Resteverwertung

Auch mit einem Garnrest von nur 25 Gramm kann man noch etwas Hübsches stricken.

Tuch Juliette

“Juliette” ist ein kleines, elegantes Tuch, entworfen von Birgit Freyer. Ich bekam die Anleitung in einer ihrer “Wundertüten”. Und zufällig war von einem früheren Projekt eine passende Menge Garn übrig geblieben, das entschieden zu schade zum Wegwerfen war, nämlich Lotus “Tibetan Cloud”, ein himmlisch feines Yak-Garn.

Mit seinem geringen Gewicht und der relativ simplen, logischen Musterfolge war dieses Tuch ein ideales Mitnahme-Projekt. Und jetzt, nach Fertigstellung, ist es ein filigraner Schal für die kommenden Frühlingstage, der mit seiner neutralen Farbe zu vielen Sachen passt.

Ein Teil zweimal stricken

Dass man in ein Strickstück Fehler einbaut und es dann ganz oder teilweise ribbeln und nochmals stricken muss, dürfte jedem von uns schon passiert sein. Bei dem Modell, das ich derzeit in Arbeit habe, ist zweimaliges Stricken Programm, allerdings ohne das erwähnte Ribbeln.

Schon im vergangenen November stieß ich bei Ravelry auf den Pulli “One piece, knit twice” von Maddy Cranley. Ich finde das Ding faszinierend, obwohl ich mich sonst gar nicht so sehr für tiefe V-Ausschnitte begeistern kann. Deshalb kaufte ich mir die Anleitung.

Da mir zum Handstricken die Zeit fehlt, änderte ich zunächst das Muster so ab, dass es mit der Maschine strickbar wurde. Damit ist es wahrscheinlicher, dass dieses Modell irgendwann gestrickt und fertiggestellt wird. Außerdem passte ich den Schnitt mehr an meine persönlichen Maße an. Dann machte ich einen ersten Testlauf. Der endete desaströs.

Ich vergaß, in DesignaKnit (mit dem ich praktisch alle meine Schnitte berechne) den Schnitt umzudrehen, so dass ich spiegelverkehrt strickte. Das merkte ich erst, als das erste Vorderteil schon halb fertig war. Verärgert über mich selbst warf ich es von der Maschine. Da ich ein vorsichtiger Mensch bin, ribbelte ich es nicht sofort auf, sondern guckte es mir zunächst genauer an. Dabei stellte ich fest, dass die angestrickte Blende, bestehend aus drei Kraus-Maschen, heftig nach innen kippte. Das gefiel mir überhaupt nicht, zumal diese Blende auch noch eine Wahnsinnsmühe beim Stricken bereitete. So ging das ja nun überhaupt nicht. Nachdem das Teil ein paar Tage zu ruhen geruhte und ich noch einmal die Maschenprobe überprüfte, ribbelte ich es auf.

Es dauerte mehrere Wochen, bis ich ausreichend Muße und Nerven fand, mich wieder damit zu beschäftigen. Das erste Teil ist inzwischen fertig, gestrickt aus Wollmeise “Pure” in der Farbe “Küken”.

One Piece, ein Teil

Ich bin mir nicht so ganz sicher, ob mir die Farbe wirklich gefällt. Es ist eine der besonders schrillen Wollmeise-Färbungen; ich habe keine Ahnung, was mich seinerzeit geritten hat, sie zu kaufen. Aber zum Testen eines Modells, von dem man noch nicht hundertprozentig überzeugt ist und das vielleicht noch optimiert werden muss, eignet sich das Material sicherlich.

Mariana

Mariana ist der Name einer alten brasilianischen Stadt. Sie liegt in der Nähe der Ortschaft Bento Rodrigues. Dieser Ort wurde vor zwei Monaten durch Dammbrüche verschüttet, die eine riesige Umweltkatastrophe auslösten.
Mariana heißt auch ein halbrundes Tuch, das der Brasilianer Aloisio Santos einen Monat später im Rahmen eines kostenlosen Mystery-Knitalongs anbot. Ich habe mitgestrickt, und meine Mariana wurde am letzten Tag des Jahres fertig:

Tuch Mariana

Die Anleitung ist für 4fach-Garn gedacht. Ich hatte von früheren Projekten zwei unterschiedliche Stränge à 100 g Lace-Garn übrig, einmal Posh “Olivia Lace” (100 % Seide, 750 m/100 g) und einmal Posh “Natasha Lace” (50 % Seide, 50 % Baby-Kamel, 800 m/100 g), und fand, dass die beiden recht gut zusammenpassten. Das fertige Tuch wiegt etwa 165 g. Es ist mit 2 m Breite und 95 cm Höhe ziemlich groß ausgefallen. Das Besondere daran sind die Rippen aus Linksmaschen, die zur unteren Kante hin übergehen in eine Art Blütenmuster:

Mariana, Detail der Bordüre

Das Muster sieht sehr kompliziert aus, aber tatsächlich fand ich es relativ eingängig, logisch aufgebaut und gut nachzuarbeiten. Es war im Dezember sogar mein Unterwegs-Gestrick. Lediglich bei der vorletzten Reihe (Reihe 159) hatte ich Schwierigkeiten, weil die Anleitung für die Bordüre nicht als Diagramm, sondern nur in Worten angegeben war. Danach zu stricken fällt mir schwer, ich verliere schnell die Übersicht im Satz-Dickicht.

