Resteverwertung und verteilte Abnahmen

Als sparsame Strickerin halte ich immer mal wieder Ausschau nach kostenlosen Anleitungen. So stieß ich über einige Umwege auf eine interessante Mütze, ein Design von Kathleen Sperling.

Der einzige Nachteil: Diese Anleitung gibt es nur bei Twitter, und zwar bröckchenweise, da es im vergangenen Spätherbst ein „mystery twit-a-long“ war. Nun habe ich keinen Twitter-Account; wenn ich mich nämlich online äußere, dann meistens wortreich, und dafür ist Twitter ja eher nicht gedacht. Ich sehe auch nicht ein, mich wegen einer Mütze dort zu registrieren. Zum Glück ließen sich die Anleitungs-Bröckchen aber der Reihe nach einsammeln. Ich kopierte sie für mich in eine Textdatei, die ich mir dann abspeicherte.

Abgesehen davon, dass die Anleitung gratis ist, soll man sie auch noch aus drei verschiedenen Resten von Sockenwolle nachstricken. Ein Garnkauf erübrigt sich also, denn die allermeisten Stricker*innen dürften Sockenwollreste vorrätig haben. Meine Empfehlung wäre, bei der Farbwahl Vorsicht walten zu lassen. Gerade die Projekte mit starken Farbkontrasten wirken auf mich eher unharmonisch.

Das Besondere bei dieser Anleitung ist, dass die Reste doppelfädig in verkürzten Reihen verstrickt werden: Ein Sektor mit zwei Fäden Farbe 1, der zweite mit einem Faden Farbe 1 und einem Faden Farbe 2, dann folgen zwei Fäden Farbe 2, dann Farbe 2 und 3, und so weiter, indem man für jeden der sechs Sektoren einen der zwei Fäden austauscht.

Mütze, Außenseite

Nach dem Zusammenfügen zu einem pfannkuchenartigen Gebilde nimmt man aus dem Rand Maschen auf und strickt ein Rippenbündchen an. Und einige Stricker*innen scheinen mit eben diesem Bündchen Probleme gehabt zu haben. Die Angaben dazu sind auch recht anspruchsvoll: Wenn man aus sieben Reihen jeweils drei Maschen aufnehmen soll, kann das Ganze ungleichmäßig und/oder löchrig geraten. Ich entschied mich deshalb dafür, zunächst aus jeder zweiten Randmasche eine Bündchenmasche aufzunehmen und außerdem eine etwas kleinere Nadelstärke zu verwenden. Nachdem ich einmal rundherum war, hatte ich 96 Maschen und keine Lücken.

Mütze, Innenseite

Das Bündchen sollte über nur 84 Maschen gestrickt werden, somit musste ich in der folgenden Runde 12 Maschen verteilt abnehmen. Gerade für Anfänger ist so eine Aufgabe oft eine Herausforderung. Wie macht man das möglichst gleichmäßig?

Zunächst muss man sich darüber klar sein, dass derlei Abnahmen durch das Zusammenstricken von jeweils zwei Maschen zustande kommen. Um die Abnahmen gleichmäßig zu verteilen, berechnet man, in welchen Abständen zusammengestrickt wird. Nun kann man beispielsweise berechnen, dass 96 (vorhandene Maschen) geteilt durch 12 (abzunehmende Maschen) 8 ergibt. Aber was sagt einem das? Muss man 8 Maschen zwischen den Abnahmen stricken? Nein, bitte nicht!

Man geht von der Ziel-Zahl aus, d.h. von den 84 Maschen, die man am Ende der Runde haben will. Von diesen 84 Maschen sollen 12 durch Zusammenstricken entstehen, die übrigen nur aus einer Masche. Wir teilen also 84 durch 12, das ergibt 7. Das bedeutet. dass jede siebte Masche eine „zusammengestrickte“ Masche ist. Und das wiederum heißt, dass zwischen zwei Zusammenstrick-Maschen sechs ohne Zusammenstricken liegen. Mit anderen Worten, bitte abzählen: Sechs Maschen normal stricken, die siebte und achte zusammenstricken. Nach dieser Runde hat man exakt das gewünschte Ergebnis, und alle achten Maschen sind abgenommen, indem sie jeweils mit der siebten zusammengestrickt wurden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*