Effektvoll

Als letzten Dezember in Birgit Freyers Adventskalender eine Musterergänzung für ihr Tuch „Effetto“ verschenkt wurde, schaute ich mir dieses Tuch erstmals genauer an. Es ist ziemlich simpel zu stricken, hauptsächlich glatt rechts, dazu nach Belieben Krausreihen und ein einfaches Lochmuster.

Das dafür empfohlene Garn ist ein Mix aus drei einzelnen dünnen Fäden, die immer wieder gewechselt werden. Dieser Wechsel von Einzelfäden macht den Clou aus. Genau das Richtige für mich, dachte ich, und kaufte bei ihr so ein Mix-Knäuel in Beige-Tönen. Viele Strickerinnen finden Beige todlangweilig und nicht besonders schmeichelhaft, und sie haben recht: Beige steht wirklich nicht jeder Frau. Mir aber schon (und ich weiß das nicht erst, seit eine skeptische DOB-Verkäuferin große Augen machte, als ich mal in einem beigefarbenen Hosenanzug aus einer Umkleidekabine trat).

Mit dem Tuch Effetto startete ich Mitte März, strickte aber nicht ausschließlich daran, denn ich habe auch noch diverse andere Projekte in Arbeit. Das Tuch ging aber für meine Verhältnisse flott von der Hand. Auch die Muster waren nicht schwierig. Die kurzen Rapporte kann man sich gut merken. Nachteilig fand ich nur, dass ich nicht bzw. nur schlecht im Voraus erkennen konnte, wann ein Garnwechsel anstand. Die Farben und Strukturen wechselten nur sehr subtil. Deshalb hat das Tuch weniger Musterbereiche, als ich mir eigentlich gewünscht hätte. Ich bin eben nicht der Typ, der mal eben zehn Reihen à 200 oder mehr Maschen aufzieht, um noch eine Krausreihe einzufügen.

Die Anleitung dürfte sich auch gut für die Resteverwendung dünner Garne eignen, ähnlich wie ich es bei meinem grünen Einzelstück gemacht habe. Dabei kann man dann selbst die Garn- und Musterwechsel festlegen.

Tuch "Effetto"

Das Zackenmuster aus dem Adventskalender wollte ich möglichst mit dem hellsten Garnteil stricken. Der ließ aber auf sich warten. Deshalb kam dieses Muster erst ziemlich weit unten an die Reihe. Aber auch da macht es sich recht gut, finde ich.

Aufpassen sollte man, wenn es ans Abketten bzw. in diesem Fall Abhäkeln geht. Die letzte Reihe besteht aus festen und Luftmaschen. Das bedeutet, der Arbeitsfaden wird pro Masche dreimal durchgezogen, jeweils zweimal für die feste und einmal für die Luftmasche. Man sollte dafür also dreimal soviel Garnlänge einplanen wie für eine Strickreihe des Abschlussmusters. Und da ich an dieser Stelle schon über 400 Maschen auf der Nadel hatte, ergibt das eine ganze Menge.

Musterdetail

Das Tuch ist 180 cm breit und 80 cm hoch, gerade richtig für mich. Verbraucht habe ich ziemlich genau 165 g Garn. Um die Zacken gut zu spannen, fädelte ich CFK-Stäbe (ich empfehle 2 mm Durchmesser) durch die Ösen an den Zackenspitzen. Man muss dann nur noch die Stäbe mit einigen Nadeln auf der Spannunterlage befestigen.

A propos Nadeln: Viele Strickerinnen verwenden ja T-Pins. Ich mag die nicht. Die herausstehenden seitlichen Enden finde ich viel zu pieksig. Ich bevorzuge so genannte Schwesternnadeln, das sind 5 cm lange Stecknadeln mit einem dickeren runden Kopf, der sich gut greifen lässt und garantiert nicht piekst. Mit der Schachtel, die ich vor etwa 20 Jahren mal bei Kaufhof in Heidelberg erstanden habe, komme ich wahrscheinlich bis ans Ende meines Lebens aus.

3 Gedanken zu „Effektvoll“

  1. T-Pins seitlich pieksig? Bei meinen T-Pins ist der „Griff“ doppelt gelegt und das Drahtende liegt am Nadelteil an. Somit sind die Enden des „Griffs“ abgerundet.
    Oder meintest du dass Lace an den Enden hängen bleiben kann?

    1. Ja, der Draht ist doppelt gelegt, aber bei meinen (zugegeben wenigen) Versuchen fühlte es sich trotzdem irgendwie pieksig an. Außerdem hatte ich das Gefühl, sie erst „zurechtdrehen“ zu müssen. Bei den großen Glaskopf-Nadeln spielt das keine Rolle, der Kopf ist rund, es ist egal, wie man sie steckt. Sie sind außerdem absolut rostfrei, während ich über die T-Pins irgendwo gelesen hatte, dass zumindest einige Fabrikate wohl rosten. Da ich die Tücher immer im nassen, wenn auch gut ausgedrückten Zustand spanne, wäre das fatal.
      Jeder hat eben seine Vorlieben.

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