Die verstrickte Dienstagsfrage 45/2014

Diese Woche fragt das Wollschaf:
Mit welcher Wolle habt ihr Stricken gelernt oder wiederentdeckt?
Welche Wolle verstrickt ihr am liebsten?
Hat es sich verändert, mit welcher Wolle ihr gerne strickt oder gibt es Garne, die ihr früher in rauen Mengen verarbeitet habt und nun könnt ihr nix mehr damit anfangen?
Gibt es Wolle, die euch nicht ins Haus kommt?
Vielen Dank an Viv für die heutige Frage!

Gelernt habe ich Stricken als Grundschulkind, an das Garn kann ich mich nicht genau erinnern. Es war irgendetwas in Naturweiß. Für meine Puppen habe ich seinerzeit aus dünner Wäschebaumwolle (Reste, die ich von einer Großtante bekam) Kleider gehäkelt, mit Nadelstärke 2 mm.
Heute verarbeite ich am liebsten reine Wolle und Wollmischungen ohne Kunstfasern, also z.B. mit Seide oder Alpaka, gern handgefärbt. Früher habe ich häufiger mit Baumwolle oder Baumwollmischungen gestrickt, das mache ich inzwischen nicht mehr so gern, weil Baumwolle im Vergleich mit Wolle schwer ist und nicht gut wärmt, außer dass man durch das reine Gewicht ins Schwitzen kommt.
Viele Strickerinnen wollen nur extrem weiche Garne verarbeiten. Ich bin da nicht so wahnsinnig empfindlich, es muss durchaus nicht immer superweiche Merinowolle sein. Die etwas kratzigeren Qualitäten haben oft mehr Charakter und sind für viele Projekte einfach besser geeignet, weil sie ein stabileres Gestrick ergeben, weniger pillen und sich nicht längen.
Reine Kunstfasern verstricke ich für mich selbst eigentlich gar nicht; eine gewisse Daseinsberechtigung haben sie trotzdem. Es gibt Situationen und Lebensabschnitte, in denen man ein absolut pflegeleichtes Material braucht, das man ohne Be- und Nachdenken in die Waschmaschine und gegebenenfalls auch den Trockner werfen kann. Und manchmal sind bei einem Projekt ja auch Effekte gewünscht, die sich mit Naturfasern nicht realisieren lassen.

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