Bis heute konnte ich nicht herausbekommen, für welchen Abgrenzungsbereich des Einkaufs man eigentlich zuständig ist: Legt man den Trennstab vor die eigenen Einkäufe, damit sie nicht versehentlich vom Vorkunden mitgekauft werden, oder grenzt man sich nach hinten ab, um nicht die Waren des Nachfolgenden mitbezahlen zu müssen?
Analog zum Autofahren hätte ich vermutet, dass man sich in erster Linie nach vorn orientiert. Für das, was hinter einem passiert, sollte der Hintermann bzw. die Hinterfrau zuständig sein, zumal man ja hinten keine Augen hat und gelegentlich sogar niemand hinter einem ist. Klingt logisch, oder?
Gestern abend hatte ich ein sehr interessantes Erlebnis im Supermarkt. Vor mir eine ältere Dame, die ewig zum Einpacken brauchte, hinter mir zunächst gar niemand, dann plötzlich ein Mann im Blaumann, der seine Kartoffelchips und seine Zartbitterschokolade mit Müsli-Geschmack extrem dicht auf dem Band hinter meinem Roggenbrot, dem Waschpulver und der Kaffeesahne fürs Büro platzierte. Husch, hatte die Kassiererin seine Waren schon mit eingescant. Ich rief “halt”, und die Kassierdame buchte die Sachen mühsam zurück. Derweil machte der Mann mir lautstark Vorwürfe, dass ich keinen Trennstab hinter meine Einkäufe gelegt hätte und wohl überhaupt zu dumm für diese Welt sei. Ich hatte keine Lust auf eine Auseinandersetzung, packte mein Zeug zusammen und ging meines Weges.
Aber falls mir noch einmal so etwas passieren sollte, habe ich mir schon mal eine Strategie zurechtgelegt: Ich werde die Fremd-Waren einfach mitkaufen, sofern es nicht gerade besonders kostspielige Artikel sind. Selbst wenn ich sie nicht gebrauchen kann. Dann kann derjenige, der zu dämlich ist, ein Trennhölzchen VOR seine Einkäufe zu legen, nämlich noch einmal durch den Laden laufen, um die fehlenden Artikel nachzukaufen. Vielleicht lernt er dann, in welche Richtung man lieber nicht schimpfen sollte und dass es sinnvoll sein kann, nach vorn zu gucken.