusagt oder weil Garn und Muster nicht so harmonieren, wie ich es mir vorgestellt hatte. Dann wird das Garn auf Eis gelegt, bis mir dazu ein neues Projekt einfällt. Und dann wird frisch geplant.

Vivian, Zweitversion – Second version

Diese Jacke ist so schön, dass ich sie mir einfach noch einmal stricken möchte. Vergangenen Montag habe ich angeschlagen. Diesmal verwende ich ONLine Linie 130 Champ und stricke die fünfte Größe. Die erste Reihe ist eigentlich die schwierigste, da man die Maschen für das Muster einteilt, aber von der Rückseite aus arbeitet und natürlich noch nicht den rechten Überblick hat. Klar, dass ich mich da verstrickt habe, aber ich konnte es zurechtschummeln.
Inzwischen bin ich beim fünften Knäuel, aber mangels Zeit geht es nun langsamer voran. Hier Fotos vom Zwischenstand.

Vivian, Vorderteile, fronts

Vivian, Rückenteil, back

This jacket is such a beauty that I simply want to knit it a second time. Last Monday I cast on. This time I chose the fifth size; I’m using ONLine yarn Linie 130 Champ. The first row seems to be the most difficult because here you arrange the pattern, and as you have to do it from the wrong side, it is easy to lose track. Of course I made some mistakes there, but I was able to fudge things so it looks alright.
Meanwhile I’ve started the fifth ball of yarn, but due to my traditional lack of time progress is very slow. Here are photos of the current state.

Sommerpulli in verkürzten Reihen – Summer top with short rows

Kürzlich erstand ich zwei Stränge à 150 g Wollmeise-Garn 100 % Merino in Farbe Campari-Orange. Das Garn ist dünn und glatt und lässt sich gut mit dem Feinstricker bei MW 7 verarbeiten, die Maschenprobe entspricht ungefähr der von 4fach-Sockengarn. Dieser Pulli ist nach einer Anleitung aus einem alten Brother-Moden-Heft (Heft 4, Modell 4) in verkürzten Reihen quer gestrickt. Eigentlich soll man eine Grund- und zwei Kontrastfarben verwenden, aber da das Garn ohnehin schon in sich gestreift ist, wäre das zuviel des Guten gewesen.
Diese Anleitung enthält weder genaue Maße noch ein Schnittschema, so dass man bis zum Ende nicht genau weiß, was eigentlich dabei herauskommen und wie die Passform sein wird. Ich strickte die größte von drei Größen, aber die mittlere hätte sicher auch gereicht. Was ich beim nächsten Versuch anders machen würde: Für die Halsblende weniger Maschen verwenden und die meisten über den Ärmeln einsparen, damit der Ausschnitt kleiner und der Sitz verbessert wird. Ansonsten bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.

Kurzarmpulli/summer top, Wollmeise 100% Merino

Recently I acquired two hanks at 150g each of Wollmeise yarn 100% Merino in colour Campari-Orange. The yarn is fine and smooth and can easily be used on a standard gauge knitting machine at about tension 7. The gauge is similar to 4ply yarn.
The instructions for this top are from an old Brother Fashion magazine (number 4, pattern 4). It is knit sideways with short rows. Actually it should be done in a main and two contrast colours, but as the yarn is already self-striping, more colours would probably have been too much.
The instructions contain no exact measurement or diagram. So you do not know what you will get and how it will fit until the very end. I made the largest size (of three), but the medium size would have been sufficient. What I would change the next time: Use less stitches for the neckband and omit most of them at the top of the sleeves to achieve a tighter neckline and a better fit. Apart from this, I’m pleased with the result.

Kaputtgeliebt – Loved to pieces

Männer sind häufig konservativ bei ihrer Kleidung. Das heißt im positiven Sinn, sie tragen ihre Lieblingsstücke, bis sie zerfallen. Hier ist ein Beispiel dafür. Dieser Pullover ist mehr als zwölf Jahre alt. Ich strickte ihn aus reiner Schurwolle (Stahlsche Wolle Limbo, LL 125 m auf 50 g) mit Strickmaschine und KG mit Maschenweite 11, und er hat all die Jahre praktisch ohne Pilling tapfer durchgehalten, bis kürzlich am rückwärtigen und am Ärmelbündchen Verschleißerscheinungen auftraten. Da ich schon lange kein Wollreste mehr davon habe, wird dieses Modell nun nach einem langen und glücklichen Pulloverleben entsorgt.
Der Besitzer fragte schon vorsichtig an, ob ich denn einen neuen, möglichst ähnlichen Pullover stricken könnte. Zwar gibt es noch die Qualität Limbo (ob sie wohl immer noch so pilling-resistent ist wie die von damals?), aber natürlich nicht mehr diese Farbe. Mal schauen, was ich als Ersatz verwende.