Pulli mit Kragen

In den vergangenen Jahren waren meistens Socken mein letztes und erstes Gestrick um den Jahreswechsel herum. Ende 2015 kämpfte ich zur Abwechslung mit einem ärmellosen Pulli. Mir schwebte etwas mit wärmendem Kragen vor, das man über langärmeligen, aber weit ausgeschnittenen T-Shirts tragen kann, von denen ich mehrere besitze.

Ausgangspunkt meiner Überlegungen war der “Simple Summer Sweater”, den ich vor mehr als zwei Jahren gestrickt hatte und den ich nach wie vor sehr gern trage. Ich wollte aber auf jeden Fall mit der Maschine stricken, denn das vorgesehene Garn (Posh “Virginia Sock”) muss relativ fest verarbeitet werden, damit es in Form bleibt und nicht pillt. Ein kraus gestrickter Kragen mit Zunahmen kam deshalb nicht in Frage, weil das an der Maschine eine sehr mühsame Angelegenheit ist.

Das Grundmuster für die Leibteile war einfach, quasi glatt rechts (mit der links erscheinenden Seite außen) mit einzelnen Maschen am Doppelbett, die nur in jeder zweiten Reihe mitstricken. Das ist ein Vorlegemuster. Da das Garn handgefärbt ist, wechselte ich alle zwei Reihen die Knäule, um die unterschiedlichen Nuancen möglichst gleichmäßig zu verteilen. Das ging in diesem Fall am besten mit dem Doppelbett-Farbwechsler, den ich sonst nur selten verwende.

Pulli im Vorlegemuster

Beim Kragen entschied ich mich dann für die einfachste Methode, nämlich Formgebung mittels Änderungen beim Muster und der Maschenweite. Ich begann mit einem Wickelanschlag am Doppelbett und ging dann sofort zu Vollpatent mit MW 2 über. Diese Einstellung verringerte ich alle 20 Reihen um einen Punkt, bis 80 Reihen gestrickt waren. Dann stellte ich um auf 1re-1li und strickte nochmals 15 Reihen. Dann wurden die Leibteile dazugehängt, lange Maschen gebildet und abgehäkelt.

Kragen, patentgestrickt

Der Kragen liegt schön flach, ist nicht zu eng und trotzdem halsnah. Woher der S-förmige Schwung in den Maschen der unteren Kragenkante kommt, weiß ich nicht, da war wohl Drall im Garn. Es stört mich aber nicht, ich finde, es verleiht dem Pulli eine etwas elegante Note. 😉

Material: Etwa 320 Gramm Posh “Virginia Sock” (70 % Merino, 30 % Seide, 400 m/100 g). Gestrickt auf Brother KH 965/KR 850 mit MW 6/3. Die Musterautomatik wird dabei nicht benötigt.

Cassetta Cowl

Vor kurzem brachte Dagmar von der Wollerey das e-book “3 and a mystery” heraus. Es enthält drei Anleitungen für Cowls, davon eine mit passenden Stulpen, und ein viertes Modell folgt als Überraschung zu Weihnachten. Ich mag solche kleineren überschaubaren Projekte, zum einen weil sie ein ideales Mitnahmegestrick sind, aber auch weil sich die Endprodukte bestens eignen, wenn man auf die Schnelle ein kleines Geschenk benötigt.
Aus diesem e-book stammt die Anleitung für den hübschen Cowl “Cassetta”, dessen Farbenpracht auch einen düsteren Wintermorgen aufhellt.

Cassetta Cowl

Bei diesem Modell gefällt mir besonders, dass das Muster von beiden Seiten gleich aussieht. Wahrscheinlich landet dieser Schal nicht in der Geschenkekiste; ich finde, er passt sehr gut zu mir. 🙂

Cassetta Cowl, Musterdetail

Mein Material: 100 g Wollerey “Schura”, 80 % Schurwolle, 20 % Ramie, LL 300 m/100 g in Farbe sc3023 (ein dunkles, ins Grau gehendes Grün) und 50 g Noro Kureyon in Farbe 319 (einmal quer durch den Regenbogen). Ich strickte nach der Anleitung, bis das Noro-Garn aufgebraucht war bzw. nicht mehr für eine vollständige Runde reichte, danach beendete ich den Schal anleitungsgemäß mit Schura. Der Umfang beträgt 140 cm, die Breite 20 cm.

