Murks und mehr Murks

Gestern Nachmittag nahm ich nach einiger Zeit mal wieder mein „Ren“-Projekt zur Hand, um ein paar Reihen weiterzukommen. Meine Notiz sagte mir, dass ich Reihe 480 fertig haben sollte. Jedoch stellte ich fest, dass das Diagramm und mein Gestrick erheblich voneinander abwichen. Offenbar hatte ich irgendwo falsch gestrickt.

Nun ist so etwas auch bei diesem Modell kein Drama, sondern nur ein Zeitverlust. Wenn man dem Farbverlauf folgt, kann man ein paar Reihen zurückgehen und an einer passenden Stelle das Muster wieder aufnehmen. Genau das tat ich. Bei dieser Gelegenheit fiel mir natürlich auch mein Reihenzähler von der Nadel, und ich staunte nicht schlecht: Er zeigte nicht etwa 80, sondern 00; ich war also offenbar schon bis Reihe 500 gekommen, hatte das aber nicht auf dem Notizzettel vermerkt. Das erklärte natürlich die Differenz zwischen Strickstück und Diagramm.

Egal, es war inzwischen geribbelt und musste weitergehen. Ich strickte munter vorwärts. Als ich dann bei Reihe 490 angekommen war, schaute ich mir das Gestrick prüfend an – und fiel fast in Ohnmacht. Was auch immer ich da als falsch angesehen hatte, war durchs Ribbeln und neu Stricken zu etwas noch Schlimmerem mutiert: Ich hatte ein komplettes, nicht eben kleines Feld zweimal nacheinander abgearbeitet, ohne es zu merken.

Modell Ren mit Murks

Mein erster Gedanke war: Jetzt werfe ich das Ding weg. Dann wurde mir bewusst, dass ein Leibteil ja schon fertig ist, es steckt also schon einiges an Zeit und Mühe darin. Außerdem wäre Ruth Kindla bestimmt enttäuscht, wenn ich ihr Modell nicht fertigstelle. Und abgesehen davon gefällt es mir ja auch.

Was also tun? Erst einmal trinke ich eine Tasse Kaffee zur Beruhigung. Heute abend oder auch erst morgen werde ich mal schauen, wie ich wieder zu einem brauchbaren Bezugspunkt zurückkomme, um danach an der richtigen Stelle des Diagramms weiterzumachen. Und nach dem nächsten Liegenlassen konsultiere ich hoffentlich nicht nur den Schmierzettel, sondern auch den Reihenzähler, bevor ich in Panik verfalle.

3 Gedanken zu „Murks und mehr Murks“

  1. Oh ja, die verkürzten Reihen können einen aus dem Tritt bringen.
    Ich bin denkbar schlecht in der Methode, dach den Kindla’schen Diagrammen zu stricken, das liegt nicht an den Diagrammen.
    Auch Reihenzähler sind bei mir unnütze Gerätschaften, ich vergesse, sie zwischendrin zu nutzen.
    In jedem Fall muss das schöne Stück fertig werden, es sieht jetzt schon sehr spannend aus.

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