Männerpullover, man

Regarding their clothing, men are often very conservative. In a positive way, this means they wear their favourite garments until they (the garments, not the men) come apart. Here is an example.
This sweater is more than twelve years old. I made it of pure new wool (Stahlsche Wolle Limbo, 125m per 50g) with my knitting machine and garter carriage at tension 11, and it kept its shape beautifully, practically without any pilling, until recently the back welt and one cuff wore out. Of course after such a long time I don’t have any wool left from this project, so after a long and happy sweater life, the garment will be disposed of.
I was already asked by the owner if I could knit another sweater like this. The “Limbo” yarn is still available (I wonder if the current quality is as pilling-resistant as the old one), but this particular colour has long since gone. We’ll see what I could use as a substitute.

Die verstrickte Dienstagsfrage 12/2010

Das Wollschaf fragt:
Trotz recht gediegener Strickpraxis passieren immer wieder Pannen, dass man total falsch zunimmt, sich im Muster grandios verläuft, obwohl es klar zu erkennen wäre, ein Teil überhaupt nicht passt etc. Da kann man schon mal an seinem Verstand zweifeln.
Welches ist Euer allerdämlichster Strickfehler?
Herzlichen Dank an Jinx für die heutige Frage!

Das ist mal eine nette Frage. Ich habe schon so entsetzlich viele Strickfehler gemacht, dass ich sie mir gar nicht alle merken konnte. Vor allem mit der Strickmaschine kann man innerhalb von Sekunden Murks produzieren, dessen Behebung bzw. Beseitigung durchaus mehrere Stunden in Anspruch nimmt. Ein falsch eingestellter Knopf oder Hebel, und gnadenlos saust einem ein fast fertiges Strickteil von den Nadeln zu Boden und ribbelt sich dabei bis zur Unkenntlichkeit auf.
Und der Anschaulichkeit halber hier noch mein eklatantestes Beispiel für Strickdämlichkeit: Die Schulternaht mit einfacher lockerer Schraube. 🙂

Die neue Knitty – The new Knitty

Die neue Frühling-Sommer-Ausgabe finde ich nicht schlecht. Es ist nichts dabei, was ich unbedingt sofort stricken wollen würde, aber durchaus einiges Inspirierende. Interessant finde ich das gehäufte Auftreten von Pullis im Empire-Stil. “Emmaline” könnte mir gefallen, wenn das Strickbild nicht so grob wäre. “La Gitana” hat für meinen Geschmack einen zu hohen Halsausschnitt, ist aber ansonsten recht hübsch. “Que Sera” und “Tappan Zee” sind nett, “Inamorata” gefällt mir auch, allerdings würde ich etwas drunter tragen. An “Petrie” mag ich die schlichten Linien. Der Halsausschnitt sieht allerdings aus, als würde er überhaupt nicht gut sitzen. “Summit” ist ein Muster, das u.a. in John Allens “Treasury of Machine Knitting Stitches” beschrieben ist.
Über die restlichen Modelle erlaube ich mir kein Urteil, weil ich dergleichen eher nicht stricke. 😉

I think the new spring-summer issue is quite nice. There is nothing in it which I immediately feel the urge to knit, but there are definitely some inspiring ideas. The increased occurrence of empire waistlines is interesting. I would like “Emmaline” if the knitting were not that coarse. “La Gitana” has too tight a neckline for my taste, but otherwise is quite pretty. “Que Sera” and “Tappan Zee” are nice, I also like “Inamorata”, but would wear it over a plain shirt or blouse. With “Petrie” I like the simple lines. The neckline, however, looks as if it does not fit at all. “Summit” shows a pattern that, amongst others, is explained in John Allen’s “Treasury of Machine Knitting Stitches”.
I won’t judge the remaining items because I do not knit such things. 😉