Gleichartig gemusterte Socken

Bei selbstmusternder Sockenwolle kann man bekanntlich einfach drauflos stricken und erzielt auch mit simplem Glatt-rechts-Gestrick hübsch (oder weniger hübsch) gemusterte Socken.

Wenn man dabei ein Paar mit möglichst identischer Musterung produzieren will, ist es mit dem Drauflos-Stricken allerdings nicht getan. Es reicht oft auch nicht, für den Anfang der zweiten Socke einen Abschnitt zu suchen, der dieselbe Farbe hat wie der Anfang der ersten. Um sicher zu gehen, dass die Socken möglichst gleich werden, verfahre ich deshalb folgendermaßen:

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Prima Resteverwertung

Ich mag Schals. Zum einen finde ich schöne Schals und Tücher in jeglicher Form einfach dekorativ; zum anderen bin ich in der Halsgegend recht empfindlich und bekomme schnell Halsschmerzen, wenn ich bei weniger als +10 Grad ohne Halsschutz draußen unterwegs bin. Wichtig ist mir vor allem, dass so ein Tuch oder Schal am Hals relativ eng anliegt. Und als ich den Winter Bliss Cowl kürzlich auf Ravelry sah, war ich sofort angetan von dem einfachen, aber pfiffigen Design und kaufte mir die Anleitung.

Zunächst wollte ich ein Probeexemplar stricken, hatte aber kein passendes dickes Garn zur Hand. Während ich in meinen Vorräten kramte, fiel mein Blick auf die Tüte mit den Sockenwollresten. Wenn man die miteinander kombinieren könnte…
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Ein Schal fürs Leben

Heute fragte eine Repräsentantin des Verlags Gruner & Jahr bzw. der Zeitschrift “Brigitte” bei mir an, ob ich Interesse hätte, auf die Aktion “Ein Schal fürs Leben” aufmerksam zu machen. Ja, habe ich. 🙂

Details zu dieser Aktion findet Ihr unter http://www.savethechildren.de/schal-fuers-leben
Um Spenden für syrische Kinder zu sammeln wurde der “Schal fürs Leben” aus Lana-Grossa-Wolle entworfen. Wahlweise konnte bzw. kann man fertige Schals (mittlerweile ausverkauft) oder Wollpakete zum Selberstricken erwerben. Die Wollpakete sind nach wie vor erhältlich. Wer sich also diesen Schal selbst stricken möchte, kann ein Materialpaket inklusive Nadeln und Anleitung für 45 Euro in einem Lana-Grossa-Fachgeschäft kaufen. Jeweils 10 Euro von diesem Betrag gehen als Spende an die Aktion “Save the Children”.

Ich finde diese Aktion gut und möchte sie unterstützen. Leider gefällt mir aber der Schal überhaupt nicht. Die Farben finde ich schrecklich, und ich möchte sie auch niemandem aus meinem Umfeld zumuten. Zudem wäre mir das Endprodukt viel zu dick und sperrig. Deshalb werde ich mich darauf beschränken, einen angemessenen Betrag direkt zu spenden.

Wer einen anderen Geschmack hat als ich, soll sich bitte von meiner Ansicht nicht abhalten lassen, sondern das Garnpaket kaufen, den Schal stricken und ihn dann selbst tragen oder an einen lieben Menschen verschenken.

Ulina Nr. 13, diesmal als Bausatz

Manche männlichen Kollegen sind extrem schweigsam, und wenn man mit ihnen ohnehin nicht so oft zu tun hat, kann es schwierig sein, an gewisse relativ wichtige Informationen zu kommen. So weiß ich immer noch nicht, ob das Kind, das die Freundin eines Kollegen Anfang kommenden Jahres erwartet, nun ein Junge oder ein Mädchen sein wird.

Was macht man in so einem Fall? Genau: Man strickt Knopflöcher in beide Vorderteile einer Jacke und hofft, dass die werdenden Eltern die gesondert mitgelieferten Knöpfe auf der richtigen Seite annähen.

Ulina Nr. 13

Hier also Ulina Nr. 13, gestrickt aus etwa 90 g Wollmeise Pure in “Verzaubert” WD, 40 g Stahlsche Wolle Skyline in Rot und 30 g Wollerey Meline in Hellgrün. Die Farben wie auch die Knöpfe (die fürs Foto nur aufgelegt sind) eignen sich meiner Ansicht nach für Jungen und Mädchen gleichermaßen.