Die Tischdecke

Ein Quilt, selbst wenn er nicht groß ist und man ausschließlich mit Maschine näht, kann erstaunlich viel Zeit in Anspruch nehmen. So war es jedenfalls mit der (Tisch-)Decke, die gestern endlich fertig wurde.

Bevor es ans eigentliche Quilten ging, benötigte ich eine Einlage. Leider ist Quilten hierzuorts nicht sehr verbreitet; eine Beratung in Sachen Vlies fand ich nicht. Die aufbügelbare Einlage, die ich kaufte, ist für eine Tischdecke wohl doch ein wenig zu dick, aber was soll’s, ich verbuche es unter „Erfahrung sammeln“.

Ob die Einlage besser auf das Top oder die Rückseite des Quilts gebügelt wird, konnte mir natürlich auch niemand sagen. Ich bügelte auf die Rückseite. Möglicherweise spielt es gar keine Rolle. Dann ging es ans eigentliche Quilten. Komplizierte Freihand-Muster kamen nicht in Frage, dafür fehlt mir das Können. Deshalb nähte ich zunächst parallel zu den Nähten, mit denen ich die Blöcke zusammengefügt hatte, und dann diagonal durch jedes Feld. Das war zwar nicht umwerfend viel, aber für den Anfang muss es reichen.

Nun fehlte noch ein letzter Schritt, das sogenannte „Binding“, die Einfassung. Aus dem Laken, das schon für die Rückseite hergehalten hatte, schnitt ich drei Bahnen à 2,5″ (etwa 5 cm) und bügelte sie erst einmal auf die halbe Breite. Dann verband ich sie mit Nähten im 45°-Winkel zu einem langen Streifen. Und dann nähte ich diesen Streifen mit dem üblichen viertel Inch Nahtzugabe an den Quilt, offene Kanten nach außen. Es war eine mühsame Angelegenheit, weil der Stoff der Einfassung sich längte und ich ihn alle paar Stiche einhalten musste. Außerdem waren die Ecken nicht ganz einfach zu legen, und am Ende stellte ich fest, dass man am Anfang einiges mehr als 5″ ungenäht lassen sollte, um die letzte, schließende Diagonalnaht halbwegs bequem nähen zu können. Nun ja, ich bin lernfähig, und beim nächsten Quilt weiß ich dann Bescheid.

Das Gezerre mit der Einfassung störte mich so sehr, dass ich kurzerhand den teuren Obertransportfuß für meine Bernina bestellte. Der kam zwei Tage später an, und ich weihte ihn ein, indem ich die zweite Binding-Naht, nämlich die auf der Vorderseite, damit nähte. Und was soll ich sagen: Das Ding ist wirklich sein Geld wert. Zwar ist das Anbringen und Abnehmen etwas mühsam, aber dafür näht und transportiert die Maschine damit tadellos und gleichmäßig durch sechs bis acht Stofflagen plus Einlage. Mit anderen Worten: Sämtliche erkennbaren Unregelmäßigkeiten sind ausschließlich verursacht von der Person, die die Maschine bedient.

Hier seht ihr das fertige Werk.

Meisterhaft ist es nicht gerade, aber zum Üben war’s bestens geeignet. Und meine frisch gewonnenen Erfahrungen kann ich gleich im nächsten Quilt anwenden. Ich wurde nämlich beauftragt, einen Wandbehang für ein Badezimmer zu nähen, in einer speziellen Größe und passend zu den Kacheln. Das wird bestimmt spaßig.

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