Schlingkampf und ein Lösungsansatz

Ich mag Kleidungsstücke, egal ob gestrickt oder genäht, die variable Tragemöglichkeiten bieten und vielseitig kombinierbar sind. Und kürzlich stolperte ich über eine Anleitung für eine Art Weste, die das versprach: Buffalo at the Crossroads.

Eine Muster- und Maschenprobe ergab, dass das Muster, so wie es beschrieben ist, eine ziemliche Quälerei ist. Ich ließ mich davon nicht abschrecken und begann frohgemut mit einer Kombination aus diversen Edelgarn-Resten. Aber bereits in der vierten Reihe hing ich buchstäblich fest. Die zusätzlichen Umwicklungen, mit denen lange Maschen gebildet werden, weigerten sich hartnäckig, vom Nadelseil zurück auf die Nadelspitze zu gleiten, damit sie abgestrickt werden konnten. Es war die Pest. Ich versuchte es abwechselnd mit Schieben und Ziehen. Es passierte nichts, außer dass das Garn sich langsam in Filz zu verwandeln drohte, und ich befürchtete, dass es noch vor meinem Geduldsfaden reißen würde.

aufgestaute Garnschlingen

Es war aussichtslos. Die Schlaufen hatten sich festgezurrt, es ging weder vor noch zurück. Ich fragte im Forum der Designerin um Rat, aber dort empfahl man mir lediglich, lockerer zu stricken. Dass das nichts helfen würde, wusste ich, denn auch lockere Schlaufen zurren sich fest ums dünne Seil und lassen sich danach nicht mehr bewegen. Meine Grübeleien brachten mich zu dem Schluss, dass es die zusätzlichen Umwicklungen waren, die das Problem verursachten. Wenn es möglich wäre, ganz auf sie zu verzichten, müsste es funktionieren. Und wie schafft man es, auf Umwicklungen zu verzichten? Indem man von vornherein eine so dicke Nadel verwendet, dass die Maschen auch ohne Zusatzwickel groß genug werden.

lockere Maschen mit dicker Nadel

Mit einiger Mühe konnte ich meinen Anfang aufribbeln. Beim nächsten Versuch nahm ich für die Reihe 3 meine dickste Nadel, mit 20 mm Durchmesser. Das strickte sich zwar etwas seltsam, aber dafür wurden die Schlaufen auf Anhieb und ohne zusätzliche Manipulationen groß genug und ließen sich auch mühelos vom Nadelseil wieder zurück auf die dicke Nadelspitze schieben. Es geht auf diese Weise zwar immer noch nicht sehr schnell voran, aber wesentlich komfortabler als vorher und ohne Stress fürs Garn oder für mich.

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