Schwerstarbeit

In fast jeder Strick-Publikation kann man lesen, dass das Stricken mit dicken Garnen „leicht und schnell“ gehe. Ich warte immer noch darauf, dass mir die Fachleute erklären, weshalb das so sein soll. Die dicke Mütze, die ich gestern nach knapp drei Wochen fertigstellte, bereitete mir nämlich einige Mühe, und von „schnell“ kann bei noch nicht einmal 70 Metern in 19 Tagen wirklich nicht die Rede sein.

Vor anderthalb Jahren konnte ich nicht widerstehen und nahm beim „Tag der Wolle“ einen knallbunten (ja, ich habe eine Schwäche für diese Farbe) Test-Strang der Qualität „Enorme“ von Louisa Harding mit, Gewicht 200 g, Lauflänge 70 m. Länger als ein Jahr lag der Strang gut sichtbar herum. Gut sichtbar deshalb, weil ich ihn einfach schön fand und auch hoffte, auf diese Weise schneller eine Idee für seine Verwendung zu finden. Dennoch fiel mir nichts ein außer der „Bryce Canyon“ Mütze von Grace Akhrem.

Also kaufte ich die Anleitung und legte los. Da ich kein Nadelspiel in Größe 10 mm besitze, verwendete ich zwei Rundstricknadeln. Das funktionierte vom Anschlag bis zum Zusammenziehen der letzten Maschen sehr gut. Das eigentliche Stricken war ziemlich mühsam. Bei kleineren Nadelstärken zieht man die wenigen Millimeter Fadenlänge für eine neue Masche mit einem schnellen Ruck durch die alte Masche. Bei dickem Garn wie diesem enthält jede Masche aber mehrere Zentimeter Garn, und dafür braucht man deutlich mehr Kraft und Zeit. Folglich verlor ich jedesmal, wenn ich das Projekt zur Hand nahm, nach wenigen Runden die Lust, weiterzumachen. Meine Handgelenke danken es mir wahrscheinlich. Immerhin wurde die Mütze gestern nun doch fertig. Zwar naht der Frühling hier mit Riesenschritten, aber es könnte ja noch einmal kalt werden, und dann kann ich sie tragen.

Bryce Canyon

Eigentlich gehört noch ein Pompon auf die Mütze. Ich hätte auch noch ausreichend Wolle dafür übrig. Aber da sich mein Pompon-Set entschlossen hat, unauffindbar zu bleiben, wird das einstweilen nichts. Ja, natürlich, ich könnte auch einen Pompon mit zwei Pappringen basteln, aber wozu habe ich mir schließlich vor vielen Jahren mal so ein Set gekauft?
Manchmal muss man einfach konsequent sein. 😉

2 Gedanken zu „Schwerstarbeit“

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