Zu heiß zum Stricken

Deshalb habe ich mir noch einen neuen Rock genäht. Er wäre sicherlich auch für festliche Gelegenheiten geeignet. Er ist aus 1,30 m Chiffon mit Bordürendruck (1,50 m breit, Bordürenrapport etwa 85 cm) und hat einen eingekrausten Volant. Der Stoff ist fast transparent, deshalb hat der Rock ein Futter (80 cm Stoff, 1,30 m breit) erhalten.

Chiffon-Rock, gefüttert; chiffon skirt with lining

Der Rock besteht nur aus geraden Teilen. Die untere Stufe ist doppelt so weit wie die obere. Das Futter ist in der Taille in mehrere Falten gelegt, damit es nicht so aufträgt.

zuwenig Stoff für den Rockbund; not enough fabric for the welt
Beim Rockbund fehlte mir dann etwas Stoff in der Breite; es reichte nicht für das Stanzband. Was tun? Ich nähte einfach meinen zu schmalen Chiffonstreifen mit einem übriggebliebenen Futterstreifen zusammen. Das ergab ausreichend Breite für den Bund. Ich nähte den Bund dann so an, daß die Naht genau am oberen Taillenrand zu liegen kam, der Chiffon liegt nun außen und der Futterstoff innen. Perfekt!

Detail des fertigen Rockbundes; detail of finished welt

Too hot to knit

So I made myself another skirt. It would probably also be suited for formal occasions. It is made of 1.30 m chiffon with a border print (1.50 m wide, border repeat about .85 cm) and has frilled tiers. As the fabric is almost transparent, it needed a lining.
The skirt is made of simple, straight, pieces. The lower tier is double the width of the upper one. The lining has several pleats at the waist line to reduce bulk.
When it came to the welt, I did not have enough chiffon left. What to do? I sewed my chiffon strip onto a strip of lining fabric and put this seam at the top edge of the welt. The chiffon is on the outer side and the lining fabric inside the welt. Perfect!

Der Rock ist fertig

Jetzt kann ich ihn anziehen. Er paßt wunderbar. Die Knopfleiste an der linken Seite ist von oben bis unten aufknöpfbar, die an der rechten Seite dient nur zur Dekoration.
Die Druckknöpfe habe ich mit einem Schlosserhammer eingeschlagen, für dessen Beschaffung einer meiner stets hilfsbereiten Kollegen (was würde ich nur ohne die machen?) gesorgt hatte.

Ich muß einen interessanten Anblick geboten haben, wie ich heute im Schein der Abendsonne vor meiner Wohnungstür auf dem Waschbeton kniete und auf der obersten Stufe erst Löcher und dann Knöpfe in ein zusammengeknautschtes Stoffbündel stanzte. Vor der Haustür kniend deshalb, weil man zum Einschlagen einen wirklich stabilen Untergrund benötigt; und die Tische in der Wohnung (selbst der Elefantentisch mit seiner 4 cm dicken Massivholzplatte) hätten derlei Aktivitäten nur mit äußerster Mißbilligung hingenommen. rotgestreifter Seersucker-Rock

Rock, Innenseite mit Aufhängerband
Besonders stolz bin ich übrigens darauf, daß ich daran gedacht habe, beim Annähen des Rockbunds zwei Streifen Zwirnband zum Aufhängen des Rocks zwischenzufassen. Solche Kleinigkeiten vergesse ich normalerweise, und in den handelsüblichen Nähanleitungen steht so etwas auch nicht drin. Weshalb eigentlich nicht?

Rock, Rock, Rock…

Es muß etwa 1984 gewesen sein, zur Zeit der Netzhemdchen, als ich mir einen Vierbahnenrock aus Streifenstoff nähte, bei dem die Streifen teils längs und teils quer verliefen. Ich habe diesen Rock sehr gern gemocht, aber irgendwann war er unmodern, abgetragen und sowieso zu klein.

Seit längerer Zeit plane ich nun schon, mir wieder etwas Ähnliches zu nähen. Geeigneten Streifenstoff hatte ich seit mindestens drei Jahren herumliegen. Inzwischen ist auch die Rohfassung, gerade Teile frei Schn…, soweit fertig. Der Rock hat vier Schlitze, wo die vier Bahnen teilweise übereinander liegen. Vorn links soll er mit Druckknöpfen geschlossen werden. Rock aus rotgestreiftem Baumwoll-Seersucker

Leider hat dieses Modell einen bösen Fehler: Ich habe die vordere und hintere Rockbahn viel zu weit bemessen. Jetzt muß ich diese Bahnen heraustrennen und schmaler machen, damit alles halbwegs paßt.

Mal gucken, wie mir das Resultat dann gefällt.

Durch dieses Loch

könnten locker ganze Elefanten-Populationen ins Nirwana fallen. Es befand sich in einer Herren-Hosentasche, die ich bereits einmal geflickt hatte.

Allerdings hatte sich der Stoff, Teil eines alten Kopfkissens (man spart ja, wo man kann), nicht als besonders strapazierfähig erwiesen, er war sogar noch weniger haltbar als der Original-Taschenbeutel.

Deshalb stattete ich gestern dem örtlichen Stoffgeschäft einen Besuch ab und kaufte einen halben Meter Baumwoll-Köper. Der fühlte sich an, als könne er im Notfall auch dem Durchmarsch einer Herde Elefanten standhalten. Und mit der Hilfe meiner “Gretel”, der besten Nähmaschine von allen, nähte ich neue Taschenbeutel in beide Hosentaschen.

Nun heißt es abwarten, wie sich der Stoff im Alltag bewährt. Daß die Nähte halten, daran habe ich keinen Zweifel. 😉