Fieber als Impfreaktion

Kürzlich habe ich meine erste Covid-Impfung erhalten und möchte von den Nachwirkungen berichten, weil das für die eine oder den anderen interessant und beruhigend sein könnte.

Dass man nach einer Impfung kurzzeitig (ggf. auch ein paar Tage) Beschwerden hat, ist normal und aus meiner Sicht sogar wünschenswert. Es zeigt nämlich, dass der Körper auf das, was ihm da verabreicht wurde, reagiert und versucht, es zu bekämpfen. Dazu setzt er im Zweifelsfall seine gesamte Kraft ein, so dass für das „normale“ Leben weniger bis gar nichts übrig bleibt.

Bei mir begann es am Abend des Impftages damit, dass ich anfing zu frieren. Ich kenne dieses Symptom von früheren Impfungen und Erkrankungen; es bedeutet, dass ich Fieber bekomme. Der innere Thermostat wird quasi umgestellt, damit man seinen Körper beim Aufheizen unterstützt. Ich tat das, was ich in solchen Fällen immer tue: Ich legte mich ins Bett, denn da friert man am wenigsten. Zwischendurch maß ich immer mal wieder meine Temperatur. Schlafen konnte ich erst einmal nicht so recht, dazu fror ich zu sehr. Gegen Mitternacht war ich bei 38,3, also mäßig fiebernd. Dann schlief ich ein. Und nein, ich unternahm nichts gegen das Fieber. Es hilft nämlich, Krankheitserreger abzutöten bzw. sie an der Vermehrung zu hindern. Genau deshalb hat die Evolution uns mit der Fähigkeit zu fiebern ausgestattet. Tatsächlich gibt es verschiedene Studien, die zeigen, dass Infekte verschiedenster Art schneller überwunden werden, wenn man dem Fieber seinen Lauf lässt (solange es nicht über 41 Grad steigt), statt es auf Teufel komm raus herunterzudrücken.

Es war immer noch Nacht, als ich schwitzend aufwachte. Aha, dachte ich mir, die Soll-Temperatur ist erreicht, ab jetzt wird nicht mehr weitergeheizt. Dann schlief ich weiter. Am folgenden Tag fühlte ich mich so erschlagen, dass ich einfach im Bett blieb. Auch dieses Gefühl der Schwäche ist völlig normal, denn das intensive Aufheizen ist anstrengend für den Körper. Weshalb sollte man ihm danach nicht etwas Ruhe gönnen?

Das Fieber kehrte nicht wieder, und nach einer weiteren Nacht ging es mir schon besser, auch wenn die, sagen wir mal, „Mobilmachung“ des Körpers noch nicht völlig überstanden war. Also ließ ich es an diesem und dem folgenden Tag ruhig angehen. Erst am vierten Tag wachte ich mit dem Gefühl auf, dass alles wieder in Ordnung war.

Zugegeben, es war die stärkste Impfreaktion, die ich je erlebt habe. Aber ich weiß, worauf sie zurückzuführen war, ich hatte sie sogar erwartet und machte mir deshalb auch keine Sorgen.

Wenn ihr euch also ein paar Stunden nach eurer Impfung nicht so gut wie sonst fühlt, dann ist das so, weil euer Körper gerade eure ganze Kraft einsetzt, um sämtliche Abwehrmechanismen in Stellung zu bringen. Das ist nicht schädlich, sondern ein gutes Zeichen, nämlich ein Symptom für die Wirksamkeit der Impfung. Gratuliert eurem Immunsystem und vermeidet größere Anstrengungen, damit euer Körper sich von seiner Arbeit erholen kann. Wenn alles wieder okay ist, werdet ihr es spüren.

Ein Gedanke zu „Fieber als Impfreaktion“

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